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Erdbeeren: Deutschland herrschte beinahe monopolartig vor und intensivierte die Zufuhren deutlich

06. Juli 2017

Örtlich ergänzten die Niederlande und Belgien das Geschehen. Das Geschäft entwickelte sich recht uneinheitlich. 
Bildquelle: Shutterstock.com Erdbeeren
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In München schränkte sich die Verfügbarkeit ein und in Verbindung mit einem kontinuierlichen Interesse zogen die Notierungen an. Auf einigen Märkten offenbarten Partien konditionelle Probleme, was die Kursschere nach unten hin öffnete. Mängelfreie Früchte waren hingegen gesucht, weshalb sie sich oftmals verteuerten. In Berlin trat erste Frigoware auf, die zu ca. 2,- je 500 g abgesetzt wurde. Köln berichtete von einem unzureichenden Angebot, was die Bewertungen aufwärts klettern ließ. In Frankfurt forderte man für niederländische Produkte bis zu 2,70 € je 500-g-Schale, was die Kunden mit einer merklichen Kaufzurückhaltung quittierten. Hier verbilligten sich zum Wochenende hin die Anlieferungen aus Belgien auf ca. 1,80 € je 500 g. 

Äpfel
Im Sektor der Anlieferungen von der südlichen Hemisphäre dominierte Neuseeland mit Braeburn und Royal Gala vor Chile mit Royal Gala und Pink Lady. Südafrika beteiligte sich vorrangig mit Braeburn und Golden Delicious am Geschäft. Argentinien schickte Royal Gala und Pink Lady. Das Sortiment wurde mit chilenischen Red Chief und südafrikanischen Kanzi erweitert. Die Versorgung harmonierte in der Regel mit der kontinuierlichen Nachfrage. Die Notierungen verharrten daher häufig auf dem Niveau der Vorwoche. Die Bereitstellung der alterntigen Offerten aus Deutschland, Italien und Frankreich schränkte sich offensichtlich ein. Die Käufer zweifelten vermehrt an deren Lagerfähigkeit und schwenkten zunehmend auf die Importe aus Übersee um. Trotzdem blieben die Kurse in diesem Bereich oftmals konstant.

Birnen
Das Geschehen wurde von Packham`s Triumph, Abate Fetel und Forelle geprägt. Südafrika und Chile überwogen, während Argentinien das Angebot ergänzte. Insgesamt herrschte ein sehr ruhiges Interesse vor, zu dieser Jahreszeit steht Steinobst eher im Fokus der Kunden. Punktuell fiel es infolge der Ferien schwächer aus als ohnehin schon. Kleine Früchte waren am beliebtesten. Die Verfügbarkeit passten die Händler meist an den verminderten Bedarf an, was eine stabilisierende Wirkung auf die Bewertungen hatte. Die Warenpalette abrundende italienische Sommerbirnen, Etrusca und Bella di Guigno, kosteten ca. 1,80 € je kg und wurden in geringen Mengen stetig abgesetzt.

Tafeltrauben
Das Sortiment dominierten mittlerweile augenscheinlich italienische Victoria und Black Magic; zudem trafen erste Sugraone und Cardinal ein. Spanische Offerten weiteten ihre Präsenz massiv aus: Midnight Beauty, Ralli Seedless und Sugraone generierten freundliche Beachtung. Aus Ägypten kamen Grapaes, Prime Seedless und Flame Seedless. Importe aus Übersee spielten nur noch eine minimale Rolle und hatten sich aus der Szenerie fast komplett verabschiedet. Generell wurde die gedämpfte Nachfrage mit Leichtigkeit befriedigt. Preisliche Veränderungen waren selten: Aufgrund ausgedehnter Abladungen vergünstigten sich auf manchen Plätzen die italienischen Chargen ein wenig, obwohl sie hinsichtlich ihrer Qualität durchaus überzeugten. 

Pfirsiche und Nektarinen
Flankierend zu den dominierenden spanischen und italienischen Produkten konnte auf französische zugegriffen werden. Diese zeigten sich bezüglich ihrer Qualität von einer sehr ansprechenden Seite und wurden selbst zu hohen Aufrufen problemlos untergebracht. Die südeuropäischen Importe hatten in dieser Hinsicht schon eher Schwierigkeiten. Summa summarum mussten die Vertreiber die Forderungen senken, da das Interesse nicht mit der angewachsenen Verfügbarkeit Schritt hielt. Eine Räumung klappte nicht immer. Partien mit organoleptischen Mängeln, wie sie in Hamburg ab und an in Erscheinung traten, wurden natürlich verbilligt abgewickelt. In München tauchten griechische Zufuhren auf, die trotz niedriger Notierungen konkurrenzbedingt kaum Bedarf generierten.

Kiwis
Neuseeland prägte das Geschehen, Chile rundete es ab. Letzte italienische Chargen gab es nur in München; sie litten unter konditionellen Schwächen, hatten aber gegenüber den Anlieferungen aus Übersee preisliche Vorteile. Insgesamt verlief die Vermarktung kontinuierlich, jedoch ohne besondere Aufreger. Die Kurse verharrten häufig auf dem Niveau der Vorwoche, da die Bereitstellung hinreichend mit der Nachfrage harmonierte.

Zitronen
Spanische Verna überwogen. Argentinische und südafrikanische Abladungen komplettierten die Szenerie. Die Versorgung genügte, um den Bedarf ohne Schwierigkeiten zu decken. Demzufolge kam es hinsichtlich der Notierungen zu keinen wesentlichen Veränderungen, sofern die Qualität überzeugte.

Bananen
Die Bereitstellung wurde von den Händlern an die stete Nachfrage angepasst. Diese hatte sich ferieninduziert punktuell eingeschränkt. Die Kurse blieben in der Regel konstant.

Blumenkohl
Die vorherrschende einheimische Ware wurde auf manchen Plätzen durch belgische Zuflüsse ergänzt. Aus Deutschland kamen vorrangig 6er-Abpackungen. Durch die Hitze der vergangenen Wochen hatten sich die Kulturen nicht optimal entwickeln können. Somit bildete sich eine gewisse Unterversorgung. Obwohl sich nach der Wetterabkühlung das Interesse nicht sonderlich verdichtete, ließen sich für gewöhnlich stufenweise, spätestens ab Donnerstag höhere Forderungen etablieren. Bloß verschiedentlich verharrten sie auf einem recht unveränderlichen Niveau. 

Salat
Eissalat stammte monopolartig aus Deutschland. Nur in Frankfurt und Köln trafen niederländische Chargen ein. Örtlich war man durchaus mit dem Absatz zufrieden. Das sicherte dann stabile Notierungen. Mehrheitlich neigten die Preise jedoch zur Schwäche, da die Abnahme der reichlichen Zufuhren nicht so glatt verlief wie eigentlich erwartet. Der inländische Kopfsalat brauchte lediglich mit dem belgischen zu konkurrieren. Die Mengenverteilung betrug dabei etwa 4:1. Ausschließlich in Hamburg gab es einzig deutsche Offerten. Die Intensität des Angebotes harmonierte in der Regel hinlänglich mit der der Nachfrage. Die Bewertungen blieben relativ starr. Sie sackten vielleicht hier und da mal aufgrund von kleinen Überhängen ein wenig ab; und das ab Mittwoch. Die Geschäfte mit Bunten Salaten wurden fast alleinig mit einheimischen Abladungen getätigt. Die Bereitstellung entsprach annähernd den Unterbringungsmöglichkeiten. Daher verzeichnete man keine wesentliche Varianz bei den Kursen. Gelegentlich weitete sich deren Spanne freilich infolge zu großer Köpfe, die zu zögerlich geräumt wurden, marginal nach unten aus.

Gurken
Hauptsächlich inländische Schlangengurken fanden Eingang in die Vermarktung, belgische und niederländische komplettierten diese. Die Qualität war bei sämtlichen Herkünften geradezu identisch. Kaliber 350/400 g und 400/450 g überwogen. Direkt zu Beginn der Woche stiegen die Einstände. Dies entschleunigte den Zugriff sichtlich, der nicht zuletzt auch witterungsbedingt zu stagnieren drohte. Zudem dehnten sich die Anlieferungen inzwischen aus. Die Händler mussten ihre Aufrufe also reduzieren. Punktuell konnten sie jene aber dank einer freundlichen Beachtung am Freitag wieder anheben. Die dominierenden inländischen Minigurken flossen in einem Volumen zu, der den bisherigen positiven Verkaufsrahmen erkennbar sprengte. Deutliche Verbilligungen sollten ihren Vertrieb angemessen ankurbeln. Die niederländische und türkische Ware vermochte sich dieser Entwicklung bloß schwerlich zu entziehen. Krumme Gurken generierten ein zu spärliches Interesse. Die Verfügbarkeit von Einlegegurken wuchs augenscheinlich an.

Tomaten
Die Niederlande, Belgien und Deutschland herrschten vor. Italien, Spanien und Frankreich ergänzten die Produktpalette. Es bahnte sich eine Überversorgung an: Zum einen hatte sich der beträchtliche Umfang der Abladungen kaum verändert, zum anderen schränkte sich zeitgleich wegen der gesunkenen Temperaturen die Nachfrage spürbar ein. Es war daher fast unmöglich, die Angebote glatt unterzubringen. Die Notierungen brachen bei allen Sortimentsgruppen ein. Selbst die überschaubareren einheimischen Partien mussten sich dieser Strömung beugen, da sich ihre Zuführungen vergrößerten; obwohl sie weiterhin natürlich mehr als die Importe kosteten. Fleischtomaten, vorrangig aus Belgien, wurden nicht genügend geordert. Italienische Kirschtomaten gerieten aufgrund der verdichteten mitteleuropäischen Erzeugung verstärkt unter Druck. Örtliche Verteuerungen für lose Ware oder Rispentomaten aus Belgien oder den Niederlanden konnten nicht dauerhaft gehalten werden. Der Anteil an roten und gelben Datteltomaten nahm kontinuierlich zu.

Gemüsepaprika
Fortlaufend überwogen die niederländischen Zuflüsse im Geschäft. Daneben waren türkische und belgische Anlieferungen von Bedeutung. Eine kleine Rolle spielten die platzweise eintreffenden marokkanischen und deutschen Zugänge. Die Intensität der Bereitstellung korrelierte einigermaßen mit der des Absatzes. Versuche, die Bewertungen auf ihrem bis dato hohen Level zu fixieren, fielen zusehends schwerer. Früher oder später bewegten sie sich nach unten. Am Freitag waren punktuell Verbilligungen von bis zu 2,- € je 5-kg-Karton verzeichnet worden. Wiederholte Ausreißer nach oben hatten dabei keinen langen Bestand, da sich in der Folge schlagartig das Interesse verringerte. Die türkischen Offerten konnten sich diesen negativen Prozessen wie gewohnt meistens entziehen. Man vermarktete sie hauptsächlich zu recht konstanten Forderungen. Die marokkanischen Früchte verbuchten oftmals einen einträglichen Verkauf, da die Händler sie permanent günstiger als die Chargen konkurrierender Herkünfte veräußerten. 

Zwiebeln
Bei Gemüsezwiebeln dominierte Spanien vor Chile. In der Regel verharrten die Notierungen auf bisherigem Niveau, da man die Versorgung genügend auf die Nachfrage abstimmte. Dies war auch bei der Haushaltsware zu beobachten, die vorherrschend aus Neuseeland und ergänzend aus Australien und den Niederlanden kam. In diesem Sektor komplettierten Italien, Deutschland und Österreich. Wie in der Vorwoche konnte zum einen auf alterntige und zum anderen auf frische Partien aus dem Inland zugegriffen werden. Dasselbe wird in der 27. KW für die österreichischen Erzeugnisse erwartet.


