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BLE-Marktbericht KW 30 / 17

Tafeltrauben: Sugraone und Flame Seedless gewannen an Bedeutung

03. August 2017

Die Bereitstellung basierte hauptsächlich auf italienischen Abladungen; Vor allem Victoria sowie Black Magic, die schon an Wichtigkeit verloren. Der Vertrieb von Michele Palieri, Italia und Red Globe begann.

Bildquelle: Shutterstock.com Trauben
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Die Türkei startete in die Kampagne mit ersten Perlette und Thompson Seedless, für die 12,- € je 5-kg-Karton aufgewendet werden sollten. Daneben trafen Ergin Ḉekirdeksizi in 4,5-kg-Kolli ein. Spanien schickte sich verringernde, aber reichliche Mengen; vorrangig Festival Seedless. Die Verkaufszahlen entsprachen nicht den Erwartungen. Im Standardsegment forcierten Vergünstigungen eine schnellere Räumung. Erzeugnisse der gehobenen Güte, getragen von einer intensiven Ausfärbung und einem soliden Aroma, generierten oftmals genügend Interesse. Deshalb notierten diese für gewöhnlich relativ konstant, zumal deren Verfügbarkeit überschaubar war.

Äpfel
Die Partien aus Übersee dominierten nach wie vor den Handel. Insbesondere Braeburn, Pink Lady und Royal Gala aus Neuseeland und Chile prägten derweil das Geschehen. Bei der alten Ernte aus Deutschland und Italien spielten mit abnehmenden Mengen Jonagold, Elstar, Golden Delicious und Granny Smith die Hauptrolle. Die Bereitstellung harmonierte mit dem verminderten Interesse. Die Bewertungen verharrten oftmals auf einem kaum veränderten Niveau. Bloß vereinzelt wurden sie je nach Konstellation verringert, um den Warenabfluss nicht abreißen zu lassen. Wegen der begrenzteren Verfügbarkeit konnten sich manche Produkte verteuern. Immer mehr frühe Varietäten strömten aus europäischem Anbau in den Verkauf. Frankreich schickte Primerouge, Early Gold, Cardinal und Delbarestivale. Aus Deutschland kamen mit anwachsender Bedeutung Astramel, Arkcham und Discovery. Die Abladungen an italienischen Gravensteiner verdichteten sich hingegen zögerlicher. Zudem sendeten die Italiener Rubra Precoce Breviglieri aus Veneto. Im Allgemeinen entsprach die Ausfärbung in diesem Sektor nicht völlig den Erwartungen. Den Geschmack indes diktierte häufig eine sehr vordergründige Säure. Beides hielt die Kunden auf zu großem Abstand.

Birnen
Die europäischen Anlieferungen beherrschten erkennbar das Geschäft. Santa Maria, Carmen und Williams Christ hatten sicher Fuß gefasst. Französische Dr. Jules Guyot brauchten vom Umfang der Zufuhren her die Konkurrenz durch spanische Limonera nicht zu fürchten. Sowohl französische als auch inländische Williams Christ eröffneten ihre Saison, wobei man für die einheimischen etwas tiefer in die Tasche greifen musste. Die Präsenz türkischer Santa Maria in den Sortierungen 65/70 und 70/75 mm weitete sich nur unwesentlich aus. Die Importe aus Übersee schränkten sich wie die Beachtung, die sie hervorriefen, merklich ein. Der Markt zeigte sich generell von seiner ruhigen Seite. Zum einen bewegten sich die Kurse dank einer ausgeglichenen Angebots-Nachfrage-Situation auf einem recht stabilen Level. Zum anderen versuchte man mittels reduzierter Preise, den Absatz besser in Gang zu bringen, um drohende unnötige Überhänge zu vermeiden. 

Aprikosen
Mit nahezu gleichen Anteilen beherrschten türkische und französische Anlieferungen den Markt. Die italienischen Zufuhren verminderten sich offensichtlich, spanische wurden hier und da bereits eingestellt. Als Alternativen kamen Serbien und Rumänien ins Spiel, die aber nicht dieselbe Bedeutung erlangen wie die ungarischen Abladungen. Inländische Ergänzungen blieben kontinuierlich eine Randerscheinung. Die Versorgung harmonierte für gewöhnlich genügend mit dem Bedarf. Insbesondre bei den französischen Abpackungen verharrten die Notierungen auf einem recht stabilen Niveau, nicht zuletzt geschuldet einer hervorragenden Ausfärbung und eines respektablen Aromas. Die türkischen Importe fielen verschiedentlich zu groß aus, sodass sie vielfach günstiger vertrieben wurden, oftmals sogar sukzessive.

Pflaumen
Mit einer beträchtlichen Bandbreite an Varietäten gelangten die inländischen Produkte auf den Markt. Gänzlich neu waren Bühler Frühzwetschge, Top, Top Five sowie Topstar. An die Spitze des Sortimentes hatten sich Katinka abgesetzt. Die Präsenz von Cacaks Schöne und Hanita verdichtete sich stärker als die von Sanctus Hubertus. Verschiedentlich fehlte es der Ware an festem Fleisch oder an genügender Ausfärbung. Zudem begrenzten hohe Einstände oftmals das Interesse. Der Vertrieb geriet ins Stocken. Die Preise rutschten zusehends deutlicher ab. Ihre Spanne dehnte sich dabei immer mehr aus. Das eröffnete expandierende Unterbringungsmöglichkeiten für die ebenfalls progressiven Abladungen aus der Balkanregion. Diese hatten zwar generell den Vorzug der niedrigeren Kurse, doch wegen der verschärften Konkurrenzsituation ließen sich auch in diesem Sektor Verbilligungen in der Regel nicht umgehen. Allerdings vermochte man gemeinhin bei organoleptisch herausragenden Offerten hier und da die Bewertungen durchaus anzuheben. Frische Anlieferungen von Reineclauden aus Spanien, die ab 2,50 € je kg veräußert wurden, hatten nicht die Exklusivität der französischen Mitstreiter.

Zitronen
Weiterhin gaben spanische Verna den Ton an, waren teilweise ausschließlich vorrätig. Deren Qualität konnte kontinuierlich die Kunden überzeugen. Die Importe aus der südlichen Hemisphäre wuchsen nur graduell an. Inzwischen trafen argentinische und südafrikanische Früchte in den Kalibern des Größen codes 2 und 4 ein. Durch eine stetige Räumung geriet der Verkauf unter keinen Mengendruck. Die Notierungen blieben daher relativ konstant, manchmal sogar exakt auf dem Level der Vorwoche.

Bananen
Der Markt hatte sich erkennbar entschleunigt. Die Händler wussten mit der Situation umzugehen und kappten dementsprechend den Nachschub aus den Reifereien. Für gewöhnlich sicherte dies ein verhältnismäßig stabiles Kursniveau. Verschiedentlich war die Anpassung der Bereitstellung nicht optimal gelungen oder bloß verzögert initiiert worden. In der Folge mussten dann die Forderungen doch noch ein wenig reduziert werden.

Blumenkohl
Die dominierenden einheimischen Chargen brauchten lediglich mit geringen belgischen Importen zu konkurrieren. Die kühle Witterung bewirkte keine tiefgreifende Geschäftsverbesserung. Wegen des schleppenden Absatzes mussten die meisten Erzeugnisse sukzessive billiger abgegeben werden. Zum Wochenschluss intensivierte sich manchmal die Nachfrage. Das hatte indes keinen gravierenden Einfluss auf die Notierungen. Diese zeigten zuweilen bei Pfälzer Ware einen Trend nach oben. Ihre Spanne dehnte sich hier und da aufgrund einer divergierenden Güte regionaler Anlieferungen aus.

Salat
Eissalat stammte vornehmlich aus dem Inland. In vermindertem Maß ergänzten die Niederlanden. Punktuell tauchten polnische Produkte auf. Bei einer ruhigen, jedoch hinlänglichen Order blieben die Bewertungen in der Regel ziemlich stabil. In Hamburg tendierten sie aufwärts, da im Norden der Dauerregen die Ernte zu sehr beeinträchtigt hatte. Also mussten Alternativen aus der Mitte und dem Süden Deutschlands zugeführt werden, was die Kosten in die Höhe trieb. Die Vermarktung von Kopfsalat basierte vor allem auf einheimischem Anbau. Kontinuierlich trafen daneben belgische Offerten ein. Die Bereitstellung orientierte sich für gewöhnlich am eher unaufgeregten Bedarf. Die Kurse verharrten gemeinhin auf einem relativ starren Level oder oszillierten ab und an davon abweichend etwas stärker. Die belgischen Abladungen neigten dabei deutlicher zu einer Schwäche als die inländischen. Die Bunten Salate wurden mal mehr, mal weniger flott untergebracht. Die Forderungen brauchten trotzdem nicht wesentlich verändert zu werden. Bloß selten vermochte man sie für herausragende Qualität anzuheben. Das Angebot an Feldsalat war genauso überschaubar wie das Interesse dafür. Er vergünstige sich ähnlich wie belgischer Chicorée. Endivien waren nur noch eine Randerscheinung.

Gurken
Bei Schlangengurken herrschten die deutschen Anlieferungen vor. Die belgischen und niederländischen Chargen komplettierten den Verkauf. Das kühlere Wetter bremste zusehends den Absatz. Zudem konnte den Ferien ein verringernder Einfluss auf die Räumungsgeschwindigkeit nicht abgesprochen werden. Insbesondere bei der belgischen, wohl wegen der drängenderen Mengen, aber auch bei der niederländischen Ware senkten die Händler die Preise. Damit hofften sie, die Geschäfte am Laufen zu halten, vielleicht sogar zu verbessern. Die Abschläge erreichten im Extrem bis zu 35 %. Dem gegenüber bewegten sich örtlich die Notierungen verschiedentlich sogar auf einem recht konstanten Niveau. Das galt vorrangig für die einheimischen und niederländischen Früchte, belgische waren davon ausgeschlossen. Minigurken kamen aus Deutschland und aus den Niederlanden. Hier und da generierten sie eine freundliche Beachtung, weshalb man mit Bedacht marginale Verteuerungen etablieren konnte. Türkische Importe partizipierten kaum an dieser Entwicklung.

Tomaten
Rispentomaten und Runde Tomaten entstammten hauptsächlich aus niederländischem, belgischem und deutschem Anbau. Zunächst befestigten sich die Bewertungen und das schien das Interesse keinesfalls zu tangieren. Dann brachen sie ab Donnerstag zunehmend ein, da sich die Nachfrage inzwischen derart entschleunigt hatte, dass zu große Überhänge drohten. Einheimische Offerten blieben von dieser negativen Entwicklung verschont, da sie von der Intensität der Zufuhren her nicht so herausragten wie die belgische und niederländische Konkurrenz. Niederländische und italienische Kirschtomaten wurden vorwiegend von inländischen und belgischen Abladungen abgerundet. In diesem Sektor hob man die Forderungen erst einmal an. Das war nicht überall von langer Dauer. Mit näher rückendem Wochenende mussten sie wieder reduziert werden. Fleischtomaten gingen wie bei einem Monopol im Wesentlichen aus Belgien zu. Genügende Vertriebsmöglichkeiten sicherten ihnen aufwärts tendierende Kurse. 

Gemüsepaprika
Die niederländischen Zuflüsse dominierten stetig die Geschäfte. Nachrangig verkaufte man die türkischen Chargen. Belgien und Ungarn ergänzten. Deutschland spielte kontinuierlich eine kleine Rolle. Zudem tauchten erneut marokkanische Spitzpaprika auf. Die Preise zeigten sich nicht sehr einheitlich: Teils stiegen sie für gelbe und rote Varietäten an, während die der grünen schwächelten; teils bewegten sie sich insbesondere bei den gelben und grünen Kultivaren nach oben. Die Notierungen der niederländischen und belgischen Produkte näherten sich dabei oftmals einander an. Wegen einer ausreichenden Beachtung kosteten die türkischen und die inländischen Erzeugnisse meistens genau so viel wie bisher. Örtlich setzten äußerst billige spanische Anlieferungen zu 3,50 bis 5,- € je 5-kg-Karton weiterhin den Handel unter Druck. Die geringen polnischen Mengen wurden für gewöhnlich zu leicht abgemilderten Aufrufen umgeschlagen.

Zwiebeln
Wie üblich trafen Gemüsezwiebeln ausschließlich aus Spanien ein. Da Umfang von Angebot und Nachfrage genügend miteinander harmonierten, verharrten die Bewertungen durchgängig auf einem unveränderten Niveau. Selbst die Importe an Medio Grano vertrieb man fortlaufend zwischen 8,50 und 10,- € je 25-kg-Sack. Haushaltsware startete endlich auch in München in ihre Saison; sonstwo beherrschte sie nämlich schon länger die Vermarktung. Diese wurde komplettiert durch italienische und österreichische Abladungen. Aufgrund des zunehmenden Erntevolumens sanken die Einstände, was die Kurse nach unten zog. Infolge des Regens hatte sich verschiedentlich die Rodung eingeschränkt. Die Forderungen konnten daraufhin manchmal etwas angehoben werden.


Weitere Informationen

Frankfurt
Aus der Türkei wurden die ersten blauen Feigen zugeführt. Die Preise für deutsche Himbeeren verfestigten sich. Auffällig war der steigende Anteil an 200-g-Verpackungen. Heidelbeeren vergünstigten sich wegen abgeschwächten Interesses. Dill war durch das derzeitige Wetter unheimlich knapp und kostete bis zu 30,- € je 2,5- bis 3-kg-Kiste. Die Bereitstellung an einheimischen Hokaidokürbissen wurde deutlich erhöht. Maschinengepflückte grüne Bohnen verbilligten sich auf 6,- bis 8,- € je 5-kg-Gebinde, handgeerntete blieben bei 10,- bis 11,- € je 4-kg-Kiste. Türkische Offerten von Acur, unreife Melonen, und Kelek, Gurkenmelonen, verkauften sich nur schleppend. Steinpilze waren kaum verfügbar, Pfifferlinge hingegen gab es reichlich ab 7,- € je kg; bloß gewaschene Ware wurde mit 19,50 € je 1,5-kg-Kiste gut bezahlt.

Hamburg
Das üppige Volumen an Limetten aus Brasilien destabilisierte ihre Kurse. Der durch die Niederschläge eingeschränkte Nachschub ließ bei Beerenobst von den regionalen Anbauflächen die Einstände nach oben ziehen. Süddeutsche Hokaidokürbisse eröffneten ihre Kampagne zu 1,30 € je kg. Für Zucchini desselben Ursprungs verlangte man qualitätsbedingt weniger als zuvor.

München
Bei Orangen wurde die begrenzten Menge von spanischen Valencia Late durch erste Ankünfte aus Südafrika kompensiert. Die Notierungen lagen für beide Herkünfte auf einem in etwa gleichen und konstanten Niveau. Mit der Witterungsabkühlung schwächte sich der Bedarf nach Melonen und Wassermelonen deutlich ab; bei unverminderter Verfügbarkeit waren Preiseinbußen unvermeidlich. Inländische Himbeeren und Brombeeren trafen vorübergehend nicht mehr im bisherigen Umfang ein und verteuerten sich ebenso wie rückläufige schwarze Johannisbeeren. Dagegen konnte das Interesse an roten Johannisbeeren ausreichend gestillt werden. Man importierte erste türkische Frischfeigen. Spinat war eher knapp und wurde zu stabilen Bewertungen offeriert. Das Angebot an Auberginen erweiterten polnische Produkte. Die Zuflüsse von süddeutschen Buschbohnen nahmen zu und vergünstigten sich. Steinpilze tauchten in spärlichem Maß auf dem Markt auf; darunter waren erste Kleinstmengen aus dem Inland. 


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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 30 / 17
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Veröffentlichungsdatum: 03.08.2017

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