Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Deutsche Pflaumen herrschten fast monopolartig vor

09. August 2018

Dabei prägten weiterhin Cacaks Schöne die Geschäfte. Katinka büßten an Relevanz ein. Hanita und diverse Top-Varianten gewannen an Präsenz.  Verschiedene Balkanländer sowie Osteuropa ergänzten, hier und da im rückläufigen Umfang, das Angebot. Neu hinzu kamen Azura, Dabrovice, Haroma und Stanley.

Bildquelle: Shutterstock.com Pflaumen
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Die reichliche Verfügbarkeit baute einen erkennbaren Verkaufsdruck auf. Zudem wurden die Früchte schnell weich, was deren Absatz enorm bremste. Die Bewertungen sanken infolge der üppigen Bereitstellung für gewöhnlich ab, rutschten manchmal regelrecht in den Keller. Bloß feste Erzeugnisse wurden flott nachgefragt, selbst wenn sie etwas zu grün zu sein schienen. Susinen aus Spanien, Italien und Griechenland veränderten ihre Preise kaum. Der Zufluss von Mirabellen verdichtete sich. Daraus resultierten zwecks Vermeidung von Überhängen leichte sukzessive Vergünstigungen. Am Freitag wurde das Kilogramm schon ab 1,50 € umgeschlagen.

Birnen
Die europäische Kampagne gewann offensichtlich an Kraft. Italien dominierte mit Santa Maria. Die Türkei schickte diese ebenso in einem anwachsenden Umfang. Aus Frankreich und Spanien kamen verdichtete Importe an Dr. Jules Guyot. Deutschland beteiligte sich mit Clapps Liebling und Williams Christ mit neuer Ernte am Geschäft. Eine leicht intensivierte Bereitstellung begegnete einem unaufgeregten Interesse. Es fiel immer schwerer, die Bewertungen auf einem konstanten Niveau zu halten. Über kurz oder lang brachen sie vielfach ein. Die Alternativen von der südlichen Halbkugel büßten stufenweise an Relevanz ein. Ausschlaggebend waren in diesem Sektor Packham`s Triumpf und Forelle; zudem flossen spärlich Abate Fetel zu. Da die Mengen insgesamt aber einigermaßen mit den Unterbringungsmöglichkeiten harmonierten, brauchten die Verkäufer ihre bisherigen Aufrufe kaum zu verändern.

Tafeltrauben
Italien bestimmte mit Festival Seedless und Victoria das Marktgeschehen. Die Türkei gewann enorm an Bedeutung, da sich die Anlieferungen von Sultana beträchtlich ausgedehnt hatten. Italienische Black Magic wurden sukzessive durch Michele Palieri substituiert. Griechenland und Spanien ergänzten das Angebot. Französische Abladungen blieben eine Randerscheinung. Es tauchten inzwischen auch weniger übliche Varietäten auf wie Summer Royal, Doria Seedless und Scarlet Dew. Die organoleptischen Merkmale von Sultana aus der Türkei vermochten trotz des frühen Saisonstandes schon zu überzeugen. Die Nachfrage reichte in der Regel nicht aus, um generell eine glatte Räumung zu gewährleisten. Selbst zum Wochenende hin war keine wesentliche Absatzbelebung zu erkennen. In der Folge mussten die Vertreiber wiederholt ihre Forderungen, insbesondere bei den italienischen Partien, etwas nach unten anpassen, speziell da die verstärkt eintreffende Konkurrenz aus der Türkei relativ günstig veräußert wurde. Bei italienischen Victoria weitete sich zudem die Preisskala wegen unterschiedlicher Aufmachungsarten und divergierender Beerengröße aus.

Kirschen
Die diesjährige Kampagne ist vorbei. Die Versorgung schränkte sich enorm ein. Das galt für die Anlieferungen aus Deutschland und für die Importe aus der Türkei in gleichem Umfang. Die Ware stammte ausschließlich aus Kühlung mit kontrollierter Atmosphäre und litt ansteigend unter Einzelverderb. Die mangelnde Frische war schnell an den abgetrockneten Fruchtstielen zu erkennen. Für eine ausgezeichnete Qualität ließen sich häufig ohne Probleme Verteuerungen etablieren. Allerdings durfte man dabei den Bogen nicht überspannen, da sich die Abnahme doch sehr entschleunigt hatte und dadurch Überhänge drohten. Als Alternative für die europäischen Abladungen gab es kanadische Produkte, Kaliber 30 mm+ und 32 mm+, mit einer brillanten Aufmachung, für die bis zu 12,- € je kg bezahlt werden musste.

Pfirsiche und Nektarinen
Die Zufuhren der dominierenden spanischen und der nachrangigen italienischen Offerten hatten sich ein wenig verringert. Frankreich und Griechenland ergänzten in einem ebenso verkleinerten Maß. Der Zustrom türkischer Chargen verstärkte sich gelegentlich. Das Interesse hatte sich zum einen erfreulicherweise verbessert, zum anderen war es zu schwach um eine glatte Räumung zu garantieren. Dem entsprechend gestalteten die Händler ihre Forderungen: Generell konnten sie diese zwar auf einem relativ konstanten Level fixieren, mussten sie aber vielfach auch reduzierten. Seltener vermochten sie diese sogar marginal anzuheben. Die fortschreitende Reife belohnte die Kunden mit optimalen organoleptischen Eigenschaften wie z. B. einem hervorragenden Aroma oder einer erstaunlichen Saftigkeit. Im Gegenzug verminderte sich oftmals die Haltbarkeit der Partien, was in schwerwiegenden Fällen progressiv zu Verbilligungen zwang.

Zitronen
Insgesamt gesehen hatte Argentinien die Marktführung erlangt. Spanische und südafrikanische Importe verloren an Wichtigkeit, schrumpften teilweise zu Kleinstmengen. Die Versorgung fiel durchweg überschaubar bis deutlich knapp aus. Bei einem steten Interesse verharrten die Notierungen mindestens auf einem stabilen Niveau. Sie stiegen aber gemeinhin offensichtlich an. Hamburg bildete da eine Ausnahme: Für die spanischen Produkte mussten dort Verbilligungen gewährt werden. Uruguay startete zur gleichen Zeit in die Kampagne wie im Vorjahr. Der 15-kg-Karton erzielte bis zu 30,- €.

Bananen
Generell verzeichnete man eine schwache Nachfrage. Das lag an der Hitze, an den Ferien sowie an der starken Konkurrenz durch Steinobst und Trauben. Die Händler hatten das Angebot meistens genügend auf den unaufgeregten Bedarf abgestimmt. Somit vermochten sie ihre Forderungen für gewöhnlich auf einem konstanten, wenn auch niedrigen Level zu fixeren. Manchmal war das Maß der Bereitstellung derart gelungen, dass man für diverse Zweit- oder Drittmarken, initiiert durch deren nicht zu großen Anlieferungen, leichte Verteuerungen etablieren konnte.

Blumenkohl
Die Verfügbarkeit von einheimischen Abladungen hatten sich augenfällig reduziert. Ihre Güte ließ oftmals Wünsche offen. Die belgischen Importe komplettierten den Markt durch Erzeugnisse mit wesentlich besseren Eigenschaften, weshalb sie gerne als Alternative genommen wurden. Insgesamt gesehen prägten die hohen Temperaturen den Verkauf äußerst negativ. Die Unterbringung hatte sich nämlich kontinuierlich und in einem merklichen Rahmen entschleunigt. Die Notierungen sackten daher früher oder später unisono ab. Nur die belgischen Zufuhren konnten sich ab und an diesem Trend entziehen.

Salat
Für den markanten Bedarf nach Eissalat schien die Bereitstellung dominierender einheimischer und ergänzender niederländischer Zuströme nicht auszureichen; in Berlin kamen noch ein paar spanische Ergänzungen hinzu. Die Preise gerieten ins Schwanken und strebten dann entweder klar erkennbar nach oben oder brachen nicht gerade logischerweise konträr dazu sichtlich ein. Die Geschäfte mit Kopfsalat verliefen eher ruhig. Die belgischen Chargen vergünstigten sich dabei wegen gesunkener Einstände und kraft eines verminderten Interesses. Bei deutscher Ware verringerte sich der Umfang an qualitativ ansprechenden Partien, die sich daraufhin in der Regel verteuerten. Davon ausgeschlossen waren natürlich die verstärkt auftretenden hitzegeschädigten Artikel. Die Versorgung mit Bunten Salaten hatte sich aufgrund des sommerlichen Wetters eingeschränkt. Die Bewertungen tendierten generell nach oben. Bloß punktuell berichtet man von einem Einknicken, das sich bis zum Freitag hin aber glättete. Der Umschlag von belgischem Feldsalat ging zu langsam vonstatten. Somit verbilligte er sich. Einzig für die in Kistchen gesetzte Blattrosetten musste man mehr bezahlen: bis zu 7,- € je kg. Endivien spielten eine Nebenrolle.

Gurken
Die inländischen Abladungen bestimmten den Verkauf von Schlangengurken. Die niederländischen und belgischen Zuflüsse komplettierten ihn. Zu Beginn der Woche blieb die Preiskurve ziemlich flach. Doch bald darauf zeigten sich erste Ausreißer nach oben, denn die dezimierten Anlieferungen zogen die Bewertungen zunächst nur hier und da, später überall und ausgeprägter aufwärts. Diese Entwicklung wurde gestützt durch eine kontinuierlich lebhafte Nachfrage. So kostete in Frankfurt die Steige a 12 Stück mit Kaliber 400/500 g am Montag bis zu 5,- € und am Freitag musste der Kunden immerhin bis zu 8,50 € entrichten. Die schweren Früchte verteuerten sich teils um fast 60 %. Berlin war bei diesem Prozess eine Ausnahme. Dort drängten die enormen Mengen die Vertreiber nämlich wiederholt zu Vergünstigungen. Minigurken stammten in einem abgeschwächten Maß aus Deutschland, zudem in unveränderter Bedeutung aus den Niederlanden und marginal aus Belgien. Ihre Notierungen stiegen ebenso an wie die ihrer großen Schwestern. Bei Schmorgurken glichen polnische Produkte die saisoninitiierte abfallende Verfügbarkeit der inländischen Angebote aus.

Gemüsepaprika
Mit einem etwas verminderten Volumen herrschten wie gewohnt die niederländischen Importe vor. Auch die türkischen Zugänge hatten sich minimal verringert. Selbst die spanischen und polnischen Ergänzungen verkleinerten sich. Wegen der dennoch beträchtlichen Bereitstellung bewegten sich die Notierungen für rote und gelbe Offerten in den meisten Fällen auf einem niedrigen Niveau. Das galt nicht für die grünen Kultivare, da diese eher in einem knappen Umfang auf den Markt kamen. Vielfach verteuerten sie sich daher wie die orangen Erzeugnisse. Für manche türkischen Partien, wie z. B. die mit rotem Kapia, konnten die Händler ihre Forderungen erhöhen, für einige mussten sie sie reduzieren; beides basierend auf auseinanderstrebenden Parametern von Güte oder Interesse. Die heiße Witterung bewirkte bei Überhängen einen rapiden und sichtlichen Frischeverlust, den man mit Verbilligungen verschmerzbar machen wollte. Türkische 400-g-Beutel mit Carliston Biber wurden ab 0,49 €, die mit Dolma ab 0,75 € veräußert. Die polnischen Zufuhren vergünstigten sich, da sie zu stark anwuchsen.


Weitere Informationen
Frankfurt
Barberina, eine Spätorange aus Spanien, überraschte mit zuckersüßem Geschmack und leichter Schälbarkeit. Himbeeren waren gesucht: Polnische wurden mit bis zu 3,50 € je 250 g am besten bezahlt. Schöne schmackhafte Früchte aus dem Inland brachten bis zu 3,- € je 250 g. Neuerdings vorrätige ukrainische Heidelbeeren in 300-g-Deckelschalen rief man mit 2,20 €, einheimische mit 1,60 bis 2,- € je 250 g auf. Die Ernte von Stachelbeeren neigt sich so langsam ihrem Ende entgegen, so kosteten 500 g inzwischen bis zu 2,90 €. Türkische Feigen zeigten sich von der Kondition her instabil und mussten schnell umgeschlagen werden. Die Wasserproblematik ließ den Preis von Dill wieder auf 16,- bis 21,- € für die 3-kgKiste ansteigen. Radieschen litten unter der Hitze, was an dem schwachen Turgor des Laubes abzulesen war. Die Nachfrage nach Buschbohnen und Stangenbohnen hielt sich in Grenzen. Die Bewertungen von Steinpilzen kletterten bis Freitag auf 20,- bis 21,- € je kg. Pfifferlinge gab es ab 7,50 € je kg reichlich aus Polen, Russland und Weißrussland. Spanien lieferte bei Gemüsezwiebeln zu üppige Mengen und zu differenzierte Qualitäten, daher divergierten die Forderungen der Vertreiber von 8,- bis 12,- € je 25 kg.
Hamburg
Erste Mandarinen aus Brasilien, Nadorcott, standen in vielen Sortierungen von 54er bis 105er zur Verfügung. Die Preise variierten von 16,50 bis 20,- € je 10-kg-Kiste. Für kernlose Wassermelonen wuchs das Interesse deutlich an. Verteuerungen auf 1,- € je kg waren die Folge. Heidelbeeren generierten im Focus der Kunden einen guten Verkauf. Eine 250-g-Schale wurde mit 1,50 € aufgerufen. Pfifferlinge aus Russland, Weißrussland und Litauen flossen genügend zu. Die abnehmenden Bewertungen lagen im Durchschnitt zwischen 7,50 und 10,- € je kg.
Köln
Im gesamten Sektor des Beerenobstes waren immer wieder Hitzeschäden zu beobachten, welche sich dann auf die Notierungen auswirkten. Buschbohnen und Stangenbohnen wurden trotz bester Qualität, kaum geordert. Dasselbe galt für Lauch. Auch bei Kohlrabi in einer hervorragenden Aufmachung verzeichnete man nur eine sehr spärliche Nachfrage.
München
Der ungebrochen erhebliche Bedarf nach Beerenobst und die rückläufigen Zufuhren aus dem Inland und aus Polen ließen die Forderungen der Vertreiber nochmals auf ganzer Breite ansteigen. Der Absatz von Dessertmelonen und Wassermelonen sowie Ananas, Mangos und Papayas blieb bei dem sommerlichen Wetter entsprechend hoch. Limetten waren inzwischen üppiger vorhanden. Ihre relativ niedrigen Notierungen veränderten sich nicht. Buschbohnen und Stangenbohnen trafen kontinuierlich ausreichend ein. Meist konnten sie zu bisherigen Preisen vermarktet werden. Auberginen standen mengenbedingt unter Druck. Die bislang ansehnlichen Bewertungen von Kohlrabi und Chinakohl gaben etwas nach. Das Interesse für Brokkoli schränkte sich witterungsinduziert ein. Dill vergünstigte sich. Die Saison von Steinpilzen und Pfifferlingen gewann durch ausgedehnte Anlieferungen an Schwung.
Berlin
Die andauernde Trockenheit sorgte weiter für eine knappe Verfügbarkeit von Beerenobst. Attraktive Himbeeren aus Deutschland und Polen waren zu 2,80 bis 3,80 € je 125-g-Schälchen vorrätig und selbst Brombeeren von ebenda wurden mit 2,- bis 2,80 € je 125-g-Schale vergütet. Wassermelonen aus Italien und Spanien intensivierten ihre Präsenz, denn die enormen Temperaturen befeuerten die Nachfrage. Für italienische Früchte mit Kernen bezahlten die Kunden 0,40 bis 0,60 € je kg und am anderen Ende der Skala fanden man kernlose Markenware aus Spanien in haushaltsgerechter Größe für rund 1,- € je kg.


Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 31 / 18
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Veröffentlichungsdatum: 09.08.2018

Schlagwörter

Pflaumen, BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin