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BLE-Marktbericht KW 2 / 18: Spanische Zitronen dominierten

18. Januar 2018

Auf türkische Zitronen konnte mit Ausnahme von Köln überall zugegriffen werden. Italienische Produkte mit Blatt traten in München auf. Wegen einer angewachsenen Versorgung wurde das Interesse fast immer gedeckt, lediglich in München gelang dies nicht. Dort zogen daraufhin die Bewertungen, wie auch in Köln, etwas an. Auf den übrigen Plätzen verharrten die Notierungen auf dem bisherigen Niveau.

Bildquelle: Shutterstock.com Zitronen
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Äpfel
Die bekannte Problematik des Frühjahrsfrostes ließ sich mittlerweile sehr offensichtlich am Angebot ablesen, welches sich spürbar begrenzte. Inländische Boskoop und Elstar sowie französische Braeburn und niederländische Wellant waren ab und an kaum noch zu bekommen. Mit einer überdurchschnittlichen Ausdünnung des Sortimentes in den nächsten Wochen wird gerechnet. Es gelang zwar meist, die Nachfrage zu befriedigen, allerdings konnten die Vertreiber ihre bisherigen Aufrufe durchaus nach oben schrauben. Die Basis der Warenpalette bildeten deutsche Elstar und Jonagold. Italien schickte vorrangig Granny Smith und Golden Delicious. Französische Granny Smith und Pink Lady komplettierten. Sendungen aus den Niederlanden, Belgien, Polen und Kroatien waren überschaubar und trafen lediglich örtlich ein.

Birnen
Italien herrschte mit Abate Fetel, Santa Maria und Williams Christ vor. Die Szenerie wurde von inländischen Alexander Lucas und Conference sowie niederländischen Gute Luise ergänzt. Die Verfügbarkeit schränkte sich augenscheinlich ein. Vereinzelt waren die einheimischen Offerten tageweise nicht vorhanden. Verteuerungen konnte man in München und Frankfurt beobachten, sofern die Qualität überzeugte. In Hamburg und Köln wirkten sich die verminderten Unterbringungsmöglichkeiten nicht gravierend auf die Notierungen aus. Türkische Santa Maria waren punktuell zu weit gereift, was deren Abwicklung negativ beeinflusste.

Tafeltrauben
Der afrikanische Kontinent baute seine Führungsrolle aus: Die Importe aus Südafrika und Namibia dehnten sich massiv aus und drängten die Anlieferungen aus Brasilien und Peru zusehends an den Rand des üppigen Sortimentes. Vorrangig konnte auf südafrikanische Prime Seedless, Black Seedless und Crimson Seedless zugegriffen werden; namibische Flame Seedless waren ebenso zu finden. Die Präsenz von dunklen Dan Ben Hannah wuchs offensichtlich an. Demgegenüber schwand die Bedeutung von peruanischen Red Globe und Crimson Seedless sowie die von brasilianischen Crimson Seedless. Türkische Abladungen rundeten das Angebot ab, vergünstigten sich aber infolge einer sich abschwächenden Kondition. Insgesamt tendierten die Bewertungen abwärts, da die Versorgung für das begrenzte Interesse ein wenig zu umfangreich ausfiel. Richtig zufrieden waren die Händler mit den Geschäften indes nicht, höchstens zum Wochenende hin beschleunigte sich die Vermarktung.

Kiwis
Italienische Chargen herrschten vor, teurere französische sowie billigere griechische komplettierten zu gleichen Teilen die Warenpalette. Die Bereitstellung harmonierte in der Regel mit den Unterbringungsmöglichkeiten, sodass die Kurse häufig konstant blieben. Nur punktuell bröckelten sie ab; in Köln generell für die italienischen Partien und in München für Früchte mit Haltbarkeitsproblemen.

Orangen
Navelina bestimmten noch immer mit weitem Abstand das Geschehen, sie stammten hauptsächlich aus Spanien und wurden nachgeordnet aus Italien und Griechenland angeliefert. Türkische Washington Navel gewannen ein wenig an Bedeutung und auch die Präsenz von spanischen und marokkanischen Salustiana verdichtete sich. Im Segment der Blutorangen dominierte Italien mit Moro und Tarocco. Cara Cara kamen mittlerweile aus der Türkei, was Druck auf die etablierte Konkurrenz aus Italien und Spanien aufbaute. Mit der Intensivierung der Versorgung gerieten die Notierungen oftmals ins Wanken: Hier und da tendierten sie abwärts. In München wurden die Forderungen für italienische Tarocco erhöht, da die Verfügbarkeit zu knapp ausfiel. In Frankfurt wirkte sich ein beschleunigter Absatz nicht auf die Bewertungen aus.

