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Salate, Gurken und Radieschen: Erste Ernte im Antarktisgewächshaus EDEN-ISS

11. April 2018

Während die Temperaturen in der Antarktis langsam auf Werte unter minus 20 Grad Celsius fallen und auch die Sonne nur noch flach über dem Horizont steht, wächst und gedeiht die Pflanzenzucht im Versuchsgewächshaus EDEN-ISS.

Foto © Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
Foto © Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR (CC-BY 3.0)

Nach den ersten drei Wochen hat Paul Zabel vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bis in die vergangenen Tage hinein die ersten Früchte im eisigen Umfeld geerntet. 3,6 Kilogramm Salat, 70 Radieschen und 18 Gurken hielt er bei der ersten Ernte jeweils in der Hand. Was nun den Speiseteller der Überwinterer bereichert, zeigt wie sich zukünftig auch Astronauten auf Mond und Mars mit frischer Nahrung versorgen könnten.

Foto © Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR (CC-BY 3.0)
DLR-Forscher Paul Zabel hält den ersten geernteten Antarktis-Salat in den Händen. Foto © Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR (CC-BY 3.0)

Gewächshaus in der Antarktis als Testlauf für zukünftige Mond- und Marsmissionen sowie für Gemüseanbau in klimatisch anspruchsvollen Regionen der Erde

"Nachdem die Saat Mitte Februar ausgebracht war, hatte ich mit einigen unerwarteten Problemen zu kämpfen, wie kleineren Systemausfällen und dem stärksten Sturm seit mehr als einem Jahr“, erklärt Ingenieur und Antarktis-Gärtner Paul Zabel vom DLR-Institut für Raumfahrtsysteme. „Glücklicherweise ließen sich all diese Dinge beheben und überstehen." Projektleiter Daniel Schubert ergänzt: "Wir haben in den letzten Wochen vieles über die autarke Pflanzenzucht gelernt, es zeigt sich, dass die Antarktis ein ideales Testfeld für unsere Forschung ist." Mittlerweile wachsen alle geplanten Pflanzen im Gewächshaus, darunter Radieschen, verschiedene Salate, Tomaten, Gurken, Paprika sowie Gewürze (Basilikum, Petersilie, Schnittlauch und Koriander). "Nur bei der Erdbeerzucht muss man sich noch etwas gedulden", so Schubert. "Hier warten wir noch auf die erfolgreiche Aussaat." Im Mai erwarten die DLR-Forscher dann den vollen Betrieb des Container-Gewächshauses. Dann sollen pro Woche rund vier bis fünf Kilogramm Frischgemüse geerntet werden.

Internationale Zusammenarbeit bei EDEN-ISS

Das Projekt EDEN-ISS wird in Zusammenarbeit mit dem Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) im Rahmen einer Überwinterungsmission auf der deutschen Neumayer-Station III in der Antarktis realisiert. Damit das Gewächshaus in der Antarktis funktioniert, arbeiten unter der Leitung des DLR zahlreiche weitere internationale Partner in einem Forschungskonsortium zusammen: Wageningen University and Research (Niederlande).

Video DLR: Einblick in das Antarktis-Gewächshaus (27.3.2018)


Quelle: DLR

Veröffentlichungsdatum: 11.04.2018

Schlagwörter

Salate, Gurken, Radieschen, Ernte, Antarktisgewächshaus, EDEN-ISS