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Erdbeeren: Deutsche Offerten waren fast monopolartig vorrätig

21. September 2017

Punktuell rundeten niederländische, polnische und belgische den Handel ab. Zwar schränkte sich die Verfügbarkeit dem Saisonstand entsprechend ein, Überhänge waren aber dennoch nicht immer zu vermeiden. Erst ab Donnerstag verbesserten sich in Köln die Unterbringungsmöglichkeiten, was sich prompt positiv auf die Bewertungen auswirkte. In München konnte man gleiches beobachten, hier warf das Oktoberfest seine Schatten voraus: Zum Schokolieren favorisierte großfallende Produkte waren begehrt. Generell tendierten die Notierungen eher aufwärts als nach unten.

Bildquelle: Shutterstock.com Erdbeeren
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Tafeltrauben
Türkische Sultana dominierten vor italienischen Italia und Crimson Seedless. Griechenland beteiligte sich speziell mit Thompson Seedless und Frankreich mit Alphonse Lavallée am Geschehen. Die türkischen Sultana präsentierten sich in einer uneinheitlichen Güte, weshalb sich ihre Preisspanne ausweitete. Da sich die Kampagne von Steinobstfrüchten langsam entschleunigte, konnte ein steigendes Interesse verzeichnet werden. Nur örtlich waren die Verkäufer mit dem Absatz nicht zufrieden. Sie versuchten, die Bereitstellung an den kontinuierlichen Bedarf anzupassen, was für gewöhnlich auch klappte. Die Kurse verharrten oftmals auf bisherigem Niveau.

Äpfel
Deutschland prägte unter anderem mit Elstar, Royal Gala und Boskoop die Vermarktung. Santana aus den Niederlanden und dem Inland ergänzten in Hamburg zu 1,40 € je kg. Italien schickte insbesondere Royal Gala und Granny Smith und komplettierte mit Elstar und Golden Delicious. Wie bei den französischen Chargen, hier waren vordergründig Granny Smith und Elstar zu nennen, wurden diese meist in gelegter Aufmachung abgewickelt. Die Niederlande sendeten hauptsächlich Jonagored, Boskoop und Wellant. In Frankfurt konnte man slowenische Idared und Golden Delicious zu 1,- € je kg erwerben. Insgesamt stimmte die Versorgung mit den Unterbringungsmöglichkeiten überein, sodass sich die Notierungen nicht gravierend bewegten. Lediglich in Hamburg waren die Anlieferungen zu üppig, sodass die Händler Vergünstigungen gewährten. Importe aus Übersee spielten bloß noch eine kleine Rolle; das Ende der neuseeländischen und chilenischen Saison ist absehbar.

Pfirsiche und Nektarinen
Obwohl üppige Mengen angeboten wurden, zeichnet sich langsam das Ende der Kampagne ab: Das Interesse schwächte sich erheblich ab und die Qualitäten, speziell der spanischen Partien, waren alles andere als einheitlich. Spanien und Italien prägten die Szenerie, welche von Frankreich und der Türkei komplettiert wurde. Die Kurse veränderten sich nicht wesentlich. In München konnten türkische Importe dank ihrer optimalen Kondition zeitnah abgesetzt werden. Ansonsten verlief die Vermarktung recht schleppend.

Pflaumen
Deutschland dominierte weiterhin mit zahlreichen Varietäten die Geschäfte. Hauszwetschge, Presenta und Top führten das Feld an, Elena, Ortenauer und Fellenberg folgten dahinter. Die Bedeutung vonValjevka und Cacaks Fruchtbare begrenzte sich augenscheinlich. Stanley wurden aus mehreren osteuropäischen Ländern abgeladen. Italien, Frankreich und Spanien ergänzten das Sortiment ebenso mit geringen Anlieferungen wie die Türkei. Insgesamt schränkte sich die Verfügbarkeit ein. Dennoch wurden die bisherigen Forderungen oftmals bestätigt. Punktuell konnten sogar Verteuerungen durchgesetzt werden. Früchte mit nachlassender Haltbarkeit, welche in Hamburg ab und an zu finden waren, musste man selbstredend mit Verbilligungen abgeben.

Zitronen
Angebot und Nachfrage hielten sich die Waage, sodass die Preise meist stabil blieben. Spanische Partien herrschten vor; argentinische und südafrikanische folgten. In Hamburg vergünstigen sich die Importe von der südlichen Hemisphäre aufgrund ihrer nachlassenden Kondition. Für die 38. KW erwartet man italienische Abladungen.

Bananen
Häufig wurde die Bereitstellung hinreichend auf den Bedarf abgestimmt. Dieser hatte sich verschiedentlich wegen der beendeten Sommerferien ein wenig ausgedehnt. Frankfurt berichtete hingegen von leicht begrenzten Unterbringungsmöglichkeiten. Die Notierungen veränderten sich sehr selten.