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Spanische Clementinen führten das Feld an, obwohl sich ihre Bereitstellung augenscheinlich einschränkte. Dagegen dehnten sich die Abladungen von Mandarinen gleicher Herkunft aus: Clemenvilla kosteten zwischen 14,- und 16,- € je 10-kg-Karton. Daneben gab es qualitätsstarke israelische Orri, die infolge ihres stolzen Einstandspreises nicht durchgängig flott verkauft wurden. Erste türkische Minneola trafen in München ein, ebenso marokkanische Nadorcott und ägyptische Murcott. Die Saison der türkischen Satsumas endet langsam; die Offerten schmeckten zwar, stießen bei der Kundschaft aber nur am Rande auf Beachtung. Generell verlief die Unterbringung recht kontinuierlich und die Kurse bewegten sich bloß selten.

Bananen
Ein mehr oder weniger statischer Bedarf sicherte für gewöhnlich relativ stabile Preise, obwohl diese aufgrund gestiegener Einstände durchaus hätten angehoben werden können. Doch man wollte dadurch nicht die Nachfrage bremsen. Nur bei einzelnen Drittmarken war dies konfliktfrei möglich. Infolge eines verstärkten Zuspruchs dank Ferienende konnten die Vertreiber zum Teil Verteuerungen etablieren, was seitens der Kunden ohne Einwände akzeptiert wurde. Hier und da mussten die Drittmarken zwecks Belebung des Verkaufes günstiger abgegeben werden. Das Reifestadium der Zweitmarke vermochte punktuell nicht zu überzeugen.

Blumenkohl
Die vorherrschenden Abladungen aus Frankreich wurden vorrangig von italienischen Importen komplettiert. Spanien und Belgien spielten bloß eine marginale Rolle. Wegen einer überschaubaren Versorgung tendierten die Bewertungen zum einen nach oben. Zum anderen sackten sie zuerst bei den italienischen, später auch bei den französischen und belgischen Angeboten ab. Häufig oszillierten die Notierungen trotz einer befriedigenden Qualität der Produkte und eines verdichteten Zugriffs in ihren bisherigen Spannen.

Salat
Die niedrigen Temperaturen in den Anbauregionen von spanischem Eissalat bewirkten einen nicht zu reichlichen Zufluss. Die darauf basierenden Verteuerungen waren nicht von Dauer, da sich die Nachfrage entschleunigt hatte. Trotz einer verlangsamten Räumung wollte man vielfach keine weiteren Preiszugeständnisse gewähren. Üppige Rückläufer aus dem LEH beeinträchtigten zudem punktuell den Handel am Platz. Das Sortiment an Kopfsalat aus Belgien wurde hauptsächlich aus Italien abgerundet. Die Niederlande und Frankreich verzeichneten lediglich örtlich eine geringe Bedeutung. Die Kurse wiesen zunächst kaum Modifikationen auf. Selbst ein hervorragendes Pro-Kopf-Gewicht war kein Garant für deren Ansteigen. Zum Wochenende hin machten sie dann doch insbesondere bei den belgischen Partien einen merklichen Sprung nach oben, obwohl die Verkaufszahlen meist hinter den Erwartungen zurückblieben. Bunte Salate stammten aus Frankreich oder Italien. In diesem Sektor zogen die Forderungen für gewöhnlich an und ihre Bandbreite dehnte sich frischeinduziert aus. Bis zum Freitag schwächten sie sich aber zum Teil wieder ab. Der Absatz von Endivien, überwiegend aus Italien angeliefert, stagnierte oftmals. Deshalb vermieden es die Vertreiber in der Regel ihre Aufrufe zu erhöhen. Feldsalat vergünstigte sich hier und da.

Gurken
In der Masse wurden bei Schlangengurken kontinuierlich die spanischen Chargen umgeschlagen. Die griechischen Abladungen ergänzten sie. Das Volumen an größeren Kalibern verdichtete sich. Der unaufgeregte Bedarf initiierte bloß unbefriedigende Geschäfte. Verschiedentlich bildeten sich sogar Überhänge, die billiger abgegeben werden mussten. Diesem Trend entgegen bewegten sich die Notierungen gelegentlich zum Freitag hin nach oben. Das galt speziell für unfolierte Ware, manchmal für die gesamte Produktpalette. Die Niederländer starteten ihre diesjährige Kampagne. Kleine Importe an 12er-Kartons oder 36er-Mehrwegsteigen trafen schon auf einigen Märkten ein. Bei den Minigurken herrschten die türkischen Erzeugnisse vor. Daneben veräußerte man niederländische und spanische Mengen. Da sich die Versorgung generell etwas intensiviert hatte, bröckelten die Bewertungen in dieser Sparte gemeinhin einmalig oder bisweilen sukzessive ab.

Zwiebeln
Das Geschäft mit den Gemüsezwiebeln basierte auf den Importen aus Spanien. Der Absatz verlief in ruhigen Bahnen. Die Bewertungen steckten daher dauerhaft auf einem konstanten Niveau fest. Daran konnte auch eine verschiedentlich auftretende Marktbelebung nichts ändern. Die Abladungen inländischer Haushaltsware wurden in gewohntem Umfang durch Chargen aus Österreich, den Niederlanden und Italien ergänzt. Ein unaufgeregter, aber genügender Vertrieb bewirkte dabei hinsichtlich der Notierungen keinerlei signifikante Modifikationen.
 


Weitere Informationen
Frankfurt
Spanische Erdbeeren schwächelten von der Ausfärbung her. Als Alternative standen portugiesische Importe in optimaler Präsentation bereit. Spanien eröffnete am Mittwoch die Saison für Kulturheidelbeeren. Spanische Kakis, Persimonen, waren in hervorragender Qualität knapp und mit bis zu 2,10 € je kg teuer. Zucchini und Auberginen flossen verstärkt zu und wurden billiger offeriert. Die Verfügbarkeit von Kohlrabi und Radieschen aus Italien schränkte sich leicht ein. Preisanhebungen folgten. Belgischer und niederländischer Lauch vermochte sich aus dem Kurstief der letzten Wochen zu lösen und kostete bis zu 15 % mehr. Die Nachfrage nach Artischocken zog wieder an. Die Produktion bei deutschem Schnittlauch machte eine Pause; Marokko, Israel und Äthiopien konnten den Bedarf allerdings decken.
Hamburg
Eine nachlassende Güte vergünstigte Süßkirschen aus Neuseeland sowie Pflaumen aus Südafrika. Die Notierungen von spanischem Brokkoli bröckelten ab. Bei Lauch aus unterschiedlichen Ländern führte der Verdrängungswettbewerb zu fallenden Kursen.
Köln
Das Angebot an Beerenobstsortiment interessierte kaum, somit genügten kleinste Mengen vollkommen zur Marktabdeckung. Dasselbe galt bei Bohnen, meist aus Marokko, ihr Verkauf gestaltete sich sehr zähflüssig.
München
Der Nachfrageknick nach den Feiertagen wirkte sich bei Erdbeeren negativ auf die Geschäfte aus. Die Forderungen mussten zurückgenommen werden, um vor allem bei den ägyptischen Erzeugnissen die Bestände möglichst gering zu halten. Pfirsiche, Nektarinen, Aprikosen und Süßkirschen von der südlichen Hemisphäre notierten bei begrenzten Abladungen aufgrund mangelnden Kundenzugriffs ebenfalls rückläufig. Ananas und Mangos erfreuten sich bei eher vorfrühlingshaftem Wetter einer besseren Beachtung. Üppiger italienischer Radicchio konnte trotz Vergünstigungen nicht zeitnah untergebracht werden. Die Aufrufe für belgischen Chicorée mussten herabgesetzt werden. Auberginen und Zucchini befanden sich unter Preisdruck. Rosenkohl war reichlich und mit Verbilligungen zu haben. Die Bewertungen von Dill und Petersilie aus Italien blieben stabil.


Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 2 / 18
Copyright © fruchtportal.de

Veröffentlichungsdatum: 18.01.2018

Schlagwörter

BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin