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BLE-Marktbericht Birnen: Europa rüstet auf

20. Juli 2017

Noch dominierten die Importe aus Übersee, Europa rüstete aber auf und stellte einige verschiedene Varietäten bereit. So weitete sich die Präsenz von französischen Dr. Jules Guyot merklich aus und auch aus Spanien und Italien wurde diese Sorte mittlerweile zugeführt.

Grafik Quelle BLE-Marktbericht KW 28 / 17

Italienische Williams Christ, Etrusca, Santa Maria und Ercolini ergänzten in München und Morettini in Berlin das Sortiment. Carmen gleicher Herkunft wurden auf fast allen Plätzen abgeladen, generierten aber nicht überall eine freundliche Beachtung. Aus der Türkei stammten Santa Maria, die im Süden Deutschlands auftauchten. Sommerbirnen aus Spanien und Italien rundeten die vielfältige Warenpalette ab. Generell wurde das Angebot von Südafrika, Chile und Argentinien angeführt, die speziell Forelle, Abate Fetel und Packham`s Triumph anlieferten. In der Regel harmonierte die Verfügbarkeit mit den Unterbringungsmöglichkeiten, sodass die Kurse stabil blieben. 

Äpfel
Neuseeland dominierte mit Braeburn und Royal Gala das Geschehen und ergänzte es mit Pink Lady und Jazz. Chile und Südafrika steuerten zum Sortiment vorrangig Pink Lady und Braeburn bei. Auch wenn sich die Versorgung leicht begrenzte, der Bedarf konnte dennoch befriedigt werden. Obwohl die Vermarktung auf manchen Plätzen recht flott verlief, tendierten die Notierungen summa summarum eher marginal abwärts. Die Präsenz der alterntigen Offerten verringerte sich kontinuierlich; in diesem Sektor waren einheimische Elstar mancherorts schon ausverkauft. Deutsche Jonagored und Golden Delicious sowie italienische Golden Delicious und Granny Smith prägten das Geschehen. Frankreich beteiligte sich nur noch mit wenigen Mengen von Granny Smith und Jazz. Der Abverkauf klappte oftmals reibungslos. Aus neuer Ernte trafen neben inländischen Lodi mittlerweile auch Summerregent ein, die zu 1,50 bis 1,80 € je kg abgesetzt wurden. Auf erste französische Early Gold, Cardinal und Fantasy konnte in Berlin zugegriffen werden. Italien trat schon mit Delbarestivale auf.

Tafeltrauben
Europa hatte das Geschehen fest im Griff: Italien prägte mit Victoria und Black Magic die Szenerie und komplettierte mit Flame Seedless, Millenium und Vitroblack. Spanien stellte Sugraone bereit und Frankreich Prima, die in München das Sortiment komplettierten. Aus Ägypten kamen Sugraone, Flame Seedless und Prime Seedless, die oftmals auf eine hinreichende Beachtung stießen. Die Ferien wirkten sich auf die Nachfrage aus, die sich örtlich eingeschränkt hatte. Auch Aktionen des LEH oder Rückläufer aus diesem erschwerten die Unterbringung am Platz. Demzufolge mussten die Händler ihre bisherigen Aufrufe reduzieren, zum Teil auch recht deutlich. Selbst für überzeugende Qualitäten und konditionsstarke Produkte mussten Vergünstigungen hingenommen werden. Lediglich in Hamburg bestätigten sich die bisherigen Notierungen.

Aprikosen
Frankreich und die Türkei herrschten vor; Spanien und Italien folgten. Ungarn lud in Frankfurt Bergerouge ab, die genauso wie bulgarische Kioto infolge ihres niedrigen Preisen flott verkauft waren. Hier waren auch inländische Orangered und Goldrich interessant, die zwischen 10,- und 19,50 € je 5-kg-Kiste kosteten. Generell bestätigten sich die bisherigen Notierungen, sofern die Güte der Früchte überzeugte, da die Versorgung hinreichend mit den Unterbringungsmöglichkeiten harmonierte. Konditionsschwache Partien, wie sie punktuell auftraten, mussten hingegen mit deutlichen Verbilligungen abgegeben werden. Dementsprechend weit gestaltete sich die Kursspanne.

Pfirsiche und Nektarinen
Die Präsenz der spanischen und italienischen Zufuhren wuchs an. Daneben beteiligte sich auch Frankreich mit einigen Mengen am Geschehen. Griechenland komplettierte die Warenpalette insbesondere mit gelbfleischigen Früchten. Die Versorgung überragte das Interesse deutlich und die Vertreiber waren oftmals gezwungen, ihre Forderungen zu senken. Bestände waren nicht durchgängig zu vermeiden und so etablierte sich punktuell eine weite Bewertungsspanne. Die Szenerie wurde von Platarinas und Paraguayos aus Spanien und Frankreich ergänzt, welche sich örtlich infolge zu üppiger Zuflüsse leicht verbilligten.

Zitronen
Neben den dominierenden spanischen konnte auch auf argentinische und südafrikanische Chargen zugegriffen. Daneben trafen in Hamburg erste chilenische Importe ein, die sich preislich an der spanischen Konkurrenz orientierten. Die ausgedehnte Versorgung ließ die Notierungen vielerorts nach unten abgleiten, insbesondere die spanischen Früchte mit konditionellen Einschränken mussten vergünstigt abgegeben werden.

Bananen
Die Bereitstellung wurde hinreichend an die Unterbringungsmöglichkeiten angepasst. Diese hatten sich örtlich infolge der Ferien leicht vermindert. Die Notierungen verharrten in der Regel auf bisherigem Niveau. Nur örtlich waren gewisse Zweitmarken von leichten Verbilligungen betroffen. 

Blumenkohl
Es standen ausschließlich inländische Partien bereit. Deren Präsenz genügte, um die Nachfrage zu befriedigen. Demzufolge veränderten sich die Notierungen nicht wesentlich. Punktuell mussten die Händler ihre Aufrufe infolge verminderter Unterbringungsmöglichkeiten senken, was den anschließenden Absatz aber nicht grundlegend beschleunigte. In München öffnete sich die Kursspanne aufgrund uneinheitlicher Qualitäten; Offerten aus der Pfalz waren dort am teuersten. 

Salat
Kopfsalat stammte überwiegend aus Deutschland. Belgien ergänzte das Sortiment. Bei einem kontinuierlichen Interesse tendierten die Notierungen punktuell aufwärts; insbesondere die der belgischen Ware kletterten wegen gestiegener Eingangsforderungen nach oben. In Frankfurt musste auch für die deutschen Chargen mehr als zuvor gezahlt werden. Auch bei Eissalat hatte Deutschland die Nase vorn; die Niederlande komplettierten. Trotz einer leicht eingeschränkten Verfügbarkeit sanken die Bewertungen, da der Bedarf nicht so üppig ausfiel. Feldsalat war nur in einem begrenzten Rahmen vorhanden und kosteten dementsprechend viel: Bis zu 9,- € je kg mussten beispielsweise in Frankfurt gezahlt werden. Die Preise der Bunten Salate entwickelten sich unterschiedlich: Während sie in Köln und München mengenbedingt oder nachfrageinduziert absanken, zogen sie in Hamburg infolge von limitierten Anlieferungen aufwärts. In Frankfurt fielen die Kopfgewichte sehr hoch aus, sodass Forderungen von bis zu 4,- € je 9er-Gebinde durchgesetzt werden konnten.

Gurken
Deutschland dominierte; Belgien und die Niederlande rundeten das Angebot mit geringen Mengen ab. Die Versorgung schränkte sich zwar ein, genügte aber, um die Nachfrage zu decken. Die Händler versuchten anfangs der Woche, die Preise zu erhöhen, was die Kundschaft aber prompt mit einer merklichen Kaufzurückhaltung quittierte. Also sanken die Notierungen im Verlauf der Woche sukzessive wieder ab und lagen letztlich nur etwas höher als in der Vorwoche. Minigurken kamen aus dem Inland, der Türkei und den Niederlanden; die Bewertungen zeigten sich sehr uneinheitlich: In Frankfurt bröckelten sie ab, da sich die Abladungen intensiviert hatten. In München zogen sie an und in Hamburg veränderten sie sich bei einer ruhigen Vermarktungslage nicht wesentlich.

Tomaten
Das Sortiment setzte sich vorrangig aus niederländischen, belgischen und einheimischen Partien zusammen. Spanien, Italien und Polen ergänzten es mit wenigen Mengen. Der Handel verlief stetig und kontinuierlich, allerdings hielt das Interesse mit der Versorgung nur selten Schritt. Örtlich versuchten die Vertreiber, Verteuerungen zu etablieren, was aber nicht gelang, da sich die Kunden sträubten, mehr für die Ware zu zahlen. Die Notierungen zeigten sich uneinheitlich: Für einige Varietäten stiegen sie an, für andere sanken sie ab; eine klare Linie war kaum zu erkennen. In Köln gelang eine Räumung der Läger nicht, selbst exklusive Qualität blieb bis zum Wochenschluss liegen. In Hamburg verteuerten sich Kirschtomaten infolge verbesserter Unterbringungsmöglichkeiten. Fleischtomaten aus den BeneluxStaaten vergünstigten sich dort hingegen, was den Verkauf aber nicht wesentlich beschleunigte.

Gemüsepaprika
Die Niederlande prägte das Geschehen. Von der Menge her folgten die Türkei, Belgien und Deutschland. Ungarn und Polen rundeten das Angebot ab. Die Versorgung fand in etwa auf dem gleichen Level wie in der Vorwoche statt. Die Nachfrage präsentierte sich ruhig, aber stetig, punktuell eher gedämpft. Die Preise entwickelten sich recht unterschiedlich: Grüne Varietäten verteuerten sich durchgehend, die roten und gelben Offerten verbilligten sich oftmals. In München blieben die Notierungen einigermaßen konstant, nur niederländische Chargen waren von einstandsinduzierten Vergünstigungen betroffen.

Zwiebeln
Bei Gemüsezwiebeln dominierte offensichtlich Spanien; Ergänzungen kamen ausschließlich aus Chile. Im Sektor der Haushaltsware prägte noch immer augenscheinlich Neuseeland die Szenerie. Europa folgte mit Italien, Österreich, Deutschland und den Niederlanden. Australien hatte sich fast schon aus dem Geschäft verabschiedet und trat nur noch spärlich in Hamburg auf. Generell verminderte sich die Präsenz der Offerten aus Übersee deutlich, während sich die der europäischen Partien kräftig ausdehnte. So erklärten sich auch die sinkenden Notierungen, die auf fast allen Plätzen zu beobachten waren. Lediglich spanische Produkte blieben hiervon punktuell verschon, sofern ihre Qualität überzeugte.
 

Weitere Informationen
Frankfurt
Die Anlieferungen von deutschen Himbeeren schränkten sich ab Dienstag ein, sodass sich Verteuerungen durchsetzen ließen. Polen hingegen erhöhte die Präsenz, womit Vergünstigungen nicht ausblieben. Die Präsenz deutscher Brombeeren weitete sich aus, was die Preise von 2,80 bis 3,20 € je 250-g-Schale jedoch nicht veränderte. Die Nachfrage nach Kulturheidelbeeren war freundlich und da aufgrund von Regen die norddeutsche Ernte stockte, blieben die Forderungen recht konstant. Erste südafrikanische Orangen mit 6er-Kaliber, Salustiana, waren ab Freitag erhältlich. Die Erntemengen bei grünen Bohnen und Stangenbohnen stiegen sprunghaft an, niedrigere Preise waren unvermeidbar. Erster einheimischer Zuckermais wurde ab Freitag angeboten. Die Kurse für Dill mussten einstandsinduziert und mengenbedingt heraufgesetzt werden. Grüne Zucchini vergünstigten sich; hier bestimmte das Inland vor Belgien und den Niederlande das Geschehen. Pfifferlinge wurden gut beachtet und mit 7,- bis 11,- € je kg offeriert. Steinpilze waren erst wieder ab Donnerstag in kleinen Mengen verfügbar und kosteten 28,- € je kg.
Hamburg
Eine vorrausschauende Disponierung bewahrte südeuropäische Melonen vor Verbilligungen. In der 29. KW werden Orangen, Valencia Late, aus Simbabwe am Platz erwartet. Der unzureichende Nachschub verteuerte inländischen Rucola und Spinat. Nässegeschädigter Brokkoli musste Verbilligungen hinnehmen. Avocados aus Übersee verteuerten sich zum Wochenbeginn.
Köln
Im gesamten Beerensortiment lag das Angebot immer über dem Bedarf, somit mussten sukzessive Zugeständnisse hinsichtlich der Forderungen gemacht werden, um zumindest einigermaßen eine Räumung zu erzielen. Auch bei den Wassermelonen war die Aufnahme nicht wie erhofft, dies führte zu leicht nachgebenden Kursen. Selbst beste Offerten an inländischen Stangenbohnen konnten mangels Nachfrage kaum abgesetzt werden.
München
Chilenische Kiwi trafen heuer mehr als einen Monat später als in den Vorjahren ein und ergänzten den von neuseeländischen Erzeugnissen getragenen Markt. Das immer umfangreicher gewordene Angebot an spanischen Melonen notierte trotz guter Aufnahme leicht rückläufig. Aus dem süddeutschen Raum stammende Himbeeren und Kulturheidelbeeren wurden von immer stärkeren Zuläufen norddeutscher Erzeugung komplettiert. Die Preise von Limetten wurden gekappt, was prompt zu einer stärkeren Beachtung führte. Zunehmende Anlieferungen von südafrikanischen Orangen, Navel sowie Valencia Late aus Spanien läuteten die diesjährige Saison ein. Italienischer Rucola war mehr als ergänzend verfügbar und glich die witterungsbedingt eingeschränkten inländischen Mengen aus; die Aufnahme erfolgte in zufriedenstellendem Rahmen, was die Preise stabilisierte. Die Forderungen für knapper verfügbaren inländischen Chinakohl zogen insbesondere im Bereich überregionaler Chargen deutlich an. Inländischer Kohlrabi stand üppig und meist auch in großen Kalibern zu relativ günstigen Bewertungen bereit. Für die diversen Hülsengemüse fanden sich durchgängig ausreichend Interessenten. In etwa zeitgleich wie in den vergangenen Jahren trafen aus regionaler Erzeugung erste Hokkaidokürbisse ein.
Berlin
Waldheidelbeeren aus Polen erzielten zu Wochenbeginn nur noch 2,90 € je 500 g statt wie zum Ausgang der 27. KW 3,80 € je 500 g.


Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 28 / 17
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Veröffentlichungsdatum: 20.07.2017

Schlagwörter

Birnen, Europa, BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin