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EU: Lebensmittelverschwendung soll stark verringert werden

23. Mai 2017

Auf europäischer Ebene sind letzte Woche mehrere agrarpolitisch wichtige Themen behandelt worden. So hat etwa das EU-Parlament über Vorschläge abgestimmt, welche eine drastische Reduzierung der Lebensmittelverschwendung zum Ziel haben. Die Lebensmittelverschwendung in der EU hat ein enormes Ausmaß erreicht, so das Agrarisches Informationszentrum aiz.info.

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EU-Parlament fordert Lebensmittelabfälle bis 2030 zu halbieren

Alleine in Österreich wirft jede Person pro Jahr im Schnitt mehr als 200 kg Nahrungsmittel weg, das sind landesweit fast 1,8 Mio. t. EU-weit sind es jährlich sagenhafte 88 Mio. t im Wert von 143 Mrd. Euro. Dieser Verschwendung soll nun Ein halt geboten werden.

Die Lebensmittelverschwendung in der EU hat ein enormes Ausmaß erreicht. Alleine in Österreich wirft jede Person pro Jahr im Schnitt mehr als 200 kg Nahrungsmittel weg, das sind landesweit fast 1,8 Mio. t. EU-weit sind es jährlich sagenhafte 88 Mio. t im Wert von 143 Mrd. Euro. Dieser Verschwendung soll nun Einhalt geboten werden. Das EU-Parlament in Brüssel stimmt heute über entsprechende neue Vorschläge ab. Darunter die Forderung an die EU-Kommission, bis Jahresende eine Definition für Lebensmittelverschwendung auszuarbeiten. Die Mitgliedstaaten sollen Maßnahmen ergreifen, um die Nahrungsmittelvergeudung bis 2025 um 30% und bis 2030 um 50% gegenüber den Werten von 2014 zu reduzieren. Zudem soll das Verschenken von Lebensmitteln an Bedürftige gefördert werden.
Kritik gibt es dabei an der zu strengen Definition von Handelsklassen, wodurch im Obst und Gemüseanbau zu viele Erzeugnisse zu Abfall würden. Hinzu kämen plötzliche Abbestellungen durch den LEH, wodurch Frischobst und -gemüse unverkäuflich werde. In der Erklärung wird die EU-Kommission auch aufgefordert, gegen unfaire Handelspraktiken vorzugehen. Sogar die Rückkehr der Agrarpolitik zur Angebotssteuerung, um Überschüsse zu vermeiden, wird angesprochen. Der EU-Rechnungshof ist in dieser Frage anderer Meinung, seiner Ansicht nach wurden frühere Überschüsse erst durch mehrere GAP-Reformen abgebaut, so dass es nun den Marktkräften möglich sei das Angebot am besten an die Nachfrage anzupassen.

Köstinger: Bewusstseinsbildung für tatsächlichen Wert von Lebensmitteln

Für Elisabeth Köstinger, Agrarsprecherin der ÖVP im EU-Parlament, ist es wichtig "wieder Bewusstsein für den Wert von Lebensmitteln zu schaffen". Nur so könne die wirksame Eindämmung der grassierenden Wegwerfkultur erfolgen. "Bewusster Umgang mit Rohstoffen beginnt am eigenen Teller, denn 53% der Lebensmittel werden in Haushalten verschwendet." Daher müsse die Bevölkerung durch effektive Aufklärungskampagnen für den Wert der Lebensmittel und die landwirtschaftliche Arbeitskraft, die dahintersteht, sensibilisiert werden, betont Köstinger.

Alarmierend ist für sie auch das Ungleichgewicht auf den Lebensmittelmärkten. "Der Wert unserer Nahrung und die harte Arbeit der Bauern spiegelt sich nicht im Preis wider." Köstinger sieht die Dumpingpreise, zu denen österreichische Qualitätsprodukte verscherbelt werden, mitverantwortlich für das fehlende Bewusstsein für den eigentlichen Wert der Nahrungsmittel und fordert daher "verstärktes regionales sowie saisonales Denken und Einkaufen". Damit könne bereits im Schulalter begonnen werden, meint sie mit Blick auf die Schulmilch- und Schulobstaktion. Besonderes Augenmerk sei ebenso darauf zu legen, die Verbraucher über das Mindesthaltbarkeitsdatum aufzuklären, dass, wie vielfach irrtümlich angenommen werde, "kein Wegwerfdatum ist", so die EU-Parlamentarierin.

Quelle: AIZ.info
 

Veröffentlichungsdatum: 23.05.2017

Schlagwörter

EU, Lebensmittelverschwendung