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BKE: Bio Kartoffeln - 100 Tage extreme Trockenheit

03. September 2018

Früher als in anderen Jahren hat die Ernte von Bio Kartoffeln schon vor 2 Wochen bundesweit begonnen. Die Flächen in den Frühkartoffelgebieten, wie der Pfalz und dem Niederrhein sind weitgehend geräumt, die Erträge und die Qualitäten waren zufriedenstellend, da der Pflanzzeitpunkt deutlich früher als in den klassischen Anbauregionen liegt und bei den Qualitäten musste durch Drahtwurmbefall leichte Abstriche gemacht werden, so der Bio Kartoffel Erzeuger e.V. (BKE).

Foto © BKE
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Einige Landwirte haben daher ihre Bio Kartoffeln zur Qualitätssicherung in ein Lager roden müssen, für Frühkartoffelanbauer eine ungewöhnliche Maßnahme.

Nach der ungewöhnlichen Trockenheit in ganz Nordeuropa konnte nur durch intensive Beregnung der Ertrag und die Qualität gehalten werden. Betriebe, die über keine Beregnungsmöglichkeit verfügen, müssen erhebliche Ertragseinbußen hinnehmen, auf einigen Flächen kommt es sogar zum Totalausfall. Auch auf sehr guten Standorten, wo die Böden lange das Wasser halten können, gibt es keine Bodenfeuchte mehr, da es in vielen Regionen 18 Wochen kaum noch geregnet hat. Dazu kamen sehr hohe Temperaturen und Wind, die den Boden zusätzlich austrocknen, das hat es in der Kombination bisher kaum gegeben.

Foto © BKEFür das reguläre Wachstum benötigt ein Kartoffelbestand ca. 450-500mm Feuchtigkeit über den gesamten Vegetationszeitraum (Quelle Wilfried Dreyer Naturland Kartoffelberatung), die durch die Bodenfeuchte, Morgentau und Regen zur Verfügung steht. Durch die ausbleibenden Niederschläge und die extreme Hitze über Wochen wurde laut Fachverband Feldberegnung e.V. eine negative Wasserbilanz von über 400mm seit April 2018 in weiten Teilen Deutschlands gemeldet.

Dieses Defizit konnte nur mit intensiver Beregnung bedingt ausgeglichen werden. In den vergangenen trockenen Jahren wurden die Bestände 3-4 Mal beregnet, in diesem Jahr waren es bis zu 10 Durchgänge. Dieser hohe Aufwand, kombiniert mit guten tiefgründigen Bodenstrukturen durch nachhaltige Wirtschaftsweise im ökologischen Anbau, konnte den Ertrag bei den meisten Betrieben mit einer Beregnungsmöglichkeit absichern. Trotzdem kommt es immer wieder zu leichtem Schorf auf der Oberfläche und zu Löchern durch den Drahtwurm. Ab 25°C reagiert die Kartoffelpflanze mit Wachstumsstress. Da es schon im Mai sehr warm war, haben viele Sorten deutlich weniger Knollen angesetzt als sonst üblich.
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Der Boden darf nicht trocken werden, da sonst zu viel Sauerstoff eindringen kann und damit die Schorfbildung auf der Schale begünstigt wird. Die meisten gängige Sorten neigen bei Trockenheit zu Wachstumsrissen oder „Verpuppungen“. In den Sortenversuchen der Landwirtschaftskammern und der Beratungsringe haben fast alle Sorten durch Fehlbildung mit optischen Mängeln auf die hohen Temperaturen und den latenten Wassermangel reagiert.

Die meisten Erzeuger mussten sich entscheiden, wo die vorhandenen Beregnungskapazitäten eingesetzt werden, da die Intervalle deutlich kürzer sein mussten. Wer also seinen Schwerpunkt auf die Kartoffel gesetzt hat, muss die anderen Kulturen weitgehend vertrocknen lassen. Vielerorts wird schon jetzt, üblich ist Ende September, der Mais gehäckselt, da sonst nur noch Stroh übrig bleibt.

BKEZusammenfassend gehen wir mit dem Wissen von heute von einer leicht unter durchschnittlichen Ertragserwartung aus. Im Hinblick auf die extremen Wachstumsbedingungen und die dadurch entstandenen optischen Defizite wird die Nettomenge kleiner sein als in den vergangenen Jahren.

Quelle: BKE

Veröffentlichungsdatum: 03.09.2018

Schlagwörter

BKE, Bio, Kartoffeln, Trockenheit