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Äpfel: Europäische Zuflüsse aus der diesjährigen Saison machten sich vermehrt bemerkbar

12. Juli 2018

In Frankfurt traten unter anderem polnische Geneva Early und Bialy Nalew auf. In Hamburg konnte auf einheimische Klarapfel und in Berlin auf inländische Lodi zugegriffen werden. Natürlich waren die Mengen nur gering und spielten allenfalls eine kleine Rolle.

Bildquelle: Shutterstock.com Apfel
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Das Sortiment aus alter Ernte kam über diesen Status ebenso nicht hinaus. Das Interesse an diesem begrenzte sich zusehends und auch die Verfügbarkeit verminderte sich augenscheinlich. Der Ton wurde von den Importen aus Übersee angegeben: Neuseeland und Chile dominierten deutlich und stellten einige Varietäten bereit. Argentinien und Südafrika komplettierten. Ein steter Bedarf, bloß örtlich zeigte er sich nicht sehr stark ausgeprägt, garantierte in der Regel stabile Kurse. In Frankfurt verknappten sich neuseeländische Royal Gala ein wenig, was aber noch keinen Einfluss auf die Bewertungen hatte.

Birnen
Da Sommerobst eher im Mittelpunkt der Nachfrage stand, verlief die Vermarktung schleppend und die Unterbringung der chilenischen, südafrikanischen und argentinischen Früchte langsam. Trotzdem konnten die Forderungen vereinzelt angebotsinduziert angehoben werden. An manchen Plätzen klappte eine Räumung nicht, sodass man mit Vergünstigungen arbeiten musste, um die zunehmend konditionsschwachen Offerten in genügendem Maß umzuschlagen. In Hamburg trafen erste türkische Santa Maria ein, die hinsichtlich Größe und Ausfärbung Wünsche offen ließen und zu 7,- € je 4 kg kaum verkauft wurden. Alterntige niederländische und belgische Conference rundeten die Warenpalette ab. In Frankfurt tauchten erstmals über die Niederlande zugeführte lose Partien von Abate Fetel aus Südafrika in relativ uneinheitlichen Kalibern auf.

Tafeltrauben
Italien bestimmte mit Victoria und Black Magic das Geschehen. Aus Ägypten kamen vorrangig Sugraone und Flame Seedless. Neben Spanien mischte inzwischen auch Griechenland mit: Erste Flame Seedless, Victoria, Sugraone und Prime Seedless traten auf. Importe aus Übersee verschwanden fast gänzlich von der Bildfläche, konnten dank ihrer niedrigen Notierungen jedoch recht problemlos abgewickelt werden. Das Interesse bezeichnete man generell als durchaus lebhaft; der Handel gestaltete sich mitunter flott. Dabei verharrten die Kurse oftmals auf ihrem bisherigen Niveau, sofern die Qualität überzeugte. In Berlin zogen sie sogar leicht an.

Erdbeeren
Deutsche Offerten gab es fast monopolartig, lediglich punktuell tauchten noch niederländische und belgische Partien auf. Die Bewertungen sanken ab und die Preisspannen verbreiterten sich. Dies wurde durch verschiedene Faktoren verursacht, etwa durch Rückläufer aus dem LEH, ein vergrößertes Angebot und eine uneinheitliche Güte. In Frankfurt erhöhten die Vertreiber ihre Aufrufe zunächst auf bis zu 3,20 € je 500-g-Schale, was mengeninduziert ab Mittwoch indes nicht mehr durchsetzbar war. Kleine Früchte wurden dort zum Wochenende hin zu 1,10 € je 500 g umgeschlagen. In München bestätigten sich die festen Forderungen, da hier der Bedarf nicht komplett gedeckt werden konnte.

Aprikosen
Die Türkei, Frankreich und Spanien herrschten vor; Italien folgte mit einem weiten Abstand. Einheimische Artikel schmeckten in Frankfurt vorzüglich und kosteten 2,80 bis 4,- € je kg. Importe aus Ungarn und Serbien rundeten das Sortiment ab. Summa summarum zeigte sich die Nachfrage recht freundlich. Die südeuropäischen Chargen litten mitunter allerdings an Haltbarkeitsschwierigkeiten, sodass sich ihre Kursschere öffnete. In Berlin waren die französischen Produkte trotz Notierungen von 3,- € je kg beliebt, da ihre organoleptischen Eigenschaften ansprachen. In Köln kam es aufgrund zu üppiger Zuflüsse zu Vergünstigungen.

Kirschen
Die Vermarktung verlief uneinheitlich: In Frankfurt verknappten sich die einheimischen Anlieferungen und da kaum noch Zufuhren aus dem Ausland ins Geschäft involviert waren, stiegen die Bewertungen an. In Hamburg häuften sich türkische Napoleon mit einer schlechteren Qualität, was ihre Unterbringung ziemlich verlangsamte und die Preise auf bis zu 2,- € je kg drückte. Slowakische Kordia wurden in der Hansestadt zu 5,- € je kg abgewickelt. In Köln waren Früchte in exklusiver Güte begrenzt und schnell vergriffen, generell fiel die Verfügbarkeit zu umfangreich aus. In München schränkte sich das Angebot ein, was sich aber ungeachtet eines lebhaften Interesses nicht auf die Aufrufe der Vertreiber auswirkte. In Berlin gab es polnische Satin und Techlovan: Dunkelrote Ausfärbung, knackiges Fleisch und aromatischer Geschmack überzeugten die Kunden, die bis zu 5,- € je kg zahlten. In der Hauptstadt kletterten die Forderungen aufwärts, da sich die einheimischen Abladungen verminderten und die türkischen den Bedarf nicht vollumfänglich befriedigen konnten.

Kiwis
Neuseeland prägte vor Chile und Italien das Geschehen. Das stete Interesse wurde problemlos gedeckt und hinsichtlich der Bewertungen waren keine wesentlichen Veränderungen auszumachen. In Hamburg verteuerten sich die neuseeländischen, in Frankfurt zusätzlich auch die italienischen Früchte ein wenig.

Zitronen
Spanische Verna herrschten vor; Eureka aus Argentinien und Südafrika komplettierten. Die Qualität der Importe aus Übersee überzeugte nicht immer, sodass sich ihre Abwicklung mancherorts verlangsamte. Die Kurse blieben meist konstant. In Köln zogen sie für die spanischen Offerten etwas an.

Bananen
Die Bereitstellung wurde hinreichend an das Interesse angepasst, sodass Bestände in der Regel vermieden werden konnten. Der Umschlag verlief kontinuierlich, ab und an indes recht gedämpft. Veränderungen hinsichtlich der Notierungen waren nur selten auszumachen. In Frankfurt schwankten die Preise der Drittmarken täglich. In Köln vergünstigen sich die Zweit- und Drittmarken merklich, da das Angebot zu üppig ausfiel.

Blumenkohl
Monopolartig dominierten die deutschen Chargen das Geschäft. Manchmal komplettierten dieses ein paar polnische Zufuhren. Die Versorgung hatte sich ein wenig intensiviert. Die sommerlichen Temperaturen schränkten jedoch die Unterbringungsmöglichkeiten etwas ein. Die Kurse schwächelten zunächst, brachen dann aber meistens sukzessive ein. Ihre Spanne verbreiterte sich dabei induziert durch die ausgedehnten Mengen, bedingt durch die divergierende Qualität sowie orientiert an den unterschiedlichen Aufmachungsformen. In diesem Zuge mussten die polnischen Mitbewerber schon ab 6,50 € je 6er-Steige veräußert werden.

Salat
Eissalat kam überwiegend aus Deutschland, lediglich in Köln hauptsächlich aus den Niederlanden. Zudem tauchten singulär spanische Abladungen auf. Die Abnahme hatte sich durch die warme Witterung belebt, synchron dazu begrenzten sich die Anlieferungen. Daraufhin etablierten sich unweigerlich höhere Notierungen. Diese konnten im Laufe der Zeit durchschnittliche Zugewinne von bis 2,- € je 10er-Kollo erwirken. Kopfsalat aus dem inländischen Freiland sah sich kontinuierlich mit dem aus belgischen Unterglaskulturen in Konkurrenz. Die stark differenzierten Abbaumethoden der beiden Herkünfte bestimmten somit den Abstand zwischen den Bewertungen. Parallel dazu wurden diese wegen einer verringerten Verfügbarkeit in der Regel nach oben gedrückt. Belgische 12er-Abpackungen kratzten währenddessen im astronomischen Extrem an der 19-Euro-Marke. 12er-Kolli aus dem Inland schlug man dagegen ab 5,- € um. Einzig in Hamburg verbilligten sich die belgischen Erzeugnisse. Für die Bunten Salate zeigte der Preistrend normalerweise ebenso eindeutig nach oben. Örtlich initiierten davon abweichende kundenfreundliche 4,- € je 9er-Steige einen flotteren Zugriff.

Gurken
Bei Schlangengurken dominierten die einheimischen Offerten. Die belgischen Zufuhren lagen fast gleichauf mit den ergänzenden niederländischen Mengen. Die Kurse bildeten sich je nach Platz, Kaliber oder Markttag in einer augenfälligen Bandbreite divergent. Zum einen zogen sie aufgrund des Wechsels von Winter- auf Sommerpflanzung und der damit verbundenen Angebotsbeschränkung vorrangig nach oben, gerade bei den großen Sortierungen war die Situation etwas angespannt. Zum anderen tendierten sie erkennbar nach unten. Verschiedentlich folgte einem kurzen Anstieg alsbald ein Einbruch. Seltener blieben die Forderungen der Händler jedoch unverändert. Der inländische Zustrom an Minigurken musste sich das Geschäft mit dem kleineren Umfang an niederländischen Chargen teilen. Punktuell gab es auch belgische Artikel. Orientiert an dem Grad der Versorgung waren die Vertreiber gezwungen, ihre Aufrufe zu senken oder sie konnten diese anheben. Die Präsenz von Schmorgurken schrumpfte indes. Sie kosteten bis zu 1,70 € je kg. Bei Gewichtsgurken verzeichnete man bloß eine zögerliche Räumung.

Tomaten
Niederländische und belgische Partien überwogen. Die deutschen Abladungen weiteten sich aus, wussten mit Ausfärbung, Festigkeit und Geschmack zu überzeugen. Aus Italien kamen nur Kirschtomaten. Polen startete in die Saison. Zuflüsse aus Frankreich und Spanien galten als spärlich. Die Verfügbarkeit war permanent recht üppig. Die Witterung initiierte für gewöhnlich eine flotte Abnahme. Die Preise bewegten sich vielfach nach oben: sehr deutlich z. B. bei Kirschtomaten nach der Beseitigung von Überhängen oder dank eines verdichteten Bedarfes. Hier und da kletterten die Einstände von Runden Tomaten und Rispentomaten nach oben. Örtlich erhöhten sich außerdem die Notierungen von belgischen Fleischtomaten merklich wegen eines verbesserten Absatzes. Diese generell progressive Entwicklung war nicht überall von Dauer, da man zum Wochenende hin ab und an wieder Vergünstigungen gewähren musste, um die lebhafte Nachfrage nicht ins Stocken geraten zu lassen. Polnische Produkte vermochten leicht zu konkurrieren, da sie verhältnismäßig billig ihre Kampagne begannen. Sie wurden ab 4,50 je 6-kg-Steige umgeschlagen.

Gemüsepaprika
Kontinuierlich dominerten die niederländischen Zufuhren die Geschäfte. Die Türkei ergänzte sie in dem bisherigen Rahmen. Die Relevanz von Spanien und Belgien dehnte sich etwas aus. Der inländische Zustrom spielte beharrlich bloß eine Nebenrolle. Zudem konnte auf marokkanische und ungarische Chargen zugegriffen werden. Die Versorgung reichte problemlos aus, um das eher weniger dynamische Interesse zu stillen. Die Bewertungen brauchte man nicht wesentlich zu modulieren. Das Angebot an grünen Früchten war häufig begrenzt, was verschiedentlich Verteuerungen ermöglichte. Große Mengen fixierten bei roten und gelben Kultivaren die Kurse meistens auf einem niedrigen Level. Inländische Artikel aus der Region des brandenburgischen Fläming erzielten dem gegenüber bis zu 3,80 € je kg. Singuläre Offerten aus Polen wurden ab 1,30 € je kg untergebracht.

Zwiebeln
Gemüsezwiebeln stammten überwiegend aus Spanien. Einzig in Hamburg tauchten Importe aus Chile auf. Generell begegnete eine üppige Verfügbarkeit einem unaufgeregten Bedarf. Ab und an konnten die Händler ihre Aufrufe auf einem unveränderten Niveau belassen, verstärkt mussten sie diese jedoch teils einmalig, teils stufenweise leicht reduzieren. Zum Schluss wurde der 25-kg-Sack ab 13,- € abgegeben. Den Absatz von Haushaltsware bestimmten, mit Ausnahme von Berlin, die neuseeländischen Zuflüsse. Die inländischen Abladungen wuchsen offensichtlich an. Sie waren aber noch nicht so hoch wie die ebenso expandierenden italienischen Anlieferungen. Australien und die Niederlande komplettierten hier und da. Die Notierungen der europäischen Partien oszillierten in den Spannen der Vorwoche, die der überseeischen Erzeugnisse brachen allerdings wegen des verdichteten Konkurrenzdrucks früher oder später ein.


Weitere Informationen
Frankfurt
In einer divergierenden Gewichtspalette von 200-g-Schalen bis zu 1-kg-Körben bereitstehende deutsche Heidelbeeren verbilligten sich. Das übrige reichliche Beerensortiment wurde günstiger veräußert, bis auf Himbeeren, wo die Forderungen ab Donnerstag geradezu um bis zu 40 % explodierten. Die Preiskurven von knappem einheimischem Dill und Chinakohl zeigten steil nach oben. Die Pfalz startete mit frischem Zuckermais zu 7,- € je Abpackung mit 6x2 Stück. Gutes Interesse initiierten Buschbohnen und Stangenbohnen. Das kleine inländische Kontingent an Wachsbohnen konnte zu 13,- € je 4 kg schnell umgeschlagen werden. Kaiserlinge wurden zu 20,- bis 25,- € je 1-kg-Korb bloß zögerlich eingekauft. Pfifferlinge blieben fest bewertet. Frisch eingetroffene Kaluga-Offerten kosteten dabei 15,- bis 18,- € je kg. Weniger schöne rumänische Produkte waren ab 10,50 € je kg zu haben.
Hamburg
Das vielfältige deutsche Beerenobst sowie südeuropäische Melonen wurden freundlich beachtet. Speziell kernarme Wassermelonen befanden sich bei den gestiegenen Temperaturen im Mittelpunkt. Üppig verfügbare Ananas waren kaum unterzubringen. Mangos aus diversen Lieferländern orientierten sich am Bedarf und die Kurse der 26. KW bestätigten sich. Mengeninduziert bröckelten die Notierungen von Auberginen aus den Niederlanden und der Türkei ab. Erste Schneidebohnen aus Marokko wurden zu 7,- € je 4-kg-Steige und polnische Zucchini zu 0,95 € je kg abgewickelt. Trotz ansprechender Nachfrage war das Angebot von Avocados zu groß. Pfifferlinge aus Serbien verteuerten sich.
München
Das Interesse konnte mit dem rasant angewachsenen Mengen von Beerenobst nicht mehr Schritt halten. Besonders bei Johannisbeeren und Stachelbeeren baute sich ein Absatzdruck auf. Himbeeren blieben von merklichen Vergünstigungen verschont. Bei Wassermelonen aus dem Mittelmeerraum bildeten sich Bestände. Frischerbsen und Wachsbohnen waren eher knapp. Die Bewertungen von Buschbohnen und Stangenbohnen verharrten auf bisherigem Niveau, die von Kohlrabi und Radieschen zogen an. Bei einheimischem Rhabarber zeichnete sich das Saisonende ab, neben einer rückläufigen Versorgung zeigte sich eine uneinheitliche Qualität, was in einer verbreiterten Preisspanne mündete. Die Forderungen von übersichtlichem süddeutschem Spinat verfestigten sich, die von Zuckermais gaben nach. Überschaubarer Dill wurde hoch aufgerufen, derweil konnte Petersilie nur mit Verbilligungen umgeschlagen werden. Bei Steinpilzen und Pfifferlingen erfolgte weitgehend eine glatte Räumung. Für rumänische Kaiserlinge musste man am meisten zahlen. Erste Herbsttrompeten gleicher Herkunft komplettierten.
Berlin
Wassermelonen aus Spanien, Griechenland und Italien waren omnipräsent und in großen bis riesigen Kalibern anzutreffen. Je nach Herkunft kosteten sie zwischen 0,35 und 0,85 € je kg. Der Abverkauf stieg proportional zu den Temperaturen.


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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 27 / 18
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Veröffentlichungsdatum: 12.07.2018

Schlagwörter

Apfel, BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin