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Schleswig-Holstein: Die ersten Spargel werden etwa Mitte April erwartet

04. April 2018

Der frühe Ostertermin, die niedrigen Temperaturen mit Nachtfrösten in den letzten Wochen und die weiteren Wetteraussichten werden dafür sorgen, dass es Freilandspargel aus Schleswig-Holstein zu Ostern noch nicht zu kaufen gibt.

Bildquelle: Shutterstock.com Spargel
Bildquelle: Shutterstock.com

Nach den derzeitigen Wettervorhersagen sieht es eher so aus, als stände ein durchschnittlich früher Saisonstart ab Mitte bis Ende April bevor. Außerdem haben die bisher noch relativ nassen Böden auf vielen Flächen das Aufdämmen noch nicht zugelassen.

Eigentlich stehen Anfang März in den Betrieben wichtige Vorbereitungen auf den Spargelflächen an. Das Aufdämmen der Spargeldämme, das Verlegen der Folien und das Aufstellen der Minitunnel für die Verfrühungsflächen sind bisher kaum möglich gewesen. Auch in den Regionen Schleswig-Holsteins, in denen Frost und Schnee nicht so ausgeprägt waren, sorgte die Nässe dafür, dass man noch nicht starten konnte. Außerdem konnten nur einige wenige Flächen im vergangenen Herbst aus dem gleichen Grund aufgedämmt und vorbereitet werden.

Die Bodenstruktur in den Dämmen muss möglichst feinkrümelig sein, um ein schnelles Erwärmen zu gewährleisten. Der Spargel wächst erst bei Temperaturen um die 12 °C an der „Triebkrone“. Deshalb heißt es auch weiterhin für die Spargelanbauer und Verbraucher in Schleswig-Holstein, Geduld zu bewahren. Bisher ist nicht mit einem frühen Start der Spargelsaison zu rechnen.

Saisonstart deutlich nach Ostern

Die Sonne muss schon lange und ausgiebig scheinen, um den Damm über den Spargelpflanzen zu erwärmen. Deshalb werden seit Jahren schon verschiedene Foliensysteme eingesetzt, die einerseits die Erwärmung der Dämme beschleunigen und andererseits die Wärme besser im Damm halten sollen. Diese Folientechnik sorgt für einen früheren Erntestart und damit eine kürzere Wartezeit auf das beliebte Saisongemüse. Der offizielle Pressetermin der Landwirtschaftskammer wird deshalb je nach weiterem Verlauf der Witterung Mitte bis Ende April stattfinden. Eine Einladung und weitere Informationen zum Termin erhalten Sie Anfang April. Ihren Höhepunkt wird die Spargelsaison in Schleswig-Holstein dann Mitte Mai erreichen und rund um den Johannistag am 24. Juni enden.

Spargelanbau in Schleswig-Holstein ist besonders

In Schleswig-Holstein bauen etwa 50 Betriebe auf einer Fläche von mittlerweile über 500 ha Spargel an. Eine leichte Erhöhung der Spargelanbaufläche ist auch in Schleswig-Holstein in den vergangenen Jahren wieder festzustellen. Dazu gehören auch ca. 90 Hektar Junganlagen, die erst im zweiten Jahr und dann nur ganz kurz geerntet werden können. Für den Spargelanbauer heißt es also auch hier, Geduld bewahren und die neue Spargelanlage nicht zu früh zu stark zu fordern, denn dies wirkt sich in den Folgejahren auf die Ernteergebnisse aus. Aufgrund des norddeutschen Klimas sind im Vergleich zum Süden Deutschlands die Erträge hier oft niedriger. Umso wichtiger ist es, für unsere Spargelanbauer regionale Absatzwege zu finden, die den witterungsbedingten Standortnachteil auch honorieren. Die rund 2.000 t Spargel aus Schleswig-Holstein werden deshalb traditionell zum größten Teil direkt vermarktet und überwiegend in Schleswig-Holstein verzehrt.

Warten lohnt sich – saisonal und regional genießen

Erdbeeren im Januar, Spargel im Dezember: Die Globalisierung der Märkte macht es möglich, dass wir zu jeder Jahreszeit mit frischem Obst und Gemüse aus den Anbaugebieten der Welt versorgt werden. Aber es gibt gute Gründe, sich ganz bewusst dem heimischen Angebot zuzuwenden: Saisonale Ware wird reif geerntet und hat dadurch den höchsten Gehalt an Vitaminen und wichtigen Inhaltsstoffen. Auch Spargel bietet einiges an lebenswichtigen Vitaminen und Mineralstoffen. Er hat viel Vitamin C, Kalium und Folsäure und gilt als wahrer Fitmacher.

Kurze Transportwege und Lagerzeiten erhalten Frische und Qualität und dies spielt bei Spargel eine entscheidende Rolle. Da der Spargel zu über 90 % aus Wasser besteht, können schon geringe Gewichtsverluste im Normalfall zur Unverkäuflichkeit des Spargels führen. Deshalb sollte der Spargel Ab-Hof oder auf dem Wochenmarkt gekauft und auf Ware aus der Region geachtet werden. Letztlich halten kurze Transportwege zum Verbraucher nicht nur die Nährstoffverluste gering, sondern sorgen auch für weniger Schadstoffe in der Umwelt.

Verbraucher hierzulande essen am liebsten weißen Spargel und den am liebsten von Betrieben aus ihrer Region. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt im Durchschnitt bei 1,5 kg und Jahr. Die Vermarktung erfolgt bei den Schleswig-Holsteiner Betrieben zu 90 % direkt, das heißt, der frisch gestochene Spargel kann direkt ab Hof, in Hofläden, an Straßenständen oder auf dem Wochenmarkt gekauft werden.

Über die besten Einkaufsmöglichkeiten entlang der Spargelstraße informiert die Broschüre „Spargelstraße Schleswig-Holstein“ der Landwirtschaftskammer unter: http://www.lksh.de/verbraucher/einkaufen-auf-dem-bauernhof/spargelstrasse/  und des Arbeitskreises Spargel. Sie ist ein praktischer Wegweiser hin zum passenden Spargelbetrieb in der Nähe.

Quelle: Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein

Veröffentlichungsdatum: 04.04.2018

Schlagwörter

Schleswig-Holstein, Spargel, April, Produktion