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Deloittes "Global Powers of Retailing": Schwarz und Aldi bleiben in Spitzengruppe - Amazon greift Einzelhandelsgiganten an

16. Januar 2018

And the winner is ... Amazon! Der Online-Händler setzt im Retail-Segment neue Maßstäbe und kann sich erstmals auf Platz sechs der weltweit größten Handelsunternehmen platzieren - nach einem regelrechten Durchmarsch, denn zur Jahrtausendwende belegte der Anbieter noch Rang 186 des "Global Powers of Retailing"-Reports von Deloitte.

Quelle: Jonathan Weiss / Shutterstock.com Amazon Logo store University of Cincinnati
Quelle: Jonathan Weiss / Shutterstock.com

Die Platzierung spiegelt nicht nur die steigende Bedeutung des digitalen Handels, sondern auch die großen Veränderungen in der Branche insgesamt wider: So waren 2001 gerade einmal vier der aktuellen Top-Ten-Unternehmen unter den ersten zehn, entsprechend mussten sechs ihren Platz in der Zwischenzeit räumen. Wal-Mart bleibt unangefochtener Spitzenreiter, als deutsche Vertreter sind die Schwarz-Gruppe und Aldi ganz vorn mit dabei. Insgesamt brachte das Geschäftsjahr 2016* dem Handel zwar gute Gewinne - die aggregierten Erlöse lagen bei 4,4 Billionen US-Dollar, die Margen bei durchschnittlich 3,2 Prozent und das Umsatzwachstum seit 2011 bei 4,8 Prozent. Im Zehnjahresvergleich fiel das Wachstum jedoch deutlich geringer aus, sogar bei den besonders schnell wachsenden Vertretern des "Fastest 50"-Rankings.

"Erstklassige digitale Einkaufsmöglichkeiten sind heute ein Muss. Der Kunde will aber vor allem ein nahtloses Einkaufserlebnis über alle Kanäle hinweg. Die richtige Kombination von ,Bricks' und ,Klicks' ist entscheidend, wozu auch der intelligente Einsatz neuer Technologien in den physischen Geschäften gehört. Aber auch chinesische Unternehmen nehmen heute schon in bestimmten Teilen Vorreiterrollen ein und zeigen auf, welche Trends künftig besonders wichtig sind", erklärt Karsten Hollasch, Partner und Leiter Consumer Business bei Deloitte.

US-dominierter Einzelhandel legt moderat zu: Wal-Mart bleibt Nummer 1

Wer zu den Top 250 des Deloitte-Rankings zählt, verfügt im Durchschnitt über einen Jahresumsatz von mindestens 3,6 Milliarden US-Dollar. Mit fast 486 Milliarden zeigt Spitzenreiter Wal-Mart einen erheblichen Abstand zur zweitplatzierten Costco (119 Mrd.) und macht deutlich, dass er in einer eigenen Liga spielt. In den Top Ten finden sich neben US-Unternehmen wie Kroger und Home Depot mit Schwarz (4) und Aldi (8) zwei deutsche sowie mit Carrefour (9) ein französischer Vertreter.

Amazon setzt auf Innovation

Vor allem Amazon hat in den vergangenen Jahren ein außergewöhnliches Umsatzwachstum gezeigt. So hat das Unternehmen neue Märkte erschlossen, neue Produktkategorien eingeführt und dabei immer wieder aktuellste Technologien getestet und genutzt. Ein entscheidender Schritt war u.a. die Akquise von Wholesale Foods Market im Jahr 2016. In Gestalt von Amazon-Go-Märkten wird das Unternehmen für weitere Disruptionen im Markt sorgen.

Gutes Geschäftsjahr für deutsche Anbieter

Aldi Lidl

Neben Amazon, das seit Jahrzehnten zweistellig zulegt und im Vergleich zum Vorjahr gleich vier Plätze nach vorne rückt, konnten auch die deutschen Vertreter Schwarz und Aldi auf ein gutes Geschäftsjahr zurückblicken, vor allem wegen ihrer Expansion in wichtige Märkte. In den Top 250 finden sich insgesamt 17 deutsche Unternehmen, was einem Anteil von 6,8 Prozent entspricht. Neben den Einzelhandelsriesen Metro (16), Edeka (19) und Rewe (22) sind unter anderem noch Otto (89), dm (103), Rossmann (106) sowie Zalando (227) und Intersport (250) vertreten. Zalando konnte sich überdies Platz vier bei den am schnellsten wachsenden Unternehmen sichern. Insgesamt lag das Wachstum der deutschen Anbieter bei guten 3,5 Prozent.

*Die Studie basiert auf Finanzkennzahlen der Geschäftsjahre bis Ende Juni 2017. Grundlage sind Jahresberichte, die Planet-Retail-Datenbank und weitere öffentliche Quellen.

Quelle: Ots / Deloitte
 

Veröffentlichungsdatum: 16.01.2018

Schlagwörter

Deloitte, Global Powers of Retailing, Amazon, Einzelhandel, Schwarz, Aldi, Studie