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BLE-Marktbericht KW 05 / 19: Tafeltrauben - Die Geschäftslage wies einige Komplikationen auf

08. Februar 2019

Obschon die Verfügbarkeit peruanischer Partien schrumpfte und der Zenit der namibischen Kampagne überschritten war, weitete sich die Warenpalette aufgrund des angestiegenen Zustroms aus Südafrika beträchtlich aus.

Bildquelle: Shutterstock.com Trauben
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Zudem sollten die Restmengen aus Brasilien verkauft werden. Außerdem rückt die indische Saison schnell näher. Eine an Schwung arme Nachfrage stand leider einem zu üppigen Angebot gegenüber. Die Suche nach Kunden gestaltete sich zusehends schwieriger. Das galt für kernlose sowie für kernhaltige Produkte gleichermaßen. Vergünstigungen machten die Sache jedoch leichter, schließlich wollte man Überhänge vermeiden. Sobald aber bei den Früchten die kleinsten Mängel erkennbar waren, brachen die Notierungen augenfälliger ein. Bei den Chargen mit einer hervorragenden Güte konnten die Händler ihre Forderungen indes oftmals erfolgreich auf ihrem bisherigen Niveau fixieren.

Äpfel
Die inländischen Zugänge dominierten fortwährend den Vertrieb. Die Bereitstellung verringerte sich jedoch ein wenig. Elstar, Jonagold und Boskoop hatten die meiste Bedeutung. Die Zufuhren aus Italien verminderten sich ebenso in einem marginalen Umfang. In diesem Segment flossen tonangebend Granny Smith, Pink Lady und Golden Delicious zu. Bei den sehr überschaubaren belgischen und niederländischen Importen nahmen die Abladungen an großen Kalibern zu. Die Präsenz französischer Jazz wuchs zwar an, aber die von Granny Smith und Golden Delicious dezimierte sich. Ein steter Absatz sicherte für gewöhnlich konstante Preise. Bei einem nicht allzu aufgeregten Interesse kam es manchmal zu einer Überversorgung. Das schlechte Wetter tat das Übrige. Man schraubte die Forderungen hier und da etwas zurück, in der Hoffnung, den stockenden Zugriff umzukehren. Clubsorten hatten trotz ihrer hohen Bewertungen in der Regel keinerlei Probleme, einen genügenden Bedarf zu generieren. Diverse Varietäten aus dem Inland realisierten dank ihrer Begrenzung minimale Verteuerungen. Die kraftlose Kondition von italienischen Red Delicious zwang örtlich zu Verbilligungen. Polnische und ukrainische Erzeugnisse waren bloß Nischenartikel.

Orangen
Navelina aus Spanien herrschten im Sektor der Blondorangen zwar offenbar vor, doch ihre Abladungen hatten sich sichtlich vermindert. Die Zuflüsse von Navel aus Spanien und Washington Navel aus der Türkei verstärkten sich währenddem. Salustiana stammten vorrangig aus Spanien, aber Marokko verdichtete den Versand. Einerseits konnte das Interesse durchaus befriedigen, andererseits brachte die kalte Witterung nicht die erhoffte Abnahmebeschleunigung. Trotz einer gewissen Stabilität, was einer sicheren Qualität der Offerten geschuldet war, tendierten die Bewertungen zu einer moderaten Volatilität; gerade zum Freitag hin. Die diversen Varietäten der Blutorangen vermochten inzwischen mit einer ansprechenderen Ausfärbung zu überzeugen. Das bezog sich sowohl auf die dominierenden italienischen Moro und Tarocco als auch auf die spanischen Cara Cara. Sanguinelli aus Spanien profitierten örtlich von den begrenzten Zufuhren aus Italien. Wegen der intensiveren Rötung des Fruchtfleisches und des verbesserten Aromas waren vereinzelt Verteuerungen möglich. Ab und an drängte unterdessen eine ausgedehnte Bereitstellung dem entgegen zu Vergünstigungen.

