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Apfel: Das einheimische Angebot schränkte sich sichtlich ein

12. April 2018

Das Kampagnenende ist für einige bedeutende Varietäten schon absehbar. So verloren Braeburn merklich an Wichtigkeit und auch ihre Qualität ließ Wünsche offen. Die Präsenz der italienischen Golden Delicious und Granny Smith begrenzte sich ebenso etwas. Dies geht aus dem "BLE-Marktbericht KW 14 / 18" hervor.

Bildquelle: Shutterstock.com apfel
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Die Niederlande und Frankreich rundeten das Geschehen ab. Die polnischen Zuflüsse traten ausschließlich in Berlin auf. Die Nachfrage hatte sich parallel zur Versorgung vermindert, sodass nur selten an der Preisschraube gedreht werden musste. Die Zufuhren aus Übersee dehnten sich aus, fehlten in München aber noch völlig. Royal Gala aus Argentinien und Chile dominierten hierbei vor neuseeländischen Royal Gala und Cox Orange. Die sporadisch vorhandenen Artikel stießen mancherorts bloß auf verhaltenen Zuspruch. In Berlin wurden die in der Vorwoche bereitgestellten chilenischen Royal Gala nicht mehr disponiert, da sie nicht schmeckten.

Birnen
Südafrikanische Importe waren am häufigsten anzutreffen; zahlreiche Sorten standen zur Verfügung. Unter anderem konnte man auf Forelle, Flamingo, Rosemarie und Packham`s Triumph zugreifen. Chilenische Abate Fetel und Flamingo komplettierten die Warenpalette mit kleineren Mengen. Aus Argentinien kamen Williams Christ, die ab und an zu reif waren und daher mit Vergünstigungen umgeschlagen werden mussten. Dasselbe Problem hatten in Hamburg Abate Fetel aus Italien, die sich dort ebenfalls verbilligten. Die Basis der europäischen Abladungen bildeten italienischen Abate Fetel; belgische und niederländische Conference ergänzten wie gewohnt. Hier und da tauchten türkische Santa Maria und Devici auf. Generell verlief die Vermarktung ruhig und kontinuierlich. Höhepunkte waren dabei nicht auszumachen. So verwunderte es kaum, dass sich die Kurse nicht wesentlich veränderten, sofern die organoleptischen Eigenschaften überzeugten.

Tafeltrauben
Meist gestaltete sich die Unterbringung dank der frühlingshaften Temperaturen flott, nur mancherorts eher verhalten. Dementsprechend entwickelten sich die Notierungen, die summa summarum konstant blieben. In Frankfurt sollten abgesenkte Bewertungen den Warendurchfluss beschleunigen. In Köln konnten hingegen die Forderungen vereinzelt auch angehoben werden. In Hamburg verhinderte die massive Versorgung Verteuerungen. Im vielfältigen Angebot prägten südafrikanische Chargen das Geschehen, insbesondere Crimson Seedless, Thompson Seedless und La Rochelle. Black Gem und Victoria rundeten den Handel ab. Aus Indien und Chile stammten vorrangig Thompson Seedless und aus Peru Red Globe. Chilenische Flame Seedless, offeriert in 4,5-kg- und 8,2-kg-Steigen, konnten in Frankfurt nur schwerlich abgesetzt werden.

Kiwis
Italienische Früchte dominierten augenscheinlich die Szenerie. Abladungen aus Griechenland, Frankreich und der Türkei komplettierten, waren aber nicht auf allen Märkten vertreten. Wegen einer steten Nachfrage und einer darauf abgestimmten Bereitstellung veränderten sich die Kurse nicht gravierend.

Orangen
Infolge der aufwärts kletternden Temperaturen entschleunigte sich der Handel leicht. Der Bedarf konnte im Bereich der Blondorangen hauptsächlich mit den spanischen und bei den Blutorangen insbesondere mit den italienischen Zufuhren befriedigt werden. Außer spanischen Lane Late und Navelate waren vorrangig ägyptische Valencia Late vorzufinden, die einerseits dank ihrer niedrigen Notierungen flott räumten und andererseits aufgrund von Konditionsschwächen kaum Beachtung generierten. Türkische Washington Navel ergänzten. Im Sektor der Blutorangen schränkte sich die Präsenz von italienischen Moro massiv und die von Tarocco derselben Herkunft ein wenig ein. Sanguinelli aus Spanien gewannen an Wichtigkeit und verdrängten die marokkanischen Washington Sanguine immer mehr. Da die Verfügbarkeit in der Regel mit dem Interesse harmonierte, tat sich hinsichtlich der Bewertungen nicht viel. In Köln weitete sich die Preisspanne aus, in Abhängigkeit von Größe und Varietät der Offerten.

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Das frühlingshafte Wetter begrenzte augenscheinlich die Nachfrage. Da sich aber auch die Bereitstellung verminderte und sich somit den Unterbringungsmöglichkeiten anpasste, verharrten die Kurse oftmals auf bisherigem Niveau. Bestände konnten meist vermieden werden, obwohl punktuell selbst am sonst so umsatzstarken Freitag die Vermarktung eher schleppend verlief. In Frankfurt litten spanische Nadorcott unter Haltbarkeitsproblemen, was deren Verkauf ebenfalls negativ beeinflusste. Neben Spanien beteiligten sich zudem Israel, Marokko und die Türkei am Geschäft.

Zitronen
Spanische Chargen herrschten fast monopolartig vor; türkische Partien waren nur in einem sehr geringen Umfang und nicht auf allen Märkten vertreten. Die Vertreiber konnten aus dieser Situation indes keinen Profit erzielen, da die Qualität der spanischen Produkte mit unter schwächelte. In Köln bröckelten die Notierungen zum Wochenende hin sogar ein wenig ab.

Bananen
Die Bereitstellung harmonierte meist mit dem Interesse. Darauf aufbauend blieben die Preise vielfach stabil. In Frankfurt sanken sie für die Zweit- und Drittmarken leicht ab. In München vergünstigte sich die Erstmarke infolge einer verminderten Beachtung.

Blumenkohl
Die Relevanz der vorherrschenden italienischen Chargen hatte sich ein wenig verringert. Frankreich ergänzte in etwa im bisherigen Rahmen. Spanische Partien tauchten minimal in Frankfurt und Köln auf. Die Nachfrage hatte sich nach den Feiertagen entschleunigt. Damit passte sie zusehends zu dem verkleinerten Angebot. Die Kurse oszillierten auf einem recht konstanten Niveau, erreichten aber oftmals nicht mehr die Ebene der Vorwoche. So kosteten die 6er-Abpackungen je nach Qualität häufig zwischen 9,- und 12,- €. Zuweilen traten Irritationen durch Krankheitsbefall auf, die den optischen Eindruck der Erzeugnisse verschlechterten. Auch die schwankenden Kaliber hatten negative Auswirkungen auf die Bewertungen.

Salat
Die Abladungen von Eissalat schränkten sich offensichtlich ein. Abträgliche Wetterbedingungen hatten die Ernte merklich beeinträchtigt oder sogar unmöglich gemacht. Die Notierungen kletterten sukzessive oder sprunghaft nach oben. So erzielte die 10er-Steige am Freitag leicht bis zu 9,50 €. Belgische Artikel prägten die Vermarktung von Kopfsalat, bloß in Berlin fehlten diese völlig. Zudem gab es italienische, in Berlin niederländische und einzig in München wichtige einheimische Mengen. Eine geschrumpfte Bereitstellung drängte ab Mittwoch die Aufrufe der Händler nach oben; zunächst nur bei den belgischen, später bei den konkurrierenden Zufuhren aus Italien oder Deutschland. Eine flotte Order unterstützte diese Entwicklung. Bunte Salate stammten aus Frankreich, Italien und Belgien sowie im angewachsenen Maß aus dem Inland. Aufgrund des überschaubaren Zuflusses etablierten sich in der Regel marginale Verteuerungen. Lediglich punktuell waren die Offerten kraft der regen Rückläufe aus dem LEH derart üppig, dass Verbilligungen nicht vermieden werden konnten. So wurde die Ware je nach Kondition schon ab 3,- € je 9er-Steige umgeschlagen. Endivien trafen vorrangig aus Italien ein. Das Interesse flachte spürbar ab, ungeachtet der mängelfreien Abpackungen. Ihre Preise konnten sich meistens halten, da sich ihre Vorräte entsprechend zum reduzierten Zugriff vermindert hatten. Bei Feldsalat verlangsamte sich die Räumung ebenso, was die Forderungen der Vertreiber nach unten zog.

Tomaten
Die Wichtigkeit spanischer Abladungen von Runden Tomaten und Rispentomaten schmälerte sich. Die Niederlande und Belgien gewannen an Belang. Die Zuflüsse aus der Türkei und Marokko verkleinerten sich. Die Zufuhren aus inländischer Produktion vergrößerten sich nur spärlich. Mit dem anwachsenden Mengenaufkommen aus Belgien und den Niederlanden brachen die Notierungen überwiegend ein, seltener hielten sie sich kraft einer flotten Order oder hervorragender organoleptischer Merkmale auf einem konstanten Level. Türkische und marokkanische Früchte verbilligten sich sporadisch, da sie nicht mehr aus frischen Importen, sondern aus dem Lager stammten. Punktuell bildeten sich immer wieder Überschüsse. Der Vertrieb von Fleischtomaten basierte fortwährend auf den expandierenden belgischen Offerten, die rückläufigen spanischen rundeten diese ab. Niederländische und türkische Volumina waren nebensächlich. Die aufgestockte Verfügbarkeit zwang die Händler dazu, ihre Aufrufe meistens nach unten anzupassen; lediglich ab und an brauchten sie sie nicht zu modulieren. Bei Kirschtomaten dominierte andauernd Italien. Zusehends tauchten niederländische Artikel auf. Verschiedene andere Herkünfte wie Belgien oder Deutschland komplettierten in rudimentärem Umfang das Sortiment. In einem unmittelbaren Bezug zur Räumungsgeschwindigkeit konnte man die Forderungen anheben oder mussten sie abgesenkt werden.

Gemüsepaprika
Die Bedeutung der vorherrschenden spanischen Anlieferungen nahm ab. Die Relevanz der niederländischen Partien verstärkte sich offensichtlich, die der belgischen Erzeugnisse dehnte sich bloß graduell aus. Der Zustrom aus der Türkei variierte marginal. Die Versorgung hatte sich insgesamt verdichtet. Es baute sich allmählich ein Verkaufsdruck auf. Die mitteleuropäischen Offerten vergünstigten sich wegen ihrer intensivierten Verfügbarkeit. Sie rissen die spanische Konkurrenz gleich mit nach unten. Den marokkanischen Mitstreitern erging es ähnlich. Das kurbelte die Umsatzentwicklung durchaus an. Die Kurse der türkischen Chargen divergierten augenscheinlich: Sie fielen infolge von Überhängen, sie tendierten ohne die Kunden zu verprellen durch angestiegene Einstände nach oben oder sie blieben dank einer entsprechend glatten Unterbringung stabil.

Zwiebeln
Gemüsezwiebeln trafen ausschließlich aus Spanien ein. Das Geschäft verlief in ruhigen Bahnen. Die Notierungen bewegten sich daher auf einem relativ starren Level. Örtlich machten sie wegen der Umstellung auf Partien aus Kühlhäusern einen Sprung von maximal 2,- € je 25-kg-Sack nach oben. Bei der Haushaltsware dominierten nach wie vor die einheimischen Abladungen. Da deren Güte zusehends Schwächen aufwies, waren die Alternativen aus den Niederlanden und Österreich plötzlich recht interessant. Aufgrund der angekündigten höheren Temperaturen wollte man die Räumung der einheimischen Normallager beschleunigen. Kraft einer generell hinlänglichen Beachtung brauchten die Händler dabei ihre bisherigen Aufrufe jedoch kaum zu verändern. Die Zuflüsse aus Übersee wuchsen an, waren aber fortwährend überschaubar, sodass die Mengen aus Neuseeland und Australien noch keine große Rolle bei der Vermarktung spielten.


Weitere Informationen
Frankfurt
Portugiesische Himbeeren und mexikanische Brombeeren verteuerten sich. Der Bedarf an roten Johannisbeeren wurde mit chilenischen Importen abgedeckt. Nach Ostern blieb das Interesse an Erdbeeren eher gedämpft; verringerte Forderungen sollten Umsatzimpulse geben. Wollmispeln aus Spanien bereicherten das Sortiment. Aus der Türkei kamen Mandeln. Rhabarber in optimaler Qualität kaufte man dank niedrigerer Bewertungen gerne. Die Zufuhren von Rucola aus dem deutschen Treibhausanbau fielen zu üppig aus; Preise von 5,- € je 10er-Bundsteige waren die Folge. Durch eine verschärfte Konkurrenzsituation standen spanische Zucchini und Auberginen unter Druck. Italienischer Weißkohl startete zu 0,80 bis 0,90 € je kg in die Saison. Morcheln stammten inzwischen auch aus Ungarn und kosteten 50,- € je kg.
Hamburg
Wegen ausgedehnter spanischer Anlieferungen bröckelten die Notierungen der hervorragend schmeckenden Erdbeeren aus Italien, Griechenland und den Niederlanden ab. Lauch aus verschiedenen Ländern vergünstigte sich aufgrund angewachsener Abladungen. Deutscher Bärlauch verbilligte sich.
Köln
Die Vermarktung von spanischen und niederländischen Erdbeeren gestaltete sich ab Donnerstag freundlicher. Bessere Umsätze konnten, nicht zuletzt durch verminderte Einstandspreise, bei Rhabarber verzeichnet werden. Die Bewertungen von Kohlrabi aus Italien wechselten oftmals, bedingt durch differierende Kaliber. Mangels Nachfrage sanken die Kurse von Lauch meist ab.
München
Der angestiegene Bedarf an Erdbeeren wurde hauptsächlich mit italienischen Zuflüssen befriedigt; spanische waren nach der kalten Witterung im Anbaugebiet wieder etwas präsenter. Eher knapp zeigte sich die Versorgung mit Himbeeren und Heidelbeeren; hier zog der ambulante Handel schon bedeutende Mengen vom Platz ab. Mit den höheren Tagestemperaturen generierten Limetten, Mangos und Ananas verstärkte Beachtung. Infolge einer ausgedehnten Bereitstellung vergünstigte sich inländischer Rhabarber. Die Abladungen von italienischen Radieschen und Frühlingszwiebeln begrenzten sich. Die Notierungen von Lauch bröckelten erst leicht ab und blieben dann anschließend konstant.
Berlin
Aufgrund von Logistikproblemen waren frische Erdbeeren aus Spanien zunächst nicht zu bekommen. Die wenigen griechischen und italienischen Partien überzeugten hinsichtlich Aussehen und Geschmack, vermochten aber die Nachfrage nicht einmal ansatzweise zu decken. Ab Mittwoch wuchsen die Anlieferungen an. Die Preisspanne der spanischen Früchte lag zwischen 0,80 und 2,- € je 500-gSchale. Appetitlichere, dunkelrote Offerten aus Italien und Griechenland in 500-g-Körbchen kosteten mehr, waren allerdings nicht im benötigten Umfang verfügbar. Exklusive Produkte mit satter Farbe und verführerischem Duft stammten aus Belgien und zum Wochenende hin auch aus den Niederlanden und dem Inland. Die Letztgenannten lösten einen regelrechten Ansturm der Käufer aus und man brachte sie ohne Schwierigkeiten zu 5,10 bis 7,50 € je kg unter. Erste spanische Wollmispeln wurden zu 6,- € je kg angeboten. Für niederländischen Rosenkohl sollten die Kunden 29,- € je 10-kg-Sack bezahlen. Reichliche Rückläufer aus dem LEH von Rucola wickelte man zu 4,- € je 2-kg-Karton ab.



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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 14 / 18
Copyright © fruchtportal.de

Veröffentlichungsdatum: 12.04.2018

Schlagwörter

Apfel, BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin