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BLE-Marktbericht KW 33 / 17: Delbarestivale, Galmac, Primerouge und Gravensteiner beherrschten den Handel

24. August 2017

Zurzeit beherrschten die frühen Kultivare wie Delbarestivale, Galmac, Primerouge oder Gravensteiner differenter Herkunft den Handel. Die späteren Sorten verstärkten jedoch ihre Präsenz. Die Mengen von Elstar aus Deutschland, Frankreich und Italien wuchsen augenfällig an.

Bildquelle: Shutterstock.com Elstar Apfel
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Die Ernte von Royal Gala aus Italien, Deutschland und Frankreich dehnte sich ebenso merklich aus. Die Zufuhren von diesjährigen Granny Smith, Golden Delicious und Red Delicious aus Italien veränderten sich dabei kaum. Verschiedentlich hatte das Ausbringen von Reifemitteln die Entwicklung von inländischen Boskoop beschleunigt. Natürlich wurden immer noch einheimische Früchte aus CA-Lagerung aus 2016 vertrieben: vor allem Jonagold und Golden Delicious. Von der südlichen Halbkugel trafen in abnehmenden Maßen vorrangig neuseeländische Braeburn, Pink Lady und Jazz ein. Wegen einer akzeptablen Absatzgeschwindigkeit beließ man die Forderungen gemeinhin auf ihrem bisherigen Niveau. Abweichungen davon nach unten waren bei frischen Offerten aus Europa einer erhöhten Verfügbarkeit und nach oben bei den Überseeerzeugnissen einem begrenzten Zugang geschuldet.

Birnen
Santa Maria aus Italien und der Türkei bestimmten vorwiegend die Geschäfte. Daneben kamen reichlich Williams Christ aus Italien, Frankreich und Deutschland. Die Abladungen italienischer Abate Fetel verdichteten sich zusehends. Sie lockten zwar mit großen Kalibern, blieben aber in Sachen Verzehrreife und Aroma weit hinter Williams Christ zurück. Die Qualität einheimischer Williams Christ brauchte sich vor der der italienischen und französischen nicht zu verstecken. Erste Clapps Liebling aus Deutschland wurde marginal teurer verkauft als ihre niederländischen Mitstreiter. Die Bereitstellung von Dr. Jules Guyot aus Frankreich und Limonera aus Spanien verringerte sich kontinuierlich. Die Vermarktung verlief für gewöhnlich in ruhigen Bahnen, ihre Ergebnisse befriedigten bloß hier und da, oft in Abhängigkeit einer speziellen Varietät. Die Bewertungen wiesen eine offensichtliche Tendenz zur Schwäche auf. Der Umschlag von Ware aus der südlichen Hemisphäre hatte sich immens vermindert, war lediglich eine Randerscheinung.

Tafeltrauben
Italien dominierte klar erkennbar den Vertrieb: vorrangig mit Victoria und Sugraone. Die Relevanz von Michele Palieri wuchs nur graduell, die von Red Globe deutlich an. Neu waren Crimson Seedless. Der spanische Sektor gewann kaum an Wichtigkeit, obschon sich die Zugänge von Sugraone leicht intensivierten. Die Verfügbarkeit türkischer und griechischer Thompson Seedless stieg augenfällig an Wie die Sultana aus der Türkei begeisterten sie mit optimaler Güte, was ihnen einen flotten Absatz ermöglichte. Die Nachfrage war in der Regel etwas lebhafter, seltener zu zögerlich, um das Angebot völlig aufzunehmen. Die Notierungen verharrten häufig auf einem wenig veränderten Niveau. Verschiedentlich bewegten sie sich abwärts: zum einen wegen eines nicht genügenden Interesses, zum anderen aufgrund verstärkter billigerer Konkurrenz aus Spanien. Frankreich komplettierte das Sortiment z. B. mit Alphonse Lavallée, die bis zu 3,- € je kg brachten. Blaue Sweet Sapphire und rote Jack`s Salute aus Italien feierten Premiere zu 22,- € je 6-kg-Karton.

Erdbeeren
Die inländischen Anlieferungen bildeten fast ein Monopol. Punktuell traf in marginalem Umfang polnische, belgische und italienische Ware ein. Die nasskalte Witterung drosselte die Mengen. Die Woche startete mit festeren Kursen. Die waren aber nicht von Dauer, da postwendend der Zuspruch abflaute. Es entwickelten sich Überhänge. Zudem beeinträchtigte der Regen die Qualität negativ. Um Vergünstigungen kam man nicht herum. Versuche, zwischendurch die Preise anzuheben, waren bloß von kurzem Erfolg gekrönt. Chargen vom Bodensee entzogen sich dieser Sprunghaftigkeit oftmals. Die Zufuhren aus Belgien und aus Italien, sogar die aus Polen, zeigten bessere organoleptische Merkmale. Die Händler konnte diese somit eher zu einem recht konstanten Level aufrufen.

Pfirsiche und Nektarinen
Spanische Abladungen dominierten den Markt. Daneben gab es italienische und ergänzend französische Offerten. Vermehrt tauchten großfallende AAA-Früchte auf. Hervorragende Güte wurde für gewöhnlich gerne geordert. Die Notierungen veränderten sich häufig nur unwesentlich. Deren Ober- und Untergrenzen mussten manchmal jedoch etwas stärker modifiziert werden. Dadurch sollten sich die stellenweise zu schleppenden Geschäfte beschleunigen oder sich die drohenden Bestände minimieren. Man wollte sich so auch schneller von dem weniger lagerfähigen Überschuss trennen. Die Bewertungen überschaubarer Zuflüsse aus der Türkei, wie z. B. Hale Haven, blieben relativ stabil, da sie in der Regel hinlänglich mit ihren Unterbringungsmöglichkeiten korrelierten. Hartreife griechische Importe erzielten lediglich bis zu 1,20 € je kg. Entgegen der vergangenen Jahre hatte sich die Quote der Kernspalter generell erfreulich eingeschränkt.

Pflaumen
Die Produktpalette wechselte allmählich zu den mittelspäten Sorten, die in vielfältiger Bandbreite hauptsächlich aus Deutschland stammten. Neben den etablierten Hanita gewannen Cacaks Fruchtbare genauso an Wichtigkeit wie Auerbacher. Die Relevanz von Top und Fellenberg nahm zu, die von Ersinger Frühzwetschgen und Cacaks Schöne hatte sich verringert. Die Mengen aus Ost- und Südosteuropa entsprachen annähernd denen der Vorwoche, obwohl sich dabei Stanley deutlicher bemerkbar machte. Die Versorgung mit einheimischer Ware reichte für gewöhnlich nicht völlig, um den Bedarf zu decken. Die Kurse verharrten daher überwiegend auf ihrem hohen Niveau. Bei einigen Partien konnten sie sich sogar problemlos befestigen. Ihre Spannen dehnten sich aus, da sich punktuell Überhänge gebildet hatten. Die Anlieferungen aus Italien und vom Balkan profitierten bezüglich Preis und Verkaufszahlen von dieser Entwicklung. Eine optimale Qualität erwirkte zusätzliche Handelschancen. Die aufwärts tendierenden Forderungen ließen hier und da den Vertrieb stocken, sodass sie zum Teil wieder reduziert werden mussten. Chargen aus Mazedonien und Serbien glichen ihre Konditionsschwäche durch Verbilligungen aus. Übersichtliche Zufuhren von Mirabellen mit kleinen Kalibern generierten bloß ungenügende Beachtung, weshalb sie niedriger aufgerufen wurden als bisher. Belamira vermochten vom Geschmack her nicht so richtig zu überzeugen. Susinen kamen aus Italien und Spanien. Der Umfang ihres Angebots passte zu dem der Nachfrage.

Bananen
Der Markt zeigte sich mit der Jahreszeit korrespondierend ziemlich leblos. Man hatte die Zugänge aus den Reifereien angemessen darauf abgestimmt. Dadurch ließen sich die Forderungen für gewöhnlich auf einem relativ konstanten Level fixieren. Selten brachen sie bei Drittmarken aus Costa Rica ein. Einerseits verbesserte sich ab Donnerstag das Interesse, andererseits schwächte es sich kontinuierlich weiter ab. Vereinzelt zwang sehr reife Ware zu einem schnelleren Verkauf.

Blumenkohl
Die dominierenden inländischen Offerten wurden in kleinem Umfang durch belgische komplettiert. Ein wenig drängendes Angebot stieß auf eine unaufgeregte Nachfrage, konnte sie ohne Probleme hinlänglich stillen. Dennoch kletterten die Bewertungen meistens deutlich nach oben, teils wurden sie um bis zu 30 % angehoben. Das entschleunigte den Vertrieb erkennbar. Man sah sich dazu gezwungen, die Aufrufe zu reduzieren, was mancherorts die gesamte Woche über sowieso die Standardvorgehensweise war.

Salat
Die Bereitstellung von Eissalat fiel nicht gerade üppig aus, reichte aber in der Regel. Die Mengen schränkten sich verschiedentlich ein. Daraufhin zogen die Forderungen häufig an, maximal um bis zu 20 %. Zurückhaltende Kunden machten zum Schluss in Köln wie in Berlin die ganzen Tage über Vergünstigungen unvermeidbar. Bei Kopfsalat konkurrierte inländischer mit belgischem, der etwa ein Viertel der Abladungen betrug. Auch hier zeichneten sich früher oder später überwiegend steigende Kurse ab. Punktuell waren sie nicht von Dauer, brachen in der Folge ab Mittwoch oder erst am Freitag ein. Selten blieben sie kontinuierlich stabil. Zum einen dümpelte das Geschäft mit den Bunten Salaten ereignisarm nur so dahin. Zum anderen ließen überschaubare Anlieferungen sowie ein erfreulich flotter Absatz die Preise förmlich nach oben springen. Da war ein Plus von bis zu 30 % drin, ohne dass die Abgabe dabei gravierend ins Stocken geriet. Der Verkauf von Feldsalat, nicht überall stetig vorrätig, kam einfach nicht in Schwung. Verbilligungen sollten die Situation entschärfen.

Gurken
Bei den Schlangengurken herrschten die einheimischen Chargen vor, die belgischen komplettierten das Sortiment neben rückläufigen niederländischen Importen. Aus Deutschland waren nun endlich wieder sämtliche Kaliber verfügbar. Das Angebot korrelierte in genügendem Umfang mit dem durchweg eher leblosen Interesse. Die Notierungen stagnierten oftmals auf einem niedrigen Niveau. Ab und an konnten sie sich jedoch sehr leicht befestigen. Örtlich hingegen rutschten sie täglich immer weiter ab, da die Umschlagsgeschwindigkeit zu langsam war. Aggressive Aktionen der Discounter erschwerten bisweilen die Lage am Platz. Minigurken stammten hauptsächlich aus Deutschland, nachrangig aus den Niederlanden. Der Bedarf schien ziemlich groß zu sein, was einen raschen Vertrieb initiierte. Es konnten sich generell Verteuerungen etablieren.

Gemüsepaprika
Die Geschäfte wurden vorwiegend mit den niederländischen Partien getätigt. Die türkischen und belgischen Zufuhren ergänzten sie. Die Relevanz polnischer und inländischer Produkte hatte sich verstärkt. In der Regel verzeichnete man eine relativ ruhige Nachfrage. Infolge der etwas eingeschränkten Anlieferungen aus den Niederlanden tendierten die Preise erkennbar nach oben: mal für alle Farbgruppen, mal speziell für die gelben oder insbesondere für die grünen Kultivaren. Die Mitstreiter aus Belgien profitierten von diesem Engpass und zogen vielfach nach. Selbst die türkischen Offerten, die für gewöhnlich in dieser Hinsicht stets recht konstant aufgerufen wurden, schlossen sich dem häufiger an. Vereinzelt entschleunigte sich daraufhin die Vermarktung ein wenig.


Weitere Informationen
Frankfurt
Im Segment von Avocados ergänzte Kenia mit Hass zu nur 13,- € je 10-kg-Karton. Südafrika stellte bei Saftorangen auf Delta Seedless um und Uruguay lieferte erste Salustiana. Die ansprechende Qualität der polnischen Himbeeren wurde mit Preisen von bis zu 3,40 € je 250-g-Schale honoriert. Die Notierungen von einheimischen Heidelbeeren zogen im Wochenverlauf an. Auberginen aus Polen kosteten 7,50 bis 8,- € je 5-kg-Karton, wogegen sich die belgische und niederländische Erzeugung auf bis zu 11,- € je 5 kg deutlich verteuerte. Auch die grünen Zucchini legten in dieser Hinsicht zu: Hier musste man in der Spitze für belgische Produkte 1,40 € und für einheimische 1,20 € je kg zahlen. Die Nachfrage für Hokkaido-Kürbissen konnte problemlos gedeckt werden. Bei frischen Erbsen war der Markt jedoch unterversorgt. Für knappe Steinpilze bewilligte man am Freitag bis zu 35,- € je kg.
Hamburg
Schmackhafte Kirschen aus Kanada und den USA (Montana) wurden in Kaliber 26-30 mm zwischen 6,50 und 8,50 € je kg freundlich beachtet. Während die Bewertungen von haltbaren Granatäpfeln aus Südafrika aufwärts tendierten, reduzierten sie sich bei konditionslabilen Partien aus Peru. Für gesuchte osteuropäische Steinpilze musste mehr als bisher aufgewendet werden.
Köln
Aprikosen waren überwiegend in guter Qualität vorrätig. Es zeichnete sich jedoch ein zu schwacher Bedarf ab, der sich am Freitag zudem durch den Regen weiter einschränkte. Die Händler hoben bei Auberginen aus den Niederlanden ihre Aufrufe zum Wochenende hin nochmals an; genauso wie bei Stangenbohnen aus dem einheimischen Anbau, allerdings bewegte sich der Absatz hier in sehr engen Grenzen. Der Verkauf jeglicher Art von Kohl ging recht schleppend vonstatten.
München
Die Saison von Kulturheidelbeeren wurde zunehmend von polnischen Lieferungen bestimmt. Inländische Erzeuger brachten jahreszeitgemäß und auch aufgrund der Regenfälle nur noch wenig Ware auf den Markt. Nach dem Ende türkischer Importe von Kirschen lief der Vertrieb kanadischer Offerten an. Die waren wie erwartet teuer und wurden lediglich vom Feinkost-Sektor nachgefragt. Spinat blieb knapp und verzeichnete hohe Kurse. Auberginen diverser Herkünfte veräußerte man zu festeren Forderungen. Neu im Sortiment waren ungarische Produkte. Diese erzielten die niedrigsten Erlöse. In verringerten Mengen wurde inländischer Dill angeboten. Die Notierungen zogen an. Eine preisliche Entspannung bei Pfifferlingen war vom Umfang der Zufuhren her nicht in Sicht. 


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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 33 / 17
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Veröffentlichungsdatum: 24.08.2017

Schlagwörter

Apfel, BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin