Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Frostschäden: BBV begrüßt Hilfen für Obst- und Weinbaubetriebe

20. September 2017

Das Bayerische Kabinett hat ein Hilfsprogramm für frostgeschädigte Obst- und Weinbaubetriebe beschlossen. Der Bayerische Bauernverband begrüßt diese Entscheidung und erwartet eine schnelle und unbürokratische Umsetzung. Der Ministerrat hat ein Hilfsprogramm für die bayerischen Obstbauern und Winzer beschlossen, bei denen die Fröste im April 2017 zu schweren Ertragseinbußen geführt haben. 

Bildquelle: Shutterstock.com Frost
Bildquelle: Shutterstock.com

Das Hilfsprogramm sieht folgendes vor:

Nachgewiesene Schäden werden bis zu maximal 50 Prozent ausgeglichen, der Höchstbetrag liegt bei 50.000 Euro.
In besonderen Härtefällen, bei denen die Schäden über 100.000 Euro betragen, die Fortführung des Betriebs bedroht ist und ein Darlehen aufgenommen werden muss, werden auch die Schäden über 100.000 Euro zu 50 Prozent ausgeglichen. Die Zuwendung ist allerdings auf 150.000 Euro pro Antragsteller begrenzt. Insbesondere bei kleineren Betrieben, deren Existenz grundlegend gefährdet ist, kann der Entschädigungssatz auf bis zu 80 Prozent erhöht werden.

Voraussetzung ist in allen Fällen, dass aufgrund des Frosts die Ernteerträge mindestens 30 Prozent niedriger ausfallen als im mehrjährigen Schnitt der vorangegangenen Jahre.

„Wir haben Betriebe mit 90 Prozent Ausfall zum Beispiel bei Äpfeln. Betroffen waren aber nahezu alle Obstarten, Steinobst, Kernobst und Beeren, sowie alle Regionen in Bayern. Selbst praxisübliche Schadensvorsorge, zum Beispiel durch Abdeckungen oder Frostberegnung, war aufgrund der extremen Wettersituation vielfach unwirksam. Für die schwer betroffenen Bauern ist das wirklich eine Existenzfrage“, sagt BBV-Obstbaureferent Theo Däxl.

Der Bayerische Bauernverband begrüßt daher, dass das Bayerische Kabinett beschlossen hat, den Obst- und Weinbauern, die der Frost im April besonders hart getroffen hat, zu helfen. „Wir erwarten, dass die Hilfe schnell mit möglichst wenig Bürokratie umgesetzt wird und die Hilfsgelder den schwer geschädigten Betrieben möglichst bald zur Liquiditätsabsicherung zur Verfügung stehen“, betont Däxl.

Allein bei Obst werde in Deutschland mit Frostschäden von circa 200 Mio. Euro gerechnet. „Es wird die kleinste Apfelernte seit 1991 geben. Im deutschlandweiten Durchschnitt wird bei Äpfel und Birnen nur etwa 50 Prozent einer normalen Ernte erwartet, bei Süßkirschen etwa 40 Prozent und bei Zwetschgen und Pflaumen etwa 60 Prozent. In Bayern werden die Frostschäden auf circa 60 Millionen Euro geschätzt.“

Regional gebe es jedoch sehr große Unterschiede, wobei die schlimmsten Schäden in Süddeutschland aufgetreten seien. Daher sei es auch gerechtfertigt, dass Bayern und Baden-Württemberg finanzielle Hilfen für besonders betroffene Betriebe anbieten. 

Um die Betriebe auf Dauer für die Auswirkungen des Klimawandels zu wappnen braucht es aber nach Auffassung des BBV noch weitere politische Schritte wie...  Einführung einer Mehrgefahrenversicherung mit Hilfe von Bundesmitteln (wie das bereits in den allermeisten Ländern der EU möglich ist. Derzeit gibt es keine Frostversicherung für die Bereiche Stein- und Kernobst, im Beerenobstbereich sind lediglich Erdbeeren gegen Frost versicherbar.)

  • Förderprogramme für Bewässerung in den Anlagen zur Frostschutzberegnung.
  • Bildung von steuerfreien Rücklagen zur Absicherung von Klimarisiken in der Landwirtschaft. 

 

Quelle: BBV

Veröffentlichungsdatum: 20.09.2017

Schlagwörter

Frostschäden, BBV, Hilfen, Obst, Weinbaubetriebe