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BLW-Marktbericht Früchte und Gemüse

Schweiz: Gemüse-Lagerbestände beeinflussen Konsumentenpreise

03. Januar 2017

Während der Winterzeit sind lagerfähige Gemüse eine bedeutende Vitaminquelle aus Schweizer Produktion. Dieses Jahr erlaubte die Ernte eine grosse Menge Karotten und Zwiebeln (gelb) einzulagern.

Bildquelle: Shutterstock.com Karotten
Bildquelle: Shutterstock.com

Dementsprechend sind für die Monate Dezember 2016 bis April 2017 eher unterdurchschnittliche Detailhandelspreise zu erwarten. Dies geht aus dem "Wochenbericht Früchte und Gemüse Okt/Nov 2016" des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) hervor.

Lagerbestand ist ein preisbestimmender Faktor

Die Lagerbestandszahlen sind Grundlage für die Verhandlung der Produzentenrichtpreise. Als Folge sind sie ein massgeblicher Faktor für Konsumentenpreise, denn normalerweise ist die Schweiz bezüglich Lagergemüse Selbstversorgerin. Für Lagergemüse gelten in der Regel hohe Importzölle bis in den Juni resp. bis die Lagermenge aufgebraucht ist. Das Angebot im Detailhandel stammt somit bis mindestens April typischerweise aus Schweizer Lagern.

Eine Analyse für Karotten und Zwiebeln zeigt den Zusammenhang zwischen den Anfangslagerbeständen im November und deren Detailhandelspreisen in den Folgemonaten bis April auf (s. Diagramm). Es zeigt sich, dass die Preise bei unterdurchschnittlichen Lagermengen in der Regel höher liegen als bei höheren Lagermengen. Konkret lässt sich auf Basis der Daten von 2002 bis 2015 folgern, dass ein um 1000 t höherer Lagerbestand bei Karotten den Detailhandelspreis zwischen Dezember und April durchschnittlich um 3 Rappen/kg verringert. Sind die Zwiebellager im November um 1000 t voller, so geht der Detailhandelspreis von Zwiebeln zwischen Dezember und April im Durchschnitt um 6 Rappen/kg zurück.

2016 grössere Lagerbestände

Im November 2016 sind rund 42‘100 t Karotten und 16‘700 t gelbe Zwiebeln eingelagert worden (ohne Bio). Dies ist mehr als der Durchschnitt der Jahre 2002-15, in denen die Lagermenge per 15. November durchschnittlich rund 35‘400 t bei Karotten und 11‘800 t bei Zwiebeln (gelb) betrug. Somit lassen die Lagermengen Konsumentenpreise für Dezember bis April erwarten, die unterhalb des Durchschnitts von 2002-15 liegen werden. Dieser liegt bei 2.24 Fr./kg für Karotten bzw. 2.20 Fr./kg für Zwiebeln. Es ist allerdings zu beachten, dass weitere Faktoren die Detailhandelspreise beeinflussen und diese die Wirkung der Lagermengen durchaus auch überlagern können.

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Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft BLW - Fachbereich Marktanalysen

Veröffentlichungsdatum: 03.01.2017

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