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Brandenburg: große Schwierigkeiten ausreichend Speisekartoffeln zu beziehen

24. Oktober 2018

Packer hierzulande haben große Schwierigkeiten für die Regionalprogramme ausreichend Speisekartoffeln zu beziehen. Für die dennoch von den Handelsketten angesetzten Werbeaktionen werden die Kartoffeln aus Brandenburg und Sachsen - Anhalt zusammengekratzt. Häufig wird noch Feldware frisch vom Acker geliefert. 

Bildquelle: Shutterstock.com Kartoffeln
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Dies geht aus dem "Marktinformation Ostdeutschland 42. KW 2018" des Landesamts für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) in Rostock hervor.

Besonders angespannt ist die Situation bei den mehlig kochenden und festkochenden Sortentypen. Die Qualität der Speiseware ist oft nicht zufriedenstellend. Der Antei beschädigter Knollen ist hoch. Lagerware ist kaum verfügbar. Sie befindet sich noch im Schwitzprozess. Das Preisniveau für Feldware bleibt auf Vorwochenniveau. Für Lagerware werden deutlich höhere Preise genannt. Die Schälkartoffelpreise sind stabil im Vergleich zu vergangenen Woche.

Mecklenburg - Vorpommern
Aufgrund der ungewöhnlich stabilen Wetterlage mit hochsommerlichen Temperaturen werden die restlichen Speisekartoffeln pö a pö geerntet und für die Frischvermarktung genutzt. So bleibt das Erzeugerpreisniveau auf Vorwochenniveau. In der kommenden Woche wird mit dem Packen von Lagerkartoffeln das Preisniveau in Absprache mit den Handelsketten zum Teil deutlich angehoben werden. Nach wie vor sind noch umfangreiche Stärkekartoffelbestände zu roden. Infolge der Trockenheit erfordert die Stärkekartoffelernte in diesem Jahr einen hohen Aufwand für die Nachreinigung. Zusätzliches Personal muss den Klutenanteil aussortieren. Der Absatz im Lebensmitteleinzelhandel und in den Discountern wird von ruhig bis zufriedenstellend beschrieben. In der Direktvermarktung ab Hof ist die Nachfrage im Zuge der Einkellerung dieses Jahr hoch. Die Schälkartoffelpreise verharren auf Vorwochenniveau. Preisaufschläge werden Ende Oktober erwartet.

Sachsen
Die Versorgungssituation ist unverändert angespannt. Das große Ertragsdefizit in diesem Jahr wird die diesjährige Vermarktungssaison begleiten. Nach wie vor sind viele Lagerhäuser dicht, die Knollen befinden sich noch im Schwitzprozess. Erzeuger agieren vorsichtig und halten sich mit der Vermarktung zurück. Der September ist üblicherweise der absatzstärkste Monat. In diesem Jahr wurde deulich weniger Menge umgesetzt. Es liefen aufgrund der geringeren Verfügbarkeit deutlich weniger Werbeaktionen als in den Vorjahren. Das höhere Preisniveau sorgte zudem für Kaufzurückhaltung im Lebensmitteleinzelhandel und in den Discountern. Die Erzeugerpreise wurden aktuell bis zu 4 EUR/dt angehoben. Für Speiseware im Premiumbereich müssen mindestens 30 EUR/dt gezahlt werden. Die Preise für Schälkartoffeln bleiben unverändert auf Vorwochenniveau. Preiserhöhungen der vergangenen Wochen wurden von den Kunden überwiegend problemlos akzeptiert.

Sachsen - Anhalt
Die Speisekartoffelernte ist noch nicht abgeschlossen. Die hochsommerlichen Erntebedingungen erfordern ein sehr langsames Rodetempo, um die Beschädigungen zu minimieren. Die Erträge liegen teils 50 bis 60 % unter dem üblichen Niveau. Packer nutzen noch überwiegend Feldware, zum Teil wird bereits Lagerware abgepackt. Das Preisniveau für durchgeschwitzte Speiseware ist bis zu 4 EUR/dt angehoben worden. Der Absatz im Lebensmitteleinzelhandel ist gut. Werbeaktionen mit ungewaschener Feldware sind schlecht gelaufen im LEH. Die sich anbahnende Nachfrage aus dem Ausland ist durch die Preiserhöhung der vergangenen Tage deutlich abgeflaut, berichten Versandhändler. Die Schälkartoffelpreise verbleiben überwiegend auf dem Vorwochenniveau. Vereinzelt wurden die Preise angepasst.

Thüringen
Aufgrund der anhaltenden Trockenheit geht die Kartoffelernte nur sehr langsam voran. Um den Klutenanteil und Kartoffelbeschädigungen zu reduzieren, ist die Erntegeschwindigkeit sehr gering. Für die Frischware vom Feld, welche noch den überwiegenden Teil im Packgeschäft ausmacht, bleiben die Erzeugerpreise größtenteils stabil auf dem Vorwochenniveau. Teils wurden die Preise bis zu 2 EUR/dt angehoben. Für Lagerware werden weitere Preiserhöhungen in Aussicht gestellt. Packer berichten von ruhigem Absatz in den Handelsketten. Die Schälkartoffelpreise verharren auf Vorwochenniveau.

Quelle: MIO-Lallf

Veröffentlichungsdatum: 24.10.2018

Schlagwörter

Marktinformation, Ostdeutschland, Brandenburg, Speisekartoffeln, Regional