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Österreich: Heimische Apfelernte eingefahren

20. Dezember 2018

Sowohl national als auch europaweit ist seit langem von Rekordernte die Rede. In Österreich hat die diesjährige Apfelernte dieses Prädikat wahrlich verdient. Rund 240.000 Tonnen Äpfel aus Intensivobstanlagen wurden heuer auf einer Gesamtfläche von 6.700 ha eingebracht. Dies entspricht einem saftigen Plus von 86 % zu 2017 und ist damit 16 % über dem zehnjährigen Schnitt lokalisiert, heisst es im aktuellen AMA-Marktbericht Obst und Gemüse - November 2018.

Bildquelle: Shutterstock.com Apfel
Bildquelle: Shutterstock.com

Auch die Hektarerträge waren mit 356 dt/ha beinahe doppelt so stark wie im Vorjahr. Der Großteil des Erntevolumens wurde durch die etablierten Sorten wie Golden Delicious, Gala und Jonagold abgedeckt. Naturgemäß stehen gerade diese Sorten, ob der starken Konkurrenz, preislich unter Druck.

Unterdessen dominierte im BIO- Anbau Gala knapp vor Topaz und Golden Delicious. Aufgrund des knapperen Angebots zeigt sich der BIO-Markt heuer deutlich ausgeglichener und die Preise sind stabiler.

Noch eklatanter als im Erwerb zeigte sich der Produktionsanstieg bei extensiv geführten Anlagen (Streuobstbau). Ein Plus bei von 131 % bei Sommer- und 167 % bei Winteräpfeln (inkl. Mostäpfeln) erzeugten enormen Warendruck und die Verarbeiter sahen zumeist keinen Anlass frei Silo mehr als 4-6 EUR/dt zu zahlen.

Selbstverständlich gab es positive Ausreißer, welche an ihren Stammlieferanten festhielten. Faire Konditionen sichern langfristig die Versorgung und bilden erfahrungsgemäß das Fundament für eine gesunde, nachhaltige Geschäftsbeziehung.

In Folge der bereitgestellten Mengen hatte sich der gewichtete Großhandelspreis im November für Lageräpfel Klasse I weiter korrigiert und notierte nun mehr 34 % unter dem korrespondierendem Vorjahreswert. Eine vergleichbare Entwicklung vollzog auch der Schnittpreis der vier größten Apfelproduzenten der EU. Dieser verlor zum November des Vorjahres 28 % an Wert. Nach der ersten Schwemme ist davon auszugehen, dass sich die Preise entsprechend der Marktlage einpendeln.

Wie sieht die EU-Versorgungsbilanz für die aktuelle Vermarktungskampagne aus?

Heuer belaufen sich die Erntemeldungen der EU, bei einem Eigenverbrauch von etwa 10 Mio. Tonnen, bei 12,5 Mio. Tonnen.

Laut Prognosen der europäischen Kommission, wird der Import frischer Ware wieder auf 400.000 Tonnen schrumpfen, während mit Exporten von 1,6 Mio. Tonnen gerechnet werden kann. Somit wird der Exportanteil theoretisch von 11 % 2017/18 im laufenden Wirtschaftsjahr auf 20 % anwachsen.

Die Sanktionen gegen die russische Föderation erweisen sich für die europäische Landwirtschaft erneut als Bumerang. Es trifft hierbei die Apfelbranche im Allgemeinen und seine Vermarkter im Besonderen, da das sechste und letzte Hilfspaket betreffend Marktrücknahmen/Krisenintervention der europäischen Kommission mit 30.Juni 2018 ausgelaufen ist. Immerhin wurden seit Inkrafttreten der Verordnung etwa 500 Mio. EUR an Beihilfen in diesem Zusammenhang an die Erzeugerorganisationen der jeweiligen Mitgliedsstaaten ausbezahlt.

Quelle: AMA-Marktbericht Obst und Gemüse - November 2018
 

Veröffentlichungsdatum: 20.12.2018

Schlagwörter

Österreich, Apfel, Ernte