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CVUA Stuttgart: Rückstände und Kontaminanten in Frischgemüse aus konventionellem Anbau 2016

23. August 2017

Im Jahr 2016 wurden am CVUA Stuttgart insgesamt 883 Proben Frischgemüse aus konventionellem Anbau auf Rückstände von über 700 verschiedenen Pestiziden, Pestizidmetaboliten sowie Kontaminanten untersucht.

Bildquelle: Shutterstock.com Gemüse
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805 dieser Proben (91 %) wiesen Rückstände von insgesamt 202 verschiedenen Pestizid-Wirkstoffen auf (2015: 210 Wirkstoffe, 2014: 208, 2013: 199). Insgesamt wurden 4011 Rückstände gefunden (gemäß den gesetzlichen Rückstandsdefinitionen, siehe auch Anlage 4). Bei 143 Gemüseproben (16 %) wurden Rückstandsgehalte über den gesetzlich festgelegten Höchstmengen festgestellt (siehe Tabelle 1). Somit blieb die Beanstandungsquote, wie in den beiden Vorjahren, vergleichsweise hoch. (2014 und 2015: 16 %, 2013: 4,4 %, 2012: 6,4 %, 2011: 7,0 %). Ursächlich hierfür ist die Ausweitung des Untersuchungsspektrums auf polare Pestizide und der hohe Anteil an Überschreitungen der Höchstmenge für den Wirkstoff Chlorat: in insgesamt 106 Gemüseproben wurde die Höchstmenge von Chlorat überschritten.

Vorbemerkung
Funde von Pestizidrückständen in pflanzlichen Lebensmitteln bedeuten nicht zwangsläufig, dass sie aus einer Anwendung von Pflanzenschutzmitteln oder Bioziden stammen.
 
Ausweitung des Untersuchungsspektrums

Auch 2016 wurden wieder alle Proben routinemäßig mit der QuPPe-Methode auf sehr polare Stoffe untersucht (siehe auch http://quppe.eu), die mit der QuEChERS-Multi-Methode nicht erfasst werden können. Zu den Vertretern dieser Gruppe gehören die Fungizide Fosetyl und Phosphonsäure, das Herbizid Chlorat sowie Perchlorat, das als Kontaminant eingestuft wird.

Die Proben kamen aus 35 verschiedenen Herkunftsländern, wobei die Mehrzahl aus Deutschland (423), Spanien (105), Italien (96), Niederlande (55) und Türkei (21) stammten. Die höchste Quote mit Proben über der Höchstmenge betraf Proben aus Belgien (30 %), der Türkei (24 %) und Spanien (23 %).

Beim Vergleich der Anzahl an Stoffe pro Probe muss berücksichtigt werden, dass die einzelnen Kulturen in den verschiedenen klimatischen Zonen einem unterschiedlich starken Schädlingsdruck ausgesetzt sind. Entsprechend individuell und unterschiedlich sind somit auch die erforderlichen Pflanzenschutzmaßnahmen. Im Schnitt wurden 4,5 verschiedene Wirkstoffe pro Probe nachgewiesen, wobei inländische Proben mit 3,7 Wirkstoffen pro Probe etwas besser abschnitten. Der mittlere Pestizidgehalt lag bei den untersuchten Gemüseproben bei 0,46 mg/kg (ohne Bromid und Fosetyl (Summe)). Für deutsche Proben lag der mittlere Pestizidgehalt (mittlerer Pestizidgehalt ohne Bromid und ohne Fosetyl (Summe)) bei 0,38 mg/kg.

Mehrfachrückstände

Rückstände mehrerer Pestizide waren auch im Jahr 2016 bei Gemüse sehr häufig nachweisbar: 699 Gemüseproben (79 %) wiesen Mehrfachrückstände auf.

Die Anzahl untersuchter Stoffe wurde in den vergangenen 5 Jahren kontinuierlich angepasst und erweitert. Während 2012 im Mittel auf etwa 600 Pestizide geprüft wurde, waren es 2016 bereits 648 Stoffe (jeweils entsprechend der rechtlichen Rückstandsdefinition). Die Ausweitung der Untersuchung und ein Rückgang von Rückstandsgehalten durch Nacherntebehandlung (z.B. Waschen) haben gegenläufige Auswirkungen auf die Anzahl Pestizide, die nachweisbar sind. Für die Jahre 2012 bis 2016 ist dennoch ein Trend zum leichten Anstieg der Anzahl nachgewiesener Wirkstoffe zu beobachten

Unzulässige Anwendung von Pflanzenschutzmitteln

Für Proben mit Herkunft Deutschland wird auch überprüft, ob der jeweils nachgewiesene Wirkstoff für die Anwendung bei dieser Kultur zugelassen ist. Werden die Höchstmengen eingehalten, so sind diese Waren verkehrsfähig. Der Sachverhalt wird jedoch von den für den Pflanzenschutz zuständigen Stellen weiter verfolgt. In Tabellen sind die Rückstände an nicht zugelassenen Wirkstoffen in Gemüseproben aus Deutschland dargestellt. Lesen Sie hier mehr.

Quelle: CVUA Stuttgart

Veröffentlichungsdatum: 23.08.2017

Schlagwörter

CVUA Stuttgart, Rückstände, Kontaminanten, gemüse, konventionell