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Österreich: Studie 'Bio für alle?' - Trend zu nachhaltigen Lebensmitteln ist ungebrochen

15. August 2017

Eine qualitative Studie unter österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten, die der Freiland Verband in Zusammenarbeit mit Science Communications Research und dem FiBL Österreich durchgeführt hat, bestätigt, dass der Trend zu nachhaltigen Lebensmitteln ungebrochen ist. Für die Zukunft wünschen sich Konsumentinnen und Konsumenten klarere Information und noch höhere Standards, die Überwindung der sozialen und anderer Kauf-Barrieren sowie eine Ökologisierung der Landwirtschaft.

Bildquelle: Shutterstock.com Bio
Bildquelle: Shutterstock.com

Wo steht Bio heute? Hält das Wachstum der vergangenen 20 Jahre an? Was muss Bio tun, um den Traum von einer nachhaltigeren Landwirtschaft zu realisieren? Und welche Rolle spielen die Konsumentinnen und Konsumenten dabei? 

Diese Fragen zur Zukunft der Biolandwirtschaft werden gegenwärtig international von Expertinnen und Experten unter dem Titel „Bio 3.0 – Neue Wege zu mehr Bio“ diskutiert. Nach den Pionier-Jahren („Bio 1.0“) brachten die EU-Verordnungen und der Einstieg der Supermärkte seit den 1990er Jahren einen Anstieg von Bio in Österreich auf rund 9 % im Verkauf von Frischeprodukten und ca. 20 % bei der Anzahl an landwirtschaftlichen Betrieben. Für die Zukunft der Biolandwirtschaft, die ein Wachstum der Produktionsweise in den Massenmarkt bringen soll, gilt der/die Konsument/in als zentraler Faktor.

Um mehr Wissen über die Konsumentinnen und Konsumenten zu erhalten, führte der Freiland Verband in Zusammenarbeit mit Science Communications Research und dem FiBL Österreich mit Förderung durch den Bund, die Länder und die Europäische Union seit Herbst 2016 24 Gruppendiskussionen und 18 Expertinnen- und Experten-Interviews durch. Zu den Themen „Bio-Verständnis der Konsumentinnen und Konsumenten", „Usages & Attitudes“ und „Bio 3.0 – Die Zukunft der Biolandwirtschaft“ wurden Einstellungen, Motive und Wünsche verschiedener Käuferinnen- und Käufer-Gruppen erhoben, nicht nur hinsichtlich des Kaufverhaltens, sondern auch hinsichtlich landwirtschafts- und ernährungspolitischer Themen. Die Ergebnisse bestätigen ein Anhalten des Trends, aber auch Unklarheiten und Überforderungen beim Einkauf.

Marken und Regionaltrend vor Zertifikaten

Überraschenderweise ist die seit Jahren verpflichtende EU-Bio-Kennzeichnung selbst bei deklarierten Bio-Konsumentinnen und Bio-Konsumenten nicht immer bekannt. Bei der Suche nach Bio-Produkten orientieren sie sich größtenteils an (etablierten) Marken. Deren zusätzliche, markenspezifische Standards erscheinen Konsumentinnen und Konsumenten oft bedeutender, als die umfangreichen und eindeutigen Regelungen der EU-Verordnungen oder nationaler Regulierungen. Bio-Nicht-Konsument/innen sind die EU-Bio-Kennzeichnung wie auch die Kriterien dafür völlig unbekannt. Im Dschungel der verschiedenen Marken, Siegel und deren jeweiligen Anforderungen finden sie weder Orientierung noch Information. Daraus resultiert ein generelles Misstrauen gegenüber Bio, während sie aber prinzipiell den Anspruch auf nachhaltige Landwirtschaft und ebensolche Konsummöglichkeiten befürworten.

Regional erfreut sich großer Beliebtheit, führt jedoch auch dazu, dass heimische, aber konventionelle Produkte jenen Bio-Produkten, die nicht aus Österreich stammen, bevorzugt werden. „’Regional vor Bio’ zeigt, dass auch andere – von Werbung und Marketing gerne aufgenommene – Trends und Labels in Konkurrenz zu Bio treten können“, sagt Reinhard Geßl, Obmann des in Wien ansässigen Freiland Verband. „Das Versprechen von Authentizität und Nähe trifft zwar Konsumentinnen- und Konsumenten-Wünsche, verschiebt aber die Frage von der Produktion in Richtung Emotion“, meint Geßl. Eine österreichische Besonderheit ist die Tatsache, dass regional hierzulande nahezu gleichgesetzt wird mit "aus Österreich".

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Quelle: FiBL

Veröffentlichungsdatum: 15.08.2017

Schlagwörter

Studie, Bio, Trend, Nachhaltig, Lebensmitteln