fruchtportal.de

Russischer Tycoon setzt in Situation der Sanktionen auf Äpfel und Kartoffeln

02. Oktober 2015

Der russische Landwirtschaftstycoon Dmitry Arzhanov plant, in den Anbau von Äpfeln und Kartoffeln zu investieren, um aus dem Embargo Nutzen zu ziehen, das viele Lebensmittel aus Europa von dem russischen Markt ferngehalten hat. Russland verbot vor einem Jahr viele westliche Lebensmittelimporte als Vergeltung für die Sanktionen, welche die Europäische Union gegen Russland wegen des Konflikts in der Ukraine verhängte. Die inländischen Erzeuger hatten Probleme, die Lücke zu füllen, was die Preise vieler Produkte nach oben trieb.

Apfelbäume

Als er auf dem „Reuters Russia Investment Summit“ (Gipfeltreffen) sprach, sagte Arzhanov, sein Unternehmen, „AFG National“, das sich bis jetzt auf den Anbau von Reis und Getreide konzentriert hat, plant, 2016 bis zu 300 ha mit Apfelbäumen anzupflanzen. In sieben Jahren plant es, 2.500 ha bepflanzt zu haben und 125.000 Tonnen Äpfel zu produzieren, knapp über ein Zehntel der Menge, die Russland vor dem Embargo von seinem größten Apfellieferanten Polen importierte. Die Firma plant auch, bis zu 40 Milliarden Rubel (606,31 Millionen Dollar) in einen Gemüsekomplex mit dem Ziel zu investieren, in fünf Jahren jährlich 500.000 Tonnen gewaschene Kartoffeln zu haben, oder ein Viertel von Russlands aktueller Nachfrage.

Russlands Regierung, die den Wirtschaftssanktionen und der schlimmsten Krise in ihren Beziehungen mit dem Westen seit dem Kalten Krieg begegnet, hat das Konzept des „Importersatzes“ vorangetrieben, wobei inländische Firmen einspringen, um die Lücke zu füllen, welche die Importe hinterließen. Das hat in einigen Sektoren funktioniert, aber die Lebensmittelerzeuger, die seit Jahren durch mächtige ausländische Konkurrenten beiseitegedrängt werden, hatten Probleme, die Produktion schnell zu steigern, sagen Leute in der Industrie.

Arzhanov sagte, er und seine Partner in der „AFG National“ hatten das Geld, um in die neuen Geschäftslinien zu investieren, wegen eines überraschenden Gewinns aus ihrem Reis- und Getreidegeschäft. Diese Produkte werden in Dollar bewertet, sodass, als Russlands Rubel-Währung fiel, die Rubel-Einnahmen, die sie erzeugten, angestiegen sind. „Wir hatten einen bestimmten Überschuss an Geldmitteln, mit denen wir entschieden haben, in einen verwandten Sektor zu investieren“, sagte Arzhanov auf dem Gipfeltreffen, das in dem „Reuters“-Büro in Moskau stattfand.

Arzhanov, der auch ein Miteigentümer des Einzelhandels-Elektrizitätslieferanten „TNS Energo Group“ ist, teilte mit, dass es unmöglich sei, zu wissen, wie lange das Embargo für EU-Lebensmittelimporte dauern würde. Eine Verbesserung der dimplomatischen Beziehungen könnte bedeuten, dass es aufgehoben wird. Aber er sagte, seine Investitionen in Äpfel und Kartoffeln seien wegen der Größe des russischen Marktes sicher, der sowohl Importe als auch im Inland angebaute Produkte aufnehmen könnte. Er sagte auch vorher, dass, wenn das Verbot lange genug besteht, es den russischen Erzeugern ermöglichen würde, gegenüber ihren ausländischen Konkurrenten aufzuholen, bis das Embargo aufgehoben wird. „Zwei Jahre werden ausreichen“, dass die Investitionen in die polnische Apfelindustrie sinken, sage Arzhanov.

Quelle: fruit-inform.com

Veröffentlichungsdatum: 02.10.2015

Fruchtportal © 2004 - 2019
Online Fachzeitschrift für den internationalen Handel mit frischem Obst und Gemüse