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BLE-Marktbericht KW 32 / 14 - Obst - Gemüse - Südfrüchte

Mit Beiträgen von den Großmärkten Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München und Berlin
13. August 2014

Aprikosen: Französische Chargen bestimmten mit großem Abstand das Geschehen. Türkische, italienische sowie spanische Abladungen komplettierten. Die Saison näherte sich zusehends ihrem Ende. Die Verfügbarkeit hatte sich merklich eingeschränkt. Auch die Qualität spielte nicht immer mit: In München waren italienische Erzeugnisse zu trocken, in Frankfurt wiesen türkische Sekerpare, als Rückläufer aus dem LEH kommend, Konditionsprobleme auf. Wegen der nicht besonders stark ausgeprägten Nachfrage mussten die Verkäufer in der Regel die Forderungen senken. Lediglich in Berlin konnten sie bedarfsinduziert leicht angehoben werden.

Äpfel
Die Präsenz europäischer Ware weitete sich kräftig aus. Aus der neuen Ernte wurden erste einheimische Boskoop, Gravensteiner, Alkmene, Gala und Jamba bereitgestellt. Aus Frankreich stammten Gala sowie Jerseymac, die wie Royal Gala aus Italien ihre diesjährige Kampagne eröffneten. Die vorgenannten Varietäten machten derweil nur einen kleinen Teil des Sortimentes aus. Deutschland war in diesem vorrangig mit Delbarestivale und Elstar, Frankreich überwiegend mit Elstar und Ozark Gold und Italien zumeist mit Summerred und Golden Delicious vertreten. Aus der alten Ernte gab es vor allem einheimische Jonagold und Jonagored. Infolge der ausgedehnten Zufuhren mussten die Händler die Bewertungen häufig verringern. Die Importe aus Übersee vergünstigten sich ebenfalls. Hier befand sich Neuseeland mit Braeburn vor Chile mit Royal Gala und Südafrika mit Golden Delicious an der Spitze des Angebotes. Selbst eine mängelfreie Güte konnte die Offerten kaum vor Verbilligungen retten.

Birnen
Europa hatte das Geschehen fest im Griff: Italienische Santa Maria und Carmen lagen hierbei vorne. Aus Frankreich und Spanien kamen insbesondere Dr. Jules Guyot bzw. Limonera. Aus Deutschland wurden hauptsächlich Clapps Liebling sowie Williams Christ angepriesen. Inzwischen trafen Williams Christ aus Italien sowie Conference und Clapps Liebling aus den Niederlanden ein, die ergänzenden Charakter hatten. Die Anlieferungen aus der südlichen Hemisphäre begrenzten sich; man verkaufte bloß noch wenige Packham`s Triumph aus Chile und Argentinien sowie Forelle aus Südafrika. Die ruhige Nachfrage konnte dank der angewachsenen Versorgung mühelos gedeckt werden. Die Notierungen neigten in der Mehrzahl zur Schwäche, da die Abladungen schlichtweg zu üppig waren.

Tafeltrauben
Italien beherrschte die Szenerie; mitunter gab es Victoria, Michele Palieri, Black Magic und Italia sowie erste Red Globe. Aus Spanien stammten vornehmlich Sugraone. Griechenland sendete Superior Seedless sowie Crimson Seedless. Die Türkei beteiligte sich mit Thompson Seedless und Perlette. Französische Alphonse Lavallée komplettierten wie portugiesische Victoria das Sortiment. Die Verfügbarkeit dehnte sich insgesamt aus. Helle und kernlose Früchte befanden sich im Mittelpunkt des Interesses. Bei einem kontinuierlichen Absatz veränderten sich die Kurse häufig nicht wesentlich. Mengeninduziert wurden die Händler hier und da zu Vergünstigungen gezwungen, die aber nicht gravierend ausfielen.

Erdbeeren
Einheimische Abladungen waren fast allein auf weiter Flur; lediglich in Köln konnte man zudem auf niederländische und in München ferner auf belgische und italienische Offerten zugreifen. Die Versorgung schränkte sich ein und die Qualität der Ware hatte sich verbessert; diese beiden Argumente führten mancherorts zu anziehenden Preisen. Insbesondere zum Wochenende hin kam es zu Verteuerungen. In München waren speziell große Erzeugnisse gefragt, deren Notierungen anstiegen. Regengeschädigte Produkte konnten hier kaum untergebracht werden.

Kirschen
Die türkische und einheimische Saison näherte sich zusehends ihrem Abschluss; die Anlieferungen gingen merklich zurück und die Kondition der Partien ließ des Öfteren zu wünschen übrig. Abhilfe boten Kordia aus der Schweiz, Lapins aus Kanada sowie Regina aus Österreich. Bei einem freundlichen Interesse und einem steten Abverkauf veränderten sich die Kurse in der Regel nicht wesentlich. In Berlin musste man für türkische und inländische Früchte mengenbedingt etwas mehr als zuvor zahlen.

Pfirsiche und Nektarinen
Italien, Frankreich und Spanien dominierten vor der Türkei. Deutschland und Österreich komplettierten. Während sich das Geschäft in Hamburg durchaus lebhaft präsentierte, konnte davon auf den anderen Plätzen keine Rede sein. Hier dümpelte der Handel eher vor sich hin, was überwiegend den Ferien geschuldet war. Zum Wochenende hin kam es hier und da zu einem verstärkten Zugriff seitens der Kunden, was sich indes nicht auf die Preise niederschlug. Summa summarum wurden die bisherigen Forderungen bestätigt. Die im Marktbericht 31/14 vorgestellten Icepeach® konnten in Frankfurt zu 12,- bis 14,- € je 16er- bzw. 18er-Karton problemlos veräußert werden.

Pflaumen
Das Angebot bei den europäischen Formen hatte sich fortlaufend ausgeweitet. Die beherrschenden Zufuhren entstammten einheimischen Ursprungs. Top, Hanita und Cacaks Schöne verbuchten die größten Umsätze. Bosnien und Herzegowina ergänzten vorrangig mit Cacaks Schöne und Stanley. Italien und Griechenland rundeten ab. Die Mengen lagen deutlich über Bedarf. Die ruhige Nachfrage konzentrierte sich auf Früchte mittleren Kalibers mit festem Fleisch und leicht lösenden Kernen. Aufgrund des schwachen Abverkaufes rutschten die Kurse sukzessive und unaufhaltsam ab. Die späten Sorten kosteten durchschnittlich 0,88 € je kg, doch die frühen notierten je nach Markt teilweise unterhalb der 80-Cent-Grenze. Neue Stanley aus Italien sollten bis zu 1,- € je kg bringen, was deren Popularität enorm einschränkte, zumal sie sehr hartreif waren. Griechische Stanley hingegen rief man nicht über 0,50 € je kg auf. Die Ernte von Mirabellen und Reineclauden dehnte sich aus und sicherte eine hinlängliche Versorgung. Die Abladungen von Susinen aus dem Mittelmeerraum verringerten sich minimal. Bei meist ungehindertem Warenabfluss tendierten deren Bewertungen zu einer gewissen Stabilität; sie blieben aber von Verbilligungen nicht immer verschont.

Kiwis
Das Geschäft definierte sich nahezu ausschließlich über die neuseeländischen Importe. Chilenische Partien komplettierten in Frankfurt, Hamburg und Berlin. Bei steter Umschlagsgeschwindigkeit veränderten sich die Preise, wenn überhaupt, nur marginal.

Zitronen
Der Handel war merklich unterversorgt. Die Anlieferungen aus Spanien trafen kontinuierlich viel zu knapp ein. Die Zufuhren aus Übersee vermochten trotz ihrer Dominanz die Lücke nicht restlos zu füllen. Vorrangig die Forderungen für die spanischen Chargen stiegen beträchtlich an, explodierten zum Wochenende hin geradezu. Im Extremfall bekam man bis zu 36,- € je 15-kg-Karton. Die Produkte aus Argentinien, Südafrika und Uruguay folgten dieser Entwicklung und verteuerten sich ebenso, jedoch etwas maßvoller.

Bananen
Wie gewohnt zeigte sich der Verkauf von seiner ruhigen Seite. Die Bereitstellung hatte man mit Bedacht auf die fehlenden Vertriebsmöglichkeiten abgestimmt. Kursschwankungen blieben weitgehend aus. Zuweilen lockten die Drittmarken aus Guatemala und Costa Rica mit Sonderangeboten zu maximal 12,- € je Karton. Aufgrund der langsamen Räumung waren vor allem grüne Offerten von Nöten, da die Reife bei den zur Zeit herrschenden subtropischen Witterungsverhältnissen schnell voranschritt. In der Konsequenz konnten die gelben Früchte kaum untergebracht werden; freilich verbesserten Vergünstigungen deren Absatz.

Blumenkohl
Ein paar belgische Importe ausgenommen, kamen ausschließlich einheimische Erzeugnisse auf den Markt. Geschuldet dem besonnenen Zugriff und der leicht ausgedehnten Verfügbarkeit etablierten sich in Hamburg und Köln häufig Verbilligungen. Ansonsten demonstrierten die Notierungen vielfach einen Trend nach oben: zum einen einstandsbedingt, zum anderen infolge eingeschränkter Abladungen. Parallel dazu weichten Partien schwächerer Qualität die unteren Grenzen der Preisspannen immer wieder etwas auf.

Salat
Mit Kopfsalat war der Handel hinlänglich versorgt. Bei meist zufriedenstellendem Abverkauf verharrten die Kurse von inländischen Produkten oft auf konstantem Niveau. Die belgischen Abpackungen tendierten indes vor allem zum Wochenende hin hauptsächlich nachfrageinduziert nach oben, in Berlin wegen vergrößerter Zufuhren nach unten. Eissalat wurde in der Regel zu knapp angeliefert, aber in schwereren Aufmachungen. Daher verteuerte er sich überwiegend, von München und Berlin einmal abgesehen. Der Absatz von Bunten Salaten ging ruhig bis freundlich vonstatten. Die Bewertungen veränderten sich kaum, was teilweise mit einem verminderten Angebot zusammenhing. Entgegen von Endivien generierte Feldsalat nur bescheidenes Interesse, weshalb er zu Vergünstigungen neigte.

Gurken
Inländische Schlangengurken bestimmten den Marktverlauf. Belgien und die Niederlande nahmen mit deutlich geringeren Abladungen die nächsten Ränge ein. Der kontinuierliche Mengenzufluss fand ferienbedingt nicht durchweg genügend Beachtung und die Notierungen mussten reduziert werden. Minigurken aus Deutschland und den Niederlanden waren zugleich betroffen, während die ausschließlich in München offerierten türkischen Erzeugnisse preisstabil blieben.

Tomaten
In der Reihenfolge Niederlande, Belgien und Deutschland präsentierten sich die zahlreichen Anlieferungen von Rispentomaten. Bei den runden Tomaten stellten die Niederlande vor Belgien und Deutschland das Gros. Fleischtomaten aus Belgien sowie runde Typen aus Belgien und dem Inland waren verstärkt vorrätig. Das Angebot an Kirschtomaten setzte sich überwiegend aus niederländischer, einheimischer und italienischer Ware zusammen. Die generelle Verfügbarkeit lag wesentlich über dem Bedarf und die Kurse gerieten in einen Abwärtstrend. Für einheimische Partien hielten sich die Verluste noch am ehesten im Rahmen.

Gemüsepaprika
Die Niederlande prägten mit umfassenden Chargen von allen Farbvarianten das Geschäft. Bei den grünen und roten Früchte herrschte nachrangig die Türkei vor. Die gelben stammten zudem von ungarischen Feldern. Belgien und Deutschland ergänzten. Es gab einfach zu viele Produkte, vornehmlich rote und gelbe. Verbilligungen waren an der Tagesordnung, wobei die grünen Erzeugnisse konsequenterweise am wenigsten einbüßten. In Berlin wurden lediglich türkische Importe zu konstanten Preisen umgeschlagen.

Zwiebeln
Spanien leitete üppige Abladungen von Gemüsezwiebeln zu. Ein ausgedehntes Sortiment führte dazu, dass die Bewertungen mancherorts gesenkt werden mussten. Haushaltsware kam in voluminösem Umfang aus Deutschland; Neuseeland geriet mit seinen Restmengen zusehends ins Hintertreffen. Die Niederlande waren mit nicht unerheblichen Stückzahlen erstmals vertreten und Italien komplettierte. Wegen einer Überversorgung des Marktes und der niedrigen Einstände für niederländische Importe gerieten die Händler bei anderen Herkünften hinsichtlich der Aufrufe unter Druck.


Weitere Informationen

Frankfurt
Die Kurse von Brombeeren kletterten unter der Prämisse von Gesundheit deutlich nach oben, die von konditionsstabilen deutschen und polnischen Himbeeren sogar auf bis zu 3,- € je 250 g. Dafür war die Preisschere bei den roten Johannisbeeren weit von 0,80 bis 1,40 € je 500-g-Schale geöffnet. Buschbohnen in 4- bis 7,5-kg-Gebinden konnten ab 1,- € je kg schnell platziert werden. Stangenbohnen räumten zäh, gelbe Wachsbohnen nicht wie erwartet. Das Laub von den Radieschen ließ Wünsche offen und bei Rucola regten die löchrigen Blätter kaum zum Kauf an. Die Verfügbarkeit von Pfifferlingen schränkte sich fast jeden Tag etwas ein. Die Konsequenz waren stetig anziehende Forderungen. Bulgarische und rumänische Steinpilze notierten durch die uneinheitliche Qualität in breiter Spanne von 13,- bis 16,- € je kg; deutsche Chargen brachten 20,- € je kg. Trompetenpilze und Semmelstoppelpilze kosteten 8,- € je 1-kg-Korb.

Hamburg
Russische und polnische Pfifferlinge waren äußerst knapp vorrätig. Da sich wegen der hohen Temperaturen in den Erzeugerländern die Ernte vermindert hatte, reduzierten sich die Anlieferungen entsprechend augenscheinlich. Die gesuchten Offerten konnten zum Wochenende hin problemlos zu 12,- € je kg umgeschlagen werden.

Köln
Das Aufkommen an Beerenfrüchten wie Himbeeren und Brombeeren war nicht sehr beträchtlich, für den ruhigen Bedarf jedoch hinlänglich. Stachelbeeren spielten keine Rolle mehr. Waldheidelbeeren, überwiegend in 250-g-Abpackungen, wurden bei nicht unfreundlicher Beachtung aus Polen und dem Inland zugeleitet. Einigermaßen kontinuierlich orderte man hauptsächlich kernarme Wassermelonen. Hokkaido-Kürbisse gewannen an Wichtigkeit und kosteten zwischen 1,20 und 1,30 je kg. Kräuter wurden vor dem Erwerb besonders gründlich hinsichtlich ihrer Verfassung geprüft. Während man Steinpilze ausschließlich punktuell in kleinem Umfang vertrieb, fiel die Versorgung mit Pfifferlingen ausladender aus. Einheimische Wachsbohnen zu 2,30 bis in der Spitze zu 3,10 € je kg rundeten das Geschäft mit Buschbohnen und Stangenbohnen aus inländischem Anbau ab.

München
Wie die aus dem Inland sowie aus Polen zugeführten Waldheidelbeeren wurden Himbeeren meist stabil bewertet, wobei neben inländischen Chargen Importe aus Portugal und den Niederlanden verfügbar waren. Kulturheidelbeeren gab es nicht zu reichlich. Das geringe Angebot an inländischen Brombeeren ergänzten Italien und Portugal. Rucola und Spinat beschränkten sich; ihre Preise verharrten auf bisherigem Niveau. Bei Buschbohnen blieb die begrenzte Haltbarkeit das Handelshemmnis Nr. 1. Die dadurch nötige größere Umschlagsgeschwindigkeit verschuldete bei einheimischen Erzeugnissen z.T. recht niedrige, bei durchweg konditionsstärkeren komplettierenden italienischen Partien im Vergleich dazu höhere Erlöse. Mit zunehmendem Kaliber schwand das Interesse für Bundsellerie. Die anwachsende regionale Ernte von Weißkohl und Rotkohl, Wirsing, Spitzkohl, Knollensellerie, Roter Bete und Kohlrabi bewirkte sinkende Notierungen. Auch inländischer Brokkoli in den verschiedenen Aufmachungsvarianten war wieder üppiger vorrätig und wurde günstiger offeriert. Erste Schwarze Rettiche und Kohlrüben trafen viel früher als in den Vorjahren ein. Der Bezug von spärlichem und entsprechend teurem Dill konzentrierte sich fortlaufend auf südwestdeutsche Produkte. Eine merkliche Verknappung von Pfifferlingen durch die Hitzewelle in (Nord-)Osteuropa ließ die Kurse enorm ansteigen. Die Mengen an Steinpilzen lagen dagegen nur wenig unter denen der Vorwoche, sodass die Spannen der Forderungen je nach Qualität und Herkunft weiter auseinander drifteten.

Berlin
Die Anlieferungen von Ananas aus den diversen Provenienzen sowie Melonen aus Spanien stimmten gut mit der Nachfrage überein, sodass man deren Bewertungen nicht modifizierte. Ausgedehnte Abladungen an südafrikanischen Avocados wurden zu ca. 10,- € je 4 kg flott vermarktet. Champignons aus dem Inland und aus Polen waren hinlänglich vor Ort, sodass bei den Preisen keinerlei Veränderungen festgestellt werden konnten.

 

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Quelle: BLE
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Veröffentlichungsdatum: 13.08.2014

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