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Polnische Obsterzeuger läuten Alarm

02. Oktober 2018

Die Niederländische Obsterzeugerorganisation (Nederlandes Fruittelers Organisatie, NFO), die sich für den Obstanbausektor einsetzt, berichtet, dass die polnischen Obstproduktionsnachrichten in den letzten Wochen von Berichten über niedrige Preise und die schlechte Situation bestimmt waren, in der sich jener Sektor befindet.

Bildquelle: Shutterstock.com Apfel
Bildquelle: Shutterstock.com

Letzte Woche protestierten Obsterzeuger in drei Saft verarbeitenden Betrieben in Lublin, um höhere Preise durchzusetzen. Sie fordern eine Vergütung von mindestens 0,35 PLN (8 Euro-Cent) pro kg Äpfel und nicht die jüngsten Preise von bloß 4,5 Cent bis nicht einmal 4 Cent pro Kilo, die ein Erzeuger erhält. Im August waren die Preise noch bei 5 Cent pro Kilo, was 70% weniger als die Preise im August 2017 sind.

Die Vereinigung der polnischen Obsterzeuger spricht nun mit den Herstellern, um höhere Preise zu erreichen. Eine der Hürden bei den Gesprächen ist, dass einige Fabriken chinesischen Investoren gehören, womit ein weiteres Glied in der Kette hinzukommt. Ein weiterer hindernder Faktor ist, dass der Apfelsaftkonsum nicht weltweit ansteigt, aber dass die polnischen Erzeuger immer mehr Wettbewerb von Ländern wie Moldawien und der Ukraine bekommen, womit das Angebot an Industrieäpfeln in einem stabilen Absatzmarkt steigt.

Der polnische Landwirtschaftsrat der Provinz Swietokryska wandte sich an den EU-Landwirtschaftskommissar, Phil Hogan. Die niedrigen Apfelpreise sind nicht nur schlecht für die polnischen Erzeuger, sie sind auch eine Bedrohung für den EU-Markt, betonte er. Das aktuelle System des freien Vertriebes funktioniert nicht. Die Subvention für Neupflanzungen sollte auch zurückgenommen werden und es sollte mehr Unterstützung für den Bau neuer Kühlzellen ausgegeben werden.

Die NFO schreibt weiter, dass trotz der vielen Klagen über den kränkelnden Sektor einige Erzeuger keine Angst haben, Verschulden einzugestehen. Auf portalspozywczy.pl schreibt Zbigniew Cholyk, Vorsitzender von LubApple: „Wir haben gelernt, nicht 30, sondern 60 oder 80 Tonnen pro Hektar zu erzeugen. Wir haben moderne Plantagen mit hohen Produktionen, aber wir können die Früchte noch nicht gut aufbewahren. Wir haben zu viele Äpfel mit schlechter Qualität.“ Von den 4,5 Millionen Tonnen Äpfeln, die in Polen geerntet werden, sind nur 1,5 Millionen Tonnen für den Frischmarkt geeignet.

Quelle: NFO

Veröffentlichungsdatum: 02.10.2018

Schlagwörter

Polen, Obsterzeuger, fruchthandel