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19. Spreewälder Gurkentag: "Gurke steht für Fleiß und Innovationskraft einer ganzen Region"

22. August 2017

Die Entwicklung des Gurkenanbaus und der damit verbundenen Einlegerei- und Konservenbetriebe ist eine Erfolgsgeschichte der Brandenburger Wirtschaft. Spreewälder Gurken und auch Spreewälder Meerrettich sind wie zahlreiche andere Produkte der über die Region hinaus bekannte und begehrte Spezialitäten. Seit 1999 zählen „Spreewälder Gurken“ und „Spreewälder Meerrettich“ zu den von der EU geschützten geografische Angabe.

Bildquelle: Shutterstock.com Gurken Anbau Spreewald
Bildquelle: Shutterstock.com

„Dieser Erfolg ist durchaus nicht selbstverständlich, sondern ein Ergebnis von Fleiß und Innovationskraft der beteiligten Unternehmer, ihrer Mitarbeiter und des gesamten Wirtschaftsraumes Spreewald“, betonte Brandenburgs Agrar- und Umweltstaatssekretärin Carolin Schilde.

Schilde beim 19. Spreewälder Gurkentag in Golßen

Am Sonnabend (12. August) hat Brandenburgs Agrar- und Umweltstaatssekretärin Carolin Schilde den 19. Brandenburger Gurkentag in Golßen eröffnet. Der Gurkentag findet traditionell in jedem Jahr am zweiten Augustwochenende statt. „Die Spreewaldgurke ist ein Symbol nicht nur für den Spreewald an sich, sondern für den Fleiß und die Innovationskraft der ganzen Region“, erklärte Schilde. weiter

Eine wichtige Voraussetzung für die Herstellung dieser Qualitätsprodukte ist die Erzeugung der Rohware. Die Erträge konnten bei den Gurken in den letzten 20 Jahren auf  das 3- bis 4-fache gesteigert werden. Diese Produktivitätssteigerung war eine Voraussetzung dafür, dass sich die traditionellen Spreewälder Produkte im Wettbewerb behaupten konnten.

Tabel Die Entwicklung des Gurkenanbaus. Quelle MLUL Brandenburg
Die Entwicklung des Gurkenanbaus. Quelle MLUL Brandenburg

Neben der Ertragssteigerung war die weitere Mechanisierung der Gurkenernte ein wichtiger Schritt, um den Gurkenanbau in der Spreewaldregion im nationalen Vergleich zu sichern. Auch heute noch erfolgt die Ernte manuell mit hohem Personalaufwand und einer körperlich belastenden Haltung.

Am kommenden Wochenende wird Golßen zum Schaufenster für regionale und Brandenburger Spezialitäten, wenn in der Spreewald-Gemeinde die 19. Ausgabe des traditionellen Gurkenfestes gefeiert wird.

Kern der Veranstaltung ist ein buntes Markttreiben. An vielen Ständen offerieren Unternehmen, Händler und Aussteller Erzeugnisse und Köstlichkeiten aus dem Spreewald und darüber hinaus aus ganz Brandenburg. Ein Höhenpunkt der Veranstaltung wird die Krönung des neuen Gurkenkönigspaares sein.

Ein buntes Bühnenprogramm mit viel Prominenz aus Politik und Wirtschaft begleitet das Zermoniell mit „Fassanstich“ und Verkostung der frisch veredelten Gurken aus der Verarbeitungssaison 2017.

Gurkenregion mit langer Tradition

Spreewälder Gurken sind seit dem 16. Jahrhundert bekannt. Flämische Tuchmacher, die vom Grafen von der Schulenburg nach Lübben geholt wurden, um die hiesige Leinwand qualitativ zu verbessern, brachten aus ihrer Heimat den Gurkensamen mit. Der gute Boden im Spreewald eignete sich bestens für das Wachstum der Gurken. So konnten die weniger erfolgreichen Tuchmacher wenigstens mit dem Gurkenanbau und -verkauf ihre Existenz sichern.

Um in der gemüsearmen Zeit ausreichend Gurken vorrätig zu haben, mussten sie durch Einsäuern haltbar gemacht werden. Das war zugleich die Geburtsstunde der späteren Konservierungsbetriebe. 1932 konnten erstmals sterilisierte Gurken in deren Produktionsprogramm aufgenommen werden und die brachten den Konservenherstellern einen beträchtlichen Gewinn. 1972 wurden die bis dahin privaten Konservierungsbetriebe in der DDR zwangsverstaatlicht. Die ehemaligen Eigentümer wurden in der Regel als Betriebsleiter eingesetzt. Nach der Wende konnten einige ehemaligen Besitzer die Familienbetriebe zurückkaufen. Das größte Unternehmen für die Spreewaldprodukte ist heute der „Spreewaldhof“ in Golßen.

Quelle: MLUL Brandenburg

Veröffentlichungsdatum: 22.08.2017

Schlagwörter

Spreewälder Gurken, Gurke, Innovation, Regional