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NL: LTO fordert Normalisierung der Handelsbeziehungen mit Russland

„Aufmerksamkeit für Auswirkungen des russischen Boykotts darf nicht nachlassen“
09. August 2016

Der russische Boykott einer Reihe von Landwirtschaftsprodukten kostet die niederländische Landwirtschaft Umsätze von 1 bis 1,5 Milliarden Euro jährlich. Dieser Boykott dauert seit zwei Jahren an und noch immer sind viele Erzeuger getroffen.

Klaas Johan Osinga - Ruud Hendriks im Radioprogramm von BNR Radio. Foto LTO
Klaas Johan Osinga - Ruud Hendriks im Radioprogramm von BNR Radio. Foto LTO/BNR

Es gibt ein politisches Problem und das erfordert eine politische Lösung. Die Folgen dieses politischen Problems werden nun auf den Schultern der Erzeuger und mit ihnen verbundenen Unternehmen abgeladen.“ Das sagte Klaas Johan Osinga, Berater für  Internationale Angelegenheiten der Landwirtschafts- und Gartenbauorganisation LTO, in einem Radioprogramm von BNR Radio.

In dem Gespräch mit dem Radiomoderator, Ruud Hendriks, betonte Osinga, dass dieses empfindliche Thema nun mehr oder weniger im Hintergrund verschwindet, während der Schaden als 'normal' fortbestehen wird. Die Erzeuger von Obst und Gemüse leiden ebenso wie die Milcherzeuger und die Fleischindustrie unter dem russischen Boykott für Lebensmittelprodukte. „Der Handel von Russland an die EU geht derweil weiter. Aber die Erzeuger werden als ein politischer Hebel benutzt. Wir finden das gänzlich ungerechtfertigt“, sagte er.

Wenngleich die Suche nach anderen Märkten Erfolge bringt, wie der Export von Birnen nach China Hoffnungen macht, gleicht dies den Verlust des russischen Marktes nicht aus. Osinga sagte: „Es ist viel zu gering, um die Verluste auszugleichen. Zudem haben andere EU-Länder auch den russischen Markt verloren und so kommt der Handel anderswo zusammen. Dieser Effekt der Marktüberfüllung ist schwer zu bemessen, aber er kommt obendrein noch hinzu.“

„Deshalb darf die Aufmerksamkeit für dieses besorgniserregende Problem nicht nachlassen, nicht in Den Haag und nicht in Brüssel. Dies ist ein politisches Problem, an dem die Erzeuger keinen Anteil haben. Deshalb fordert die LTO auch eine Normalisierung der Handelsbeziehungen mit den Russen“, betonte Osinga. 

Veröffentlichungsdatum: 09.08.2016

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