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Naturland überprüft Händler wegen Betrugs mit Bioetiketten

15. November 2016

Naturland überprüft einen möglichen Betrug bei Bio-Möhren. Es besteht der Verdacht, dass ein Händler bei mindestens zwei Lieferungen Bio-Möhren aus dem EU-Ausland zu deutschen EU-Bio-Möhren umetikettiert hat, wie Naturland berichtet. Auch das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» hatte über Probleme mit falschen Herkunftszertifikaten bei dem Händler berichtet, der die Markgenossenschaft der Naturland Bauern eG beliefert hat.

Naturland

Die Marktgenossenschaft ist ein vom Naturland Verband unabhängiges Handelsunternehmen, das mit Bio-Kartoffeln und Bio-Gemüse in unterschiedlichen Qualitäten handelt – in der höherwertigen Verbands-Bio-Qualität ebenso wie in EU-Bio-Qualität.

Bei dem Fall der beiden Lkw-Ladungen von Möhren, über den der „Spiegel“ nun berichtet, geht es nach unserer Kenntnis um Bio-Möhren in EU-Qualität aus dem europäischen Ausland, die zu Bio-Möhren in EU-Qualität aus Deutschland umetikettiert wurden. Die beiden Lkw-Ladungen wurden aber nicht als „Möhren nach höherwertigen Verbandsstandards“ verkauft.

Als Beschuldigter steht dabei derzeit ein Handelspartner der Marktgenossenschaft im Raum, die Bio Frische Service GmbH. Deren Naturland Lizenz-Vertrag wurde Ende September fristlos gekündigt, zwischenzeitlich hat das Handelsunternehmen zudem Insolvenz beantragt.

Bildquelle: Shutterstock.com Moehren
Bildquelle: Shutterstock.com

Dessen ungeachtet fand hier aber offenbar ein Betrug statt. Dass es dabei vermutlich „nur“ um Bio-Ware nach EU-Standard ging, ist aus unserer Sicht unerheblich. Über die fristlose Kündigung der Bio Frische Service GmbH hinaus hat Naturland deshalb bereits ebenfalls im September Hinweise an die zuständige Kontrollstelle des Händlers gegeben. Auch die zuständige Landes-Kontrollbehörde wurde informiert.

www.naturland.de 

Quelle: Naturland

Veröffentlichungsdatum: 15.11.2016

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