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BLE-Marktbericht KW 08 / 15 - Obst - Gemüse - Südfrüchte

Mit Beiträgen von den Großmärkten Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München und Berlin
26. Februar 2015

Äpfel: Nach wie vor gelangten reichliche und dominierende Mengen aus der inländischen Lagerhaltung auf die Märkte. Jonagold, Elstar und Braeburn herrschten vor. Im Standardsegment ergänzten italienische Importe, vorwiegend Golden Delicious, Granny Smith sowie Braeburn. Im Markensektor kamen vorrangig französische Abladungen zum Tragen; z. B. Jazz, die sich einer Konkurrenz aus Italien stellen mussten. Das Angebot von Kanzi aus Deutschland rundeten Mitstreiter aus Italien ab. Neben 6,5- und 7-kg-Steigen wurden Pink Lady inzwischen auch in 2-kg-Abpackungen veräußert. Der Karneval hatte seine Spuren hinterlassen. Gerade an den ersten Tagen schwächelte die Nachfrage erkennbar. Aufgrund der besonderen Umstände sahen sich die Händler nicht genötigt, an der Preisschraube zu drehen. Die meisten Offerten wurden zu bisherigen Kursen umgeschlagen, zumal ab Mitte der Woche der Vertrieb wieder in geregelten Bahnen verlief.

Birnen
Die Zugänge aus Italien verloren, dem Zeitpunkt der Saison durchaus gerecht werdend, leicht an Bedeutung, hauptsächlich die von Santa Maria, Williams Christ und Rosada. Eben diese Varietäten verzeichneten aber ein ansteigendes Risiko von Mängeln wie Fleischbräune oder abflachender Kondition, was unweigerlich in Vergünstigungen mündete. Abate Fetel trafen ununterbrochen in genügendem Maße und in ansprechender Qualität ein. Preisanhebungen waren hier seltener zu finden als bei knappen kleinfallenden Williams Christ. Niederländische und einheimische Erzeugnisse spielten neben überschaubaren Zufuhren aus Belgien nur am Rande eine Rolle. Die Anlieferungen südafrikanischer Williams Christ und Rosemarie hatten sich deutlich ausgedehnt. Sie wurden kraft fehlender Resonanz jedoch eher langsam abgesetzt. Niedrigere Bewertungen sollten den aufgebauten Verkaufsdruck abmildern. Erste Carmen aus Chile kosteten über 2,30 € je kg.

Tafeltrauben
Wie von den letzten Wochen gewohnt zeigte sich das Geschäft von seiner ruhigen Seite. Im Fokus standen die südafrikanischen Importe: herausragend die Kernlosen wie Thompson Seedless oder Regal Seedless. Im dunkelfarbigen Sektor machten verstärkt Alphonse Lavallée, La Rochelle und Autum Royal von sich reden. Rote Akzente, die gut bezahlt wurden, brachten Crimson Seedless, Sunred Seedless sowie Ralli Seedless. Namibia und Peru verabschiedeten sich aus der Kampagne und generierten dabei immer weniger Interesse. Im Allgemeinen erzielten einzig die Partien mit optimalen organoleptischen Merkmalen stabile Notierungen, gleichwohl diese nachfragebedingt des Öfteren einbrachen. In Abhängigkeit von Frische, Beerengröße und generellem Erscheinungsbild öffnete sich normalerweise eine breite Kursspanne. Bei ungewisser Produkthaltbarkeit sollten Verbilligungen eine schnellere Räumung bewirken.

Kiwis
Ein kontinuierlicher dominierender Warenzufluss aus Italien wurde unterstützt durch Ergänzungen aus Frankreich und Griechenland. Die Händler hatten die Versorgung weitgehend auf den bescheidenen Bedarf abgestimmt. Der höhepunktlose Verkauf erfolgte meistens zu unveränderten Preisen.

Orangen
Bei Blondorangen konnte man einen allmählichen Wechsel zu den späten Varietäten beobachten. Spanische Navelina büßten zu Gunsten von Navel, Navelate und Lane Late desselben Ursprungs an Wichtigkeit ein. Zudem stieg die Relevanz ägyptischer Valencia Late sukzessive an. Salustiana kamen wie gehabt aus Spanien und Marokko. Die Türkei schickte fortlaufend Washington Navel. Bei einem unaufgeregten Markt gab es hinsichtlich der Bewertungen keine wesentlichen Modifikationen. Während die gerne zum Auspressen genommenen kleinen Kaliber in Frankfurt besten Anklang fanden, gerieten sie in Hamburg wegen des reservierten Zugriffs unter Druck. Generell schlossen die Neuankünfte von den Notierungen her in der Regel nahtlos an die etablierten Sorten auf. Der Sektor der Blutorangen wurde dank Moro und Tarocco von Italien beherrscht. Daneben komplettierten spärliche Offerten aus Spanien und der Türkei. Die anhaltend schwache Order erschwerte ein glattes Geschäft, doch eine vorausschauende Lenkung der Mengen ermöglichte häufig die Sicherung eines stabilen Kursniveaus.

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Bei den Mandarinen dominierten Nadorcott, Clemenvilla, Fortuna und Ortanique verschiedener Mittelmeeranrainer; israelische Orri ergänzten. Die Produkte wurden zu nur wenig geänderten Notierungen gehandelt, aber im direkten Bezug zu ihrer Güte in einer breiten Spanne. Spanische Clemenvilla verloren an Zuspruch, da sie schwer zu schälen waren. Türkische Nadorcott schreckten mit vielen Kernen die Kunden ab. Israelische Orri verbilligten sich oft infolge ausgedehnter Bereitstellung. Von Überhängen mit mangelhafter Kondition wollte man sich mittels adäquat abgesenkter Forderungen beschleunigt trennen. Aufgrund ihres dürftigen Aromas vermochten Minneola aus der Türkei kaum zu überzeugen. Die Nachlieferungen fielen noch geringer aus. Die Verfügbarkeit von Clementinen wie Hernandina aus Spanien schränkte sich rapide ein.

Zitronen
Wie üblich gaben die spanischen Primofiori den Ton an. Türkische Partien rundeten den Vertrieb ausschließlich in Berlin und München ab. Die Früchte räumten in der Regel stetig zu selten modulierten Bewertungen. Lamas, ausschließlich aus der Türkei, konnten wegen ihres begrenzten Käuferkreises bloß relativ schleppend untergebracht werden. Deshalb wurden sie nicht so teuer wie die spanische Konkurrenz angeboten.

Bananen
Das Interesse an den Erstmarken fiel zunächst eher zurückhaltend aus. Die hohen Einstände und die närrischen Tage zeigten ihre Wirkung. Aufgrund einer etwas lebhafteren Nachfrage ab der Wochenmitte konnten sich die Forderungen stabilisieren. Auch bei den wesentlich günstigeren Zweit- und Drittmarken war ab diesem Zeitpunkt eine zunehmende Beachtung festzustellen. Lediglich in Köln war ein merklicher Einfluss auf die Kurse festzustellen, denn sie zogen ab Donnerstag an.

Blumenkohl
Frankreich hatte das Gros der Köpfe angeliefert. Es folgte Italien und mit limitierten Mengen Spanien. Die Ankünfte waren zu knapp bemessen. 6er-Aufmachungen aus Frankreich kamen kontinuierlich an, wobei die Bewertungen überwiegend konstant blieben; hier und dort schwankten sie. 8er-Sortierungen fanden sich als Alternative nur begrenzt zu moderaten Konditionen.

Salat
Von Spanien wurden hinreichende Stückzahlen von Eissalat importiert. 10er-Abpackungen mit großen Exemplaren wurden präferiert und konnten in der Regel zu festen bis leicht anziehenden Notierungen abschließen. Anders in Frankfurt und Köln: Die üppige Verfügbarkeit führte zu Nachlässen. Die selteneren 12er-Steigen waren durchweg günstig zu bekommen; in Köln bröckelten die Kurse sogar nochmals ab. Beim Kopfsalat beherrschten Belgien und Italien den Markt. Deutsche und französische Erzeugnisse spielten lediglich am Rande eine Rolle. Der Umschlag gestaltete sich zunächst eher schleppend, sodass die beiden Hauptanbieter die hohen Einstände marginal nach unten korrigierten. Ab Donnerstag stieg dann das Interesse: Für einwandfreie Güte zeigte man gerne Bereitschaft, einen angemessenen Zuschlag zu entrichten. Endivien hatten fast ausschließlich ihren Ursprung in Italien. Im Großen und Ganzen zeigten die Aufrufe keine Abweichungen. Mancherorts musste aber immer mehr angelegt werden. In Frankfurt wurden am Donnerstag einige Partien aus Frankreich gesichtet, für die sehr viel aufzuwenden war. Bunte Salate, hauptsächlich aus Italien und Spanien, räumten in der Regel flott und bestätigen meistens die Forderungen der Vorwoche.

Gurken
Am häufigsten waren Schlangengurken aus Spanien anzutreffen. Griechenland, Frankreich und die Niederlande hatten dagegen wesentlich weniger anzubieten. Die Präsenz aus Belgien, und erstmals dem Inland, fiel schwach aus. Mit spanischen Offerten konnte die Versorgung nicht sichergestellt werden und der Nachschub der weiteren Herkunftsländer genügte nicht, um die Lücke zu schließen. Verteuerungen waren bei den spanischen Bereitstellungen an der Tagesordnung, wobei die mittleren Größen am stärksten zulegten. Eine Ausnahme bildete München. Hier wurde öfters Qualität und Sortierung bemängelt und die Bewertungen mussten für alle Ankünfte nach unten korrigiert werden. Aus den Niederlanden waren recht umfassend Minigurken eingetroffen. Die Preise blieben häufig stabil. Nur in Hamburg gaben sie nachfrageinduziert deutlich nach. Die geringeren Abladungen aus der Türkei zeigten überall bei den Einständen kaum Veränderungen.

Tomaten
Das Marktgeschehen bei den Runden Tomaten wurde von Spanien dominiert. Auf den nächsten Rängen folgten Marokko und Belgien. Ebenfalls aus Spanien stammten die meisten Rispentomaten, während die Niederlande und die Türkei den zweiten und dritten Platz inne hatten. Kirschtomaten wurden vorwiegend aus Spanien und Italien herangeführt. Die vorhandenen Fleischtomaten flossen hauptsächlich aus spanischer Ernte zu. Belgien und Marokko ergänzten. Bei der gesamten Palette hatte die Ausfärbung entscheidenden Einfluss auf die Kurse, wobei sich das allgemeine Interesse in Grenzen hielt und für Anhebungen der Notierungen sich nirgendwo ein Spielraum eröffnete. Spanische Ware konnte im Hinblick auf den Reifegrad bei den Kirschtomaten stets überzeugen und die Aufrufe fast immer bestätigen. Ansonsten war, Kompromissbereitschaft gefragt.

Gemüsepaprika
Rote, grüne und gelbe Chargen aus Spanien befanden sich im Mittelpunkt des Handels. Merkliche Mengen von grünen und roten Varianten kamen noch aus der Türkei und Marokko. Israel ergänzte mit roten und die Niederlande mit grünen Früchten. Die Einstände für gelbe aus Spanien unterlagen spürbaren Schwankungen nach oben und unten, ohne dass sich ein bestimmter Trend herauskristallisierte. Bei den grünen Partien konnten spanische preislich zulegen, wohingegen die türkischen und marokkanischen aufgrund des Konkurrenzdrucks Einbußen erfuhren. Rote Produkte aus der Türkei waren durchweg teureren, während die aus Spanien im direkten Vergleich eindeutig günstiger zu Buche schlugen. Marokko zeigte mit roter Ware ausschließlich in Hamburg Präsenz und musste sich von den eingangs hohen Bewertungen ab Mittwoch verabschieden.

Zwiebeln
Das Geschäft mit Speisezwiebeln aus Spanien und mit Haushaltsware aus dem Inland, sowie vereinzelt aus Österreich und den Niederlanden, verlief in ruhigen Bahnen. Der Zufluss wies keinerlei Lücken auf und es gab stetig Abnehmer. Die Forderungen der 7. KW fanden in der Regel ihre Fortsetzung. Nur in München und Köln wurde man bei den Haushaltszwiebeln zu moderaten Abstrichen gezwungen.


Weitere Informationen

Frankfurt
Erste blasse und kleinfallende niederländische Erdbeeren trafen am Mittwoch zu 1,50 € je 250-g-Schale ein, italienische begannen zu 2,- bis 2,30 € je 250 g. Bei den ansteigenden Mengen von Avocados aus Chile und Mexico fixierte sich das Augenmerk auf Hass und die Ready-to-eat-Aufmachung. Die Bereitstellung von Mangos verstärkten sehr schöne peruanische Bio-Offerten von Kent. Das Interesse an Rhabarber wurde schon seit 2 Wochen aus der deutschen Treibhausproduktion befriedigt. Nun gab es die ersten 6-kg-Gebinde aus den Niederlanden. Grünkohl war nochmals kurzzeitig gesucht: Für deutsche Restpartien zahlte man 10,- € je 5 kg, für Zufuhren aus den Niederlanden sogar bis zu 15,- € je 5 kg. Spinat blieb knapp und teuer. Frankreich ergänzte zu maximal 3,40 € je kg die dominierenden italienischen Importe. Niederländische Auberginen mit 175 g Stückgewicht und zu 10 kg abgepackt fanden ab Mittwoch Kunden; belgische folgten am Freitag in 5-kg-Kartons. Die Kurse von Zucchini bröckelten leicht ab, verharrten aber auf einem gehobenen Niveau. Italienische Artischocken gelangten zu 0,60 bis 1,- € je Stück immer hochpreisiger in den Handel. Möhren mit und ohne Laub aus der diesjährigen Ernte Italiens wurden trotz angezogener Bewertungen gerne geordert. Hauptlieferanten waren bei Lagermöhren Deutschland und bei den Bundkarotten Spanien.

Hamburg
Wegen der schlechten Kauflaune musste bei überschaubaren Erdbeeren aus Spanien von der bisherigen Marge Abstand genommen werden. Für neu verfügbare 500-g-Schalen veranschlagte man 2,- €. Eine Probesendung aus beheizter Kultur in den Niederlanden überzeugte in Sachen gleichmäßiger Färbung und einheitlicher Fruchtgröße. Ware zu Forderungen von 3,50 € je 500 g konnte sich jedoch nur ein betuchtes Klientel leisten. Für frischen Rhabarber aus den Niederlanden musste 4,- € je kg hingeblättert werden. Vorboten von niederländischem weißem Spargel in Kaliber AA starteten zu 14,- € je kg. Nach jetzigen Informationen wird die inländische Ernte Mitte März beginnen. Schneidebohnen aus Italien zu 3,80 € je kg erwiesen sich als Eintagsfliege. Ein Versorgungsengpass verteuerte Wirsing aus Frankreich.

Köln
Übersichtliche Mengen an Erdbeeren aus geschütztem mitteleuropäischem Anbau interessierten preisbedingt noch nicht so sehr. Himbeeren und Brombeeren aus Südamerika erhielten in langsam steigendem Umfang Konkurrenz aus Europa. Süßkirschen aus Chile waren in erstklassiger Qualität mitunter zu teuer, weshalb verstärkt nach einer Klasse II gefragt wurde. Pfirsiche und Nektarinen derselben Herkunft trafen überwiegend per Schiff und zu günstigeren Konditionen ein. Rhabarber stieß zu 4,50 € je kg auf wenig Zuspruch. Erster niederländischer weißer Spargel in AA wurde zwischen 14,- und 15,- € je kg angeboten. Während sich die Vermarktungssituation für Auberginen schneller und dauerhafter entschärfte, war dies für dominante spanische Zucchini nicht erkennbar. Gegen Ende der 8. KW bewegten sich deren Notierungen zwischen 15,- und 18,50 € je 5 kg. Die Bereitstellung von Rosenkohl gestaltete sich schwieriger. Die Kurse zogen analog an. Teils ließ die Güte Wünsche offen, was dann aber Verbilligungen bewirkte.

München
Bei Erdbeeren zeigte sich der Verkauf nach dem Hype zum Valentinstag wieder deutlich nüchterner, zumal der Fasching und die Schulferien ein beschauliches Handelsumfeld verursachten. Die Abladungen fielen nicht zu reichlich aus, insbesondere griechische und marokkanische Provenienzen waren spärlich vertreten. Die Bewertungen wurden meist auf niedrigerem Niveau angesetzt. Für nicht zu üppig vorrätige Himbeeren aus mexikanischer, spanischer und marokkanischer Erzeugung wurde mehr als bisher verlangt. Die expandierten Zufuhren von Mangos vergünstigten sich. Bei Pfirsichen und Nektarinen herrschte chilenische Ware vor, je nach organoleptischen Eigenschaften bzw. Marke innerhalb einer breiten Preisspanne. Chilenischen Süßkirschen waren kaum in einwandfreien Aufmachungen vor Ort. In der zweiten Wochenhälfte importierte man erste kleine Chargen an spanischem grünem und französischem weißem Spargel, die damit die diesjährige europäische Saison einläuteten. Die witterungsbedingten Lieferengpässe bei Fruchtgemüse sind überwunden. Mit der ausgedehnten Versorgung beruhigten sich die Forderungen. Petersilie und Dill aus Süditalien notierten weiterhin hoch. Feldsalat und Chicorée orderten die Kunden kampagnengemäß freundlich.

Berlin
Bei fortlaufend schwachem Zuspruch für Pflaumen, Pfirsiche und Nektarinen aus Übersee waren volatile Kurse an der Tagesordnung. Erdbeeren kamen ohne Unterlass in größerem Umfang aus Spanien. Da parallel dazu das Interesse allmählich anzog, konnten sich die Bewertungen bei etwa 1,20 bis 1,50 € je 250-g-Schale einpendeln. Standweise gab es zudem erste Früchte aus Italien.

Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.


Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE
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Veröffentlichungsdatum: 26.02.2015

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