Weitere Informationen
Frankfurt
Bei den inländischen Pflaumen traten neben Ruth Gerstetter in 10-kg-Holzsteigen schon erste Herman auf. Die Verfügbarkeit fiel insgesamt sehr gering aus. Goccia d´Oro aus Italien wurden zu 1,80 € je kg gerne gekauft; Ruth Gerstetter waren zu unreif und stießen kaum auf Zuspruch. Die Kurse für hinreichend an die Unterbringungsmöglichkeiten angepasste Abladungen von Heidelbeeren aus deutschem Tunnelanbau blieben stabil. Die üppigen Mengen von Himbeeren mussten mit massiven Vergünstigungen abgesetzt werden. Die Abwicklung von Wassermelonen stockte, sodass die Händler ihre Aufrufe senkten. Südafrika stellte ab Donnerstag wieder Orangen, Navel, aus neuer Ernte bereit. Stangenbohnen aus Marokko und Spanien verteuerten sich, belgische waren mit 6,- bis 7,- € je 4 kg hingegen recht billig. Der Bedarf an grünen und gelben Zucchini konnte mit einheimischen Chargen gedeckt werden. Wegen eingeschränkter Zufuhren aus der Pfalz stillten bei Auberginen belgische und niederländische Offerten das Interesse. Deutscher Rucola war ab der Wochenmitte knapp und gesucht. Serbische Pfifferlinge wurden je nach Sortierung zu 7,- bis 10,50 € je kg platziert. Die Bewertungen von Steinpilzen zogen leicht auf 21,- bis 23,- € je kg an.
Hamburg
Polnische Walderdbeeren starteten zu 4,75 € je 500-g-Korb in die Saison. Aufgrund einer kontinuierlichen Versorgung mit losen und gelegten dunkel- und gelbschaligen Pflaumen aus Spanien und Italien tendierten die Notierungen abwärts. Die Preise für Melonen aus Südeuropa bröckelten oftmals ab, was den anschließenden Kundenzugriff merklich verbesserte. Die Nachfrage nach niederländischen Auberginen konnte mit den Anlieferungen nicht Schritt halten, weshalb die Forderungen nach unten korrigiert werden mussten. Dies betraf letztlich auch Partien aus dem Inland und der Türkei.
Köln
Der Bedarf an Pflaumen wurden durch spanische Produkte befriedigt. Zum Ende der Woche traten vermehrt italienische Erzeugnisse auf, was auf spanischer Seite zu Verbilligungen führte.
München
Der Absatz von Melonen gestaltete sich infolge der hohen Temperaturen freundlicher. Der Handel mit Beeren wurde vom sommerlichen Wetter weiterhin positiv beeinflusst: Das Interesse an Himbeeren, Kulturheidelbeeren, Brombeeren, roten und schwarzen Johannisbeeren sowie an Stachelbeeren aus Deutschland und Polen stieg an. Trotz des immer umfangreicheren Angebotes an italienischen frischen Feigen konnten sich brasilianische Früchte am Markt behaupten. Die Unterbringungsmöglichkeiten von Rhabarber zeigten sich parallel zu den Abladungen stark rückläufig. Zucchini aus diversen Ländern waren sehr üppig verfügbar, weshalb die Kurse absackten. Für zunehmende inländische Mengen an Buschbohnen und Stangenbohnen musste man die Forderungen senken. Nach der traditionell zum Johannitag zu Ende gehenden Saison von Spargel wurden vereinzelt noch von aufzugebenden Flächen stammende Offerten abgewickelt, wobei grüne Stangen bloß einen geringen Anteil am Geschäft innehatten. Pfifferlinge aus Rumänien, Bulgarien, Serbien und dem Kosovo vergünstigten sich. Eher knappe Steinpilze verteuerten sich dagegen.
Berlin
In Zusammenhang mit dem muslimischen Ramadan wurden vermehrt ansprechende Datteln bereitgestellt. Es gab zum einen preiswerte getrocknete tunesische Produkte, die nur 0,60 € je 200 g kosteten, und zum anderen frische südafrikanische Erzeugnisse, für die man 58,- € je 5 kg zahlen musste. Ab Wochenbeginn wuchs die Präsenz von einheimischen Kulturheidelbeeren an. Die Notierungen lagen bei stolzen 3,30 bis 3,60 € je 250 g. Die Versorgung mit Limetten, Brokkoli und Chinakohl schränkte sich augenscheinlich ein. 


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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 26 / 17
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Veröffentlichungsdatum: 06.07.2017

Schlagwörter

Erdbeeren, BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin