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Königin Máxima macht sich für wahre Kostenrechnung stark

07. Dezember 2018

„True Cost Accounting“ war das Thema einer hochkarätig besetzten Diskussionsrunde am Firmensitz des niederländischen Bio-Importeurs Eosta. Gastgeber und Eosta-Geschäftsführer Volkert Engelsman empfing die niederländische Königin Máxima, die sich mit besonderem Interesse an der Debatte beteiligte.

Foto © Eosta B.V.
Königin Máxima. Foto © Eosta B.V.

Ein prominenter Gast aus Deutschland war zudem BÖLW-Vorsitzender Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, der sich dafür aussprach, staatliche Fördermittel künftig gezielt dafür einzusetzen, um Landwirte für ihre ökologischen Leistungen zu entlohnen.

Anlässlich der Auszeichnung Eostas, eines der führenden Handelsunternehmen für Bio-Obst und -Gemüse in Europa, als nachhaltigstes Unternehmen der Niederlande im Mai 2018 stattete die niederländische Königin Máxima diesem am 4. Dezember einen Besuch ab. Im Zentrum ihrer Visite stand eine Debatte über „True Cost Accouting“ – eine Methode, bei der die verborgenen Produktionskosten für Mensch und Umwelt in die Gewinnberechnungen und Preisfestsetzungen einbezogen werden. Als studierte Wirtschaftswissenschaftlerin und ehemalige Bankerin bekräftigte Königin Máxima ein besonderes Interesse an dem Thema. Eosta konnte sich durch die 2016 initiierte Kampagne „Was unser Essen wirklich kostet“ eine Vorreiterrolle in dieser Debatte sichern. Dafür wurde das Unternehmen u. a. mit der Wahl des Geschäftsführers Volkert Engelsman auf Platz eins des renommierten Nachhaltigkeitsrankings „TROUW Duurzaam 100“ und mit dem Europäischen Umweltpreis ausgezeichnet.

Ehrlich rechnen

Neben Königin Máxima nahmen an der hochkarätig besetzen „True Cost“-Debatte prominente Vordenker aus der Nachhaltigkeits-, Wirtschafts-, Politik- und Finanzwelt teil – wie Biobauer und Vorstandsvorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e. V. (BÖLW) Dr. Felix Prinz zu Löwenstein; Klaas Knot, Präsident der niederländischen Zentralbank; Peter Bakker, Präsident des Weltwirtschaftsrats für Nachhaltige Entwicklung sowie die Umweltaktivistin Marjan Minnesma sowie Gastgeber Volkert Engelsman.

Im Zentrum der Diskussionsrunde standen die Sustainable Development Goals (kurz SDGs) sowie eine neue Gewinndefinition. Engelsman erklärte: „Der Schritt hin zu einer neuen Ökonomie, die die verborgenen Kosten wirtschaftlichen Handelns für Mensch, Umwelt und Gemeinschaft – die sogenannten Externalitäten – in die Gewinn- und Verlustrechnungen mit einbezieht, ist unumkehrbar. Die Herausforderung für die Wirtschaftswissenschaft heißt jetzt: den gemeinwirtschaftlichen Kosten Rechnung tragen. Die Herausforderung für die Politik heißt jetzt: ein faires Spielfeld auf dem Markt schaffen, wobei fortan der Verursacher zahlt. Die Herausforderung an die Finanzwelt und die Wirtschaft heißt jetzt: Nachhaltigkeit ernst nehmen und zum festen Bestandteil von Unternehmensprognosen und Risikobewertungen machen.“

Gezielte Steuerung

„Neben staatlichen Regeln und der Verteuerung umweltschädlicher Substanzen durch Abgaben gibt es einen dritten Weg“, gab Dr. Felix Prinz zu Löwenstein in der Diskussionsrunde zu bedenken. „Der Staat kann durch Fördermittel eine Produktion vergünstigen, die öffentliche Güter wie Trinkwasser schont und die Biodiversität fördert. Im Moment werden 40 Prozent des EU-Haushalts für die Landwirtschaft ausgegeben. Der weitaus größte Teil davon wird nach dem Gießkannenprinzip und ohne Steuerungswirkung verteilt. Dieses Geld muss künftig gezielt dafür eingesetzt werden, Bauern für ökologische Leistungen zu entlohnen, die die Gesellschaft von ihnen verlangt, der Markt aber nicht ausreichend bezahlt.“

Sinnfrage

Engelsman fügte hinzu: „Es geht hier um weitaus mehr als nur um Zahlen. Mit dieser Debatte ist auch eine Sinnfrage an die Grundfesten unseres Wirtschaftssystems verbunden: Wie definieren wir eigentlich Gewinn? Was wollen wir als Menschheit? Dann kommen wir nämlich sehr schnell zu dem Schluss, dass ein vitales Ökosystem, Gesundheit und ein menschenwürdiges Zusammenleben auch ein Gewinn sind. Ein inklusiver Gewinn, von dem alle profitieren – und nicht nur einige wenige. Das ist der Kern der neuen Ökonomie, auf die wir uns zubewegen müssen.“

Mehr Informationen finden Sie unter: www.eosta.com

Quelle: Eosta

Veröffentlichungsdatum: 07.12.2018

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