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GfK Consumer Index April 2017: Vertriebsschienenanteile im Lebensmitteleinzelhandel

02. Juni 2017

Man sieht das an der Entwicklung der bezahlten Preise im LEH (einschließlich Drogeriemarkt), die um fast fünf Prozent über den bezahlten Durchschnittspreisen des Vorjahresmonats lagen. Das war in der Höhe aber sicher eher ein feiertagsbedingter Ausreißer, wenngleich das Preisniveau insgesamt in diesem Jahr schon spürbar über dem der beiden vergangenen Jahre liegt, so der GfK.

Bildquelle: Shutterstock.com LEH Kasse
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Vor allem bei den Discountern wurden im April deutlich höhere Preise bezahlt als im Vorjahresmonat. Hier stiegen die Preise mit plus 6,7 Prozent fast doppelt so stark wie bei den Vollsortimentern (+3,6%) und fast dreimal kräftiger als im Drogeriemarkt (+2,4%). Der ansonsten vor allem preistreibende Fachhandel fand sich diesmal im Mittelfeld wieder (3,6%).

Die unterschiedlichen Preistendenzen relativieren natürlich ein wenig die Wachstumswerte bei den einzelnen Vertriebsschienen.  Das gilt insbesondere für die Discounter. Deren Umsatzzuwachs von 5,6 Prozent gegenüber dem letztjährigen April resultiert so gesehen ausschließlich aus höheren Preisen, egal ob die Verbraucher diese nun ‚freiwillig‘ (trading up) oder gezwungenermaßen (‚echte‘ Preissteigungen des Handels) bezahlt haben. Dass Aldi im April 2017 deutlich vor den anderen Wettbewerbern in der Vertriebsschiene lag, hat sicher mit den Markenlistungen der vergangenen Monate und deren Attraktivität für die Ostereinkäufe zu tun. Gerade wenn man sich als Verbraucher zu so einem Festtag wie Ostern mal etwas Besseres leisten will, kann man das bei Aldi jetzt für vergleichsweise ‚kleines Geld‘ tun.

Bei den Vollsortimentern sieht es etwas anders aus; hier kommt zumindest bei Super- und Verbrauchermärkten nicht das gesamte Plus aus dem Preisbereich. Der Umsatzzuwachs übertraf hier im April den Preisaufschlag immerhin noch um rund zwei Prozentpunkte. Das waren also echte Mengenzuwächse. 

Insgesamt muss man aber noch einmal betonen, dass der LEH im Ostermonat April insgesamt ein ganz hervorragendes Ergebnis erzielt hat. Der Kalendereffekt von minus vier Prozent hätte etwas ganz anderes erwarten lassen als ein fast fünfprozentiges Umsatzplus. Der Spielraum der Haushalte scheint demnach noch nicht wirklich ausgereizt. Das bietet für das restliche Jahr Potentiale für Industrie und Handel. 

Quelle: © GfK 

Veröffentlichungsdatum: 02.06.2017

Schlagwörter

Statistik, GfK, Consumer Index, April, Lebensmitteleinzelhandel, Studie