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Österreich: Prognostizierte Rekord- Apfelernte 2018 abgeschwächt, Angebotsdruck dennoch erwartet

20. September 2018

Im Gegensatz zu den letzten zwei Jahren, als heimische Produzenten aufgrund klimatischer Extremereignisse noch Minderernten hinnehmen mussten, ist 2018 ein ausgesprochenes Apfeljahr. Ausgedehnte Hitzewellen hatten, dank regionaler Niederschläge, nur begrenzt Auswirkung auf Behang und Qualität, heisst es im aktuellen Marktbericht der AgrarMarkt Austria für den Bereich Obst und Gemüse.

Bildquelle: Shutterstock.com Apfel
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Die World Apple and Pear Association (WAPA) schätzte Anfang August im Rahmen der Prognosfruit - Konferenz in Warschau für die Steiermark ein Erntevolumen von 184.000 t. Demzufolge kann davon ausgegangen werden, dass heuer die 200.000 t Marke bundesweit überschritten werden wird. Rückblickend auf das äußerst schwache Vorjahr mit 67.000 t Ernteertrag wäre dies eine Steigerung von 198,5 %.

Österreichische Apfelläger sind, sowohl im Speise- als auch im Verarbeitungsbereich, geräumt und auch europaweit gibt es kaum verjährte Ware welche die neue Ernte bis in den Herbst hinein begleiten könnte. Dementsprechend aufnahmefähig ist der Markt. Den optimalen Erntezeitpunkt folgend werden Summerred, Delbarestivale, Gala Royal, Elstar, Topaz, Golden Delicious und viele andere geschmackvolle Sorten nach und nach heimische Regalmeter füllen. 

Die Erzeugerpreise zeigten sich dabei im August laut niederösterreichischer Landwirtschaftskammer mit 1,30 EUR/kg für „Sommerapfel“ durchaus noch von der freundlichen Seite. Sobald der erste Hunger gestillt und die Ernte der Lagersorten voll angelaufen ist, wird seitens der Vermarkter deutlich nachgelassen werden müssen. Auch hinsichtlich der prognostiziert starken Ernten von Polen, Italien, Frankreich und Deutschland.

Konkret wird heuer mit einer EU- weiten Apfelproduktion von insgesamt 12,6 Mio. t gerechnet. Dies entspricht einem Plus von 36 % gegenüber dem Vorjahr und einer 13%igen Steigerung zum Durchschnitt der letzten drei Jahre.

Apfel- Supermacht Polen, der mit Abstand größte Produzent der EU, erwartet, durch eklatante Flächenausweitungen der letzten Jahre befeuert, eine Rekordernte von 4,48 Mio. t. Dies bedeutet ein Plus von 23 % zum Durchschnitt der letzten drei Jahre. Post- Embargo wurden 60 % der polnischen Exporte in Osteuropa abgesetzt. Etwa 500.000 t/Jahr hatte alleine Russland importiert. Hiesige Vermarkter werden sich vermehrt Richtung Westeuropa orientieren müssen um Überhänge aller Klassen abzudrücken.

Italien erwartet heuer eine Steigerung von 29 % gegenüber dem Vorjahr und somit ein Plus von 5 % gegenüber dem dreijährigen Durchschnitt. Auch in Frankreich und Deutschland werden mit 1,5 Mio. t bzw. 990.000 t überdurchschnittliche Erntemengen prognostiziert. Seitens der Europäischen Kommission wird intensiv daran gearbeitet neue Exportkanäle in Drittstaaten zu generieren um Überschüsse entsprechend vermarkten zu können. Heuer wurde in diesem Kontext auch immer wieder China genannt, da ein Ernteeinbruch von bis zu 12 Mio.t erwartet wird. Europa, so hofft die europäische Kommission, könnte den Chinesen mit Importen zu Seite stehen.

Für österreichische Produzenten hingegen wird eine Strategie der Sortimentserneuerung von grundlegender Bedeutung sein, um auch langfristig in einem internationalen Umfeld wettbewerbsfähig zu bleiben.

Quelle: AMA-Marktbericht Obst und Gemüse - August 2018

Veröffentlichungsdatum: 20.09.2018

Schlagwörter

Prognostiziert, Rekord-, Apfel, Ernte, Angebotsdruck