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Neue Versicherungsmöglichkeiten für landwirtschaftliche Kulturen in Oberösterreich

02. Februar 2017

Die Agrarpolitik hat einen wichtigen und richtigen Schritt für die Zukunft der österreichischen Landwirtschaft in Zeiten des Klimawandels gesetzt: Die staatliche Förderung von Versicherungsprämien wurde zur Jahresmitte 2016 gesetzlich auf weitere Risiken ausgedehnt.

Foto © Österreichische Hagelversicherung
Foto © Österreichische Hagelversicherung

Neben Hagel und Frost werden nun auch Versicherungen gegen die Folgen von Dürre, Sturm und starken oder anhaltenden Regenfällen mit je 25 % der Prämie von Bund und Ländern bezuschusst - und das für alle landwirtschaftlichen Kulturen. Zugleich entfallen künftig Entschädigungen des Katastrophenfonds für versicherbare Risiken. Damit erhalten Landwirtinnen und Landwirte einerseits eine preiswerte Möglichkeit der Eigenvorsorge, die andererseits langfristig Staat und Steuerzahler entlastet.

Produktneuerungen 2017:

Neue Frostversicherungen bei Obst Im Jahr 2016 waren Äpfel, Birnen, Haselnüsse und Erdbeeren gegen Frost versicherbar. Künftig sind auch Frostversicherungen bei Stein- und Beerenobstarten möglich. Das betrifft die Obstarten Kirschen, Weichseln, Pfirsich, Nektarinen, Marillen, Zwetschken sowie Brombeeren, Himbeeren, Stachelbeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren und Aronia.

Neue gesetzliche Regelung für Katastrophenfonds und Hagelversicherung

In Oberösterreich wurde das Agrarbudget 2017 demnach im Bereich der Versicherungsmöglichkeiten aufgestockt. Somit beträgt diese Aufwendung aufgrund des deutlichen Ausbaus der Versicherungsmöglichkeiten im Jahr 2017 6,01 Mio. Euro anstelle der bisher aufgewendeten 5,6 Mio. Euro. Die Prämie wird dabei zu 50 % von der öffentlichen Hand gestützt - je 25 % entfallen dabei auf den Bund und die Länder. „Damit ist es gelungen, zukünftig bei Katastrophenereignissen im Bereich landwirtschaftlicher Kulturen nicht mehr auf den Katastrophenfonds des Landes zugreifen zu müssen. Im Jahr 2016 wurde knapp eine Million Euro aus dem Katastrophenfonds beglichen. Dies wird zukünftig über die Hagelversicherung abgedeckt“, so Landesrat Hiegelsberger.

Unwetterextreme nehmen zu

Die letzten Jahre haben sehr drastisch aufgezeigt, wie verwundbar die Landwirtschaft durch sich ändernde klimatische Bedingungen ist. 2013 und 2015 waren ausgeprägte Trockenjahre mit erheblichen Ertragseinbußen vor allem im Futterbau, primär bei Grünland und Mais. Das vergangene Jahr brachte Spätfrostschäden bei Obst und Wein, die regional zu Totalausfällen geführt haben. Die Land- und Forstwirtschaft ist somit jener Wirtschaftssektor, der am massivsten vom Klimawandel getroffen wird. Anpassungsstrategien und eine verstärkte Risikovorsorge sollen helfen, die Auswirkungen abzufedern.

„Seit dem Jahr 2002 wurden insgesamt 15.018 Anträge an den Katastrophenfonds, betreffend Elementarschäden an landwirtschaftlichen Kulturen gestellt. Insgesamt kamen 26.271.877 Euro an Beihilfen zur Auszahlung“, erläutert Agrar-Landesrat Hiegelsberger die Situation in Oberösterreich.

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Veröffentlichungsdatum: 02.02.2017

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