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Die Präsenz spanischer Clementinen schrumpfte ein wenig. Auch die nebensächlichen italienischen und marokkanischen Importe gingen zurück. Produkte aus Italien in Aufmachungen mit Blatt blieben eine Randerscheinung. Dafür expandierte das Angebot an Mandarinen merklich. Spanische Clemenvilla sowie israelische Orri gaben den Ton an. Hinzu kamen Nadorcott und Hernandina aus Spanien. Als besondere Alternative galten Tan Gold, die mit einem hervorragenden Geschmack zu locken wussten. Afourer aus Marokko starteten in Hamburg zu 16,- € je 16-kg-Holzkiste in die Saison. Zu weiche Minneola aus der Türkei riefen immer mehr Skepsis hervor, sodass auf Nachlieferungen teilweise schon verzichtet und der Vorrat billiger veräußert wurde. Generell unterstützte das Winterwetter einen lebhaften Absatz. Für manche Chargen an Mandarinen konnte man daher die bisherigen Preise konfliktfrei erhalten, für einige Partien überdies Verteuerungen durchfechten. Hier und da initiierte eine Nachfragedelle Mitte der Woche minimale Vergünstigungen. Die hohen Notierungen von israelischen Orri schreckten die Kunden nicht ab, da die organoleptischen Eigenschaften zu einem flotten Zugriff motivierten. Die Bewertungen von Clementinen neigten gemeinhin zur Schwäche

Zitronen
Weiterhin prägten spanische Primofiori die Vermarktung. Die Türkei ergänzte diese in einem leicht vergrößerten, Griechenland in einem verringerten Umfang. Zum einen bewirkte die kalte Witterung eine schnelle Abnahme. Somit beließen die Händler ihre Forderungen auf einem unveränderten Level. Zum anderen provozierte eine reichliche Bereitstellung vor allem von türkischen Offerten deutliche Verbilligungen bei genau diesen oder sogar im gesamten Sortiment. Die kleinen griechischen Mengen notierten unterdessen überwiegend stabil.

Bananen
Der Jahreszeit gemäß berichtete man über ein ruhiges Geschäft. Die Kälte und die damit korrelierende Dominanz der Zitrusfrüchte verhinderten einen befriedigenden Vertrieb. Die Zuflüsse aus den Reifereien harmonierten aber genügend mit dem unaufgeregten Bedarf. Daher variierten die Bewertungen meistens bloß graduell. Verschiedentlich wurde die Zweitmarke etwas günstiger abgegeben. Punktuell verbilligten sich die Drittmarken aufgrund von Rückläufern aus dem LEH. Örtlich rüttelte die aggressive Preispolitik der Discounter an den seit Monaten konstanten Notierungen der Erstmarke. Lokal waren vergleichsweise wenig Drittmarken erhältlich.

Blumenkohl
Die vorherrschenden französischen Partien rivalisierten mit den ergänzenden Mengen aus Spanien und Italien. Belgien trat nur spärlich in Erscheinung. Die vorrangig unaufgeregte Nachfrage verschärfte diesen Wettbewerb. Früher oder später brachen die Notierungen ein. Teils zog dies eine verstärkte Beachtung nach sich, teils hatte dies keinerlei forcierende Auswirkungen auf das Interesse. Einzig in Frankfurt verzeichnete man die gesamte Woche über eine flotte Räumung. Allerdings irritierten hier Überhänge aus dem LEH den Handel am Platz. Da diese erheblich billiger als reguläre Produkte verkauft wurden, vermochte es selbst Standardware kaum, einen auskömmlichen Absatz zu realisieren.

Gurken
Nach wie vor beherrschten die spanischen Zuflüsse den Markt von Schlangengurken. Griechische Ergänzungen hatten sich augenscheinlich vermindert. Die niederländischen, mittlerweile überall erhältlich, oder die belgischen Artikel kamen über einen das Sortiment komplettierenden Charakter nicht hinaus. Andauernd überstieg das Maß des Angebotes das der Nachfrage. Um den Absatz zweckdienlich anzukurbeln, reduzierten die Verkäufer überwiegend ihre Forderungen. Und sie hatten Erfolg damit, denn das Interesse verbesserte sich daraufhin. Die Präsenz von Minigurken, nach dem Rang ihrer Bedeutung geordnet aus der Türkei, Spanien sowie den Niederlanden stammend, verstärkte sich ein wenig. Griechische Alternativen gab es in Frankfurt und ab Donnerstag ebenso in Berlin. Dank des knappen Nachschubs und manchmal auch wegen einer schnellen Räumung kletterten die Bewertungen für gewöhnlich nach oben.

Tomaten
Die spanischen Abladungen dominierten. Der Zustrom aus Marokko und Italien wuchs wie die Zufuhr aus der Türkei moderat an. Die Importe aus der Benelux-Region dehnten sich kaum aus. Der Handel ließ eine dem Grad der Versorgung entsprechende Betriebsamkeit vermissen, obwohl man hier und da eine durchaus freundliche Beachtung verzeichnete. Die Notierungen neigten oftmals zur Schwäche. Runden Tomaten und Rispentomaten mangelte es häufig an einer attraktiven Ausfärbung; vor allem, wenn sie aus Spanien eintrafen. Die türkische Konkurrenz vermochte da schon eher zu überzeugen. Somit drifteten die Spannengrenzen der Bewertungen gütebedingt weiter auseinander. Preisbewusste Kunden griffen bei den marokkanischen Offerten zu. Kirschtomaten, gleich ob aus Italien oder aus den Niederlanden, konnten sich verschiedentlich verteuern, was örtlich umgehend deren Unterbringung entschleunigte. Fleischtomaten aus Spanien vergünstigten sich; dem entgegen kostete die Ware aus Belgien annähernd so viel wie in der Vorwoche.

Gemüsepaprika
Die vorherrschenden spanischen Chargen wurden fortwährend und überwiegend von türkischen sowie in einem geringeren Umfang von marokkanischen Zuflüssen begleitet. Die Nachfrage zeigte sich in der Regel von einer ruhigen Seite. Zum einen verharrten die Notierungen der spanischen Artikel für sämtliche Farben auf einem konstanten Niveau, zum anderen stiegen oder fielen sie typenbezogen. Gerade die gelben oder orangen Sorten tendierten besonders stark nach oben. Die grünen Kultivare verbilligten sich manchmal. Wegen eingeschränkter Anlieferungen kletterten die Bewertungen von den türkischen Produkten generell aufwärts. Selbst die 400-g-Beutel konnten Zugewinne verbuchen. Die marokkanischen Alternativen wurden ab 8,50 € je 5-kg-Karton veräußert. Spärlich und nur punktuell vorrätiger roter Kapia aus Griechenland war definitiv im unteren Preissegment angesiedelt.


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Frankfurt
Die Qualität der spanischen Erdbeeren überzeugte, trotzdem verlief der Handel zäh. Erste Ankünfte an chilenischen Pfirsichen kosteten 3,- bis 3,20 € je kg. Die überschaubar zuströmenden spanischen Kakis wurden durch Sharonfrüchte ergänzt. Auberginen und Zucchini vergünstigten sich fast täglich. Die sehr knappe Bereitstellung führte bei Buschbohnen und Stangenbohnen zu merklich versteiften Forderungen seitens der Vertreiber. Nach einem längeren Preishoch folgte bei belgischem und deutschem Lauch ein größerer Abschlag auf 1,- bis 1,20 € je kg. Türkische Importe waren von der Kondition her wenig stabil. Sie wurden daher eher vernachlässigt. Dafür räumte der flache türkische Weißkohl problemlos und erlöste mehr als in der Vorwoche. Das Interesse an Wirsing war freundlich und für saubere, schädlingsfreie Partien zahlte man bis zu 1,10 € je kg. Polen komplettierte die kleinen einheimischen Abladungen von Chinakohl.

Hamburg
Nicht nur das winterliche Klima sondern auch Aktionen in der Discountschiene zu 0,99 € je 250-gSchale verleideten spanischen Erdbeeren am Platz einen genügenden Gewinn, selbst bei den ansprechenden 1-kg-Steigen zu 4,75 € und bei den 400-g-Abpackungen zu 2,- €. Bei Steinobst aus Übersee bestimmten die Chargen aus Südafrika die Szenerie. Zudem trafen Offerten aus Chile und Australien ein. Für Artikel mit festem Fruchtfleisch brauchten die Preise nicht neu ausgelotet zu werden. Süßkirschen aus Argentinien feierten ihre Premiere zu 15,- € je 2,5-kg-Karton. In Kürze sollen Melonen aus Chile an den Start gehen. Ab Mitte der 6. KW wird weißer Spargel aus Peru zur Vermarktung vorrätig sein. Die Versorgungslücke bei Buschbohnen und Stangenbohnen aus der Mittelmeerregion reizte bei Produkten aus dem Senegal zu Bewertungen von 24,- € je 5-kg-Karton.

Köln
Nichts Neues gab es im gesamten Sortiment des Beerenobstes. Der niedrige Bedarf machte die Preise oftmals zu einer reinen Verhandlungssache. Spitzkohl aus Portugal war zwar nur in übersichtlichen Mengen vor Ort, wurde aber stetig geordert. Auberginen und Zucchini aus spanischem Anbau vergünstigten sich etwas. Das Gegenteil konnte von der türkischen Konkurrenz behauptet werden, die sich nämlich verteuerte. Zumindest zum Freitag hin wurde Mangold aus Italien höher bewertet.

München
Spanische Erdbeeren trafen in kaum ausreichender Ausfärbung und in einem über Bedarf liegenden Umfang ein. Lediglich in Kleinststeigen gelegte Ware fand noch einigermaßen Aufnahme. Südamerikanische Kulturheidelbeeren gerieten immer stärker unter Absatzdruck; Überhänge wurden weit unter Einstand veräußert. Mangos und Ananas ließen sich bei milderen Temperaturen wieder besser, chilenische Süßkirschen sowie südafrikanische Aprikosen, Pfirsiche und Nektarinen immer schlechter unterbringen. Zu große Zuflüsse aus der Vorwoche führten bei Melonen aus Südamerika zu schwächeren Notierungen. Bei kontinuierlichen Ankünften stagnierten die Preise von italienischem Radicchio. Bei konstanten Anlieferungen von Rucola stiegen die Forderungen der Vertreiber an. Auberginen und Zucchini verbilligten sich in der Spitze. Das Angebot an Buschbohnen und Stangenbohnen blieb knapp. Auch bei Dill und Petersilie konnten sich dank überschaubarer Abladungen Verteuerungen etablieren.

Berlin
Das gesamte Sortiment an Beerenobst litt unter der zu üppigen Bereitstellung und der fehlenden Nachfrage durch die Kunden. Die Forderungen für ägyptische oder spanische Erdbeeren bewegten sich z. B. am Donnerstag zwischen 0,20 und 0,80 € je 250-g-Schälchen. Oftmals als Rückläufer aus dem organisierten LEH stammend, stachen deren Konditionsmängel vielfach sofort ins Auge; teils wurden die Partien, mitunter palettenweise, direkt entsorgt. Himbeeren und Heidelbeeren ereilte ein ähnliches Schicksal. Das heißt, diese kamen ebenfalls mit einer durchwachsenen Güte aus dem organisierten LEH. Dementsprechend waren Bewertungen von 0,10 bis 0,40 € je 125-g-Schale selbst für attraktivere Früchte leider keine Seltenheit. Die Notierungen von Auberginen und Zucchini, beide ausschließlich aus Spanien, gingen auf zweckdienliche 11,- bis 13,- € je 5-kg-Karton zurück.


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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 05 / 19
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Veröffentlichungsdatum: 08.02.2019

Schlagwörter

BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin