Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Tafeltrauben: Zuströme aus Übersee wuchsen an

22. November 2018

Es kam Bewegung ins Geschehen, denn die Abladungen Trauben weiteten sich enorm aus: Waren in der Vorwoche aus Peru nur Sugraone greifbar, gab es inzwischen Red Globe, Crimson Seedless und Sheegene 21. Zu den Thompson Seedless, Arra 15, Sugraone und Crimson Seedless aus Brasilien gesellten sich örtlich Sweet Celebration, heisst es im aktuellen "BLE-Marktbericht KW 46 / 18".

Bildquelle: Shutterstock.com Trauben
Bildquelle: Shutterstock.com

Die Zuströme aus Übersee wuchsen also augenscheinlich an. Da traf es sich gut, dass sich die Versorgung mit europäischen Artikeln rückläufig entwickelte. Italienische Italia und Crimson Seedless dominierten noch immer, ihre Bedeutung nahm aber erkennbar ab. Und auch die griechischen, französischen und spanischen Zufuhren begrenzten sich. Die türkische Saison bog auf ihre Zielgerade ein: Sultana standen zwar üppig bereit und deckten in Verbindung mit Crimson Seedless sowie Red Globe den Bedarf, allerdings ließen die Früchte ab und an hinsichtlich ihrer organoleptischen Eigenschaften zu wünschen übrig.

Die Importe von der südlichen Hemisphäre zeigten sich bezüglich Geschmack und Beerengröße schon von einer sehr ordentlichen Seite. Bloß in Berlin fielen brasilianische Sweet Globe zu klein aus; sie schmeckten dafür hervorragend. Generell tendierten die Notierungen infolge der vermehrten Mengen eher nach unten als nach oben.

Äpfel
Das Inland dominierte wie zuvor mit Elstar, Jonagold und Boskoop. Das Interesse konnte problemlos gestillt werden; es hatte sich örtlich abgeschwächt. In Hamburg kam es daraufhin bei kleinen Früchten am Mittwoch zu Verbilligungen. In München ließ die Kondition der Artikel nach, was sich ebenso auf die Notierungen auswirkte. Ansonsten verharrten die Bewertungen aber häufig auf bisherigem Niveau. Aus Frankreich und Italien stammten meist Clubsorten wie Pink Lady und Jazz. Die Bereitstellung passte man dabei an den Bedarf an, sodass die Preise oftmals konstant blieben. Kleine und polierte italienische Red Delicious sind in der Voradventszeit immer beliebt und stießen in München auf einen freundlichen Zuspruch. Die Niederlande sendeten unter anderem günstige Elstar und Boskoop, konnten damit aufgrund der einheimischen Konkurrenz indes nur begrenzt Fuß fassen. Dasselbe Schicksal erlitten die Zuströme aus Griechenland und Polen, da sie in Berlin bloß eine eingeschränkte Beachtung generierten.

Birnen
Italienische Anlieferungen prägten die Szenerie: Vorrangig schlug man Abate Fetel, Santa Maria und Williams Christ um. Die Präsenz von Boscs Flaschenbirne dehnte sich punktuell aus; diese Produkte spielten insgesamt aber nur eine geringe Rolle. Deutsche Alexander Lucas und Conference ergänzten, niederländische Conference und Gute Luise rundeten die Vermarktung ab. Komplettiert wurde sie von der Türkei und Belgien, die sich mit spärlichen Zugängen an den Geschäften beteiligten. Der Handel gestaltete sich unisono unaufgeregt. Die Chargen aus den Niederlanden fragte man in Frankfurt etwas intensiver und in München kaum noch nach. Überzeugte die Qualität der Offerten, konnten die Vertreiber durchaus an ihren Forderungen der 45. KW festhalten. Lediglich in München hoben sie die Aufrufe für einheimische Partien sogar ein wenig an.

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Spanien dominierte das Geschehen, welches Italien bei den Clementinen und die Türkei bei den Satsumas ergänzte. Die Qualität der spanischen Artikel sprach in der Regel an, was deren Abwicklung antrieb. Allerdings hatten sich die Zuströme enorm verstärkt, sodass die Nachfrage damit nicht immer Schritt hielt. Die Händler konnten demzufolge Vergünstigungen nicht vermeiden. Großfallende Erzeugnisse waren dabei am teuersten, da gesucht, aber selten. Die türkischen Satsumas verbilligten sich auf einigen Märkten: Ihre Güte ließ in Frankfurt Wünsche offen und in Berlin verloren sie angesichts der angewachsenen spanischen Konkurrenz an Beliebtheit. In Hamburg wurden sie indes flott platziert, was auch auf ihrem mäßigen Preis gründete. Mandarinen kamen fast ausschließlich aus der Türkei und generierten nur eine schwache Beachtung. Die Zuflüsse aus Brasilien, Peru und Südafrika versiegten im Wochenverlauf zunehmend und verschwanden mehr oder weniger von der Bühne.

Zitronen
Spanische Primofiori prägten die Geschäfte, türkische Enterdonato rundeten sie ab. In Frankfurt gab es griechische Offerten zu 1,30 € je kg und in Berlin zyprische zu 1,- € je kg, die jedoch nur komplettierenden Charakter hatten. Insgesamt konnte das Interesse problemlos gestillt werden. Dieses befriedigte einerseits örtlich nicht durchgängig, sodass sich Bestände bildeten, andererseits sorgte das herbstliche Wetter für eine Beschleunigung des Umschlags. Die Notierungen der türkischen Chargen verharrten oftmals auf ihrem bisherigen Niveau, während die der spanischen Partien mengeninduziert häufig absanken.

Bananen
Der Handel verlief für gewöhnlich ohne große Höhepunkte in ruhigen Bahnen. Die Bereitstellung hatte man in der Regel genügend darauf abgestimmt. Die Bewertungen zeigten daher zur Vorwoche meistens keine Veränderungen. Verschiedentlich mussten diverse Erzeugnisse der Zweit- und Drittmarken in Hamburg vergünstigt werden, da sie schon länger am Platz vorrätig waren und die Verkäufer organoleptische Defizite befürchteten. In München verringerten die Vermarkter ihre Forderungen bei der Erstmarke ein wenig, ungeachtet einer leicht gestiegenen Nachfrage. Die Drittmarke Rosy aus Guatemala verteuerte sich zwar in Frankfurt, rangierte aber mit 15,- € je 18-kg-Karton immer noch am unteren Ende der Preisskala.

Salat
Eissalat stammte fast nur aus Spanien, im Wochenverlauf endete die niederländische und deutsche Kampagne. Häufig kam es zu Verteuerungen. In Hamburg hatten die LKWs aus Spanien eher Clementinen geladen, sodass die zufließenden Einheiten für Eissalat knapp waren, was sich postwendend auf die Notierungen auswirkte. In Köln und Frankfurt sanken die anfangs angehobenen Bewertungen im weiteren Fortgang aufgrund eines nachgelassenen Interesses wieder ab. Die Saison von inländischem und belgischem Kopfsalat aus dem Freiland bog auf ihre Zielgerade ein und bei einer freundlichen Nachfrage zogen die Preise an. Insbesondere die belgischen Produkte kosteten merklich mehr als zuvor: In Frankfurt sollte man bis zu 15,- € je 12er-Steige bezahlen. In München trafen verstärkt Erzeugnisse aus Unterglasanbau und aus belgischen Treibhäusern ein, daher erhöhten die Händler nochmals ihre Forderungen. Italien komplettierte diesen Sektor, war in Berlin derweil alleiniger Anbieter. Zu den einheimischen Bunten Salaten, deren Verkaufszeitraum angesichts der Temperaturen um den Nullpunkt demnächst abgeschlossen sein wird, gesellten sich erste italienische, die qualitativ durchaus zu gefallen wussten. In Frankfurt waren für erste französische Lollo-Varietäten und Eichblatt die anvisierten 10,- € je 9er-Gebinde wegen der deutschen Konkurrenz nicht zu realisieren. Die Präsenz von inländischen Endivien schränkte sich ein; italienische Zuströme deckten gesteigert den Bedarf.

Gurken
Die Bedeutung der dominierenden spanischen und griechischen Anlieferungen wuchs bei Schlangengurken an. Demgegenüber begrenzten sich die belgischen und niederländischen Zuströme. Deutschland hatte sich ganz aus dem Geschäft verabschiedet. Infolge einer verringerten Bereitstellung tendierten die Notierungen nach oben. Zum Teil kletterten die Bewertungen merklich aufwärts, was die Unterbringung aber augenscheinlich verzögerte. Also waren die Vertreiber hier und da ab Donnerstag zu Vergünstigungen gezwungen, was die Abwicklung wiederum beschleunigte. Auch die Minigurken verteuerten sich. Die vorrangig türkischen und griechischen Offerten generierten danach nur eine verminderte Beachtung. Spanien, die Niederlande und das Inland rundeten in diesem Bereich die Vermarktung mit wenigen Mengen ab.

Tomaten
Das Sortiment setzte sich hauptsächlich aus spanischen, belgischen und niederländischen Chargen zusammen. Französische, italienische und deutsche Abladungen komplettierten ebenso wie günstige marokkanische und polnische. Die Verfügbarkeit dehnte sich aus und überragte ab und an das Interesse. Dennoch sanken die Notierungen nicht immer ab, für manche Varietäten stiegen sie sogar leicht an. So kosteten in Köln runde Produkte mehr als zuvor. In Frankfurt zogen die Bewertungen ab der Wochenmitte an, nachdem die Händler am Montag Verbilligungen gewährt hatten. Hier verlief der Umschlag von Kirschtomaten recht flott. In Hamburg bröckelten die Preise wegen eines zu üppigen Angebotes für italienische und niederländische Strauchtomaten. Aus demselben Grund vergünstigte sich Rispenware in Berlin und Köln.


Weitere Informationen
Frankfurt
Bei Goldkiwis, Sungold, erfolgte ab Mittwoch die Umstellung von Neuseeland auf Italien. Die neue Ernte von Grapefruits aus Florida startete am Dienstag mit kleinfallenden Erzeugnissen in 56er-Kolli zu 36,- €. Die Vermarktung von Erdbeeren ebbte ab, so mussten niederländische Klasse-II-Partien schon zu 1,60 € je 500 g verkauft werden. Standardofferten kosteten zwischen 3,50 und 4,20 € je 500-g-Schale. Himbeeren wurden nur in exklusiver Qualität nachgefragt, weshalb marokkanische Früchte begehrt waren. Neben dem belgischen und niederländischen Rosenkohl gab es nun auch wieder Flower Sprouts in 2-kg-Kartons zu 17,- €. Erste ägyptische Lauchzwiebeln wurden zu 4,- bis 5,- € je 14er-Karton rasch untergebracht. Zucchini waren knapp und mit bis zu 15,- € je 5-kg-Gebinde sehr teuer. Rumänische Steinpilze ließen sich trotz des späten Saisonzeitpunktes zu 35,- bis 40,- € je kg schnell platzieren. Pfifferlinge verloren wegen ihrer schwächeren Güte an Beachtung. Deutscher Dill stand bloß noch als Bundware bereit. Aus Italien und Marokko kamen in einem dosierten Maße lose 3-kg-Aufmachungen.
Hamburg
Litschis aus Südafrika debütierten zu 19,- € je 2-kg-Kollo. Hohe Aufrufe seitens der Vertreiber hemmten das Interesse an ansprechend aussehenden und wohlschmeckenden brasilianischen Mangos. Für Buschbohnen mussten Vergünstigungen gewährt werden. Hervorragender Ingwer aus Brasilien kostete 20,- € je 13-kg-Karton.
Köln
Grapefruits aus den USA komplettierten das bisher überwiegend israelische Angebot. Neben der etablierten glatten Petersilie aus Italien wurde inzwischen auch die krause Variante ins Sortiment aufgenommen. Preislich gab es kaum Unterschiede. Ebenfalls aus Italien kam Fenchel, welcher hinsichtlich der Mengen und Notierungen hinter dem inländischen Pendent lag. Am Schluss der Woche wurde der dominierende einheimische Brokkoli mit erstem spanischem ergänzt.
München
Südafrika war mit Aprikosen, Pfirsichen und Nektarinen vertreten. Erste argentinische Süßkirschen und französische Kiwis trafen ein. Bei Beerenobst beschränkte sich die Warenpalette mittlerweile auf spanische und portugiesische Himbeeren, wenige niederländische Brombeeren und rote Johannisbeeren sowie auf peruanische und argentinische Kulturheidelbeeren. Belgien lieferte Erdbeeren aus Glashäusern in spärlichem Umfang; für inländische Produkte war die Saison beendet und Italien befand sich noch nicht im erhofften Maße in den Startlöchern. Für belgischen Chicorée setzte sich der aufwärtsgerichtete Preistrend fort. Die Verfügbarkeit von italienischem Radicchio weitete sich aus. Die Notierungen von Zucchini blieben auf hohem Niveau. Die Präsenz von Spinat, Kohlrabi und Radieschen aus Italien verstärkte sich.
Berlin
Erste Pfirsiche aus Südafrika ließen sich zwar am Freitag blicken, entwickelten sich aber zu den angestrebten 17,- € je 2,5-kg-Karton zu regelrechten Ladenhütern. Papayas aus Brasilien zeigten eine uneinheitliche Qualität; speziell die per Flugzeug ankommenden Früchte hielten den Erwartungen nicht immer Stand und so konnten die geforderten 6,- € je Stück kaum realisiert werden. Überschaubar angebotener weißer Spargel aus Peru begeisterte mit seinem Aussehen und wurde zu 1,50 € je 500-g Bund platziert. Die Situation bei Stangenbohnen entspannte sich merklich. Diese stammten ausschließlich aus Marokko. Sie überzeugten inzwischen wieder hinsichtlich ihrer Güte und wurden trotz Verteuerungen flott umgeschlagen.


Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 46 / 18
Copyright © fruchtportal.de

Veröffentlichungsdatum: 22.11.2018

Schlagwörter

Paprika, BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin