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Kirschen: Die Bedeutung der dominierenden spanischen Importe verstärkte sich massiv

08. Juni 2017

Griechische Ware gewann ebenso kräftig an Wichtigkeit und trat inzwischen auch in Berlin in Erscheinung. In Frankfurt generierte sie kaum Beachtung, da sie zu klein ausfiel. Die türkische Saison begann: Da die Qualität der großen und hochpreisigen Partien nicht restlos ansprach, war das Interesse eher gedämpft.

Bildquelle: Shutterstock.com Kirschen
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Erste einheimische Abladungen kosteten in Hamburg 7,- € je kg. Insgesamt überragte die Verfügbarkeit die steten Unterbringungsmöglichkeiten, die sich örtlich infolge der sommerlichen Witterung verbessert hatten. die Bewertungen bewegten sich in der Regel abwärts. Offerten mit Durchmesser über 30 mm, wie etwa italienische Ferrovia, blieben ab und an von Verbilligungen verschont. Die Kursspanne der spanischen Zufuhren verbreiterte sich auf einigen Plätzen in beide Richtungen gütebedingt.

Birnen
Es herrschte ein ruhiges Treiben, in dem der Handel ohne größere Höhepunkte verlief. Packham`s Triumph und schön ausgefärbte Forelle aus Südafrika sowie chilenische und argentinische Abate Fetel bestimmten das Geschehen. Flamingo aus Chile und Rosemarie aus Südafrika komplettierten die Warenpalette, die sich ausgedehnt hatte. Die Versorgung harmonierte hinreichend mit dem steten Bedarf. Gravierende Verschiebungen bei den Kursen waren demzufolge nicht auszumachen. Im Süden Deutschlands kam es am ehesten zu Verbilligungen. Europa hatte sich fast gänzlich aus der Vermarktung verabschiedet: Letzte belgische und niederländische Conference sowie italienische Abate Fetel traten nur in einem minimalen Rahmen auf und generierten kaum noch Interesse.

Tafeltrauben
Für gewöhnlich dominierten Crimson Seedless und Thompson Seedless aus Südafrika und Chile die Szenerie. In Hamburg hatten indische Thompson Seedless eine sehr starke Position inne, wegen einer eingeschränkteren Verfügbarkeit verteuerten sich die Früchte hier sogar ein wenig. Die Notierungen von Prime Seedless aus Ägypten sanken in der Hansestadt hingegen ab. Neu hinzu zum Angebot gesellten sich Thompson Seedless gleicher Herkunft und brasilianische Thompson Seedless, die hinsichtlich ihrer Qualität durchaus überzeugten. Insgesamt tendierten die Preise der Importe aus Übersee eher nach oben als nach unten, was auf kontinuierlichen Unterbringungsmöglichkeiten und einer freundlichen Nachfrage gründete. Die Präsenz italienischer Black Magic und Victoria wuchs an; die Produkte trafen inzwischen auf allen Plätzen ein. Aufrufe von bis zu 5,- € je kg schreckten die Kunden jedoch ab, sodass der Zugriff begrenzt ausfiel.

Erdbeeren
Die Umstellung von Tunnelware auf Freilandofferten war in vollem Gange und punktuell bereits abgeschlossen. Die Hitze wirkte sich einerseits auf die inländischen Erntemengen aus, die sich drastisch ausweiteten. Andererseits litten viele Chargen schnell unter konditionellen Mängeln, was sich wiederum negativ auf die Kurse niederschlug. Auch das Interesse war infolge der hohen Temperaturen verringert; es befriedigte in der Regel zwar, aber meist erst ab Donnerstag. Bestände konnten zumindest am Wochenanfang nicht immer vermieden werden. Die Bewertungen wiesen uneinheitliche Trends auf: In Berlin stiegen sie rasant und sukzessive an, in Frankfurt und Hamburg bröckelten sie derweil nach und nach ab. Köln und München berichteten von Schwankungen; letztlich lagen die Forderungen am Freitag auf dem Niveau vom Montag. Gütebedingt wurden manche Partien zu 0,80 € je 500 g abgegeben. Frische Abladungen kosteten indes schon mal bis zu 2,60 € je kg. Die Niederlande komplettierten die Vermarktung, Belgien und Italien rundeten sie ab.

Aprikosen
Die Präsenz der prägenden spanischen und italienischen sowie der ergänzenden teuren französischen und günstigeren griechischen Anlieferungen dehnte sich aus. Die Ausfärbung überzeugte häufig, jedoch ließ der Geschmack noch Wünsche offen. Die ruhige Nachfrage konnte mit der expandierten Versorgung bloß selten Schritt halten. Deswegen tendierten die Notierungen oft nach unten, in München betraf dies insbesondere die italienischen Produkte. Eine Räumung der Läger gelang nicht durchgängig. Lediglich in Hamburg mussten die Kunden für spanische Früchte tiefer in die Tasche greifen.

Pfirsiche und Nektarinen
Die Präsenz der spanischen Anlieferungen wuchs merklich an und die italienischen Früchte wurden ebenso wesentlich umfangreicher angeboten. Letztere waren mittlerweile in fast allen Kalibern vorhanden. Die Nachfrage konnte mit der ausgeweiteten Versorgung nicht Schritt halten; sie zeigte sich zu ruhig und stieg nur punktuell an. Dies zwang die Verkäufer, ihre Aufrufe nach unten zu korrigieren. Jedoch wurde dadurch der Absatz nicht durchgehend stimuliert, sodass eine Räumung bloß selten gelang.

Kiwis
Inzwischen hatten die neuseeländischen Importe die italienischen Partien von der Spitze des Sortimentes verdrängt. Französische Chargen komplettierten die Warenpalette. Die verstärkten Zufuhren aus Übersee wirkten sich indes noch nicht auf die Notierungen der europäischen Produkte aus; sie verharrten in der Regel auf dem Niveau der Vorwoche. Lediglich in München kam es zu leichten mengenbedingten Vergünstigungen.

Zitronen
Oftmals harmonierte die Versorgung mit den Unterbringungsmöglichkeiten, sodass sich die Bewertungen nicht wesentlich bewegten. Allein in Berlin verbilligten sich die monopolartig zur Verfügung stehenden spanischen Offerten marginal, da die Nachfrage für die Abladungen etwas zu schwach ausfiel.

Bananen
Dank einer Warenpalette, deren Umfang hinreichend an das stete Interesse angepasst wurde, veränderten sich die Notierungen nicht gravierend. Der Bedarf hatte sich bei sommerlichem Wetter eingeschränkt, worauf die Händler das Angebot reduzierten. In Frankfurt gab es kaum Drittmarken, dort wickelte man den Hauptteil der Geschäfte mit Zweitmarken ab.

Blumenkohl
Den Markt beherrschten die inländischen Offerten, belgische ergänzten hier und da. Französische Lieferungen wurden eingestellt, ab und an tauchten italienische auf. Aufgrund der hohen Temperaturen bewegte sich die Nachfrage in einem relativ ruhigen Rahmen. Selbst vor den Feiertagen kam keine Belebung auf und auch hervorragende Qualitäten hatten ebenfalls keine befriedigenden Chancen. Die Bewertungen mussten stufenweise zurückgenommen werden oder verharrten mit viel Glück auf dem niedrigen Niveau der Vorwoche. 

Salat
Eissalat traf vorwiegend aus Deutschland ein, Spanien büßte enorm an Bedeutung ein. Die Niederländer komplettierten verschiedentlich die Produktpalette. Bei eher unzureichenden Unterbringungsmöglichkeiten gaben die Kurse für gewöhnlich nach, in enger Anbindung an die Vertriebsgeschwindigkeit. Kopfsalat stammte hauptsächlich aus regionalem einheimischem Anbau. Zudem waren belgische Angebote erhältlich. Infolge der üppigen Verfügbarkeit tendierten insbesondere bei den deutschen Abladungen die Notierungen in der Regel nach unten; die der belgischen schwankten örtlich etwas stärker als die der deutschen. Bunte Salate gingen in stattlichem Umfang aus dem Inland zu. Ein flotter Absatz gewährleistete gemeinhin recht stabile Preise, die jedoch auf einer Talsohle zu oszillieren schienen. Endivien hatten an Wichtigkeit verloren, spielten nur am Rande eine Rolle. Die Zufuhren passten dazu. Die Händler brauchten ihre Aufrufe kaum zu modifizieren.

Gurken
Neben den dominierenden Schlangengurken aus Deutschland flossen niederländische und belgische Chargen zu. Punktuell konnte in marginalem Maß auf folierte Früchte aus Spanien zugegriffen werden. Der Verkauf verlief zwar stetig, entsprach aber nicht immer den Erwartungen. Vereinzelt bildeten sich daher Überhänge. Dessen ungeachtet konnte man zum Wochenende hin häufiger höhere Forderungen etablieren, vor allem bei inländischen Partien größeren Kalibers, die der niederländischen Importe neigten oftmals zu einer gewissen Konstanz. Minigurken kamen zu fast gleichen Teile aus den Niederlanden und Deutschland. Ihre Bewertungen ähnelten sich augenfällig, waren manchmal sogar identisch. Ab und an zeigten diese, je näher der Freitag rückte, einen Trend nach oben.

Tomaten
Die Lage hatte sich kaum verbessert. Infolge der wachstumszuträglichen Witterung expandierte das Erntevolumen. Vorrangig aus Belgien und den Niederlanden drängten riesige Anlieferungen ins Geschäft. Zudem hatte sich die Verfügbarkeit einheimischer Produkte erkennbar verdichtet. Letztlich mündete dies in einer unabwendbaren Überversorgung. Es entwickelten sich Bestände. Die Nachfrage hielt mit dem ausufernden Angebot einfach nicht Schritt. Obwohl sich die Kurse schon auf einem niedrigen Niveau bewegten, brachen sie ungehindert weiter ein. Eine Beschleunigung der Räumung ließ sich dadurch nicht in einem gewünschten Rahmen erzielen. Die zurückgehenden Abladungen aus Spanien blieben von jenem negativen Prozess verschiedentlich verschont. Örtlich drehte sich am Freitag das Blatt: Bei sämtlichen Varietäten konnten Verteuerungen durchgesetzt werden.

Gemüsepaprika
In diesem Sektor verzeichnete man unisono eine recht ruhige Vermarktung. Die Bereitstellung orientierte sich in der Regel genügend an der Abnahmeintensität. Herkunftsländer waren hauptsächlich die Niederlande, die Türkei und Belgien. Spanien und Marokko komplettierten in geringem Umfang den Vertrieb. Die Notierungen verharrten dank des hinlänglichen Zugriffs insbesondere bei den tonangebenden niederländischen Importen meistens auf einem ziemlich stabilen Level; die der türkischen und marokkanischen Partien vermochten davon häufig nicht zu profitieren und schwankten daher etwas stärker. Punktuell strebten die Forderungen bei den gelben Kultivaren eindeutig nach oben, während die grünen und roten Früchte sich diesbezüglich sehr uneinheitlich zeigten.

Zwiebeln
Im Bereich der Gemüsezwiebeln dominierte Spanien vor Chile. Spanische Spring gewannen an Bedeutung, überzeugten hinsichtlich ihrer Qualität und wurden daher freundlich nachgefragt. Im Sektor der Haushaltsware bestimmte Neuseeland vor Australien das Geschehen. Österreich ergänzte in München, das Inland mit überschaubaren Mengen in Berlin und Frankfurt. Niederländische Partien trafen zudem in Berlin, Frankfurt und Köln ein. Generell herrschte ein ruhiges, aber stetes Geschäft vor, in dem sich die Notierungen in der Regel nicht wesentlich veränderten. Nur in Köln tendierten sie infolge eingeschränkter Unterbringungsmöglichkeiten abwärts.
 


Weitere Informationen
Frankfurt
Am Mittwoch kostete einheimischer Rhabarber 1,40 bis 1,80 € je kg. Für deutsche Heidelbeeren musste man 2,60 bis 3,- € je 250-g-Schale und für erste inländische grüne Stachelbeeren 2,50 € je 500 g zahlen. Brombeeren veräußerte man ab Donnerstag zu 3,- € je 250 g. Die Präsenz von Pflaumen aus dem europäischen Raum nahm im Wochenverlauf zu; so gelangten inzwischen italienische Früchte auf den Markt, die etwas günstiger als spanische waren. Ebenfalls aus Italien wurden erste grüne Feigen zu 10,- bis 11,- € je 2,5 kg problemlos gehandelt.
Hamburg
Erste Zucchini aus Frankreich offerierte man zu 1,10 € je kg.
München
Brombeeren, Kulturheidelbeeren und Himbeeren aus dem badischen Anbau trafen in einem begrenzten Rahmen ein und erzielten bei freundlichen Absatzbedingungen weiterhin feste Notierungen. Erste Johannisbeeren sowie geringe Abladungen von Stachelbeeren traten kurz vor den Pfingstfeiertagen auf. Das heiße Wetter führte auch bei Honigmelonen und Wassermelonen zu verbesserten Unterbringungsmöglichkeiten. Inländischer Radicchio gewann an Bedeutung. Italien stellte mittlerweile Hokkaidokürbisse bereit. Aus Serbien kamen Pfifferlinge in üppigen Mengen und die Preise gaben nach. Erste Steinpilze aus Bulgarien und Rumänien wurden in sehr übersichtlichem Umfang angeliefert.


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Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 22 / 17
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Veröffentlichungsdatum: 08.06.2017

Schlagwörter

Kirschen, BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin