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BNN startet verbandseigene Züchtungsförderung

13. Februar 2015

Am Mittwoch hat der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V die Förderung der frei finanzierten ökologischen Gemüsezüchtung mit mindestens 470.000 Euro bekannt gegeben. Vor knapp 600 geladenen Gästen übergab BNN-Vorstandsvorsitzender Meinrad Schmitt den symbolischen Schlüssel zum Erfolg an Kultursaat-Geschäftsführer Michael Fleck.

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Foto BNN

„Ohne eine eigenständige ökologische Pflanzenzüchtung droht die Abhängigkeit von Bio-Bauern und damit auch der Naturkost-Verarbeiter und -Händler von den großen Saatgut- und Chemiekonzernen. Der BNN fordert daher seit Langem eine öffentliche Förderung. Saatgut ist schlichtweg Grundlage der Lebensmittelproduktion und seine Bewahrung und Weiterentwicklung eine gesellschaftliche Aufgabe. Der BNN fordert aber nicht nur, sondern geht mit seiner verbandseigenen Förderung voran“, so Meinrad Schmitt auf der BNN-Abendveranstaltung im Rahmen der BIOFACH in Nürnberg.

Eine halbe Million für die Ökologische Gemüsezüchtung
 

logo grootDie Fördermittel werden zur Hälfte von einer Initiativgruppe aus BNN-Mitgliedern und Teilnehmern am BNN-Monitoring für Obst und Gemüse zur Verfügung gestellt. Ergänzt wird die Summe durch Mittel der Software AG-Stiftung, die gemeinnützige Forschung im Bereich Saatgut unterstützt. „Wir gratulieren dem BNN zu diesem bemerkenswerten und wichtigen Schritt und freuen uns, dass mit den Mitgliedsunternehmen des Verbandes die gesamte Wertschöpfungskette Verantwortung für das Thema Saatgut übernimmt“, betonte Sebastian Bauer von der Software AG – Stiftung.

Gefördert werden über einen Zeitraum von fünf Jahren insgesamt 37 einzelne bereits laufende Projekte im deutschsprachigen Raum. Die Förderung soll eine intensivere Bearbeitung der Projekte unter dem Dach von Kultursaat e.V. und saat:gut e.V. ermöglichen. Ziel ist dabei der Ausbau des Sortiments an ökologisch gezüchteten und behördlich zugelassenen samenfesten Gemüsesorten[1], die nicht zuletzt Alternativen zu den sogenannten CMS-Hybriden[2] aus Zellfusion bieten sollen - beispielweise für Brokkoli, Blumenkohl und Chicorée.

„Diese Unterstützung ist für uns nicht allein aus finanziellen Gründen von großer Bedeutung. Die mehrjährige Verbindlichkeit – Sortenentwicklung geschieht ja nicht von heute auf morgen – bringt uns wichtige Planungssicherheit. Und dass sich jetzt Züchtung und Handel partnerschaftlich den Herausforderungen stellen, ist uns zusätzliche, starke Motivation“, bedankte sich Michael Fleck von Kultursaat e.V.

Zur Initiativfördergruppe gehören folgende Unternehmen:
Achleitner Biohof GmbH, BioTropic Gesellschaft zur Erzeugung und zum Vertrieb ökologischer Produkte mbH, Bio-Ilios GmbH, BIOGROS SA, Bodan GmbH, C.F. Grell Nachf. Naturkost GmbH & Co. KG, Cbet FrischeService & Handels GmbH, Chiemgauer Naturkosthandel GmbH, ebl-naturkost GmbH & Co. KG, Kornkraft Naturkost GmbH, Naturkost Elkershausen GmbH, Naturkost Erfurt GmbH, Naturkost Kontor Bremen GmbH, naturkost nord Großhandelsgesellschaft mbH, Naturkost Schramm Import/Export GmbH, Naturkost West GmbH, Ökoring Handels GmbH, Rinklin Naturkost GmbH und Terra Naturkost Handels KG.

www.n-bnn.de

[1] Samenfeste Gemüsesorten sind das Ergebnis klassischer Züchtung mittels Kreuzung und Selektion; Zuchtziele können beispielsweise Farbe, Form Geschmack, oder Resistenzen sein. Gewinnt man von diesen Sorten Saatgut, so erhält man in den nächsten Generationen Pflanzen mit denselben Eigenschaften.
[2] Um CMS-Kohlgemüse oder Chicorée zu gewinnen, werden Zellfusionsmethoden im Labor eingesetzt, mit denen sich die Bio-Branche seit Längerem kritisch beschäftigt. Die deutschen Bio-Anbauverbände haben bereits vor Jahren den Einsatz von CMS-Hybriden aus Zellfusion in ihren Richtlinien ausgeschlossen und setzen sich gemeinsam mit dem BNN für eine Kennzeichnung von aus Zellfusion hervorgegangenen Sorten ein.




 

 

Veröffentlichungsdatum: 13.02.2015

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