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Studie: Wien und Umland können sich mit regionalem Gemüse bestens versorgen

10. Juli 2017

Der Gemüsebedarf von 2,5 Mio. Einwohner(inne)n in Wien und den Umland-Gemeinden kann regional gedeckt werden. So das Ergebnis einer Pilotstudie des Umweltbundesamtes im Auftrag der Landwirtschaftskammern Wien und Niederösterreich, der NÖ Landesregierung sowie der Wiener Umweltschutzabteilung MA 22. Um die Verfügbarkeit und den Bedarf zu ermitteln wurden dafür die einzelnen Lebensmittelpfade analysiert. Ziel war es, die regionale Gemüseversorgung zu optimieren.

Bildquelle: Shutterstock.com Markt
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Analyse der Lebensmittelpfade zur Optimierung der regionalen Versorgung

"Der Gemüseanbau ist für Wien von großer Bedeutung. Als einzige Millionenmetropole weltweit können wir uns mit Gemüse selbst versorgen. Dazu kommen der hohe Genussfaktor und die garantierte Gentechnikfreiheit der heimischen Produkte. Lokale Produktion sichert zudem Arbeitsplätze und kurze Transportwege schonen die Umwelt", zeigt sich Umweltstadträtin Ulli Sima über die Studienergebnisse erfreut. Karl Kienzl, stv. Geschäftsführer im Umweltbundesamt, verweist auf den Beitrag zur nachhaltigen Stadtentwicklung: "Eine regionale Lebensmittelproduktion im städtischen Bereich hilft, regionale Ökosysteme zu erhalten und landwirtschaftlich wertvolle Böden zu bewahren."

Für die Vertreter der Landwirtschaftskammern liefert die Studie wichtige Hinweise zu Optimierungsmaßnahmen, vor allem bei der Kennzeichnung. "Die Studie zeigt, dass die Information über die Gemüseherkunft verbessert werden muss. Die Menschen interessieren sich dafür, wer die Produzenten sind, wollen genau informiert werden und sind durchaus emotional, wenn es um Transparenz geht", erklärt Hermann Schultes, Präsident der LK NÖ. Und sein Wiener Amtskollege, Franz Windisch, ist überzeugt: "In der Außer-Haus-Verpflegung fehlt oft noch jeder Hinweis auf die Herkunft. Hier gilt es Klarheit zu schaffen, indem alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette aktiv eingebunden werden. Wenn es um regionale Lebensmittel geht, sind Authentizität und Glaubwürdigkeit wichtige Voraussetzungen für das Verbrauchervertrauen.

Die wichtigsten Ergebnisse

Die Studie zeigt eindeutig, dass der Bedarf an Gemüse in Wien und seinem Umland mengenmäßig - ungeachtet der Sorte - durch die Ernteerträge in der Region gedeckt werden kann. Es werden jährlich sogar um 80.000 t Gemüse mehr produziert, als benötigt werden. Würden die gemäß österreichischer Ernährungspyramide empfohlenen Mengen an Gemüse verzehrt werden, entstünde allerdings ein zusätzlicher Bedarf von 20.000 t/Jahr. Die Nachfrage nach bestimmten Sorten ist größer als das Angebot: dazu zählen Champignons, Karfiol, Kohl, Melonen, Paprika, Pfefferoni, Paradeiser, Rote Rüben, Salat und Zucchini. Andere Gemüsearten werden im Überschuss produziert und aus Wien sowie den Umland-Gemeinden exportiert, etwa Erbsen, Karotten, Kraut, Sellerie, Spargel, Spinat und Zwiebel.

Das Umweltbundesamt hat exemplarisch drei Lebensmittelpfade untersucht - den Außer-Haus-Verzehr - dazu zählen Großküchen und die Gemeinschaftsverpflegung -, den Lebensmittel-Einzelhandel und die Direktvermarktung - sowie deren Vertreter nach Absatzmengen befragt und um eine Einschätzung zu Potenzialen wie auch Engpässen gebeten. Es zeigte sich, dass vor allem der Bedarf an Zwiebeln und Karotten sehr gut in der Region abgedeckt werden kann. Importe sind vor allem bei asaisonalem Gemüse und bei verarbeiteten Produkten notwendig.

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Quelle: aiz.info

Veröffentlichungsdatum: 10.07.2017

Schlagwörter

Studie, Wien, Regional, gemüse