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Tafeltrauben: Das frühlingshafte Wetter steigerte augenscheinlich den Bedarf

19. April 2018

Der Kundenzugriff erfolgte stetig und freundlich. Selbst angehobene Eingangsforderungen taten der Nachfrage keinen Abbruch. Allerdings war die Güte mancher Chargen recht uneinheitlich.

Bildquelle: Shutterstock.com Trauben
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In Hamburg wuchsen die Anlieferungen so offensichtlich an, dass die Vermarkter froh sein konnten, wenn die Kurse stabil blieben. In München verstärkte sich die Wichtigkeit der chilenischen Zuflüsse, während sich die der südafrikanischen einschränkte. Dort konnten die Vertreiber ihre Aufrufe ab Mittwoch meist erhöhen, da die Verfügbarkeit zu knapp ausfiel. Indische Thompson Seedless waren in der Hansestadt aufgrund ihrer niedrigen Notierungen sehr beliebt. In Berlin hingegen vergünstigten sich viele Produkte mengeninduziert. Die blauen Sharad Seedless aus Indien wurden dank ihrer guten Aufmachung lebhaft geordert ab 12,- € je 4,5 kg.

Äpfel
Langsam setzten die überseeischen Importe zum Überholen der europäischen Abladungen an: Insbesondere die Präsenz neuseeländischer und chilenischer Royal Gala sowie die von Cox Orange aus Neuseeland intensivierte sich immens. Mit Pink Lady aus Chile und Royal Gala aus Südafrika wurde die Warenpalette erweitert. Die Geschäfte dominierten unterdessen andauernd die einheimischen Elstar und Jonagold, ihre Bedeutung schmolz jedoch kontinuierlich dahin. Die Relevanz der italienischen Golden Delicious und Granny Smith verringerte sich ebenso. Organoleptisch gesehen konnten die Offerten zwar oftmals überzeugen, es waren aber auch schon Konditionsschwächen erkennbar. Generell bestätigten die Bewertungen häufig ihr bisheriges Level. Hier und da zogen sie für inländische Braeburn, deren Verkaufszeitraum demnächst endet, ein wenig an. In Köln verhinderten festere Einstandspreise einen flotten Umschlag der neuseeländischen Partien.

Kiwis
Italien dominierte vor Griechenland und Frankreich. Türkische Importe gab es bloß in Frankfurt und Hamburg. Die Verkäufer mussten in München und Hamburg die Preise senken, da das Interesse nicht mit der Versorgung Schritt hielt. Andernorts verharrten die Bewertungen häufig auf bisherigem Niveau, lediglich in Frankfurt waren die kleineren Früchte von Verbilligungen betroffen. Vereinzelt litten in München die griechischen und italienischen Partien unter konditionellen Problemen.

Orangen
Obwohl noch recht üppige Mengen zur Verfügung standen, konnte man eine gewisse Sättigung seitens der Kunden nicht von der Hand weisen. Das geradezu frühsommerliche Wetter spielte dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle. Saftware befand sich im Fokus der Geschäfte mit Blondorangen. Ägyptische Valencia Late dehnten daher ihre Präsenz aus und wurden in der Regel flott abgewickelt. Punktuell konnten die Vertreiber sogar leichte Verteuerungen durchdrücken. Powell Summer aus Spanien sowie Washington Navel aus Italien bereicherten das Sortiment, welches von spanischen Navelate und Lane Late beherrscht und von türkischen Washington Navel abgerundet wurde. Im Segment der Blutorangen verloren italienische Moro und Tarocco an Bedeutung. Marokkanische Washington Sanguine sowie Sanguinelli aus Spanien und Italien komplettierten das Geschehen. Die Kurse veränderten sich nicht wesentlich.

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Mittlerweile dominierten israelische Orri die Vermarktung, spanische Orri verschwanden immer mehr von der Bildfläche. Wenige marokkanische Importe ergänzten die Szenerie. Das verminderte Interesse konnte trotz begrenzter Versorgung mühelos gestillt werden. Allerdings ließ die Qualität der Offerten ab und an zu wünschen übrig, so traten häufiger Konditionsprobleme auf. Die Preise tendierten manchmal aufwärts. Gelegentlich mussten die Verkäufer ihre Aufrufe aber auch senken.

Zitronen
Spanische Primofiori herrschten fast monopolartig vor. Die Türkei beteiligte sich nur punktuell am Geschehen. Generell verliefen die Geschäfte ohne besondere Höhepunkte und die Kurse bestätigten oftmals das Level der Vorwoche, sofern die Güte überzeugte. In Frankfurt trafen rosafleischige Pink Tiger, eine Mutante von Eureka mit grün-gelb-gestreifter Schale, ein, die stolze 3,75 € je kg kosteten.

Bananen
Die Versorgung harmonierte meist mit den Unterbringungsmöglichkeiten. In Frankfurt traten sehr viele verschiedene Drittmarken auf; die Zweitmarken waren dort jedoch bei den Kunden am beliebtesten. Im Allgemeinen blieben bei einer reibungslosen Vermarktung die Notierungen häufig konstant. In München reduzierte man die Bereitstellung ein wenig, was sich nach den Osterferien stabilisierend auf die Bewertungen auswirkte.

Blumenkohl
Die französischen und italienischen Offerten überwogen. Auf die inländische Ware musste man vorerst verzichten. Die überraschende Kältewelle hatte die Ernte nach hinten verschoben. Die belgische Saison begann mit 6er-Abpackungen von Winterblumenkohl. Mit den angestiegenen Temperaturen entschleunigte sich der Bedarf erkennbar. Man war aber mit dem Zuspruch noch einigermaßen zufrieden. Die Kurse indes konnten sich nicht halten, sie bröckelten spätestens zum Wochenende hin ab. Die Kaufneigung wurde dadurch nicht wesentlich intensiviert. Die Qualität vermochte in der Regel zu überzeugen. Sie schwächelte bloß örtlich bei den französischen Partien, welche sich daraufhin zusätzlich verbilligten. Dabei rissen sie die italienischen Mitstreiter gleich mit nach unten.

Salat
Bei Eissalat, der ausschließlich aus Spanien eintraf, hatte sich die Verknappung nach und nach aufgelöst, denn die Verfügbarkeit dehnte sich sukzessive aus. In der Folge brachen die Preise ein, ungeachtet der Tatsache, dass sich das Interesse inzwischen belebte. Insgesamt gesehen herrschten bei Kopfsalat kontinuierlich die belgischen Chargen vor, die Präsenz der einheimischen Angebote hatte sich unterdessen verstärkt. Die italienischen Importe verloren zum Teil an Relevanz. Die freundliche Witterung initiierte normalerweise eine flotte Aufnahme. Die Händler konnten ihre Forderungen verschiedentlich auf einem stabilen Niveau fixieren, vielfach mussten sie diese jedoch wegen der expandierenden Produktpalette reduzieren. Das galt dann auch für die hervorragenden belgischen Aufmachungen mit gewichtigeren Köpfen. Die Bunten Salate stammten dominierend aus Frankreich und Italien. Die Bedeutung von einheimischen Zufuhren wuchs an. Deren Sortenspektrum verbreiterte sich erheblich. Die Unterbringungsmöglichkeiten konnten meistens die Erwartungen erfüllen. Allerdings war das kein Garant für dauerhaft konstante Bewertungen, in der Mehrheit tendierten diese nämlich nach unten. Die Kampagne von Endivien rückte ihrem Finale ein Stückchen näher. Das war an den verminderten Mengen abzulesen. Zudem verlangsamte sich die Nachfrage nach den vorrangigen italienischen Produkten offensichtlich. Die Vermarktung gestaltete sich hier ähnlich wie der Umschlag von Feldsalat immer schwieriger. Die Vertreiber mussten ihre Aufrufe daher in beiden Sektoren häufig ein wenig abmildern.

Gurken
Bei Schlangengurken überwogen die deutschen Anlieferungen, die belgischen und niederländischen Volumina ergänzten sie. Das Ausmaß des griechischen Zustroms intensivierte sich, das des spanischen verkleinerte sich. Die Kurse verhielten sich sehr divergent: Zum einen strebten sie spätestens ab Mittwoch aufgrund einer ungenügenden Bereitstellung erkennbar nach oben. Zum anderen sackten sie trotz eines verbesserten Zugriffs kraft vergrößerter Zuflüsse nach unten ab. Seltener verharrten sie dank einer passenden Abstimmung der Abladungen auf den Umfang der Order auf einem unveränderten Level. Spanische und griechische Erzeugnisse gingen oftmals recht gut, da sie billiger als ihre Mitstreiter veräußert wurden. Anlässlich dieser Konkurrenz fanden krumme Gurken nicht so leicht wie gewohnt ihre Kunden. Die Geschäfte mit Minigurken prägten die niederländischen Partien. Dazu spielten die einheimischen Offerten eine tragende Rolle. Gemeinhin variierten ihre Notierungen unwesentlich, aber manchmal neigten sie zu einer gewissen Schwäche und vereinzelt zogen die der Ware aus den Niederlanden etwas an.

Gemüsepaprika
Die verstärkten niederländischen Zuflüsse hatten die verringerten spanischen Anlieferungen auf den zweiten Rang verdrängt. Der Zustrom aus der Türkei expandierte minimal. Die Ergänzungen aus Belgien und Marokko variierten kaum. Die Notierungen schwankten in einer engen Anbindung an die Bereitstellung: Hier und da sackten sie aufgrund einer gesteigerten Anzahl an Partien für das gesamte Sortiment ab, manchmal jedoch bloß für die roten und gelben Kultivare. Örtlich zogen sie für die grünen Offerten kraft ihrer knapperen Zugänge an. Die Kurse der türkischen Ware veränderten sich oftmals nicht, selten verminderten oder erhöhten sich dem gegenüber. Die gewährten Verbilligungen ermöglichten bisweilen durchaus ein flotteres Geschäft. Türkische 400-g-Beutel wurden ungeachtet ihrer hervorragenden Güte in Sonderaktionen schon ab 0,50 € je Pack umgeschlagen.

Spargel
Die frühlingshaften Temperaturen brachten Schwung in das Marktgeschehen. Zunächst dehnten sich die Mengen von weißen und violetten Stangen aus dem einheimischen Anbau nur langsam, später deutlich schneller aus. Die rasante Entwicklung der Pflanzen bewirkte zum Teil Verletzungen an den Köpfen, die durch die aufliegende Folie verursacht wurde. Die Versorgung fiel bald sehr üppig aus, obwohl sich die Alternativen aus Griechenland, Italien und den Niederlanden nicht übertrieben verdichteten. Die Preise brachen generell stufenweise ein, verschiedentlich sicherte eine lebhafte Aufnahme diesen allerdings eine gewisse Konstanz. Zum Freitag hin intensivierte sich der Zugriff ersichtlich, ohne dadurch Verteuerungen zu initiieren. Manchmal konnten die Vorräte komplett geräumt werden. Die eher raren 5-kgKörbe aus Griechenland waren punktuell beliebt, da sie lediglich 8,- € je kg kosteten. Die grünen Angebote wuchsen ebenso augenscheinlich an. Neben den Chargen aus Deutschland trafen welche aus Italien und Griechenland sowie aus Übersee, nämlich aus Peru und Mexiko, ein. Die inländischen Abladungen wurden dabei klar favorisiert. Sie mussten aber wegen der aufgestockten Verfügbarkeit für gewöhnlich günstiger abgegeben werden.

Zwiebeln
Gemüsezwiebeln flossen monopolartig aus Spanien zu. Da sie vermehrt aus dem Kühllager kamen, zogen ihre Notierungen leicht an. Bei der Haushaltsware spielten Neuseeland und Australien punktuell schon eine recht starke Rolle. Somit verdrängten die neuseeländischen Importe häufiger die einheimischen Offerten. Sie generierten jedoch infolge ihrer festen Forderungen für gewöhnlich bloß unzureichenden Zuspruch. Insgesamt verlief die Unterbringung stetig und die Bewertungen blieben meist konstant.


Weitere Informationen

Frankfurt
Erste deutsche Erdbeeren aus Franken und Nordrhein-Westfalen trafen am Montag ein. Neben Italien, den Niederlanden und Spanien beteiligte sich ab Dienstag wieder Griechenland am Geschäft. Das Interesse an Steinobst aus Übersee zeigte sich gedämpft. Marokko startete am Donnerstag mit weißen Nektarinen in Kaliber D zu 3,35 € je kg in die neue Kampagne. Heidelbeeren aus Spanien in 125-g- und 200-gSchalen wurden kontinuierlich abgewickelt, auch Himbeeren fanden eine befriedigende Beachtung. Hier waren, wie bei Brombeeren, ab Donnerstag wieder niederländische Früchte vorrätig. Johannisbeeren stammten aus Belgien, den Niederlanden und Chile. Trotz des frühen Zeitpunktes suchten die Kunden bereits nach Wassermelonen. Das Angebot an Rhabarber dehnte sich aus. Einheimische und italienische Radieschen verbilligten sich. Die Kurse für freundlich nachgefragte gereifte Avocados stiegen leicht an. Das kurze Preishoch für belgische und niederländische Auberginen schien beendet. Inländischer Schnittlauch wurde zu 0,25 bis 0,30 € je Bund ins Sortiment aufgenommen.

Hamburg
Verkaufsaktionen in der Discountschiene mit spanischen Erdbeeren zu 0,99 € je 500 g brachten die Vertreiber von italienischen und niederländischen Alternativen am Platz unter Zugzwang. Erste portugiesische Chargen kosteten 2,50 € je 500-g-Schale. Süddeutsche Abladungen werden in der 16. KW erwartet. Aufgrund eines schwachen Bedarfs vergünstigten sich am Montag südeuropäische Zucchini. Eingeschränkt zur Verfügung stehende inländische Speisemöhren verteuerten sich ebenso wie ihre niederländische Konkurrenz. Kohlrabi aus Italien war knapp, daher strebten die Notierungen aufwärts, wovon die Artikel aus Spanien profitierten.

Köln
Brombeeren und Johannisbeeren konnten infolge hoher Forderungen kaum abgesetzt werden. Das Angebot von Rhabarber wuchs stetig an. Die Offerten präsentierten sich dabei aber in sehr uneinheitlicher Aufmachung. Witterungsbedingt wurde Lauch weniger beachtet.

München
Die täglichen Anlieferungen von spanischen und italienischen Erdbeeren intensivierten sich und trafen trotz Verteuerungen auf einen aufnahmebereiten Markt. Bei Himbeeren und Kulturheidelbeeren aus Spanien schlug sich das temperaturinduziert große Interesse des ambulanten Handels positiv auf das Geschäft nieder. Die Nachfrage nach knappen Ananas, Limetten sowie bedarfsgerechten Mangos wurde durch das warme Wetter beflügelt. Aufgrund kontinuierlich ausgedehnter Mengen verbilligte sich inländischer Rhabarber. Die Notierungen von Lauch bröckelten häufig ab. Das bislang vorherrschende Sortiment an Rucola, Radieschen und Bundzwiebeln aus Italien wurde zusehends mit einheimischen Chargen erweitert.

Berlin
Die Saison von Erdbeeren ist in vollem Gange und bescherte den meisten Vertreibern zufriedenstellende Umsätze. Insbesondere die niederländischen Früchte überzeugten mit ihren organoleptischen Eigenschaften. Italienische Seascape in 500-g-Körbchen waren sehr dunkel, rochen vorzüglich und fanden zu 2,- bis 2,50 € je 500 g steten Anklang. Lediglich die zahlreichen schon zu weichen spanischen Offerten mussten mit Vergünstigungen abgegeben werden. Die Präsenz von weißfleischigen Nektarinen aus Chile verstärkte sich. Die zuckersüß schmeckenden, aber ein wenig zu hartreifen Produkte kosteten 8,- bis 10,- € je 10-kg-Kunststoffkiste. Einheimischer Rhabarber generierte eine vermehrte Beachtung und wurde zu 2,50 bis 3,50 € je kg abgewickelt.


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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 15 / 18
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Veröffentlichungsdatum: 19.04.2018

Schlagwörter

Trauben: BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin