fruchtportal.de
BLE-Marktbericht KW 4 / 17

Apfel: Auch in dieser Woche prägte das winterliche Wetter das Geschäft

02. Februar 2017

Das sehr ruhige Interesse wurde problemlos gestillt. Deutsche Früchte befanden sich an der Spitze der Warenpalette, allen voran Elstar, Jonagold und Braeburn. Italien führte vorrangig Golden Delicious und Granny Smith zu und Frankreich schickte speziell Pink Lady und Granny Smith.

Bildquelle: Shutterstock.com Apfel Elstar
Bildquelle: Shutterstock.com

Überzeugte die Güte, konnten die Händler ihre bisherigen Aufrufe behaupten. In München verteuerten sich einheimische Elstar und Royal Gala infolge angehobener Eingangsforderungen. Golden Delicious vergünstigten sich hier hingegen etwas. Ansonsten gerieten die Kurse bei einer an den Unterbringungsmöglichkeiten orientierten Versorgung kaum in Bewegung.

Birnen
Am Sortimentsspektrum hatte sich nicht viel verändert: Italienische Abate Fetel, Santa Maria und Williams Christ herrschten vor; Conference aus den Niederlanden wurden insbesondere in Hamburg abgeladen und einheimische Alexander Lucas und Conference verloren kontinuierlich an Bedeutung. Mit dem ersten Eintreffen südafrikanischer Importe begann die Saison aus Übersee: Spärliche Williams Christ traten in Frankfurt und München auf; die noch hartreifen Produkte generierten in der Größe 65/70 zu 15,- € je 12,5-kg-Karton bloß verhaltenen Zuspruch. Generell war eine stete, aufgrund der Kälte aber eher gedämpfte Nachfrage zu beobachten, was sich indes nicht wesentlich auf die Notierungen auswirkte. Diese blieben häufig konstant oder tendierten nur marginal auf- oder abwärts.

Tafeltrauben
Südafrikanische Anlieferungen befanden sich augenscheinlich an der Spitze des Angebotes, welches von Partien aus Namibia und Peru komplettiert wurde. Die Verfügbarkeit schränkte sich zwar ein, speziell die von Flame Seedless und Prime Seedless, sie genügte jedoch, um das Interesse zu stillen. Bei witterungsbedingt begrenzten Unterbringungsmöglichkeiten verharrten die Kurse meist auf bisherigem Niveau. In Hamburg mussten die Händler die Aufrufe für qualitätsschwache Offerten selbstredend senken. Punktuell versuchten die Verkäufer zum Wochenende hin, mittels Verbilligungen den Absatz zu beschleunigen, was kaum Erfolg hatte.

Kiwis
Neben italienischen Früchten konnte vorrangig auf griechische zugegriffen werden, welche in Köln aber gänzlich fehlten. Hochpreisige französische Produkte rundeten die Warenpalette hauptsächlich in München ab. Die Versorgung dehnte sich leicht aus und reichte, um die Nachfrage zu befriedigen. Daher kam es hinsichtlich der Bewertungen zu keinen wesentlichen Bewegungen. Nur in München konnten die Vermarkter ihre Aufrufe etwas anheben.

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Die Präsenz von Clementinen schränkte sich inzwischen merklich ein: Die Importe aus Spanien, Italien und Marokko litten punktuell unter Konditionsschwächen. Trotzdem gestaltete sich der Verkauf meist freundlich; in Hamburg etwa waren süße und saftige marokkanische Nour bei den Kunden recht beliebt. Das bisherige Niveau der Notierungen bestätigte sich oftmals. Im Bereich der Mandarinen prägte Spanien mit Nadorcott, Clemenvilla und mittlerweile auch Orri die Szenerie. Aus Israel stammten Minneola und hochpreisige Orri, welche mitunter nicht leicht zu schälen waren und daher nur begrenzten Zuspruch generierten. Türkischen Minneola wurden in München von ersten Nadorcott der Rang abgelaufen. Italienische Offerten mit Blatt ergänzten die Vermarktung. Insgesamt überzeugten die organoleptischen Eigenschaften. Da der Bedarf mit der Versorgung übereinstimmte, veränderten sich die Bewertungen selten. In Berlin stimulierte man die Umschlagsgeschwindigkeit mit Hilfe von Verbilligungen.

Zitronen
Spanische Anlieferungen beherrschten das Geschehen, welches mancherorts von türkischen Chargen abgerundet wurde. Die Verfügbarkeit orientierte sich in der Regel an der Nachfrage. Die kontinuierlichen Unterbringungsmöglichkeiten und ein stetes Interesse führten zu recht stabilen, häufig geradezu erstarrten Kursen. In München reduzierten die Händler ihre Aufrufe für spanische Primofiori, was es türkischen Produkten sehr schwer machte, am Platz Fuß zu fassen.

Bananen
Die Märkte waren genügend versorgt, um den kältebedingt unaufgeregten Bedarf zu decken. Man hatte die Bereitstellung für gewöhnlich auf den ruhigen Verkauf abgestimmt. Die Bewertungen veränderten sich daher nicht wesentlich. Manchmal fiel der Absatz dann doch zu gering aus, sodass Vergünstigungen kaum vermieden werden konnten. Die Mengen an Offerten mit fortgeschrittener Reife, basierend auf zu langsamen Warendurchlauf, drängten gelegentlich ebenso zu Verbilligungen.

Blumenkohl
Die Präsenz der dominierenden französischen Chargen wuchs etwas an. Die italienischen Partien komplettierten diese in einem überschaubaren Rahmen, spanische rundeten das Ganze ab. Die Situation entspannte sich nicht überall gleichermaßen. Zum einen verharrten die Notierungen auf einem ansehnlichen Niveau, von dem sie sogar wiederholt anstiegen. Zum anderen hatte sich die Verfügbarkeit derart ausgedehnt, dass die Händler ihre Aufrufe nach unten revidieren mussten. Das Interesse verdichtete sich daraufhin verschiedentlich.

Tomaten
Generell bewegte sich die Versorgung pausenlos in einem überschaubaren Rahmen. Die vorherrschenden spanischen Mengen hatten sich kaum ausgedehnt. Die Chargen aus den Kulturen der Beneluxregion trafen ebenso überaus dosiert im Vertrieb ein. Die Bereitstellung aus der Türkei expandierte leicht, die aus Marokko begrenzte sich. Die Notierungen verharrten ungeachtet einer schleppenden Nachfrage für gewöhnlich auf einem beträchtlichen Level. Runde Tomaten verbilligten sich gehäuft infolge zu schwacher Qualität sowie zu geringer Order und daraufhin drohender Überhänge. Insbesondere türkische Früchte waren zu blass, verschiedentlich auch spanische. Standweise traten erschwerend Kälteschäden auf. Die Interessenten mussten für Rispentomaten, basierend auf deren andauernden Limitierung, in der Regel etwas mehr aufwenden als bisher, seltener kamen sie in den Genuss von Vergünstigungen. Das entschleunigte den bis dato unaufgeregten Warenumschlag zusätzlich. Üppiger eingehende Fleischtomaten kosteten nach einem flüchtigen Aufwärtstrend spätestens ab Donnerstag meist weniger als zuvor.

Gemüsepaprika
Die dominierenden Zuflüsse aus Spanien hatten sich ausgeweitet, blieben dabei fortwährend übersichtlich. Türkische und marokkanische Anlieferungen komplettierten den Handel in nahezu konstantem Umfang. Aufgrund der übersehbaren, keinesfalls drängenden Verfügbarkeit verankerten sich die Bewertungen auf einem recht hohen Niveau. Der ruhige Verkauf hingegen bewirkte bei dem Angebot aus Spanien zunehmend sinkende Kurse. Diese konnten aber bei den roten und gelben Varietäten zum Wochenende hin wegen eines intensivierten Zugriffs teils unwesentlich, teils bedeutend wieder ansteigen. Die Preise der grünen Erzeugnisse sackten hauptsächlich ab, tendierten bloß sporadisch nach oben. Grüne Offerten transferierte man somit schon ab 10,- € je 5 kg, rote oder gelbe erzielten unterdessen bis zu 20,- € je 5-kg-Karton. Die Forderungen für die türkischen und marokkanischen Produkte wandelten sich gemeinhin nur unmerklich ab. Äußerst spärlich wurden sie reduziert oder zum Freitag hin dank einer flotteren Vermarktung belanglos angehoben.

Zwiebeln
Wie gewohnt konnte man bei den Gemüsezwiebeln lediglich spanische Abladungen ordern. Diese hatten sich zwar marginal verringert, vermochten die unaufgeregte Nachfrage jedoch problemlos zu stillen. Die Notierungen verharrten daher durchgängig auf einem unveränderten Level. Bei der Haushaltsware ließ sich eine analoge Situation verzeichnen: Die Versorgung entsprach überwiegend den Unterbringungsmöglichkeiten. Die Vertreiber brauchten ihre Aufrufe also kaum zu modifizieren. Allein in Hamburg verlief der Absatz etwas schneller. Daraufhin konnte man hier gleich zu Beginn am Montag für frische Zufuhren leichte Verteuerungen etablieren. Österreichische Chargen ergänzten einzig in München das inländische Sortiment.


Weitere Informationen
Frankfurt
Viele Marktstandbetreiber blieben infolge der frostigen Witterung dem Handel fern. Das Risiko, wegen fehlender Kunden die Ware nicht loszuwerden, war zu groß. Die Bereitschaft, die derzeitigen hohen Preise für Salat und Gemüse zu zahlen, hatte auch bei den übrigen Käufern ihre Grenze erreicht. Die Liste war endlos lang, so wurden zum Beispiel unter anderem Auberginen, Zucchini, Spinat, Brokkoli, Mangold, Bohnen und Fenchel nur noch in überschaubaren Mengen umgeschlagen. Man deckte sich bloß mit dem Nötigsten ein. Ähnliches war bei spanischen Erdbeeren zu beobachten. Hier wurden am Freitag die Forderungen für einige Partien drastisch auf 0,80 € je 250-g-Schale gesenkt, während Standardofferten 1,30 bis 1,50 € je 250 g kosteten.
Hamburg
Angesicht der schwindenden Kondition von brasilianischen Melonen werden erste Importe aus Costa Rica sehnsüchtig erwartet. Ab der 5. KW. sollen Aprikosen und Kirschen aus Neuseeland erhältlich sein. Israelische Avocados räumten nicht flott und vergünstigten sich. Die Abladungen von spanischen Artischocken genügten nicht, um das Interesse gänzlich zu stillen, und verteuerten sich daher.
Köln
Am Montag hinterließ der Winter seine Spuren, aufgrund der wenigen Kunden konnte von einem normalen Marktbetrieb keine Rede sein. Daran änderte sich bis einschließlich Donnerstag gar nichts. Selbst am sonst so umsatzstarken Freitag war der Besuch und die Aufnahme zu ruhig. Das gesamte Beerensortiment wurde mangels Nachfrage und wegen der Frostgefahr nur sporadisch offeriert. Aus Italien kamen kleinere Partien an Rucola und Radiccio, allerdings zu sehr festen Einstandspreisen, was den Verkauf spürbar hemmte. Der Handel mit Spinat verlief schleppend. Knapp und oftmals mit Kälteschäden präsentierte sich Dill aus italienischem Anbau.
München
Insbesondere tropische Früchte wie Mangos, Papayas und Ananas litten vielfach unter dem strengen Frost, denn nicht immer konnte die Ware produktgerecht gelagert oder feilgeboten werden. Für Erdbeeren blieb das Interesse hinter den Erwartungen zurück, sodass die Chargen aus Spanien, Marokko, Ägypten und den Niederlanden letztlich mit Verbilligungen abgegeben wurden. Nahezu jedes Gemüse war bloß eingeschränkt verfügbar und daher teuer. Dies galt speziell für Mangold, Fenchel, Spinat und Stangensellerie. Die Forderungen für Zucchini und Auberginen hob man am gravierendsten an. Lediglich einige Erzeugnisse, darunter Lauch und Brokkoli, vergünstigten sich etwas.
Berlin
Standweise wurde erster deutscher Rhabarber in 6-kg-Kisten offeriert. Um die Nachfrage zu stimulieren, reduzierten die Händler sukzessive ihre Aufrufe, was die Unterbringung aber nicht beschleunigte. Die Notierungen für spärlichen niederländischen und einheimischen Rosenkohl stiegen auf ca. 1,90 bis 2,10 € je kg an.
 


Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 4 / 17
Copyright © fruchtportal.de

Veröffentlichungsdatum: 02.02.2017

Fruchtportal © 2004 - 2019
Online Fachzeitschrift für den internationalen Handel mit frischem Obst und Gemüse