fruchtportal.de
BLE-Marktbericht KW 51 / 15 - Obst - Gemüse - Südfrüchte

Die Tafeltrauben Importe aus Übersee prägten augenscheinlich das Geschäft

23. Dezember 2015

Brasilien, Peru und Südafrika dominierten mit Thompson Seedless, Crimson Seedless und Prime Seedless. Aus Brasilien stammten zudem Arra 15 und Timco, welche zu 17,- € je 4,5-kg-Karton verkauft wurden.

Tafeltrauben

Aus Namibia lud man Early Sweet, Prime Seedless und Flame Seedless ab. Die europäischen Partien spielten eine verkleinerte Rolle: Italienische Italia und Crimson Seedless sowie spanische Aledo standen bloß selten zur Verfügung, konnten dafür aber schnell untergebracht werden. Spanische Dominga, eine Varietät mit Kern, kosteten in Frankfurt 16,- € je 6-kg-Gebinde. Griechische Thompson Seedless und türkische Sultana trafen nur noch sporadisch ein. Insgesamt hielt das Interesse mit der Bereitstellung nicht Schritt, sodass die Händler gezwungen waren, ihre Forderungen zu senken. Dies galt insbesondere für konditionsschwache Offerten, die man ab und an in Hamburg sah.

Birnen
Italienische Abate Fetel und Santa Maria befanden sich an der Spitze des Angebotes. Deutschland beteiligte sich mit Alexander Lucas und Conference an der Vermarktung. Aus Belgien und den Niederlanden wurden ebenfalls Conference zugeführt. Türkische Santa Maria hatten lediglich in Frankfurt, München und Berlin komplettierenden Charakter. Generell überzeugte die Qualität der Früchte oftmals, sodass die Kunden stetig zugriffen. Die Versorgung orientierte sich meist an der im Vergleich zur Vorwoche leicht eingeschränkten Nachfrage, daher konnten die bisherigen Bewertungen häufig bestätigt werden.

Kiwis
Italienische, griechische und französische Produkte bestimmten das Geschehen, welches in München in spärlichem Umfang von neuseeländischen Chargen abgerundet wurde. Die Versorgung hatte sich kaum verändert und genügte, um die kontinuierliche Nachfrage zu befriedigen. Hinsichtlich der Kurse waren keine gravierenden Bewegungen auszumachen. Lediglich in Frankfurt reduzierte man die Bewertungen marginal.

Orangen
Bei Blondorangen dominierten spanische Navelina das Geschäft. Ansteigende Zufuhren von Salustiana aus Spanien und Washington Navel aus der Türkei ergänzten dieses. Marokko startete ebenso mit Salustiana in die diesjährige Kampagne. Der Bedarf zeigte sich trotz der sich nähernden Feiertage als zu ruhig. Preisnachlässe waren nicht zu vermeiden, insbesondere bei einem drohenden Aufbau von Überhängen. Einzig in Berlin konnten sich leichte Verteuerungen etablieren, da sich hier die Abnahme intensivierte. Beim Handel von Blutorangen tat man sich schwer. Zum einen weitete sich die Bereitstellung merklich aus, zum anderen übten sich die Kunden in Zurückhaltung, da bei wenig pigmentierter Ware die Forderungen zu hoch ausfielen.

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Die Präsenz der marktbeherrschenden Clementinen aus Spanien dehnte sich aus. Zuflüsse aus Marokko und Italien komplettierten. Das Interesse hatte sich zwar verbessert, doch erst recht spät zum Wochenende hin. Wollte man mit nicht zu stark drängenden Beständen die neue KW beginnen, mussten die Bewertungen frühzeitig absenkt werden. Zudem belasteten häufiger Qualitätsunsicherheiten bei spanischen und italienischen Erzeugnissen. Die vielen ansprechenden Partien wurden zu stabilen Kursen vertrieben, basierend auf genügender Umschlagsgeschwindigkeit. Rückläufer aus dem LEH in 1-kg-Netzen generierten zu 0,60 € je Stück kaum Beachtung. Die Mengen türkischer Satsumas wuchsen an. Solange sie schnell verkauft werden konnten, blieben die Notierungen relativ konstant; bei puffigen Früchten sackten sie hingegen ab. Die Anlieferungen von Mandarinen aus Spanien waren noch bedeutungslos.

Zitronen
Die Hauptgeschäfte wurden mit spanischen Primofiori getätigt. Türkische Produkte ergänzten das Angebot, italienische rundeten es in Köln, griechische in Frankfurt ab. Die Zufuhren harmonierten überwiegend mit den Unterbringungsmöglichkeiten. Daher gab es bei der Mehrzahl der bisherigen Forderungen keine wesentlichen Veränderungen. Allerdings zwang in Frankfurt die angestiegene Verfügbarkeit von türkischen Offerten ausschließlich bei diesen zu Vergünstigungen. In München verursachten Nässeschäden, Schalenprobleme und verschiedentliche Überhänge Preisreduzierungen. Die Abladungen aus Sizilien ließen sich manchmal nur schwer absetzen, da sie einen zu hohen Anteil an Stielen und Blättern aufwiesen. Griechische Importe mit dem Größencode 4 wurden zu maximal 12,- € je 9-kg-Holzsteige veräußert.

Bananen
Der Verkauf verlief in ruhigen Bahnen. Man hatte die Bereitstellung vorausschauend auf den Umfang der zu erwartenden Order abgestimmt. In der Folge hielten sich die Bewertungen des gesamten Sortimentes für gewöhnlich auf einem recht konstanten Niveau. Die Qualität der zufließenden Grünware sowie der gereiften Mengen überzeugte zumeist und garantierte somit einen befriedigenden Handel.

Blumenkohl
Die fast überall beherrschenden französischen Chargen wurden zunehmend mit einer Konkurrenz aus Italien konfrontiert, ohne jedoch durch diese in irgendeiner Form unter stärkeren Druck zu geraten. Die Präsenz belgischer und spanischer Abladungen wuchs an. Obwohl sich das Interesse, induziert durch die hervorragende Güte, etwas intensivierte, kam man kaum über ein unaufgeregtes Bedarfsgeschäft hinaus. Die Kurse bewegten sich bloß wenig. Unterdessen fielen sie in München für die belgischen Partien marginal ab; sie glichen sich somit den der übrigen Herkünfte an. In Berlin etablierten sich leichte Verteuerungen, da sich der Rückgang der inländischen Produktion begrenzend auf die Versorgung auswirkte.

Salat
Eissalat wurde einzig aus Spanien angeliefert. Der Umfang der Bereitstellung differierte sehr. In enger Anbindung an diesen schwankten die Preise in einer ziemlich breiten Spanne: Anhebungen basierten auf Verknappungen und waren selten von langer Dauer; Absenkungen sollten zuweilen den unbefriedigenden Vertrieb beschleunigen. Kopfsalat entstammte vorwiegend belgischer Unterglaskultur. Italien und Frankreich ergänzten kontinuierlich. Deutschland spielte wie üblich zu dieser Zeit lediglich eine unbedeutende Rolle. Das Angebot orientierte sich zumeist an der Nachfrage. Von wesentlichen Veränderungen blieben die Notierungen verschont; die der belgischen Ware lagen am höchsten, die der italienischen und französischen näherten sich einander an. Der Sektor der Bunten Salate wurde fortlaufend dominiert von Italien, Mengen aus Frankreich füllten auf. Bei einer mehr oder minder glatten Räumung verharrten die Bewertungen vielfach auf einem stabilen Niveau. Nur in Frankfurt gerieten sie unter Druck. Niedrigere Einstände mussten an die Kunden in Form von Vergünstigungen weitergegeben werden. Dank ansprechender Qualität verbesserte sich der Absatz von italienischen Endivien. Trotz vorrangig zurückgeschraubter Forderungen ließ sich üppig vorrätiger Feldsalat nicht immer zügig unterbringen.

Gurken
Das Geschäft mit Schlangengurken war monopolartig fest in der Hand spanischer Importe; griechische rundeten alleinig in München das Geschehen ab. Zu Beginn belasteten häufiger bald an Konditionsschwäche leidende Überhänge aus der Vorwoche. Verbilligungen lösten dieselben relativ schnell auf, sodass sich für frische Zufuhren sogleich ansteigende Kurse etablieren konnten; zunächst für unverpackte Früchte, später auch für folierte Erzeugnisse. Minigurken kamen vornehmlich aus der Türkei. Komplettiert wurden sie hauptsächlich aus den Niederlanden und ein wenig aus Spanien. Niederländische Offerten hatten den Vorteil exzellenter Güte auf ihrer Seite und verteuerten sich manchmal ebenso wie spanische Zuflüsse. Die Aufrufe bei den türkischen Chargen waren keinen großen Modifikationen unterworfen. Ägypten startete in die Saison mit 5-kg-Kartons, die maximal zu 12,- € umgeschlagen wurden.

Tomaten
Runde Tomaten und Rispentomaten aus Spanien und den Niederlanden prägten den Vertrieb. Belgien und Italien sowie Marokko und die Türkei ergänzten das Angebot. Die Verfügbarkeit fiel nicht sehr üppig aus. Insbesondere die mitteleuropäischen Zugänge schränkten sich ein, ohne dass sich die Bereitstellung der Partien aus dem Süden entsprechend ausgeweitet hätte, um die entstandene Lücke völlig zu schließen. Die Notierungen bewegten sich überwiegend mehr oder minder stark nach oben. Je nach Ursprung der Produkte war ein Zuwachs von bis zu 20 % realisierbar. Bei Kirschtomaten verzeichnete man einen höheren Konkurrenzdruck. Daher hielten sich Modulationen der Bewertungen für gewöhnlich in einem überschaubaren Rahmen. Die Ware stammte dominierend aus Italien und den Niederlanden. Aus Deutschland tauchten punktuell 500-g-Becher auf, die im Verkauf jeweils bis zu 1,80 € erzielten. Die übersichtliche Versorgung mit Fleischtomaten basierte signifikant auf belgischem und spanischem Anbau. Die Forderungen konnten aufgrund genügenden Interesses vielfach sukzessive angehoben werden.

Gemüsepaprika
Im Handel herrschten bei allen Farbvarianten eindeutig spanische Abladungen vor. Deren Ausmaß hatte sich insgesamt gegenüber der 50. KW kaum geändert. Die Kurse lagen, oft unter Begleitung der schon geradezu traditionellen täglichen Schwankungen, normalerweise auf einem relativ stabilen Level. Zum einen senkte sich dieses jedoch ab Mittwoch wegen zugenommener Mengen ab, zum anderen stieg es dank intensivierter Order leicht an. Spitzpaprika konnten Marktanteile gewinnen. Die Präsenz komplettierender türkischer Anlieferungen blieb wie ihre Preise annähernd gleich. Dies beruhte vorrangig auf den kontinuierlich gesicherten Absatzmöglichkeiten. Örtlich rundeten griechische und marokkanische Früchte das Geschäft ab. Die Aufrufe wurden bei beiden Herkünfte kraft akzeptablen Umschlags in der Regel selten wesentlich modifiziert.

Zwiebeln
Gemüsezwiebeln trafen wie gehabt ausschließlich aus Spanien ein. Der Umfang der Zufuhren genügte weiterhin nicht, um den Bedarf hinlänglich zu decken. Die Forderungen zogen infolge dessen fortlaufend an und strebten zusehends Richtung 20-€-Marke. Inländische Haushaltsware wurde ergänzt überwiegend aus den Niederlanden, punktuell auch aus Österreich. Angebot und Nachfrage befanden sich für gewöhnlich in vertretbarer Übereinstimmung. Die Notierungen verharrten somit zumeist auf ziemlich konstantem Niveau. Sie befestigten sich lediglich bei besonders großfallenden Produkten, da diese immer häufiger als Alternative zu den begrenzt vorrätigen und demnach teuren Gemüsezwiebeln aus Spanien gekauft wurden.


Weitere Informationen
Frankfurt
Erdbeeren aus Ägypten, Spanien und den Niederlanden waren sehr reichlich präsent und bei zögerlicher Aufnahme günstig. Bei Pfirsichen und Nektarinen in 5-kg-Kartons brachte chilenische Flugware bis zu 42,- € je Kollo. Partien aus Südafrika konnte man deutlich billiger ordern. Süßkirschen kosteten in den Kalibern 32 mm und 34 mm 16,- bis 18,- € je kg. Eine Rarität war Treibhaus-Rhabarber aus den Niederlanden zu 40,- € je 6-kg-Karton. Die Verfügbarkeit von grünen Zucchini verbesserte sich, die Bewertungen sackten ab. Italienische und spanische Auberginen blieben knapp und erzielten daher 9,- bis 12,- € je 5-kg-Karton. Das Interesse für Buschbohnen und Stangenbohnen lag unterhalb dem des Vorjahres. Der Höhenflug der Kurse bei Weißkohl schien gebremst, erste Abschwächungen kamen in Sicht. Trotz niedriger Preise stellte der Absatz von Rosenkohl nicht zufrieden. Bei Spargel hatte man aus dem Fiasko der Vorjahre gelernt und auf überdimensionierte Importe aus Peru und Mexiko verzichtet. Der Saison gemäß musste für Petersilie und Dill tiefer in die Tasche gegriffen werden. Weihnachtszeit ist Trüffelzeit, schwarze und weiße Offerten aus Italien oder schwarze aus China erfreuten sich reger Aufmerksamkeit.
Hamburg
Avocados aus dem Mittelmeerraum mit überzeugender Güte verteuerten sich. Zum Kampagnenstart sprachen Erdbeeren von der iberischen Halbinsel in 250-g-Schalen weder optisch noch geschmacklich besonders an. Für Buschbohnen aus dem Senegal mussten 17,50 € je 5-kg-Verpackung gezahlt werden. Die Notierungen für Zucchini bröckelten ab.
Köln
Bis zur Wochenmitte konnte man ein sehr gedämpftes Geschäft beobachten. Zwar liefen vor allem bei Salaten, Gemüse und diversen Kräutern die ersten Vorbestellungen für Weihnachten ein, von Stress war jedoch kaum etwas zu spüren. Bedingt durch die herbstlichen Temperaturen werden merkliche Kurssprünge wahrscheinlich ausbleiben.
München
Spanien lieferte ab Montag die ersten neuerntigen Erdbeeren. Das Sortiment setzte sich zudem aus italienischen, belgischen und ägyptischen Offerten zusammen. Die Forderungen für das breiter gewordene südafrikanische Angebot an Steinobst mussten bereits am Montag deutlich nach unten korrigiert werden, um die Bestände nicht zu stark anwachsen zu lassen. Mangos und Papayas trafen der verbesserten Nachfrage angepasst in größeren Mengen ein und wurden zu stabilen Notierungen mühelos verkauft. Für Zucchini und Auberginen konnte man das hohe Preisniveau aufgrund der übersichtlichen Abladungen bestätigen. Das Interesse an Kohlrabi war eher schwach, wodurch die Aufrufe auf bisherigem Level verharrten. Inländischer und belgischer Lauch reichte für den Bedarf gut aus und kostete so viel wie zuvor. Rotkohl, Brokkoli und südamerikanischer Spargel wurden stetig untergebracht und verteuerten sich leicht.
Berlin
Im Wochenverlauf nahmen die Zufuhren von marokkanischen und ägyptischen Erdbeeren merklich zu. Die Beachtung der Kunden hielt sich in Grenzen, da die Ware geschmacklich nicht vollends überzeugte. Die Früchte wurden mit 1,50 bis 1,75 € je 250-g-Schale bewertet.


Bitte beachten Sie: Es folgen die letzten Informationen über die Marktbeobachtung von Obst und Gemüse für 2015. BLE macht eine kleine Pause. Den ersten BLE-Marktbericht im neuen Jahr erhalten Sie am 14.01.2016 für die 1. Kalenderwoche 2016.

Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.


Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 51 / 15
Copyright © fruchtportal.de

Veröffentlichungsdatum: 23.12.2015

Fruchtportal © 2004 - 2019
Online Fachzeitschrift für den internationalen Handel mit frischem Obst und Gemüse