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Studie: Enzyme identifiziert, die die Empfindlichkeit von Bienen gegenüber Neonikotinoiden bestimmen

27. März 2018

In einer gemeinsamen Studie haben Bayer, die Universität Exeter und Rothamsted Research die Enzyme in Honigbienen und Hummeln identifiziert, die bestimmen, wie empfindlich diese auf neonikotinoidhaltige Insektizide reagieren.

Die Entdeckung des Enzyms CYP9Q eröffnet neue Möglichkeiten, bienenfreundliche Insektizide zu entwickeln. Foto © Bayer AG
Die Entdeckung des Enzyms CYP9Q eröffnet neue Möglichkeiten, bienenfreundliche Insektizide zu entwickeln. Foto © Bayer AG

Ähnlich wie bei anderen Organismen können Toxine in Bienen von Enzymen aus der sogenannten Cytochrom-P450-Gruppe abgebaut werden. Aber noch nie zuvor haben Forscher die P450-Entgiftungsenzyme so umfassend wie jetzt analysiert. Die Studie identifizierte eine Unterfamilie dieser Enzyme in Bienen - CYP9Q -, die für den schnellen Abbau von Neonikotinoiden wie etwa Thiacloprid sorgt. Die Neonikotinoide werden dadurch praktisch ungiftig für Bienen. Bayer ist überzeugt, dass die neuen Erkenntnisse dem Unternehmen helfen werden, sehr gezielt weitere bienenfreundliche Insektizide zu entwickeln - und zwar mit relativ einfachen Methoden (in vitro) in einem frühen Stadium der Produktentwicklung.

Die Studie ist in der Fachzeitschrift Current Biology [http://www.cell.com/current-biology/fulltext/S0960-9822(18)30230-6 ] unter dem Titel "Unravelling the molecular determinants of bee sensitivity to neonicotinoid insecticides" erschienen.

Die neuen Erkenntnisse sind von großem Nutzen in einer Zeit, in der die Zulassung neuer Pflanzenschutzmittel, vor allem in Europa, immer schwieriger wird. Unter dieser Entwicklung werden letzten Endes vor allem die Landwirte leiden, da ihnen die Mittel fehlen, um ihre Felder vor Schädlingen zu schützen und ausreichend Nahrungsmittel zu produzieren. Das Traurige dabei: Auch die Umwelt wird darunter leiden, weil eine ineffizientere Produktion dazu führt, dass mehr Land bewirtschaftet werden muss.

Bevor ein Pflanzenschutzmittel auf den Markt kommt, muss es höchste Sicherheits- und Wirksamkeitsstandards erfüllen - hierfür sind im Schnitt ein finanzieller Aufwand von 286 Millionen US-Dollar und 11 Jahre Forschung und Entwicklung erforderlich. Die Erkenntnisse aus der neuen Studie werden helfen, die Entwicklung von Insektiziden, die breit einsetzbar und für Bienen verträglich sind, effizienter zu machen.

Quelle: Bayer AG

Veröffentlichungsdatum: 27.03.2018

Schlagwörter

Studie, Enzyme, Bienen, Neonikotinoiden