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Die direkten Wirkungen des russischen Embargos auf die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft

12. August 2014

Die direkten Wirkungen des russischen Embargos auf die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft sind nicht zu vernachlässigen, auch wenn nur 2,2 % der Ausfuhren in dieses Bestimmungsland gehen. Allerdings dürften die indirekten Wirkungen erheblich größer sein. Denn nicht nur Deutschland ist vom Embargo betroffen, sondern auch alle anderen Exportnationen der EU und die USA.

Für einige Länder (z. B. Polen, Griechenland) war Russland bislang ein wichtiger Kunde. Der Ausfall dieser Exportbestimmung führt zur massiven Umlenkung von Warenströmen, von denen der große Importmarkt Deutschland natürlich nicht verschont bleibt.

Die deutsche Land- und Ernährungswirtschaft exportierte nach teilweise vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2013/14 (Juni - Mai) Waren im Wert von 1,42 Mrd. EUR nach Russland, das sind 2,2 % des gesamten Ausfuhrwertes dieser Branche.

Von der Gesamtsumme entfielen 721 Mio. EUR auf pflanzliche Erzeugnisse, das waren vor allem eine Vielzahl zubereiteter Lebensmittel, Kakao und kakaohaltige Erzeugnisse. 413 Mio. EUR entfielen auf Nahrungsmittel tierischen Ursprungs, hier sind Fleisch und Fleischwaren die mit Abstand bedeutendste Warengruppe, gefolgt von Käse. Bei Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs ist Russland mit einem Wertanteil von 1,8 % eher unterdurchschnittlich am deutschen Exportwert beteiligt, denn hier galten schon seit längerem Exportrestriktionen für bestimmte Milch- und Fleischerzeugnisse.

Die restlichen knapp 300 Mio. EUR entfallen im Wesentlichen auf Genussmittel, die größten Posten sind hier Kaffee und Spirituosen. Bei Genussmitteln ist der russische Anteil am Wert der deutschen Ausfuhren mit 2,7 % überdurchschnittlich hoch. Der russische Anteil an den deutschen Exporten der Land- und Ernährungswirtschaft ist seit 2010/11 (3,3 %) um mehr als einen Prozentpunkt gesunken.


Quelle: AMI, Dr. Hans-Christoph Behr

Veröffentlichungsdatum: 12.08.2014

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