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Rettich- und Radieschenblätter: EU ändert Vorgaben für Rückstandsanalytik

05. Januar 2018

Ab 2018 müssen Rettich- und Radieschenblätter bei Rückstandsanalysen jeweils getrennt von der Gemüsefrucht untersucht werden. Dies sieht laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eine Aktualisierung der EU-Verordnung VO (EU) 396 / 2005 (Anhang I, Teil B) vor, die am 1. Januar 2018 in Kraft tritt.

Bildquelle: Shutterstock.com Radieschen
Bildquelle: Shutterstock.com

Gemäß der Verordnung werden die Blätter von Radieschen und Rettichen ab dem kommenden Jahr der Kulturgruppe Grünkohl zugeordnet, ohne dass hierbei eine Unterscheidung zwischen Blättern von Rettichen und Radieschen (Raphanus sativus Radish Group) vorgenommen wird.  Damit werden ab dem 1. Januar 2018 die Rückstandshöchstgehalte (RHG) für Grünkohl auch auf Rettich- und Radieschenblätter angewendet.

In einer am 22. Dezember 2017 veröffentlichten Fachmeldung weist das BVLdarauf hin, dass derzeit nicht sichergestellt werden kann, dass bei Anwendung der für Rettich und Radieschen zugelassenen Pflanzenschutzmittel die RHGs für die Blätter eingehalten werden können. Grund dafür ist, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Rückstandsdaten für die Blätter vorliegen. Nach Angaben des BVL bleibt die Vermarktung von Rettich und Radieschen mit Blättern möglich, wenn bei der Produktion nur Wirkstoffe eingesetzt wurden, die im Anhang IV der Verordnung (EG) Nr. 396/2005 gelistet sind. Weiterhin kann die Ware vermarktet werden, wenn die nun geltenden RHGs einhaltbar sind. In allen übrigen Fällen empfiehlt das BVL, Rettiche und Radieschen vorerst ohne Blätter zu vermarkten.

Im Zuge der geänderten EU-Verordnung will das BVL die Pflanzenschutzmittel, die zur Anwendung an Rettich und Radieschen zugelassen sind, überprüfen und im nächsten Schritt die Verwertung der Blätter durch entsprechende Auflagen ausschließen, wo es notwendig ist.

Auf der Internetseite des BVL finden Sie weitere Informationen und Hintergründe zur aktualisierten EU-Verordnung VO (EU) 396 / 2005.

Quelle: QS Qualität und Sicherheit GmbH

Veröffentlichungsdatum: 05.01.2018

Schlagwörter

Rettich, Radieschen, Blätter, EU, Rückstandsanalytik, Lebensmittelsicherheit