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Kirschen: Der Zustrom von Napoleon aus der Türkei hatte sich enorm verdichtet

14. Juni 2018

Napoleon machte den Hauptteil des Sortimentes aus. Auch die Abladungen italienischer Ferrovia und Duroni verstärkten sich. Die spanischen Zugänge veränderten sich bloß graduell.

Bildquelle: Shutterstock.com Kirschen
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Inländische Früchte gewannen augenscheinlich an Tragweite, generierten aber nicht immer genügend Beachtung. Erste norddeutsche Produkte wiesen Kaliber 24 mm+, ostdeutsche 26 mm+ auf. Süddeutsche Glaskirschen wurden zunehmend durch Knorpelkirschen substituiert. Die sommerliche Witterung bildete die Basis für eine lebhafte Abnahme. Die progressive Verfügbarkeit leitete einen verschärften Konkurrenzkampf ein. Das Ganze mündete in einem Preissturz mit auseinanderstrebenden Spannengrenzen. Sogar großfallende Erzeugnisse in makelloser Optik rutschten bald unter die 4-Euro-Marke. Griechische Importe über 26 mm kosteten zum Schluss weniger als 3,- € je kg. Ungarische Sauerkirschen wurden ab 1,70 € je kg, einheimische ab 2,- € je kg veräußert

Äpfel
Die Abladungen aus der südlichen Hemisphäre dominierten die Geschäfte und hatten ihre Vormachtstellung ausgebaut. In verstärktem Maß trafen Braeburn und Royal Gala ein. Pink Lady strömten in einem deutlich, Jazz in einem weniger offensichtlich intensivierten Volumen zu. Die Zufuhren passten für gewöhnlich hinlänglich zu den Verkaufsmöglichkeiten. Die Kurse veränderten sich kaum. Obwohl diese auf einem ziemlich hohen Niveau oszillierten, schränkte das den Zugriff nicht wirklich ein. Die Ware aus der alten Ernte Europas verringerte sich mehr und mehr. Die wichtigsten Varietäten in diesem Sektor waren italienische Granny Smith und Golden Delicious sowie deutsch Elstar und Jonagold. Sonstige europäische Partien tauchten nur noch sehr spärlich auf. Ihre organoleptischen Eigenschaften wiesen immer wieder mal gewisse Schwächen auf. Ihre Bewertungen konnten in der Regel das bisherige Level ohne Probleme halten.

Birnen
Abate Fetel aus Chile und Südafrika sowie Packham`s Triumph aus Südafrika und Argentinien bestimmten hauptsächlich das Marktgeschehen. Dann kamen auch schon Forelle aus Südafrika und Chile, deren Relevanz sich verminderte. Neben anderen Sorten aus Übersee flossen in marginalem Umfang aus Südafrika Beurré Hardy zu. Das Interesse zeigte sich kontinuierlich von seiner ruhigen Seite. Der Grad der Versorgung reichte völlig aus, um den Bedarf gänzlich abzudecken. In der Folge brauchten die Vertreiber ihre Forderungen nicht zu modellieren. Lediglich bei Forelle gab es diesbezüglich ein paar Bewegungen nach oben oder unten. Italienische Abate Fetel und niederländische Conference, die Vertreter des europä- ischen Produktspektrums, spielten bloß eine Nebenrolle. Sie notierten dank einer genügenden Abnahme durchaus konstant.

Pfirsiche und Nektarinen
Spanien konnte die Marktführung ausbauen. Die italienischen Anlieferungen intensivierten sich parallel dazu. Frankreich, Griechenland und die Türkei spielten nur eine untergeordnete Rolle. Das Interesse divergierte von recht ruhig bis zu ausgedehnt zufriedenstellend. Aufgrund der angewachsenen Versorgung tendierten die Kurse überwiegend nach unten, davon abweichend punktuell wegen des Freitagsgeschäftes wieder nach oben. Selbst die überschaubarer vorrätigen italienischen Mengen entkamen nicht diesem negativen Trend. Die Platerinas und Paraguayos traf es ebenso. Die Hitze beeinträchtige generell die Güte der Überhänge, deren Vertrieb sich dann entschleunigte. Zusätzliche Verbilligungen mussten her. Trotz attraktiver Notierungen war die Relevanz griechischer und türkischer Offerten verschwindend gering.

Kiwis
Von der Bedeutung her hatten die neuseeländischen Zuflüsse die Abladungen aus Europa überholt. Allein in Berlin fehlten sie. Chile gewann etwas weniger offensichtlich an Wichtigkeit. Die Chargen aus der südlichen Hemisphäre vermochten mit einer hervorragenden Qualität, die Artikel aus Italien mit niedrigen Preisen genügend Kunden zu locken. Der Abverkauf ging daher relativ flott vonstatten. In der Folge variierten die Bewertungen kaum. Bei den chilenischen und französischen Früchten zogen sie verschiedentlich an.

Zitronen
Spanische Anlieferungen beherrschten fortwährend monopolartig den Markt. Neben den angewachsenen südafrikanischen Importen konnte auf bloß graduell verstärkte argentinische Zufuhren zugegriffen werden. Die Relevanz der lediglich örtlich vorrätigen italienischen Produkte verdichtete sich. Das begrenzte Angebot an spanischen Verna vermochte die Nachfrage nicht hinlänglich zu stillen. Die Notierungen verharrten daher auf ihrem ansehnlichen Niveau. Manchmal bewegten sie sich sogar nach oben. Die Versorgungslücke ließ sich nicht durch die Überseeware füllen, da deren Zustrom noch zu gering war. Auch hier blieben die Kurse geradezu felsenfest. Die südafrikanische Kampagne startete mit Eureka zu 26,- € je 15-kg-Verpackungn mit 113 Stück.

Bananen
Der Absatz verlief in sehr ruhigen Bahnen. Das Interesse fiel in Anbetracht der ausgeprägten Konkurrenz durch Sommerobst zu knapp aus. Selbst nach den Ferien war keine wesentliche Verbesserung zu erkennen. In der Folge tendierten die Preise zur Schwäche: teils nur bei der Erstmarke, teils bei den Zweit- und Drittmarken. Verschiedentlich betrafen die Vergünstigungen das gesamte Sortiment. Dem entgegen konnten die Händler punktuell die Erstmarke aus Costa Rica etwas höher aufrufen als zuvor.

Blumenkohl
Das andauernde sonnige Wetter verlangsamte den Vertrieb und beschleunigte die einheimische Ernte. Üppige Anlieferungen drängten ins Geschäft. Hinzu kamen ein paar französische und belgische Partien. Der schrumpfende Bedarf zog unweigerlich Verbilligungen nach sich. Zudem wurden die verringerten Einstände an die Kunden weitergegeben. Auch die gelegentlich überschaubareren Abladungen konnten diesem stereotypen Trend nicht entgehen.

Salat
Der Zustrom von inländischem Eissalat hatte sich intensiviert. Örtlich tauchen in anwachsendem Maß niederländische und in abschwächendem Rahmen spanische Importe auf. Die sommerliche Witterung verdichtete den Absatz, sodass zuweilen sogar eine glatte Räumung erzielt werden konnte. Die Preise verharrten für gewöhnlich auf einem stabilen Level. Bloß punktuell sackten sie ab, da zu große Mengen mit einer unsicheren Kondition eintrafen. Die verstärkten inländischen Zuflüsse von Kopfsalat wurden komplettiert durch belgische aus geschütztem Anbau sowie durch spärliche französische Erzeugnisse. Dank einer flotten Aufnahme veränderten sich die Notierungen nur graduell. Manchmal sanken sie jedoch etwas offensichtlicher, da das breite Angebot unter Druck geriet. Die Bunten Salate hatten mit ihrer expandierenden Verfügbarkeit zu kämpfen. Dem versuchten die Händler mit entsprechenden Vergünstigungen entgegenzuhalten. Kontinuierlich ließen sich Endivien unterbringen. Je nach Vertriebssituation wurden sie von den Verkäufern mal höher, mal niedriger aufgerufen.

Gurken
Die Anlieferungen von Schlangengurken aus den inländischen Kulturen stiegen an, die Abladungen aus Belgien ebenso. Die Zufuhren aus den Niederlanden variierten kaum. Man verzeichnete einen steten Zugriff. Zu einem kleinen Teil überdauerten die Kurse somit auf einem recht starren Niveau. In der Regel zeigte ihre Grundrichtung aber wegen einer aufgestockten Bereitstellung klar erkennbar nach unten. Hier und da verteuerten sich die belgischen Offerten, was auf progressiven Einständen basierte, und seltener die einheimischen Chargen. Billigaktionen des LEH belasteten in Hamburg die Geschäfte am Platz. Minigurken stammten aus den Niederlanden und aus Deutschland. Zum einen waren ihre Bewertungen durchaus konstant, zum anderen brachen sie mehr oder weniger deutlich, überdies ab und an stufenweise ein.

Tomaten
Da hatte sich nichts wesentlich verändert. Mit ungebremster Kraft drängten enorme Zuflüsse aus den Niederlanden und Belgien auf die Märkte. Zudem expandierte die inländische Erzeugung. Die Importe aus der Mittelmeerregion verloren nicht an Wichtigkeit, sondern gewannen eher noch dazu. Fortlaufend erschwerte eine augenscheinliche Überversorgung eine glatte Räumung. Infolge der sommerlichen Temperaturen verdichtete sich der Zuspruch zwar erfreulich schnell, doch nicht schnell genug, um Überhänge zu vermeiden. Im gesamten Sortiment, vor allem bei den Riesenmengen an Rispentomaten, fielen die Preise weiter ab. Sogar am umsatzstarken Freitag waren sie nicht zu halten. Obwohl der Zustrom aus dem inländischen Anbau überschaubar blieb, musste sich auch dieser dem gängigen Trend beugen und Vergünstigungen hinnehmen.

Gemüsepaprika
Die niederländischen Abladungen bestimmten die Geschäfte; die türkischen ergänzten sie in gewohntem Umfang. Die belgischen Zufuhren wuchsen marginal an. Spanien hatte inzwischen kaum Relevanz. Dafür tauchten marokkanische Artikel auf. Das vorwöchige hohe Level der Kurse von roten und gelben Varietäten brach in Hamburg ein. In Köln und München verteuerten sich gerade die roten Kultivare, da deren Verfügbarkeit nicht ausreichte, um den Bedarf zu decken. Die marokkanischen Chargen lockten eine große Zahl an Kunden an, da sie billiger als ihre Konkurrenz veräußert wurden. Die Bereitstellung der türkischen Produkte korrelierte hinlänglich mit den Unterbringungsmöglichkeiten. Die Notierungen oszillierten daher in ihren bisherigen Spannen.

Zwiebeln
Inländische Haushaltsware verlor eklatant an Bedeutung. Alternativ drängten in einem offensichtlich verstärkten Maß niederländische Offerten in den Vertrieb. Zudem verdichteten sich die dominierenden Zuflüsse aus Übersee. Angebot und Nachfrage harmonierten annähernd genügend miteinander. Die Bewertungen verharrten für die europäischen Partien vielfach auf einen recht stabilen Niveau, die der neuseeländischen und australischen senkten sich mengeninduziert ein wenig. Bei Gemüsezwiebeln überwog der spanische Zustrom, doch die Präsenz chilenischer Importe dehnte sich aus. Vergünstigungen halfen aufgelaufenen Überhänge zu verringern.

 


Weitere Informationen
Hamburg
Pflaumen der Sorte Red Beaut aus Südafrika brachten 11,- € je 5-kg-Karton. Brombeeren und Heidelbeeren sowie grüne und rote Stachelbeeren aus südlichen Anbaugebieten Deutschlands verschärften den Abgabedruck auf bisher vorherrschende Chargen aus Südeuropa. Neue Navel-Orangen aus Südafrika trafen Mitte der Woche in Rotterdam ein und sollen in Kürze am Markt sein. Frischer Lauch aus Portugal kostete 1,40 € je kg.
Köln
Noch immer nicht richtig in Schwung gekommen war der Vertrieb von Rhabarber und die Restlaufzeit ist bereits abzusehen. Erste spanische Pflaumen und italienische Feigen wurden am Markt gesichtet. Ebenso flossen neuerdings Stangenbohnen aus dem Inland sowie Bobby-Bohnen aus Polen auf den Platz.
München
Durch das warme Wetter ging es im inländischen Beerensortiment nun Schlag auf Schlag: Neben Himbeeren und Kulturheidelbeeren trafen aus dem badischen Anbau nun auch rote Johannisbeeren, Brombeeren und Stachelbeeren ein. Die sommerlichen Temperaturen forcierten das Angebot an Wassermelonen und Honigmelonen aus der Mittelmeerregion. Für Ananas, Mangos und Papayas bestand stets eine gute Nachfrage, von wesentlichen Preisabstrichen konnte somit keine Rede sein. Die Saison von Rhabarber neigte sich langsam dem Ende entgegen. Kontinuierlich wurden zu reichliche Mengen geliefert, was die Kurse verstärkt nach unten drängte. Inländische Zucchini machten sich deutlicher bemerkbar und vergünstigten sich. Buschbohnen und Stangenbohnen stammten aus der Pfalz. Das nachlassende Interesse für spanischen Broccoli drückte auf die Bewertungen. Steinpilze und Pfifferlinge aus Rumänien und Bulgarien eroberten bei fallenden Forderungen der Verkäufer sukzessive die Speisekarten der Gastronomie.
Berlin
Eine regelrechte Flut an Himbeeren aus Marokko und Spanien brach über den Markt ein. Es waren fast ausschließlich konditionsschwache Handelsrückläufer vorzufinden und deren Notierungen näherten sich zügig an 0,10 € je 125-g-Schale an. Alternativ veräußerte man die komplette Europalette für 50,- €, um noch schneller zu räumen. Zum Freitag hin tauchten erste Stachelbeeren aus Sachsen-Anhalt auf. Die aufgerufenen 3,- bis 3,50 € je 500-g-Abpackung hielten die Kunden nicht davon ab, beherzt zuzugreifen, auch wenn die Früchte geschmacklich überhaupt nicht überzeugten. Die großen spanischen Wassermelonen waren aus dem Vertriebsgeschehen nicht mehr wegzudenken, erfreuten sich dank sommerlicher Temperaturen einer ausgesprochenen Beliebtheit und wechselten so den Besitzer für 0,70 bis 1,- € je kg.


Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 23 / 18
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Veröffentlichungsdatum: 14.06.2018

Schlagwörter

Kirschen, BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin