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AMA: Apfel-Lagerstand in Österreich auf Rekordtief

28. November 2016

Die sehr schlechte Ernte der heimischen Apfelerzeuger zeigt die unmittelbaren und direkten Auswirkungen in der ersten Lagerstandserhebung für das neue Erntejahr. Bei den Vermarktern konnten mit Stichtag 1. November 2016 lediglich 38.991 Tonnen Äpfel eingelagert werden.

Bildquelle: Shutterstock.com Apfel
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Unter den langjährigen Meldern dieser Bestandsaufnahme über das Vermarktungspotenzial der aktuellen Ernte fanden sich sogar einige Nullmeldungen, diesen Betrieben stehen für die weitere Saison keine Äpfel zum Verkauf zur Verfügung.

Die Packstellen mit Ware meldeten einen Lagerbestand von 38.991 Tonnen. Im Vorjahr waren es bei einer durchschnittlichen Ernte 137.913 Tonnen. Daraus ergibt sich, dass für den Verkauf lediglich etwas mehr als ein Viertel der Vorjahresmenge zur Verfügung steht. Es ist vor allem die Steiermark zu nennen, wo nur 31.000 Tonnen in die Lager eingebracht werden konnten. Damit erscheint es unmöglich, dass die mühsam aufgebauten Exportmärkte gehalten werden können. Zusätzlich haben die schweren Schneeund Frostschäden des Frühjahres zu großen Qualitätseinbußen geführt. Eine teilweise Kompensation der Ernteausfälle über Preisverbesserungen ist aktuell nicht in Sicht. Auf derartige Impulse muss noch gewartet werden.

Im Bundesländervergleich ergeben sich große Unterschiede, allerdings auf einem wesentlich niedrigerem Niveau. Oberösterreich konnte das Ernteergebnis des Vorjahres halten. Niederösterreich erreichte 93 Prozent der Vorjahresbestände, in Wien waren es 84 Prozent. Das Burgenland lagen die Einbußen bei 50 Prozent.

Im Sortenvergleich hat sich Golden Delicious noch sehr gut gehalten. Hier konnten in der Steiermark mit 19.385 Tonnen immerhin 43 Prozent der Vorjahresernte eingebracht werden. Am besten abgeschnitten hat Evelina. Die Bestände liegen mit 2.913 Tonnen bei knapp 50 Prozent des Vorjahreswertes. Desaströs hingegen ist die Situation bei Jonagored und vor allem bei den volumenstarken Sorten Idared und Gala. Bei Idared hat es bei einer Lagermenge von 376 Tonnen im Vergleich zu 2015 (14.516 Tonnen) beinahe einen Totalausfall gegeben. Gala erreichte mit 2.866 Tonnen (2015: 26.519 Tonnen) lediglich 11 Prozent.

Beinahe noch größere Schäden verursachten die Wetterkapriolen im BIO-Sektor. Für das kommende Vermarktungsjahr konnten nur 2.740 Tonnen BIO-Äpfel auf Lager gelegt werden. Im Vorjahr waren es etwas mehr als 12.000 Tonnen. Daraus ergibt sich ein Lagerbestand, der bei 23 Prozent der Vorjahresmenge liegt (im konventionellen Anbau sind es 28 Prozent). 

Kernobst – Marktsituaton Europa

Schon im gesamten Jahresverlauf 2016 waren die Apfelpreise in der Europäischen Union sehr niedrig. Hauptveranwortlich dafür war nach den Markbeobachtungen der EU-Kommission der hohe Lagerdruck aus der guten Ernte des Jahres 2015. Im Sommer konnte sich das Preisniveau etwas erholen. Mit der Ausnahme Polen, in diesem Mitgliedsland verblieben die Preise auf einem sehr niedrigen Niveau. Im Ausblick auf die Saison 2016/17 geht die EU von einer guten Apfelernte (+1 Prozent) in Europa aus. Polen hingegen erwartet eine deutlich überdurchschnittliche Ernte, wobei aufgrund von Hagelschäden voraussichtlich ein sehr großer Anteil davon der Verarbeitung zugeführt werden muss. Wesentlich schlechter sind die Produktionserwartungen bei Birnen. Es muss mit einer um 9 Prozent niedrigeren Ernte gerechnet werden, die allerdings zu besseren Vermarktungsbedingungen führen könnte. 

Quelle: AMA-Marktbericht Obst und Gemüse - Oktober 2016

Veröffentlichungsdatum: 28.11.2016

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