Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

AMI: Extreme Witterung prägte den Gemüsemarkt 2018

11. Januar 2019

Bei Betrachtung des Gemüsejahres 2018 führt kein Weg daran vorbei, die extreme Witterung zu thematisieren – wieder einmal. Denn schon 2017 hatte die Witterung die Gemüsemärkte zeitweise mächtig durcheinandergewirbelt. Das beherrschende Thema 2018, zumindest aus deutscher Sicht, war die langanhaltende Trockenheit, deren Auswirkungen auch zum Jahresende noch zu spüren waren. Für ganz Europa betrachtet waren die Witterungsextreme vielfältiger. Die Herausforderungen werden 2019 nicht weniger, heißt es in einer Meldung von Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI).

Bildquelle: Shutterstock.com  Kohl Schnee
Bildquelle: Shutterstock.com

Der größte Teil der Gemüseproduktion in Deutschland und in wichtigen Herkunftsländern findet im Freien statt. Damit sind die Kulturen den Witterungsbedingungen mehr oder weniger ungeschützt ausgeliefert. Regional begrenzte Witterungsextreme werden im Gesamtmarkt meist überregional ausgeglichen. Wenn aber eine Extremsituation so flächendeckend und langanhaltend auftritt wie die Trockenheit im Jahr 2018, dann beeinflusst das den Markt doch ganz erheblich. Im Benelux-Raum sowie in Osteuropa war auch die Trockenheit das größte Thema. Die südeuropäischen Anbaugebiete in Spanien und Italien sahen sich dagegen untypischen Starkniederschlägen, Hagelschlägen und Kältephasen ausgesetzt.

Gemüseanbau in Deutschland im Zeichen der Dürre

Februar und März waren in Deutschland überdurchschnittlich kalt und nass, danach setzte ein extrem langer Sommer mit hohen Temperaturen und einem kräftigen Niederschlagsdefizit ein. Während die satzweise gesäten/gepflanzten Kulturen zunächst noch reichlich verfügbar waren, setzte Anfang Juli eine knappe Marktversorgung ein, die einen kräftigen Preisanstieg verursachte.

Frischgemüse kann zwar meist beregnet werden, die Beregnungskapazität der Betriebe reicht aber selten für eine vollständige Wasserversorgung der Kulturen aus. Diese wäre aber notwendig gewesen, um die volle Produktion zu erhalten. Damit kam es zu Minderernten, die sich bis in den September hinein bemerkbar machten. Bei der für Frischgemüse üblichen geringen Nachfrageelastizität führte dies zu steigenden Umsätzen. Zum Ende der Saison im Oktober fiel die Versorgung mit satzweise gesätem/gepflanztem Gemüse jedoch noch einmal reichlich aus.

Gemüsearten mit langer Entwicklungszeit konnten den Hitze- und Trockenstress des Sommers nicht aufholen und brachten deshalb geringe Flächenerträge. Dies gilt insbesondere für Zwiebeln, aber auch Möhren und Kopfkohl weisen geringere Erträge auf. Dies wurde durch höhere Preise jedoch meist überkompensiert. Die Vorräte an Lagergemüse fallen zum Start in das Jahr 2019 deutlich kleiner aus als in den Vorjahren.

Was bringt 2019?

Das neue Jahr beginnt schon wieder mit Witterungsextremen. In Südeuropa hat es teilweise bis an die Küsten geschneit, und für die wärmeliebenden Kulturen ist es vielfach zu kühl. Massiver Schneefall führt zudem zu Transportproblemen und damit zu einer Verknappung des Angebotes in Deutschland.

Nach zwei Extremjahren ist der Wunsch nach etwas Normalität nachvollziehbar. Mögliche Maßnahmen gegen Witterungsextreme sind allerdings begrenzt. Nach den Erfahrungen mit der Saison 2018 versuchen die Betriebe aber, sich gegen Extremsituationen zu wappnen. Unabhängig von der Witterung stehen die Betriebe auch an anderen Stellen vor großen Herausforderungen. Aufzeichnungspflichten im Rahmen von Mindestlohn und Arbeitszeiten, die neue Düngeverordnung und eine neue Gesetzgebung zum Umgang mit Verpackungen verlagern die Aufgaben von Betriebsleitern immer mehr an den Schreibtisch. Auch die Beschaffung von Arbeitskräften für die Ernte wird sich zunehmend als schwierig erweisen, da in anderen Branchen vermeintlich mehr oder leichter Geld zu verdienen ist.

Quelle und Copyright: AMI-informiert.de (AMI, 10.01.2019)
 

Veröffentlichungsdatum: 11.01.2019

Schlagwörter

AMI, extreme, Witterung, gemüse, Markt, fruchthandel