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BLE-Marktbericht: Deutschland bestimmte das Geschehen mit Elstar, Boskoop und Jonagold

08. November 2018

Erste Idared sowie Jazz und Cripps Pink trafen ein. Aus Italien und Frankreich stammten insbesondere Granny Smith und Royal Gala. Niederländische Boskoop und Elstar komplettierten. In Frankfurt gab es ab Donnerstag türkische Granny Smith in 13-kg-Kartons. Dies geht aus dem "BLE-Marktbericht KW 44 / 18" hervor.

Bildquelle: Shutterstock.com Apfel
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Die Geschäfte verliefen gebremst, durch die Feiertage hatten sich die Unterbringungsmöglichkeiten augenscheinlich begrenzt. Das Interesse wurde somit mühelos gestillt. Hinsichtlich der Preise machte man keine gravierenden Bewegungen aus. Die Forderungen für Chargen mit konditionellen Problemen mussten von den Vertreibern zurückgenommen werden; dies war beispielsweise ab und an in München der Fall.

Tafeltrauben
Italienische Anlieferungen prägten die Szenerie, vorrangig Italia, Michele Palieri und Crimson Seedless. Aus der Türkei kamen Sultana, Crimson Seedless und Red Globe, die sich örtlich mengeninduziert verteuerten. Die Bedeutung griechischer Partien verminderte sich, sodass diese recht hochpreisig blieben. Spanische und französische Abladungen hatten nur eine marginale Rolle inne. Dafür steigerte sich die Wichtigkeit der brasilianischen Zugänge: Neben Thompson Seedless und Sugraone tauchten inzwischen auch Sweet Saphire in 4,5-kg-Kartons auf, die aber aufgrund ihrer festen Notierungen kaum auf Zuspruch stießen. Erste Importe aus Peru wurden in Hamburg direkt an den LEH weitergeleitet.Generell war die Nachfrage eher als ruhig einzustufen, sie konnte ohne Schwierigkeiten gedeckt werden. Die Bewertungen verharrten häufig auf dem bisherigen Niveau. Punktuell wurden sie angehoben, etwa in Frankfurt und Berlin bei kernlosen Varietäten. In Köln vergünstigten sich mehrheitlich die italienischen Artikel infolge eines zu schwachen Kundenzugriffs.

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Sowohl bei den Clementinen als auch bei den Satsumas dominierte Spanien das Geschehen. Italien ergänzte. Im Sektor der Satsumas gab es zudem türkische Produkte, die ihre Präsenz merklich ausdehnten. Doch vor allem die Verfügbarkeit der spanischen Zuflüsse intensivierte sich massiv. Das Interesse hielt damit nicht immer Schritt. Die Preise glitten deswegen oftmals ab. Durch die augenscheinlich zugenommene Versorgung konnten eigentlich nur noch qualitativ exklusive Offerten zeitnah untergebracht werden. Zu kleine Erzeugnisse, z. B. Loretina oder Marisol in 120/140er-Kartons oder solche mit konditionellen Mängeln musste man mit Verbilligungen abwickeln. Bei den Mandarinen schränkte sich das Angebot aus Übersee ein. Dieses wurde von Südafrika beherrscht. Die türkischen Zufuhren wuchsen beträchtlich an und die Bewertungen fielen daraufhin trotz einer freundlichen Beachtung ab.

Zitronen
Spanien bestimmte vor der Türkei die Vermarktung. Argentinien und Südafrika komplettierten ebenso wie Griechenland. Der Handel zeigte sich uneinheitlich: Summa summarum gestaltete sich der Verkauf recht langsam, punktuell von der herbstlichen Witterung getragen etwas flotter. Während sich in München der Umschlag verstärkte, griffen die Kunden in Hamburg weniger zu. Dies gründete auf organoleptischen Schwächen; Schalenfehler begrenzten die Nachfrage. In Frankfurt kam es zu einstandsbedingten Vergünstigungen.

Blumenkohl
Deutschland dominierte vor Belgien. Spärliche Zuströme aus den Niederlanden komplettierten die Warenpalette. Das anfangs recht kleine Interesse wurde ohne Probleme gestillt. Und auch der später sukzessiv verstärkte Bedarf war für die Vertreiber mühelos zu stemmen. In Köln konnten die Artikel nicht durchgängig geräumt werden, weswegen sich die Preisspanne auffächerte. In München zogen die Notierungen zum Wochenende hin infolge einer gesteigerten Beachtung etwas an. In Berlin fiel das Angebot zu üppig aus, sodass die Händler ihre Aufrufe senken mussten.

Gurken
Spanien dominierte vor den Niederlanden und Belgien. Deutschland verlor augenscheinlich an Wichtigkeit, Griechenland ergänzte. Die Versorgung begrenzte sich merklich und die Notierungen stiegen daraufhin an. Lediglich in Köln und München verbilligten sich die Chargen, da dort das Interesse hinter den Erwartungen zurückblieb. In Frankfurt generierten im Soge der Verteuerungen sogar Klasse-II-Produkte vermehrte Beachtung. Die Platzierung von Minigurken ging flotter vonstatten. Diese stammten insgesamt gesehen vorrangig aus den Niederlanden und der Türkei; Deutschland und Spanien komplettierten. In Hamburg kosteten Importe aus Jordanien 15,- € je 5-kg-Kollo.

Tomaten
Die Verfügbarkeit der niederländischen, belgischen und spanischen Früchte verminderte sich zwar, reichte aber aus, um den Bedarf zu decken. Italien, Marokko und Polen hatten abrundenden Charakter. Einheimische Artikel ließen bezüglich ihrer Ausfärbung ab und an Wünsche offen. Die Nachfrage schränkte sich generell ein, woraufhin Vergünstigungen auf fast allen Märkten erkennbar waren. Zudem beeinträchtigen mancherorts zu üppige Abladungen die Geschäfte: So trafen in Hamburg sehr massiv polnische Offerten mit zu weichem Fleisch ein, die zu 3,50 € je 6-kg-Packstück umgeschlagen wurden. Außerdem gab es in der Hansestadt italienische Rückläufer aus dem LEH zu 0,75 € je 500 g. In Berlin fand man einerseits ein zu üppiges Sortiment und zudem zu helle polnische Partien vor, was die Preise generell drückte. Andererseits erfreuten sich hier marokkanische Kirschtomaten wachsender Beliebtheit, da sie billiger als die niederländische und italienische Konkurrenz waren. In Frankfurt hoben die Vertreiber ihre Forderungen für die marokkanischen und spanischen Anlieferungen an, nachdem sich die belgischen und niederländischen Erzeugnisse einstandsbedingt verteuert hatten. In München entschleunigte sich die Abwicklung witterungsinduziert und die Notierungen bröckelten zunächst ab. Erst zum Wochenende hin erholten sie sich wieder und kletterten, zumindest für Rispenware, aufwärts. In Köln passte die Bereitstellung zu den Unterbringungsmöglichkeiten, sodass die Bewertungen stabil blieben.

Gemüsepaprika
Spanien dominierte vor den Niederlanden und der Türkei. Belgien und Marokko rundeten das Angebot ab. Die Versorgung begrenzte sich. Sie genügte indes, um das Interesse zu stillen. In Köln stockten die Geschäfte und eine Lagerleerung gelang nicht, was die Preise aber nicht veränderte. In Hamburg zogen die Notierungen für die spanischen Produkte an. In München hingegen kam es zu sukzessiven Vergünstigungen, hervorgerufen durch zu üppige Mengen. In Frankfurt verharrten die Bewertungen auf bisherigem Niveau. In Berlin litten die türkischen Importe unter konditionellen Schwächen, was sich selbstredend negativ auf die Aufrufe der Händler auswirkte.


Weitere Informationen
Frankfurt
Die Anlieferungen von Blondorangen aus Italien, Spanien und der Türkei stiegen an. Türkische Fukumoto in 15-kg-Kartons konnten zu 15,- € problemlos platziert werden. Die Notierungen von Erdbeeren kletterten nach langer Stagnation wieder aufwärts. Himbeeren wurden weniger beachtet. Zum Wochenanfang gab es nochmals deutsche grüne Zucchini zu 7,- bis 8,- € je 5-kg-Kiste. Das schlechte Wetter in Südeuropa schlug sich auf die Preise von Artischocken, Auberginen und Zucchini nieder. Marokkanische und italienische Buschbohnen waren knapp und teuer. Ab Mittwoch setzten sich versteifte Forderungen für Rotkohl, Weißkohl und Wirsing durch. Der Hype um Halloween ging nach und nach zurück, zumindest was Kürbisse betraf. Durch eine intensivierte Nachfrage der Spitzengastronomie wurden lila Möhren, Rote Beete, lila Daikon-Rettiche und blaue Kartoffeln vermehrt ins Sortiment aufgenommen. Das deutsche Gemüsesegment verbreiterten Bio-Pastinaken und BioSüßkartoffeln aus der Pfalz.
Hamburg
Mangos aus Brasilien eröffneten in verschiedenen Kalibern zu ca. 4,- bis 4,50 € je kg ihre Saison. Lose aufbereitete türkische Kiwis kosteten 16,50 € je 10-kg-Karton. Frische Blondorangen, Navelina aus Spanien, waren zum Teil zu früh gepflückt und überzeugten hinsichtlich Geschmack und Ausfärbung nicht. Kleinfallende Früchte wurden zu 11,- € je 13,5-kg-Packstück und große zu 15,- € je 15 kg untergebracht. Nektarinen aus Südafrika starteten zu 16,- € je 2,5-kg-Karton in die Vermarktung.
Köln
Infolge leicht angestiegener Zufuhren von Orangen gaben deren Notierungen nach. Über die gesamte Woche standen ausreichend Quitten aus türkischem Anbau zur Verfügung. Obwohl die Temperaturen sanken, hielt sich der Handel mit Lauch, Rosenkohl und Grünkohl noch sehr in Grenzen. Dagegen gestaltete sich der Verkauf von Kürbissen aller Art recht freundlich.
München
Mit dem Umschwung hin zu herbstlichem Wetter verminderte sich kontinuierlich die Nachfrage nach Himbeeren, Erdbeeren und Kulturheidelbeeren. Auch ein überschaubares Angebot konnte nicht mehr restlos geräumt werden. Ebenso nahm der Bedarf an europäischen Zwetschgen ab. Südafrika schickte erste Pfirsiche ins Rennen. Südamerika lieferte bereits Frischfeigen. Chicorée blieb teuer. Von der Menge her eingeschränkte Zucchini notierten fest. Spanischer Brokkoli dehnte seine Präsenz aus. Inländische Hokkaidokürbisse gerieten unter Preisdruck. Spinat, Mangold, Dill, Minze und Koriander flossen aus Spanien zu.
Berlin
Niederländische Erdbeeren überzeugten sowohl optisch als auch geschmacklich und generierten so bis zu 2,- € je 500-g-Schale. Im Gegenzug dazu schwächelten die einheimischen Partien hinsichtlich ihrer Ausfärbung und stießen somit auf weniger Beachtung. Peruanische Kulturheidelbeeren kamen zu Wochenbeginn als Rückläufer aus der Discountschiene und gingen dann infolge ihrer suboptimalen Güte zu 10 Cent je 250-g-Schälchen an Schnäppchenjäger. Weißer Spargel aus Peru überraschte mit seiner Frische, dem tollen Aussehen und den geforderten 1,- bis 1,50 € je 500-g-Bund. Die Warenknappheit von Steinpilzen aus Osteuropa garantierte zufriedenstellende Bewertungen.


Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 44 / 18
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Veröffentlichungsdatum: 08.11.2018

Schlagwörter

Apfel, BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin