fruchtportal.de

PwC: New Customer Centricity wird das Zusammenspiel von Handel und Logistik grundlegend verändern

23. Dezember 2016

Mit einem Volumen von 25 Milliarden Euro ist die Handelslogistik ein attraktiver Markt für die Logistikbranche. Durch den E-Commerce-Boom und den Trend zum Multi-Channel-Vertrieb ergeben sich zudem neue Betätigungsfelder.

Bildquelle: Shutterstock.com Handel
Bildquelle: Shutterstock.com

Dennoch haben sich die Hoffnungen auf Wachstum in den vergangenen Jahren nicht erfüllt. Im Gegenteil, die Erlöse der Kontraktlogistiker im Konsumgüterbereich sanken zuletzt stetig. Wie wird künftig das Zusammenspiel von Handel und Logistik aussehen? Welche Services sollen weiterhin ausgelagert, welche im Unternehmen selbst erledigt werden? Dazu hat PwC für seinen „Transport & Logistik Kompass“ 50 Unternehmen aus der Branche Handel und Konsumgüter befragt.  

Mit 8,9 Milliarden Euro ist der „Outsourcing“-Anteil am Gesamtmarkt nur halb so groß wie der „Insourcing“-Anteil (16,5 Milliarden Euro). Zahlreiche Faktoren sprechen dennoch weiterhin für eine Logistikauslagerung bei Handels- und Konsumgüterunternehmen sprechen. So nannten 34 Prozent aller befragten Unternehmen Lohn- und Gehaltskosten als Treiber für Outsourcing. Mit jeweils 26 Prozent folgten die Faktoren Flexibilität und Fokussierung auf das Kerngeschäft. Darüber hinaus sehen die Unternehmen momentan wenig Gründe, warum sie Services in die Hände von Kontraktlogistikern legen sollten. So versprechen sich zum Beispiel nur vier Prozent der befragten Handel- und Konsumgüterunternehmen von solch einem Schritt Qualitätsverbesserungen. Auch die Themen Automatisierung und Digitalisierung (zwei Prozent) sind keine treibenden Faktoren.

Wie die Umfrage zeigt, erreicht der Outsourcing-Grad lediglich in Randbereichen ein hohes Niveau. So ist das Wertstoffrecycling in der Handels- und Konsumgüterindustrie zu 52 Prozent ausgelagert, bei Reparaturen und Ersatzteilversorgung sind es 42 Prozent, bei der Lagerhaltung und bei der Verpackung jeweils 24 Prozent. Dagegen beträgt der Auslagerungsgrad bei der Beschaffung gerade einmal 16 Prozent. Beim – dank E-Commerce immer wichtiger werdenden – Retourenmanagement sind es sogar nur zwölf Prozent. Das Gros der Befragten will an dem geringen Auslastungsgrad festhalten. So plant momentan zum Beispiel im Bereich Retourenmanagement nur jedes zwölfte Unternehmen weiteres Outsourcing. Dagegen gaben 84 Prozent an, ein solcher Schritt stehe nicht zur Disposition.

Unter dem Stichwort „New Customer Centricity“ dürften sich die Anforderungen der Konsumgüterbranche an die Kontraktlogistiker in den kommenden Jahren weiter verändern. Viele Handelsunternehmen streben insbesondere über die Zulieferlogistik eine immer größere Kontrolle an – was eine große Herausforderung für viele Speditionen bedeutet, die die Lieferungen bislang wie selbstverständlich übernehmen. Wachsen werden in Zukunft daher nur noch jene Kontraktlogistiker, die über besondere Branchenkompetenz verfügen – und die in der Lage sind, trotz des komplexer werdenden Umfelds auch in Zukunft attraktive Dienstleistungen anzubieten. 

Für die Dienstleister kommt es dabei darauf an, ihre Services passgenau auf die kundenzentrierte Wertschöpfungskette abzustimmen. Die PwC-Studie identifiziert vor allem drei aussichtsreiche Bereiche für die kommenden Jahre: nämlich erstens die Beschaffungslogistik, zweitens die Lieferung an den Endkunden, die sogenannte letzte Meile – und drittens Angebote, die gerade die nicht-kundenzentrierten Dienstleistungen umfassen. Denn wer sich auf solche Services spezialisiert, ermöglicht es dem Händler, sich seinerseits komplett auf den Endkunden zu konzentrieren.

Mehr Informationen.

Quelle: PwC Retail & Consumer Newsflash - Dezember 2016

Veröffentlichungsdatum: 23.12.2016

Fruchtportal © 2004 - 2019
Online Fachzeitschrift für den internationalen Handel mit frischem Obst und Gemüse