Blumenkohl
Als Alternative für die vorherrschenden inländischen Offerten wurden in München und Frankfurt belgische Chargen verkauft. Beide überzeugten in der Regel bezüglich ihrer Qualität. Die kühle Witterung war dem Geschäft zuträglich. Die Nachfrage verbesserte sich für gewöhnlich. Das schlug sich aber bloß verzögert auf die Preise nieder. Teils stiegen sie schon ab Dienstag, teils erst in der zweiten Wochenhälfte nach oben. In dieser Hinsicht verringerte sich weiter die Distanz zwischen deutscher und belgischer Ware. Örtlich verzeichnete man kontinuierlich ein äußerst unaufgeregtes Interesse, sodass die Händler sich gezwungen sahen, darauf zu verzichten, die Bewertungen anzuheben.

Gurken
Die Zuflüsse von Schlangengurken aus der einheimischen Ernte hatten sich markanter eingeschränkt als die der belgischen. Die niederländischen Importe variierten kaum. Daraus ergab sich generell eine marginale Unterversorgung. In der Folge zeigte der Trend der Preise nach oben: Manchmal kletterten sie sukzessive aufwärts, ab und an unmittelbar in einem Schritt. Am Freitag betrug die Differenz zum Montag bis zu 25 %. Meistens profitierten alle Herkünfte von dieser Angebotsbegrenzung, verschiedentlich blieb Deutschland außen vor. Örtlich entschleunigten diese ganzen Vorgänge die Nachfrage. Erste spanische Früchte wiesen in Frankfurt weiche Spitzen auf, weshalb man sie bedenkenlos zurückschickte. In München war die Qualität besser. Aus dem Inland und aus den Niederlanden trafen Minigurken ein. Niederländische Chargen verbilligten sich hauptsächlich; dies riss die einheimischen gelegentlich mit nach unten. Davon abkommend musste man in Frankfurt am Ende der Woche mehr bezahlen als zuvor. 

Tomaten
Die belgischen und niederländischen Offerten beherrschten weiterhin erkennbar den Handel, Deutschland, Italien und Polen komplettierten ihn. Aus Spanien und Frankreich stammten bloß spärliche Mengen. Die Bereitstellung hatte sich leicht verringert. Dennoch reichte sie aus, um den Bedarf hinlänglich zu decken, war punktuell jedoch zu groß für das unaufgeregte Interesse. Angesichts des kühleren Wetters reduzierten sich stufenartig die Unterbringungsmöglichkeiten. Dessen ungeachtet bewegten sich bei den ausländischen Zufuhren die Kurse fast für sämtliche Warengruppen nach oben, je nach Markt bei den einzelnen Kultivaren mit einer divergierenden Intensität. In Frankfurt machten sie bei losen Erzeugnissen den augenfälligsten Sprung von bis zu 60 %. In Hamburg verteuerten sich die italienischen Kirschtomaten sehr drastisch. Auch die Fleischtomaten aus Belgien wurden höher aufgerufen: um bis zu 20 %. Die ausgeprägte ansteigende Tendenz der Bewertungen ließ neben der verschlechterten Witterung den Verkauf stagnieren. Bei den stärker rückläufigen einheimischen Anlieferungen oszillierten dagegen die Notierungen grundsätzlich nur unwesentlich.

Gemüsepaprika
Die dominierenden niederländischen Abladungen schränkten sich ein wenig ein. Die polnischen Zuflüsse flauten ebenso ab. Der Umfang des ungarischen Angebots schmälerte sich wie das des inländischen Sortiments. Derweil wuchsen die spanischen Zugänge an, aber nicht in einem Maße, um die Begrenzung des mitteleuropäischen Anbaus völlig ausgleichen zu können. Trotzdem waren alle Plätze gut versorgt; in der Regel sogar zu gut. Daher entstand ein markanter Konkurrenzkampf. Die Wahl der Waffen: Verbilligungen. Meistens mussten die Vertreiber ihre Forderungen nämlich senken. Lediglich selten vermochten sie diese auf ihrem bisherigen Level zu fixieren. Davon abweichend etablierten sich in München oftmals Preisanhebungen, initiiert durch die verminderte Verfügbarkeit der Produkte. Örtlich musste für die 400-g-Folienbeutel aus der Türkei mehr bezahlt werden. Die vielfach vergünstigten polnischen Chargen fanden schnell eine befriedigende Aufnahme.

Zwiebeln
Gemüsezwiebeln wurden ausschließlich aus Spanien zugeführt. Die Händler veräußerten sie kontinuierlich zu relativ konstanten Notierungen. Diverse Ausreißer nach oben waren teils nur von kurzer, teils jedoch von längerer Dauer. Marginale Aufschläge bezifferten bis zu 50 Cent je 25-kg-Sack. Die vorherrschende inländische Haushaltsware komplettierte man häufig mit Offerten aus den Niederlanden und in München zudem mit Anlieferungen aus Österreich. Die Bereitstellung korrelierte gemeinhin genügend mit den Absatzmöglichkeiten. In der Folge verharrten die Bewertungen überwiegend auf einem unveränderten, recht starren Niveau. Die geringen Mengen aus Österreich hingegen zeigten diesbezüglich einen erkennbaren Trend zur Befestigung. Italienische Partien tauchten bloß punktuell in München auf.


Weitere Informationen

In der Kommentierung der Märkte sind keine Informationen aus Berlin enthalten!

Frankfurt
Das Interesse für Heidelbeeren schwächte sich merklich ab. Trotzdem konnte man niederländische Premiumprodukte zu 2,20 € je 150 g, erste sehr großbeerige Überseeankünfte aus Peru sogar maximal zu 2,- € je 125-g-Schale vermarkten. Brombeeren standen nicht im gewohnten Umfang zur Verfü- gung, das trieb die Kurse auf bis zu 2,50 € je 250 g. Die neue Saison von Granatäpfeln startete ab Mittwoch mit spanischen und türkischen Importen. Bei den kleinfruchtigen Zitrusfrüchten waren neben den frühen Iwasaki nun Okitsu und Clemenrubi aus Spanien vorrätig. Für die kommende Woche wird mit versteiften Forderungen und abfallenden Kalibern bei türkischen blauen Feigen gerechnet. Französische Walnüsse brachten 4,50 bis 5,- € je kg. Die Preise von Auberginen mussten nochmals angehoben werden: auf bis zu 15,50 € je 5 kg belgischer und niederländischer Ernte. Für neue spanische Abladungen sollte man 12,- € je 5 kg bezahlen. Das deutsche Sortiment an Kürbissen verbreiterte sich. Es gab nun neben Hokkaido, auch Muskat-, Butternuss- und Spagetti-Kürbisse. Die 10er-Bunde von Portulak wurden zu 5,- € gerne gekauft. Dank eines ordentlichen Bedarfs ließen sich bei Pfifferlingen und Steinpilzen Verteuerungen realisieren. 

Hamburg
Infolge des herbstlichen Wetters beschleunigte sich die Abwicklung von Orangen aus Übersee, wobei die Bewertungen wegen der immensen Mengen nicht erhöht werden konnten. Satsumas von der iberischen Halbinsel entsprachen noch nicht den Vorstellungen der Kunden. Inzwischen trafen spanische Auberginen und Zucchini ein. Erster Mangold aus Italien kostete 9,- € je 8-kg-Holzkiste.

Köln
Bisher war der gesamte September geprägt von einem ruhigen Geschehen. Äußerst zäh verlief der Handel mit Wassermelonen, selbst mit Vergünstigungen gelang die Unterbringung kaum. Granatäpfel wurden verhalten aufgenommen. Auch niederländischer Rosenkohl war nicht sonderlich gesucht. Sehr zufriedenstellend ließen sich, zumindest ab Donnerstag, Pfifferlinge verkaufen, die meist aus osteuropäischen Ländern stammten.

München
Die Kampagne von süd- und norddeutschen sowie von polnischen Kulturheidelbeeren stand kurz vor ihrem Ende. Die Abladungen wurden immer geringer und waren tageweise nicht verfügbar. Inzwischen trafen erste Importe aus Peru ein. Bei Himbeeren überwogen ansprechende und großfallende Produkte aus Polen. Die Präsenz von spanischen Melonen schränkte sich ein; erste brasilianische Anlieferungen traten auf. Spanien eröffnete mit Iwasaki die neue Saison für kleinfruchtige Zitrusfrüchte. Die Zuflüsse von spanischen Zucchini intensivierten sich deutlich. Speziell Markenware hatte gegen- über inländischen Erzeugnissen einen Qualitätsvorteil, was sich auch im Preis bemerkbar machte. Einheimische Auberginen waren begrenzt; für niederländische musste man mehr Geld anlegen. Die Bewertungen von den italienischen Partien zogen etwas an und erste spanische Chargen werden erwartet. Das Oktoberfest förderte die Nachfrage nach Rettichen und Radieschen. Die Notierungen für knappen Brokkoli kletterten aufwärts. Dill verbilligte sich; Petersilie wurde teurer. 


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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 37 / 17
Copyright © fruchtportal.de

Veröffentlichungsdatum: 21.09.2017

Schlagwörter

BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin