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BLE-Marktbericht KW 5 / 17

Angespannte Marktsituation bei Schlangengurken entschärfte sich schrittweise

09. Februar 2017

Die infolge limitierter Zuflüsse angespannte Marktsituation bei Schlangengurken entschärfte sich schrittweise. Das Sortiment verbreiterte sich. Während sich die spanischen Mengen intensivierten, traten die griechischen in abgeschwächter Form sporadischer auf.

Bildquelle: Shutterstock.com Gurken
Bildquelle: Shutterstock.com

Die Zugänge aus den Niederlanden expandierten. Man versuchte in der Regel zunächst, die Preise zu halten. Das war schwierig. Nach und nach mussten sie, manchmal nur in der Spitze, zurückgesetzt werden, da sich die eingeschränkten Unterbringungsmöglichkeiten eigentlich nicht wirklich verbessert hatten. Das galt primär für die Chargen aus Spanien, bald darauf für die aus der Beneluxregion. 

Die Zufuhren von Minigurken wurden kaum modifiziert: Ein paar spanische rundeten die türkischen und halb so bedeutenden niederländischen Partien ab. Obwohl die Disponibilität in diesem Sektor lediglich spärlich anwuchs, sackten die Bewertungen für gewöhnlich sukzessive ab. Dies basierte wahrscheinlich eher auf dem Umstand, dass sich ihre großen Schwestern so merklich verbilligten, nicht so sehr auf den tatsächlichen Geschäftsbedingungen.

Bananen
In der Regel wurde die Bereitstellung auf die ruhigen Unterbringungsmöglichkeiten abgestimmt, sodass die Kurse nicht wesentlich in Bewegung gerieten. In München verteuerte sich das gesamte Sortiment ein wenig. In Berlin erhöhten die Händler die Forderungen für die Erstmarke, da der Bedarf nicht vollends befriedigt werden konnte. In Frankfurt trafen kleine Erzeugnisse mit einer Länge von 14 cm ein, sogenannte Kinderbananen, die 12,- € je 13,61-kg-Karton kosteten. Hier verstärkte sich auch die Wichtigkeit von Drittmarken, die ab Donnerstag in üppiger Menge auftraten.

Blumenkohl
Die Präsenz der dominierenden französischen Offerten wuchs infolge der verbesserten Witterungsbedingungen im Ursprungsland sukzessive und erkennbar an. Zudem intensivierten sich die italienischen Zufuhren sehr deutlich; die spanischen verloren an Boden. Der Zugriff entsprach nicht den Erwartungen. Nachdem die Bewertungen für französische Chargen zunächst häufiger anstiegen und das Interesse weiter einschränkten, sackten sie spätestens ab Mittwoch wie bei der italienischen Ware unisonoab. Es hatten sich Überhänge aufgebaut, deren Köpfe schnell an Festigkeit und Kondition einbüßten oder zu lockere Blütenstände aufwiesen. Da mussten die Preise schon merklich nach unten korrigiert werden.

Salat
Monopolartig eintreffender spanischer Eissalat wurde punktuell durch ägyptische Erzeugnisse komplettiert. Anfangs fiel die Versorgung wegen der frostinduzierten Ernteengpässe übersichtlich aus. Die Kurse tendierten somit augenscheinlich nach oben. Deren Kurve brach aber vielfach ab Mitte der Woche eklatant ein, da sich ab dieser Zeit die Importe aus Spanien allmählich verdichteten. Es tauchten außerdem verstärkt 12er-, 14er- und sogar 16er-Abpackungen auf. Die Bereitstellung von Kopfsalat aus Belgien war kontinuierlich knapp. Also stockte man verschiedentlich die französischen Anlieferungen auf. Daneben gab es italienische und in ausgedehntem Maß niederländische Alternativen. Die Händler vermochten ihre Forderungen auf einem stabilen Niveau zu fixieren, bloß ab und an mussten sie diese insbesondere für die belgische Produktpalette senken. Zum Freitag hin konnten sie sie vereinzelt jedoch erneut anheben. Das Angebot an Bunten Salaten blieb aufgrund des schlechten Wetters ebenso überschaubar. Für die unaufgeregte Nachfrage reichte es aus. Die Notierungen veränderten sich daher nicht wesentlich oder zogen wiederholt an. Die Qualität enttäuschte oftmals: Vorrangig bei den italienischen Abladungen waren die Kaliber zu klein. Genauso ließ die Güte der italienischen Endivien Wünsche offen. Dessen ungeachtet konnten sie sich überwiegend problemlos verteuern, da ihre Verfügbarkeit andauernd beträchtlichen Begrenzungen unterlag. Feldsalat stammte meistens von belgischen Kulturflächen. Auch das Inland steuerte seinen Teil bei. Ergänzungen kamen in erster Linie aus Italien. Obwohl der Bedarf nicht immer hinlänglich gedeckt werden konnte, sahen die Vertreiber von höheren Aufrufen ab, da sie die Zahl der Kunden nicht noch mehr verringern wollten.

Äpfel
Deutsche Chargen dominierten; überwiegend wurden Elstar, Jonagold, Braeburn und Royal Gala angeliefert. Aus Italien stammten hauptsächlich Golden Delicious, Granny Smith und Pink Lady. In Frankfurt offerierte man italienische Braeburn in der Größe 80/85 mm inzwischen in gelegter Aufmachung zu 10,- € je 6,5-kg-Karton. Frankreich schickte mit Pink Lady und Jazz vorrangig Clubvarietäten und nachgeordnet Granny Smith. Die Benelux-Staaten sendeten in spärlichen Mengen Jonagored, Cox Orange und Boskoop. Das vielfältige Angebot hatte sich leicht ausgedehnt. Da aber dessen Umfang mit dem Bedarf harmonierte und die Kunden stetig zugriffen, blieben die Kurse meist konstant.

Birnen
Italien prägte mit Abate Fetel, Santa Maria und Williams Christ die Vermarktung. Aus den Niederlanden kamen Conference, die speziell in Hamburg bereitstanden. Mit Deutschland, Belgien und Portugal beteiligten sich weitere europäische Länder am Geschäft, allerdings nur mit sehr geringen Abladungen. In der Regel verharrten die Bewertungen auf dem Niveau der Vorwoche, da Verfügbarkeit und Nachfrage hinreichend aufeinander abgestimmt waren. Die Präsenz von südafrikanischen Williams Christ, unter ihrem Synonym Bon Chretien gehandelt, nahm kontinuierlich zu. Die in 12,5-kg- Kartons umgeschlagenen Früchte kosteten in Frankfurt 15,- bis 18,- €.

Tafeltrauben
Südafrika dominierte mit vielen Varietäten die Szenerie und war auf manchen Plätzen monopolartig vertreten. Mitunter wurden Thompson Seedless, Dan Ben Hannah und Black Gem zugeführt. Importe aus Namibia, meist Thompson Seedless und Flame Seedless, sowie aus Peru, oftmals Red Globe, hatten lediglich ergänzenden Charakter. Auch wenn sich das Angebot hier und da einschränkte, genügte es, um das stete Interesse ohne Mühe zu stillen. Die Unterbringungsmöglichkeiten enttäuschten ab und an, insbesondere die für die kernhaltigen Offerten. Diese vergünstigten sich in Frankfurt ebenso wie kleinbeerige Produkte. Überzeugte die Qualität, konnten die Verkäufer ihre bisherigen Aufrufe bestätigen oder sogar leicht erhöhen. Unter Konditionsproblemen leidende Chargen, wie sie in Hamburg punktuell zu finden waren, mussten selbstredend mit Verbilligungen abgesetzt werden.

Kiwis
Die Präsenz der vorherrschenden griechischen Partien verstärkte sich. Die Bedeutung italienischer und französischer Anlieferungen hatte sich indes kaum verändert. Generell orientierte sich die Versorgung an der Nachfrage, die sich vereinzelt lustlos zeigte. Die Notierungen verharrten normalerweise auf dem Niveau der 4. KW. Nur in Berlin schwankte häufiger die Kurskurve für die französische Ware.

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Bei den Mandarinen konnte man unter anderem auf spanische Orri, Nadorcott und Nova, türkische Minneola und Nadorcott sowie auf israelische Orri und italienische Tacle und Nova zugreifen. Im Segment der Clementinen gab es vorrangig spanische Clemenules und Clemenlate und marokkanische Nour. Insgesamt schränkte sich die Verfügbarkeit zwar ein, sie genügte aber, um das kontinuierliche Interesse zu stillen. Dieses befriedigte die Händler nicht durchgängig, da es mancherorts zu gering ausfiel. Die Bewertungen entwickelten sich unterschiedlich: In Hamburg zogen sie für qualitativ ansprechende israelische Orri an. Türkische Offerten wurden hier zu üppig bereitgestellt und mussten daher mit Vergünstigungen verkauft werden. In Berlin verteuerten sich bei einem gleichmäßigen Bedarf derweil knappe Clementinen aus Spanien. Auf den übrigen Märkten blieben die Preise im Wesentlichen konstant.

Zitronen
Spanische Primofiori waren auf einigen Plätzen konkurrenzlos, da dort die türkischen Lamas nicht mehr umgeschlagen wurden. Bei einem steten Geschäft veränderten sich die Notierungen kaum. Lediglich in Berlin verbilligten sich die spanischen Chargen leicht, da sich dort die Nachfrage als zu schwach präsentierte.

Tomaten
Die Abladungen aus den Mittelmeeranrainerstaaten hatten sich etwas verdichtet; insbesondere die türkischen verstärkten sich. Die Importe aus den Niederlanden und Belgien konnte man fast gar nicht ausbauen. Die Qualität vermochte die Kunden inzwischen kontinuierlicher zu überzeugen. Zwar zeigte sich das Interesse weiterhin bloß von seiner unaufgeregten Seite, aber das Tauwetter initiierte schon erste Impulse für einen schnelleren Warenumschlag. Wegen der aufgestockten Bereitstellung neigten die Kurse häufig zu einem Abwärtstrend. Bei Runden Tomaten und Rispentomaten konnte man sie jedoch zum Wochenende hin überwiegend wieder marginal anheben. Fleischtomaten aus Spanien und Belgien wurden örtlich im forcierten Maß durch Anlieferungen aus der Türkei, Griechenland und Marokko ergänzt. Für diese Offerten brauchten die Abnehmer unterdessen zusehends weniger zu bezahlen. Die belgischen Früchte kosteten dabei ab und an mehr als bisher. Die Versorgung mit italienischen und niederländischen Kirschtomaten divergierte unbeträchtlich; tunesische, marokkanische und türkische komplettierten sie punktuell und peripher. Obwohl die Vertreiber ihre Forderungen hier und da senken mussten oder, wenn es gut kam, einer gewissen Konstanz folgen ließen, konnten sie diese aufgrund der knappen Quantität auch zuweilen bescheiden nach oben ziehen.

Gemüsepaprika
Spanien prägte mit einem leicht ausgedehnten Angebot fortlaufend den Absatz. Der Verkauf hätte durchaus besser sein können. Man verzeichnete überall einen zu ruhigen Bedarfshandel. Die Bewertungen schwankten in enger Anbindung an die volatile Verfügbarkeit. Die grünen Kultivare vergünstigten sich oftmals, wurden selten höher aufgerufen. Die Notierungen der roten und gelben Varietäten oszillierten viel intensiver; lediglich in Hamburg stiegen sie für sämtliche Produkte an. Die Zufuhren aus der Türkei und Marokko erfreuten sich meistens einer genügenden Beachtung. Sie wurden somit hinlänglich geordert, sodass in diesem Bereich die Preise in der Regel keinen wesentlichen Veränderungen unterlagen. Auf griechische Zuflüsse konnte in geringem Umfang nur in München zugegriffen werden.

Zwiebeln
Gemüsezwiebeln lieferte ausschließlich Spanien. Das Maß der Bereitstellung entsprach weitgehend dem der vorhersagbaren übersichtlichen Unterbringungsmöglichkeiten. In der Folge vermochte man die Forderungen ausnahmslos auf einem stabilen Niveau zu fixieren. Den Sektor der Haushaltsware bedienten wie gewohnt monopolartig die einheimischen Abladungen, einzig in München kontinuierlich komplettiert durch bedeutende österreichische Importe. Die Versorgung harmonierte generell mit der unaufgeregten Nachfrage. Daraufhin verharrten die Kurse ohne jegliche Modifikation durchweg auf einem konstanten Level.
 


Weitere Informationen
Frankfurt
Spanische Erdbeeren generierten freundliches Interesse. Aus Neuseeland wurden Süßkirschen in Größe
32 mm+ zu 33,- € je kg und Aprikosen zu 40,- bis 45,- € je 3-kg-Karton offeriert. Das Angebot an
Kakis, Quitten und Granatäpfeln schränkte sich ein. Obwohl sich die Marktlage ab Mittwoch durch
leicht erhöhte Zuflüsse verbesserte, blieb Gemüse teuer. Spanische Auberginen kosteten bis zu 28,- €
je 5 kg, alternativ konnte auf griechische und marokkanische Chargen zurückgegriffen werden. Für
erste niederländische Produkte aus dem Treibhaus wurden am Donnerstag stolze 30,- € je 5-kg-Karton
verlangt. Deutscher Lauch vergünstigte sich auf 1,40 € je kg. Die Notierungen von grünen Zucchini
fielen auf 3,20 € je kg.
Hamburg
Die abschwächenden Qualitäten von brasilianischen Melonen ließen die Kunden auf Ware aus Honduras umsteigen. Galiamelonen und Cantaloupemelonen wurden zu 9,- € je 6er-Steige umgeschlagen. Um den Absatz zu beleben, verringerte man die Forderungen für spanische und ägyptische Erdbeeren. Erste frische Auberginen aus den Niederlanden trafen ein; es mussten 22,50 € je 5-kg-Kollo gezahlt werden. Die Preise der spanischen Zufuhren zogen mengeninduziert weiter an. Zucchini aus Spanien, Marokko und der Türkei verbilligten sich. Infolge einer angewachsenen Nachfrage kletterten die Kurse für Weißkohl und Rotkohl aufwärts. Für knappen Rosenkohl wurden zwischen 1,60 und 2,- € je kg aufgerufen.
Köln
Ein begrenztes Sortiment an Beerenobst genügte, um das gebremste Interesse zu stillen. Am Freitag gab es standweise Erdbeeren aus Spanien, welche allerdings kaum untergebracht werden konnten. Obwohl sich Zucchini vergünstigten, verlief das Geschäft recht schleppend. Die Bewertungen von Lauch und Rosenkohl sanken zwar, dennoch war der Zugriff verhalten.
München
Neben Erdbeeren aus Spanien trafen inzwischen die ersten regelmäßigen Anlieferungen aus Süditalien ein. Ägyptische Offerten zeigten sich im Vergleich zu europäischen hinsichtlich ihrer Güte gefälliger und sprachen die Kunden auch vom Preis her eher an. Infolge einer verbesserten Nachfrage und einer knappen Versorgung verteuerten sich Ananas. Beerenobst aus Übersee stieß auf positive Beachtung, was sich aber nicht auf die Notierungen auswirkte. Das Angebot an Zucchini war unverändert eingeschränkt, trotzdem tendierten die Kurse abwärts, speziell die der türkischen Partien. Auberginen kosteten weiter viel, erste niederländische Produkte ergänzten. Fenchel litt unter Kälteschäden; die Verkäufer hoben die Aufrufe für qualitativ einwandfreie Ware an. Lauch kam aus Belgien, den Niederlanden, Frankreich und der Türkei. Italienischer und spanischer Brokkoli war etwas reichlicher verfügbar. Die Forderungen für Petersilie und Dill verharrten auf festem Niveau.
Berlin
Himbeeren aus Spanien und Portugal wurden im Wochenverlauf nur in kleinen Mengen bereitgestellt, sodass die Händler die Bewertungen auf 2,30 bis 2,40 € je 125-g-Schale erhöhten. Heidelbeeren aus Peru schlug man zu 1,50 bis 1,60 € je 125 g um.


Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 5 / 17
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Veröffentlichungsdatum: 09.02.2017

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