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BLE-Marktbericht Tomaten KW 49: Proteste in Frankreich hatten Auswirkungen auf die Verfügbarkeit

13. Dezember 2018

Spanische, niederländische und belgische Zuströme bildeten die Basis des Angebotes. Die Versorgung hatte sich nicht wesentlich verändert, allerdings hatten die Proteste in Frankreich punktuell auch Auswirkungen auf die Verfügbarkeit. Die Notierungen kletterten daraufhin aufwärts. 
Dies geht aus dem "BLE-Marktbericht KW 49 / 18" hervor.

Bildquelle: Shutterstock.com Gemuese
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Die Bereitstellung niederländischer und belgischer Früchte beschränkte sich in München, was es den türkischen Importen erlaubte, verstärkt Fuß in der Vermarktung zu fassen. Auch in Berlin generierten diese, angetrieben durch eine vorzügliche Güte, eine recht freundliche Beachtung. In der Hauptstadt verbilligten sich bis Mittwoch Kirschtomaten aus Lagerbeständen kontinuierlich. 

In Köln verteuerten sich Rispenware und Runde Tomaten infolge verbesserter Unterbringungsmöglichkeiten, was die anschließende Abwicklung aber merklich abbremste. In Hamburg mussten die Kunden für begrenzt vorrätige Fleischtomaten mehr als bislang zahlen. Frankfurt berichtete von anziehenden Bewertungen für die niederländischen und belgischen Erzeugnisse, was auf verminderten Zuflüssen gründete. 

Äpfel
Deutschland herrschte weiter kontinuierlich vor: Mit Elstar, Jonagold, Boskoop und Braeburn waren die Märkte hinreichend versorgt. Die Kondition überzeugte nicht durchgängig, so gab es in München beispielsweise verstärkt Offerten, deren Unterbringung drängte. In Frankfurt tauchten erstmals Opal (s. Abb.) auf: Die gelbschalige Frucht mit festem Fleisch und süßlichem Geschmack ist eine Kreuzung aus Golden Delicious und Topaz. Frankreich beteiligte sich vorrangig mit Jazz und Granny Smith am Geschehen. Red Chief, hübsch aufgemacht und versehen mit weihnachtlichem Aufkleber, kosteten in Frankfurt bis zu 3,50 € je 2 kg. Italien schickte insbesondere Red Delicious und Granny Smith. Aus den Niederlanden stammten unter anderem Elstar. Die Abwicklung schränkte sich punktuell ein, verlief an manchen Plätzen aber durchaus freundlich. Ebenso uneinheitlich gestaltete sich die Preisfindung: In München zogen die Notierungen für ausländische Braeburn nachfrageinduziert an. In Frankfurt verteuerten sich inländische Berlepsch und Wellant einstandsinduziert. In Hamburg kam es hingegen zu Vergünstigungen.

Birnen
Wie gewohnt bestimmte Italien das Geschehen und stellte vorrangig Abate Fetel, Williams Christ und Santa Maria bereit. Deutsche Alexander Lucas, Conference und Boscs Flaschenbirne hatten mehr oder minder ergänzenden Charakter. Die Niederlande schickten vorrangig Conference und Gellert. In Frankfurt gab es Early Desire in 8-kg-Kartons zu 1,69 € je kg. Belgische Conference rundeten die Warenpalette ebenso ab wie türkische Santa Maria. Die Saison von Devici aus der Türkei lief aus. Insgesamt herrschte ein recht ruhiges Interesse vor; es konnte problemlos gestillt werden. Preisliche Veränderungen waren nur selten auszumachen, da sich Angebot und Nachfrage hinreichend die Waage hielten. Nur punktuell mussten die Kunden etwas tiefer in die Tasche greifen, so etwa in Berlin bei italienischen Abate Fetel oder in München bei türkischen Santa Maria.

Tafeltrauben
Die Importe aus Übersee dominierten inzwischen klar erkennbar die Geschäfte: Peruanische Sugraone und Crimson Seedless sowie brasilianische Crimson Seedless und Thompson Seedless bildeten die Basis des Sortimentes. Peruanische Red Globe wurden inzwischen vermehrt in 4,5-kg-Kartons umgeschlagen. Erste südafrikanische Starlight gesellten sich zu den bereits etablierten Early Sweet gleicher Herkunft. Die Unterbringung der Offerten von der südlichen Hemisphäre verlief in der Regel recht glatt. Diese Produkte standen augenscheinlich im Mittelpunkt, da die europäischen verstärkt unter konditionellen Schwierigkeiten litten. Vergünstigungen für die italienischen, französischen und spanischen Chargen waren demzufolge an der Tagesordnung. Und auch türkische Thompson Seedless, deren Präsenz deutlich abnahm, verbilligten sich insgesamt.

Orangen
Spanische Navelina prägten den Handel bei den Blondorangen. Türkische Navelina und Washington Navel sowie italienische Navel ergänzten, weiteten ihre Präsenz indes merklich aus. Früchte aus Übersee verloren derweil an Bedeutung: Südafrikanische Valencia Late und Midknight waren nur noch in geringen Mengen vorrätig. Bei den Blutorangen trafen erste italienische Tarocco ein, die Moro flankierten. Deren Ausfärbung sprach durchaus schon an. Insgesamt beschleunigte sich die Abwicklung, Adventszeit und niedrigere Temperaturen sei Dank. Die Bewertungen verharrten aber dennoch meist auf bisherigem Niveau, da sich auch die Verfügbarkeit merklich ausgedehnt hatte. Punktuell konnten die Vertreiber ihre Forderungen erhöhen, so etwa in Frankfurt, wo sich die spanischen Offerten verteuerten.

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Bei den Clementinen bestimmte Spanien die Vermarktung; Italien, Marokko und Griechenland hatten abrundenden Charakter. Im Segment der Satsumas dominierte die Türkei vor Spanien. Die spanische Saison bog inzwischen auf ihre Zielgerade ein; die Abladungen schrumpften merklich zusammen. Punktuell wurden die Offerten vermehrt in Bitufo-Kleinsteigen angeboten. Die Nikolauswoche verbessert traditionell die Unterbringungsmöglichkeiten, sodass der Abverkauf meist befriedigte. Allerdings verhinderte die sehr üppige Versorgung mögliche Verteuerungen, sodass die Notierungen oftmals auf dem Level der Vorwoche verharrten. In Köln mussten die Kunden hingegen bis Donnerstag kontinuierlich tiefer in die Tasche greifen. In Frankfurt hingegen kam es manchmal auch zu Vergünstigungen, da auf diesem Wege Bestände minimiert werden sollten. Hier generierten türkische und marokkanische Importe kaum Beachtung und entwickelten sich zu einem regelrechten Ladenhüter.

Zitronen
Die Warenpalette setzte sich aus spanischen Primofiori und türkischen Enterdonato zusammen. Die Verfügbarkeit schränkte sich zwar ein, genügte aber, um den steten Bedarf zu decken. Der Handel verlief ohne größere Höhepunkte. Demzufolge veränderten sich die Bewertungen nur sehr selten. In Frankfurt verbilligte sich die 90er-Sortierung auf 17,50 € je 15-kg-Kiste. Und in München bröckelten die Notierungen im Wochenverlauf sukzessive in sehr kleinen Schritten ab.

Bananen
Die Nachfrage hatte sich verschiedentlich begrenzt. Die Bereitstellung musste daraufhin reduziert werden. Dies sicherte für gewöhnlich konstante Notierungen. Nur örtlich mussten die Vertreiber ihre Aufrufe infolge zu geringer Unterbringungsmöglichkeiten senken. So verbilligten sich in München einige Zweit- und Drittmarken, die qualitativ nicht mehr vollends überzeugten.

Blumenkohl
Italien dominierte vor Frankreich und Italien. Spanien und Deutschland rundeten das Sortiment mit geringen Mengen ab. Eine breite Qualitätsspanne führte in Frankfurt zu einer weit geöffneten Preisschere bei den italienischen Offerten. So musste man dort zwischen 7,50 und 10,50 € je 6er-Gebinde bezahlen. Französische Chargen kosteten demgegenüber zwischen 9,- und 11,- €. Insgesamt verlief der Umschlag ohne besondere Ereignisse. Die Preise der einzelnen Länder lagen für gewöhnlich eng beieinander. In München bremsten die hohen Forderungen der Verkäufer die Abwicklung. Summa summarum blieben die Bewertungen konstant, örtlich bröckelten sie aber auch ein wenig ab.

Gemüsepaprika
Spanien dominierte augenscheinlich das Geschehen. Importe aus der Türkei und Marokko rundeten die Vermarktung ab, aus der sich die Niederlande zunehmend verabschiedeten. Sehr wenige ungarische und einheimische Abladungen komplettierten den Handel. Die Verfügbarkeit schränkte sich zwar ein, genügte aber, um die kontinuierliche Nachfrage zu befriedigen. Bei Geschäften ohne besondere Höhepunkte verharrten die Notierungen häufig auf dem Niveau der Vorwoche. Rote California waren dabei in der Regel am teuersten; für sie musste beispielsweise in Frankfurt bis zu 12,- € je 5-kg-Karton gezahlt werden. Lediglich für Früchte mit organoleptischen Mängeln, wie sie in Hamburg ab und an zu finden waren, mussten die Vertreiber ihre Aufrufe deutlich senken um eine Unterbringung zu erreichen.


Weitere Informationen
Frankfurt
Süßkirschen aus Chile in 32 mm wurden zu 18,- bis 22,- € je kg nur zögerlich beachtet. Da das Interesse an Pfirsichen und Nektarien nicht befriedigte, versuchten die Vertreiber mit niedrigeren Forderungen Kunden zu akquirieren. Für spanische Kakis ließen sich höhere Forderungen durchsetzen. Der Bedarf an Erdbeeren wurde hauptsächlich durch ägyptische Importe in 250-g-Schälchen gedeckt; italienische Offerten trafen bedingt durch die Regenfälle in den Anbaugebieten nicht ein. Grüne Zucchini kamen in ausreichenden Mengen aus Italien, Spanien und Marokko und die Bewertungen wurden leicht nach unten revidiert. Auberginen verteuerten sich auf bis zu 14,50 € je 5-kg-Kolli. Belgischer und niederländischer Rosenkohl räumte zufriedenstellend, auch bei Lauch und Wirsing stieg das Interesse an. Durch die derzeitigen Streiks in Frankreich waren am Montag und Dienstag kaum Gemüsezwiebeln aus der spanischen Ernte verfügbar; die Forderungen lagen daher bei 12,- bis 13,- € je 25-kg- Sack. Wenig Nachfrage herrschte bei Grünkohl, Schwarzwurzeln und Steckrüben vor. Nachdem nur noch wenige frische Steinpilze verfügbar waren, suchte der Handel verstärkt getrocknete Ware.
Hamburg
Der verstärkte Konkurrenzkampf führte bei Zucchini aus Spanien, Italien, der Türkei und Marokko zu generellen Vergünstigungen.
Köln
Neben italienischen und neuseeländischen Offerten waren Kiwis inzwischen aus französischem Anbau am Platz zu finden. Wie auch in den Vorjahren traf in dieser Woche erster Spitzkohl aus Portugal ein. Die noch am Platz befindlichen einheimischen Partien verteuerten sich. Zu den bereits in der letzten Woche eingetroffenen italienischen Bundmöhren gesellten sich erste spanische Offerten.
München
Bei zunehmender Bedeutung europäischer Kiwis blieben neuseeländische Anlieferungen inzwischen aus. Im Vorweihnachtsgeschäft gewann südafrikanisches Steinobst leicht an Bedeutung. Aufgrund dosierter Zuläufe an spanischen Kakis und gleichbleibender Nachfrage stiegen die Forderungen an. Iberische Himbeeren sowie südamerikanische Kulturheidelbeeren fanden erst wieder zum Wochenausklang ausreichende Beachtung. Den Bedarf an Kohlrabi deckte Italien. Hier wurde die untere Preisgrenze etwas nach unten verschoben. Chicorée aus Belgien vergünstigte sich deutlich. Auberginen wurden teurer.


Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 49 / 18
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Veröffentlichungsdatum: 13.12.2018

Schlagwörter

BLE, Marktbericht, Tomaten, Proteste, Frankreich, Verfügbarkeit