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BLE-Marktbericht KW 15 / 17

Europäischen Birnen interessierten bloß mancherorts

20. April 2017

Argentinische und südafrikanische Packham`s Triumph und chilenische Abate Fetel machten den größten Teil des Handels aus. Aus Übersee standen zudem noch einige Varietäten bereit, zum Beispiel Forelle und Flamingo aus Chile, Williams Christ aus Argentinien sowie Abate Fetel und Gellert aus Südafrika. 

Bildquelle: Shutterstock.com Birnen
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Eine kontinuierliche Nachfrage stabilisierte oftmals die Notierungen für Früchte mit exklusiver Güte. Jedoch hatten sich die Anlieferungen generell ausgedehnt; sie überragten örtlich die Unterbringungsmöglichkeiten. In diesen Fällen mussten die Verkäufer ihre Aufrufe senken. Infolge zu hoher Eingangsforderungen stießen Flamingo und Forelle nicht immer auf genügend Vermarktungschancen.

Die europäischen Chargen interessierten bloß mancherorts: Italienische Abate Fetel und Santa Maria verloren an Wichtigkeit und vergünstigten sich ebenso sowie Conference aus Deutschland, den Niederlanden und Belgien, die kaum noch Bedeutung hatten.

Äpfel
Nach wie vor beherrschte Deutschland das Sortiment: Vorrangig gab es Elstar, Jonagold und Boskoop. Italien führte unter anderem Golden Delicious, Braeburn und Granny Smith zu. Frankreich schickte speziell Pink Lady und Granny Smith. Die Qualität überzeugte in der Regel, sodass die Kurse bei einer steten Abwicklung auf bisherigem Level verharrten. Die Partien der südlichen Hemisphäre weiteten ihre Präsenz aus: Zu den schon etablierten chilenischen Elstar und Royal Gala, neuseeländischen Cox Orange sowie südafrikanischen Golden Delicious kamen chilenische Jazz neu hinzu, die in Frankfurt auftraten. Türkische Granny Smith ergänzten das Angebot, generierten aber nur wenig Zuspruch. Insgesamt war der Zugriff preisbedingt schleppend, was dessen ungeachtet keinen gravierenden Effekt auf die Bewertungen hatte.

Tafeltrauben
Das Sortiment setzte sich aus südafrikanischen, chilenischen und indischen Importen zusammen. Thompson Seedless und Crimson Seedless waren am häufigsten anzutreffen. Südafrikanische La Rochelle und Dan Ben Hannah sowie chilenische Red Globe und Flame Seedless ergänzten das Angebot. Der eingeschränkte Bedarf konnte trotz begrenzter Abladungen problemlos befriedigt werden. Die Kunden griffen insbesondere bei roten und hellen Offerten ohne Kern gerne zu. Die Kurse verharrten meist auf bisherigem Niveau. In Frankfurt verringerte man die Bewertungen in der Hoffnung auf einen schnelleren Umschlag, so kosteten indische Thompson Seedless zuweilen nur ca. 6,50 € je 4,5-kgKarton.

Kiwis
Die Versorgung mit den dominierenden italienischen, ergänzenden französischen und abrundenden griechischen Erzeugnissen hatte sich zwar etwas vermindert, sie genügte jedoch, um den steten Bedarf zu decken. Demzufolge veränderten sich die Kurse in der Regel nicht wesentlich. Lediglich für Offerten mit Haltbarkeitsschwierigkeiten musste man die Bewertungen reduzieren. 

Orangen
Es standen zwar noch einige Mengen zur Verfügung, trotzdem war klar erkennbar, dass sich die Saison langsam dem Ende entgegen neigt. Die vorherrschenden spanischen Zufuhren, allen voran Navelate und Lane Late, generierten nicht immer hinreichend Beachtung. Die komplettierenden ägyptischen, türkischen und italienischen Abladungen schränkten sich ein, während sich die Präsenz von marokkanischen Lane Late ausweitete. Hinsichtlich der Notierungen waren keine gravierenden Bewegungen auszumachen, sofern die Qualität der Früchte keine Wünsche offenließ.

Zitronen
Man konnte fast ausschließlich auf spanische Primofiori zugreifen, lediglich in München trafen zudem türkische Lamas ein. Die Versorgung begrenzte sich leicht, genügte in der Regel aber, um das Interesse zu stillen. In Berlin konnte der Bedarf nicht vollends gedeckt werden, weshalb die Händler die Forderungen anhoben. Auf den anderen Plätzen zogen die Kurse ebenfalls an, wenn auch nur marginal. Im Süden Deutschlands kam es wegen verminderter Unterbringungsmöglichkeiten zu Vergünstigungen.

Bananen
Es war ein recht uneinheitliches Geschehen zu beobachten, bei dem sich die Bewertungen oftmals veränderten. In Berlin mussten die Kunden für die Erstmarke mehr als bislang zahlen, da die Nachfrage nicht immer befriedigt werden konnte. Die Zweitmarken und Drittmarken verbilligten sich in der Hauptstadt indes. In Frankfurt stiegen die Preise für die Sonstigen Marken kräftig und in Hamburg die der Zweitmarken aufgrund einer lebhaften Vermarktung etwas an. In München waren die Verkäufer zur Rücknahme ihrer Aufrufe gezwungen, da sich infolge der Osterferien die Absatzchancen eingeschränkt hatten. Bloß in Köln verharrten die Notierungen auf dem Niveau der Vorwoche.

Blumenkohl
Vom Angebot her tat sich nicht viel: französische und italienische Partien dominierten, hinzu kamen belgische. Spanien schickte 6er- und England überraschte mit 8er-Abpackungen. Die Mengen drängten nicht besonders. Die Qualität sprach an. Die Kurse bewegten sich meistens nach oben, erreichten in der Spitze bis zu 13,- € je 6er-Kollo. Das galt vorrangig für die französischen Chargen; die italienischen profitierten davon und zogen nach. Köln blieb von dieser Entwicklung eher ausgeschlossen, da sich hier der Handel recht lustlos zeigte. Deutschland startete in die Saison mit erstem Winterblumenkohl, der kaum teurer war als die Konkurrenz. 

Salat
Den Bedarf nach Eissalat deckten die Zugänge aus Spanien, die genügend mit jenem korrelierten. Hervorragende Erzeugnisse verbuchten einen flotten Vertrieb. Die Preise konnten daraufhin aber hauptsächlich nur kurzfristig angehoben werden, sanken selbst am Donnerstag oftmals marginal ab. Generell pendelten sie im Laufe der Tage zwischen 5,- und 6,50 € je 10er-Aufmachung. Belgischer Kopfsalat sah sich in ansteigendem Maß mit inländischen Offerten konfrontiert. Italien verlor spürbar an Wichtigkeit. Gelegentlich tendierten die Notierungen der italienischen Abladungen zwar nach oben, sie oszillierten dabei jedoch kontinuierlich auf einem relativ niedrigen Niveau; die der einheimischen Produkte mussten auf dieses abgestimmt werden, sackten also sukzessive ab. Bunte Salate stammten vorwiegend aus Deutschland. Die Zuflüsse aus Italien verringerten sich. Frankreich beendete punktuell sogar schon die Kampagne. Man verzeichnete häufig eine freundliche Nachfrage. Die Spanne der Bewertungen öffnete sich in Abhängigkeit vom Ursprung. Eine 9er-Steige erzielte letztlich bis zu 7,- €. Die Bereitstellung von Feldsalat orientierte sich in der Regel an den Unterbringungsmöglichkeiten. Die Verfügbarkeit von Endivien verminderte sich augenscheinlich.

Gurken
Den Markt von Schlangengurken beherrschten die niederländischen Chargen, inländische und belgische, fast gleichrangig, folgten von der Bedeutung her. Spanische Importe büßten wie punktuell vorrätige griechische Früchte enorm an Relevanz ein, verabschiedeten sich überdies manchmal aus dem Verkauf. Obwohl dieser nicht überall befriedigte, nahm der Absatz gemeinhin verstärkt an Fahrt auf. Da spielte das näher rückende Osterfest durchaus eine Rolle. Die Händler konnten ihre Forderungen vielfach recht stabil halten. Schwankungen ergaben sich zumeist auf Basis eines angewachsenen Konkurrenzdrucks oder einer divergierenden Frische. Das Geschäft mit Minigurken tätigte man vorzugsweise mit ausgedehnten niederländischen und deutschen Anlieferungen; türkische komplettierten diese. Eine ziemlich passable Beachtung sicherte für gewöhnlich ein unverändertes Kurslevel, das hin und wieder zum Schluss ein Streben nach oben erkennen ließ.

Tomaten
Die Zuflüsse aus den mitteleuropäischen Ländern weiteten sich aus, parallel dazu verloren die Zugänge aus Spanien, der Türkei und Marokko an Belang. Die Nachfrage verlief witterungsbedingt relativ flott, wodurch eine leichte Unterversorgung entstand. Früher oder später etablierte sich in der Regel für das gesamte Angebot ein festerer Preistrend. Gelegentlich vergünstigten sich die Rispentomaten aus den Beneluxstaaten, dasselbe galt hingegen nicht für die Runden Tomaten, da deren Präsenz überschaubarer blieb. Die wenigen inländischen Abladungen kosteten generell zwar merklich mehr als die Mitstreiter sonstiger Herkünfte, vermochten aber wahrscheinlich wegen ihrer Regionalität zu überzeugen. Die Bewertungen von Kirschtomaten variierten nicht so häufig, stiegen bloß hier und da zum Freitag hin an. Sie stammten hauptsächlich aus Italien und den Niederlanden; die Wichtigkeit von Spanien und Marokko verringerte sich. Die Palette an Fleischtomaten hatte sich eingeschränkt: fast nur noch belgische Partien, vereinzelt niederländische oder türkische.

Gemüsepaprika
Das Gros der Geschäfte wurde mit niederländischen Offerten getätigt. Spanische Chargen büßten kontinuierlich an Relevanz ein, die der türkischen und marokkanischen Zufuhren verminderte sich unterdessen kaum. Die Umsätze konnten teils befriedigen, teils verzeichnete man lediglich knappe notwendige Bedarfseinkäufe. Die nahen Feiertage brachten kein bedeutendes konkretes Plus, zumal die Wetteraussichten recht schlecht waren. Die Kurse zeigten gemäß des uneinheitlichen Interesses eine divergierende Entwicklung. Zum einen verharrten sie auf einem unveränderten Niveau, zum anderen sanken sie insbesondere für gelbe und grüne Kultivare nach unten. Örtlich ließen sich die Forderungen infolge der heranrückenden Osterfeiern marginal anheben. Die türkischen Produkte, nicht zu üppig vorrätig, wurden für gewöhnlich mit konstanter Höhe aufgerufen, verschiedentlich aufgrund einer ausgedehnten Bereitstellung jedoch etwas niedriger als bisher. Spitze Formen schlug man z. B. ab 1,- €, Dolma ab 1,50 € je 400-g-Beutel um. Die erste Ernte neuer Anpflanzungen aus Spanien konnte sich tendenziell verteuern. 

Zwiebeln
Die bis dato monopolartig verfügbaren spanischen Gemüsezwiebeln sahen sich inzwischen mit einer Konkurrenz aus Übersee konfrontiert. Chile startete in die Kampagne mit 25-kg-Säcken zu maximal 24,- €. Dies hatte bei den fortwährend qualitätssicheren spanischen Partien aus Kühlhäusern allerdings noch keinerlei Auswirkung auf die Bewertungen. Diese blieben überwiegend stabil oder entwickelten zuweilen sogar einen Trend zur Befestigung. Haushaltsware traf andauernd vorherrschend aus dem Inland ein. Die Abladungen aus Neuseeland wuchsen indes an, australische Mengen rundeten das Angebot aus der südlichen Hemisphäre ab. Hier und da ergänzten niederländische, punktuell österreichische Importe. Der Vertrieb verlief in ruhigen Bahnen. Die Notierungen der deutschen Zuflüsse unterlagen keinen wesentlichen Modulationen. Die Anlieferungen aus Neuseeland und Australien verbilligten sich vereinzelt wegen ihrer verdichteten Präsenz.


Weitere Informationen
Frankfurt
Himbeeren und Brombeeren aus niederländischen Glashäusern wurden günstiger. Spanien dominierte in diesem Segment und konnte besonders am Mittwoch und Donnerstag erfreuliche Umsätze erzielen. Für per Flugzeug zugeführte türkische grüne Pflaumen in 9x250-g-Schalen forderte man stolze 24,- bis 25,- €. Der Bedarf an Susinen aus Chile und Südafrika stieg sukzessive. Spanischer Brokkoli verteuerte sich auf bis zu 4,30 € je kg. Der Verkauf von Buschbohnen und Stangenbohnen befriedigte. Das Interesse an Artischocken war ausgezeichnet. Bärlauch aus dem Inland und Rumänien stand reichlich zur Disposition, räumte aber stetig. Die ansonsten für Gründonnerstag im großem Umfang gehandelten Kräuter für die Grüne Soße fand in diesem Jahr nicht die gewohnte Aufmerksamkeit. Ostern belebte das Geschäft mit Champignons und Austernpilzen.
Hamburg
Die Disponierung spanischer Blaubeeren und Himbeeren orientierte sich an der Nachfrage und die Bewertungen blieben unverändert. In der 16. KW sollen Melonen und Steinobst aus Südeuropa erhältlich sein. Für begrenzten Fenchel aus Italien und für Chinakohl aus Spanien mussten die Kunden tiefer in die Tasche greifen.
München
Da kaum Bedarf an kleinfruchtigen Zitrusfrüchten bestand, wurden diese von immer mehr Firmen am Platz ausgelistet. Spanische Kulturheidelbeeren und Himbeeren trafen umfangreicher ein; ein reges Interesse verhinderte aber Verbilligungen. Mangos und Ananas verteuerten sich erneut, da man die Nachführungen nicht auf die verbesserten Unterbringungsmöglichkeiten abstimmte. Bei Limetten machte sich das frühsommerliche Wetter in den Absatzzahlen bemerkbar. Mit Rhabarber war der Markt genügend versorgt und die Kurse gaben nach. Aufgrund des geringen Angebotes an Brokkoli aus Spanien wurden die Forderungen angehoben. Zucchini vergünstigten sich. Die Preise für marokkanische Stangenbohnen stiegen leicht an.
Berlin
Im Wochenverlauf dehnten sich die Anlieferungen von niederländischen Himbeeren aus. Zusammen mit den spanischen Importen lagen die bereitgestellten Mengen oberhalb der Nachfrage und die Bewertungen bröckelten ab. Am Freitag kosteten die 125-g-Schale 1,80 bis 2,60 €. Die Notierungen für Brombeeren aus den Niederlanden verharrten bei ca. 2,50 € je 125 g. Die Aufrufe für knappe niederländische Johannisbeeren erhöhte man auf 3,25 € je 125-g-Packung. Üppiger abgeladener einheimischer Rhabarber wurde zu nur noch 1,10 € je kg veräußert.


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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 15 / 17
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Veröffentlichungsdatum: 20.04.2017

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